Gnade
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Menschliches Erbarmen
Wenn man sieht, daß ein wie immer gearteter armer Mitmensch entweder arm am Leib, arm im Herzen, arm in der Liebe, arm in der Tatkraft, arm am Willen, arm in der Einsicht, arm am Verstand oder ganz verarmt am Geiste ist, und man erbarmt sich aus der Liebe seines Herzens zu Gott und daraus erst zum Nächsten, dann ist das Erbarmen ein vollkommenes, da es dann eine Aufnahme der großen Erbarmung Gottes ist. In einer solche Erbarmung soll ein Mensch seinem Mitmenschen so viel tun als er kann aus der und durch die von Gott lebendigen Liebe heraus, und Gott wird dann seine Tat und seine Fürbitte so ansehen, als wäre sie etwas vor Ihm.[1][2]
Gnade und Verdienst
Das Zukommenlassen der Gnade ist allein Gottes Werk, das niemandem vorenthalten wird. Aber das Ergreifen dieser Gnade und das Handeln danach ist das eigene Werk eines jeden freien Geistes. Gott läßt Seine Gnade vielen zukommen, und sie erkennen sie auch und loben Ihn dafür. Aber um ein guter Mensch zu sein, genügt nicht allein die Gnade Gottes, sondern man muß auch danach handeln und darf nicht in seinen sinnlichen, irdischen schlechten Gewohnheiten bleiben.[3]
Verbreitung
Da man seinem Nächsten nichts geben kann, was man nicht zuvor selbst besitzt, muß man zum Nächsten mit der Barmherzigkeit kommen, um in ihm Barmherzigkeit zu erzeugen.[4]