Besessenheit

Aus Prophetia
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Jesus treibt böse Geister aus

Nur die dem Eigentum Satans Angehörigen - die bösen Menschen und bösen Seelen - leisten sich Eingriffe in das Eigentum Gottes, indem sie die Seinen aus Rache anfallen und zu verderben suchen. Gott hingegen achtet das Eigentum des Satans, damit dieser Ihn dereinst nicht auch nur der kleinsten Ungerechtigkeit beschuldigen kann, d.h. Er verfolgt und beredet die schlechten Menschen und schlechten Seelen nicht, sondern nimmt nur jene auf, die ernsthaft und entschlossen an Seine Türe klopfen.[1]

Gegenwärtig gibt es derart viele Besessene, daß dieser beklagenswerte Zustand der Menschen praktisch 'normal' geworden ist.[2]

Wer dem Leib nach entsprechend der Weisung Moses lebt, bleibt vor der Besitzergreifung durch unreine Geister sicher, vor allem wenn Er an Christus und Seine väterliche Fürsorge glaubt und alles in Seinem Namen macht. Wer dies versäumt, ist durch seine eigene Trägheit und Unwissenheit in jedem Augenblick tausend Gefahren aller Art ausgesetzt. Gott läßt die besseren Menschen durch Seine Engel beschützen, ansonsten es kaum unbesessene Menschen auf der Erde gäbe, dennoch soll man sich nicht zu sehr darauf verlassen, weil die Engel dem Willen des Menschen keine Zügel anlegen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Besessenheit durch Naturgeister

Fleisch und Blut jedes Menschen ist voller Naturgeister (auch Elementargeister, oder natürlich böse oder unreine Geister).[4] Fast jeder Mensch hat böse Geister (Naturgeister) in seinem Fleisch; deswegen braucht man sich über solche Besessenheit nicht zu sehr entsetzen.[5] Obwohl der Leib alle Elemente (Naturgeister) naturmäßig in sich begreift, so ist aber (im Gesundheitszustand) von jedem nur soviel da, als der Naturordnung gemäß ist. Demnach besteht die Fremdartigkeit (Besessenheit durch Naturgeister) in den unverhältnismäßigen Proportionen, d.h. im ungeteilten Zuviel oder Zuwenig. Jede wie immer gestaltete Krankheit des Körpers - auch vererbte und chronische - ist ein Besessensein desselben von fremdartigen, dem Körper nicht entsprechenden Elementen.[6]

Es besteht ein großer Unterschied zwischen Besessenheit durch böse Geister (siehe unten) und den unreinen Naturgeistern. Es gibt jedoch eine gegenseitige Wechselwirkung, indem ein Mensch, der die Naturgeister seines Körpers nicht zu sehr erweckt, auch nicht leicht dem Körper nach von den wirklichen bösen Menschenseelengeistern besessen wird.[7] Deswegen warnt Gott vor aller Leidenschaftlichkeit, denn sie ist die Folge der Wachrufung der verschiedenartigsten Naturgeister im Fleisch und Blut. Sind diese einmal wach, gesellen sich bald die noch unreinen Seelen verstorbener Menschen zu ihnen, die sich in dieser unteren Erdregion aufhalten. So ein Mensch ist dann im vollsten Ernst besessen.[8]

Es gibt natürliche oder materielle Geister, die sich, wenn sie zu einem Menschen kommen, nicht wie andere Geister mit seinem Denken verbinden (geistige Besessenheit bzw. geistiger Einfluß, siehe unten), sondern in seinen Körper eindringen und alle seine Sinne in Besitz nehmen. Sie reden dann durch seinen Mund und handeln durch seine Glieder. Dabei ist ihnen nur bewußt, daß alles dem Menschen Gehörende ihr Eigen sei. Dies sind die Geister, die beim Menschen Besessenheit hervorrufen. Sie sind jedoch vom Herrn in die Hölle geworfen und dadurch gänzlich entfernt worden. Deshalb gibt es gegenwärtig keine derartigen Besessenheiten mehr (Anm.: nicht in dieser speziellen Form, wohl aber in Krankheit und Leidenschaftlichkeit).[9]

Heilung

Vererbte oder chronische Übel, die sich über eine ganze Generation erstrecken, können auf natürlichem Weg nicht mehr aus dem Körper gebracht werden, sondern nur durch die Wundermacht Gottes. Andernfalls muß das Übel vollständig ausgezeitigt werden und zeigt sich dann in Form von Aussatz, allerlei böser Fieber und Seuchen, wodurch dann der Mensch gereinigt wird, oder bei zu heftigem Auftreten auch ganze Generationen daran sterben, da es gegen so alte Schäden wenig Heilmittel gibt. Die Homöopathie ist bei den vererbten Übeln vorzuziehen.[10]

Diagnose:

Um zu erfahren, ob ein vererbtes, chronisches oder selbsterworbenes Übel in einem ist, kann man fasten und dann und wann ein sparsames Medikament, natürlich in entsprechender Art, zu sich nehmen. Dann melden sich unter den Nerven die vererbten Übel, in den Gliedern die chronischen Übel und in den Eingeweiden die selbsterworbenen Übel.[11]

Geistige Besessenheit

Bei der geistigen Besessenheit verhält es sich wie bei der leiblichen Besessenheit (durch Krankheiten, siehe oben). Geistige Besessenheit ist so normal geworden, daß die Menschen gar nicht mehr merken, was für einen abscheulichen Mutwillen die bösen Gäste mit ihnen treiben, sie sind mit dem Bösgeistigen völlig eins geworden. Das Bösgeistige besteht in Tanz, Hurerei, Groll, Schelten, Fluchen, Rauben, Stehlen, Lügen, Stolz, Hochmut, Prahlerei, Ehrabschneidung, Neid, Geiz, Hoffahrt, Fraß, Völlerei, Spott und Hohn gegen alles Gott betreffende, Pracht, Mode, Luxus usw. Dergleichen Eigentümlichkeiten sind untrügliche Zeichen des intensivsten Besessenseins.[12]

Diagnose und Heilung:

Indem man die empfohlene Diät des Geistigen - Selbstverleugnung und Lesen des Wort Gottes - anwendet, wird man bald herausfinden, welcher 'Herr' da in einem wohnt. Und sobald der durch Gott hinausgeschafft wird, reizen diese Bestien gleich die ganze Welt gegen einen solchen Befreiten.[13]

Besessenheit durch böse Geister

Daß sich böse Wesen entweder durch Gebärden, oder in fremdartigen Stimmen durch allerlei, mit Hohn und Spott lästernden Reden zu erkennen geben, den armen Besessenen martern, schlagen und herumwerfen, findet auf dreifache Weise seinen Grund:[14]

Faschings'treiben'
  1. Lockvögel: Der Fürst der Finsternis macht ständig Jagd auf alle Menschen und betrachtet sie als Wild in seinem Revier. Seine Jagdzeiten sind öffentlichen Belustigungen, Krieg, Streit, Hurerei und dergleichen. Die Tänzer (Spaßgesellschaft), Krieger, Neider, Hurer usw. sind sein Wild.[15] Die Lockvögel dieser Jagd, wie die Modemacher, die Veranstalter, die Musiker, die Tänzer und deren Lehrer, ebenso die Inhaber von Bordellen und Spielhäusern (Casinos), die Ränkeschmiede, Kriegsstifter, Volksaufwiegler und Verräter, die Geizigen, Wucherer, Neider, Heuchler, Schmeichler, Betrüger, Lügner, Ehrabschneider, Lästerer der Gnade Gottes, Diebe, Räuber, Mörder in geistiger und leiblicher Hinsicht, und so auch alle Selbstmörder, kurz alle welche die Jagd direkt oder indirekt fördern und davon materiell profitieren, gehören zum Jagdgefolge Satans und sind bis auf einige der zuletzt genannten kaum mehr besessen, sondern sie gehören zu den selbst Besitzenden, Treibenden und Ziehenden (d.h. sind eins geworden mit den bösen Geistern in ihnen).[16]
  2. Teilnehmer: Diese sind die Gejagten des Satans; dabei ist zu unterschieden zwischen denen, die zum tragenden Boden gehören oder fest darin verankert sind, also zum Leibeigentum des Satans geworden sind und sich in all seinem Falschen und Bösen begründet haben, und der Strafe daher nicht entgehen werden, und den Verfolgten, welche noch eine kurzen Gnadenzeit zu erwarten haben. Sie alle sind Besessene.[17]
  3. Klassische Besessene: Dies sind sonst gewöhnlich fromme Menschen und nur selten schlechte oder gewöhnliche Weltmenschen, außer falls sich letztere plötzlich bekehren, worauf sich ihre Besitzer zum schreckenden Beispiel aller Nachbarn melden, indem der Mensch offenbar irrsinnig geworden ist. An sie klammern sich die bösen Geister, um sie zu verderben. Jedoch sie gehören dem Herrn (d.h. sind im Guten und Wahren verankert) und nicht dem Satan und brauchen sich deswegen nicht sorgen, denn sie werden an ihrer Seele keinen Schaden leiden, da der Herr Selbst das Mark ihres Lebens beschützt.[18]
Anmerkung: Daß die Realität des klassischen Krieges eine ganz andere ist als die offizielle - nämlich eine Art ultimatives Spektakel, das eigentlich eher perverser Lustmord genannt werden müßte -, belegen z.B. die Abhörprotokolle der Wehrmachtsoldaten aus dem 2. Weltkrieg, siehe Der Spiegel 14/2011:Frauen, Kinder, alles.

Ursache

Eßsucht

Schwere Besessenheit kann eine Folge von Eßsucht sein.[19]

Zulassung

Will eine etwas weniger bösartige schlechte Seele guttun, kann sie der Gnade, die ein unschuldiger Menschen fortwährend genießt, teilhaftig werden. Solche bösen Geister werden nicht daran gehindert, das Fleisch von unschuldigen Menschen, sogar das von Kindern, in Besitz zu nehmen. Bei solchen Menschen wird die Seele jedoch auf das sorgfältigste geschützt und das Herz vor Einflüsterungen bewahrt. Führt sich der böse Geist ungebührlich auf und treibt allerlei Unwesen mit dem Fleisch, das er besitzt, wird er entweder bald hinausgeschafft oder sonst zur Ruhe gebracht. Manchmal können auch mehrere Geister ein Fleisch in Besitz nehmen. Diese schlechten Geister wollen nicht dem Rat der Engel gehorchen, sich lieber gleich an Gott zu wenden, sondern bestehen hartnäckig darauf, nur auf diesem Weg zum Herrn gelangen zu können. Dies wird ihnen dann zugelassen, weil die Engel alles auf praktische Weise unterrichten. Gewöhnlich geht es auf diesem Weg sicher nicht - nur manchmal; deswegen wird es einem schlechten Geist gewöhnlich nur einmal gestattet und nur selten zweimal. Dann kommt der Weg des Gerichtes, der Strafe und der Qualen für ihn.[20]

Rache

Wenn eine völlig böse Seele aus dem Leib getreten ist, dann dringt sie in das Fleisch eines auf der Erde noch lebenden Menschen, um sich möglichst bitter daran rächen zu können, indem sie es auf die grausamste Weise quält.[21]

Behandlung

Bei Besessenheit kann kein irdischer Arzt (oder Psychologe) helfen, sondern nur Gott und wer von Ihm Kraft und Macht erhalten hat.[22] Wer der Stimme Gottes folgen wird, der wird leben; der Taube aber wird dem ewigen Tod anheimfallen. Das Wort Gottes ist Seine Liebe, Gnade und Erbarmung, und dieser Same des Lebens soll an vielen Orten ausgestreut werden. Wo er aufgenommen wird, wird er Leben erwirken und die Besessenen frei machen zum Leben. Wo er aber zertreten wird, da wird der Tod sein großes Erntefest halten.[23]

Besessenheit durch böse Geister kann behandelt werden, indem man den Besessenen nötigenfalls aus der Menschengesellschaft entfernt und ihn durch Fasten und im Namen Gottes gehaltene Gebete (Befreiungsgebete) heilt.[24]

Besessenheit durch Zorn

Die Besitznahme des irdischen Fleisches durch den Zornteufel ist die allergefährlichste, weil ein solcher nie allein ein Fleisch besitzt, sondern stets seine Legion dienstbarer böser Geister mit ihm, das sind Haß als Haupternährer des Zorns, Hochmut, Neid, Geiz usw. (siehe Zorn)[25]

Wenn der Zorn einmal ein Fleisch in Besitz genommen hat, ist er kaum mehr daraus zu entfernen. Wie bei einem unlöschbaren Vollbrand gibt es kein anderes Mittel, als ihn brennen zu lassen und dann die abgekühlte Asche zu untersuchen, was nicht von der Glut verzehrt worden ist.[26]

Beispiele für Zornbesessenheit sind die zwei Gergesener Mt 8.28-34 Mk 5.1-20 Lk 8.26-39.[27]

Ursache

Der Geist des Zorn kommt nicht wie andere erst mit der Zeit ins Fleisch des Menschen, sondern wird schon bei der Zeugung als ein Same der Hölle dort hineingelegt und muß dort auch sein, weil dieser Same das Fortkommen des Fleisches bedingt. Aber der Same gerät zu keiner Selbständigkeit (Besessenheit), wenn der Mensch nicht dazu erzogen wird. Erst durch eine gewisse falsche Erziehung (Verwöhnen) sammelt sich dieser böse Stoff in der Leber und erweckt dann die Selbständigkeit des Zornteufels, der dann die Seele gefangen nimmt, wodurch der Mensch ein förmlicher Teufel wird.[28]

Bei vielen Menschen ist es nicht nötig, daß dieser Fleischteufel die eigene Selbständigkeit völlig erlangt; sondern die böse Spezifikalausdünstung pflanzt sich durch den ganzen Leib fort, zunächst durch das Blut, durch das Blut gelangt es in die Nerven, durch diese in den Nervengeist und durch den Nervengeist in die Seele. Ein solcher Mensch ist dann ein halber Teufel, der sich über jede Kleinigkeit heftig erregt und gleich mit Fluchen und Schlagen reagiert.[29]

Bekämpfung

Gott läßt oft Kinder leiblich sterben, wenn die Eltern durch falsche Erziehung den Zornteufel in ihnen kultivieren; zuweilen müssen ganze Generationen durch Seuchen und andere verheerende Krankheiten dem Leib nach getötet werden, bevor es dem Zornteufel gelingt, die Seelen völlig zu verderben.[30]

Manchmal geschieht es der Welt wegen, daß Zorngeister aufwachsen. Wenn die Eltern noch früh genug den Zorn und Eigensinn solcher Kinder energisch bekämpfen, dann können aus ihnen brauchbare Menschen werden; ansonsten werden sie Raufbolde, Meuterer und nicht selten gräßliche Peiniger der Menschheit.[31]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Lorber, Himmelsgaben 1.279.17-18
  2. Lorber, Himmelsgaben 1.273.1
  3. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.54.7-8
  4. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.187.3
  5. Jakob Lorber, Die Erde 58.19
  6. Lorber, Himmelsgaben 1.274.7-8
  7. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.187.7
  8. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.187.8
  9. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 257
  10. Lorber, Himmelsgaben 1.274.9-10
  11. Lorber, Himmelsgaben 1.274.10
  12. Lorber, Himmelsgaben 1.275.11-13
  13. Lorber, Himmelsgaben 1.275.14
  14. Lorber, Himmelsgaben 1.276.2
  15. Lorber, Himmelsgaben 1.276.5-6
  16. Lorber, Himmelsgaben 1.281.3-4; Lorber, Himmelsgaben 1.282.8-10
  17. Lorber, Himmelsgaben 1.282.11-12
  18. Lorber, Himmelsgaben 1.282.13; Lorber, Himmelsgaben 1.283.14; Lorber, Himmelsgaben 1.279.17
  19. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.209.11; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.52.8
  20. Jakob Lorber, Die Erde 58.14-17
  21. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.182.19
  22. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.209.12
  23. Lorber, Himmelsgaben 1.284.17
  24. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.66.10-11
  25. Jakob Lorber, Die Erde 61.2-4
  26. Jakob Lorber, Die Erde 61.5
  27. Jakob Lorber, Die Erde 61.6
  28. Jakob Lorber, Die Erde 61.7-8
  29. Jakob Lorber, Die Erde 61.9-11
  30. Jakob Lorber, Die Erde 62.1; Jakob Lorber, Die Erde 61.18-19
  31. Jakob Lorber, Die Erde 61.24
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