Bibel

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Gutenberg Bibel

Die Bibel liegt auch im Himmel vor, allerdings im inneren Sinn des Wortes, das in der Welt existiert, z.B. finden sich darin nicht Abraham, Isaak, Jakob, David und die Apostel, sondern deren innerer Sinn, wobei unter Abraham, Isaak und Jakob im inneren Sinn der Herr in Bezug auf Sein Göttlich-Menschliches verstanden wird, unter David auf Sein Göttlich-Königliches, und unter den Aposteln im Hinblick auf die göttlichen Wahrheiten.[1]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Gott Selbst ist die Heilige Schrift lebendig und Leben gebend, Er ist der beste Ausleger derselben und zugleich der allertiefste Mystiker.[2]

Da die Rede der himmlischen Engel selten von einem Konsonanten in den anderen fällt, es sei denn ein Wort mache das erforderlich, weil es mit einem Vokal anfängt, wird im Wort Gottes so oft das Wörtchen "und" eingeschoben, wie jene wissen, die es in der hebräischen Sprache lesen. Dort wird dieses Wörtchen weich gesprochen; es beginnt und endet mit einem Vokal. Aus den Wörtern im hebräischen Text des göttlichen Wortes kann man auch einigermaßen erkennen, ob sie zur himmlischen oder zur geistigen Klasse (siehe Aufteilung des Himmels) gehören, d.h. ob sie das Gute oder das Wahre in sich schließen. Die ersteren haben viel vom U und O, aber auch einiges vom A in sich, die letzteren hauptsächlich vom E und I.[3]

Entsprechungen

Wer die Bibel nur ihrem buchstäblichen Sinn nach versteht, der weiß nichts von den Geheimnissen, die im Einzelnen des Wortes liegen. Jede Einzelheit des Wortes hat einen inneren Sinn, in dem es nicht um natürliche und weltliche Dinge geht, wie im Buchstabensinn, sondern um geistige und himmlische Dinge. Dies gilt nicht nur vom Sinn zusammenhängender Sätze, sondern auch von jedem einzelnen Wort bis herab zum Jota. Das Göttliche Wort ist in lauter Entsprechungen verfaßt worden, damit jede Einzelheit einen inneren Sinn enthalte, damit es eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen gibt, denn die Engel des Himmels (und Gott) denken nicht wie der Mensch aus dem Natürlichen heraus.[4]

Im Wort hat alles seine Bedeutung gemäß den Entsprechungen. Beispiele: Das Haupt bezeichnet die Einsicht und Weisheit, die Brust die Nächstenliebe, die Lenden die eheliche Liebe, die Arme und Hände die Macht des Wahren, die Füße das Natürliche, die Augen den Verstand, die Nase die Wahrnehmung, die Ohren den Gehorsam, die Nieren die Reinigung des Wahren usw.[5] Orte und Räume, sowie alles, was etwas vom Räumlichen an sich hat, bezeichnen Dinge, die sich auf Zustände beziehen; z.B. in der Welt nennt man lang, breit und hoch, was lang, breit und hoch im Raum ist. Im Himmel aber (und so auch in der Bibel) versteht man unter der Länge den Zustand des Guten, unter der Breite den des Wahren und unter der Höhe den Unterschied zwischen denselben je nach den Graden (siehe Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 38), z.B. Ezechiel Kapitel 40-48 bezeichnet die neue Kirche und das Gute und Wahre darin. Daß die Breite im Wort das Wahre bezeichnet, sieht man bei Ps 31.9, Ps 118.5, Jes 8.8, Hab 1.6 u. a. m.[6]

Wer die Sprache der Entsprechungen nicht versteht, der versteht die Schrift unmöglich, sie kommt ihm dem Weltverstand nach als Torheit vor.[7]

Reinheit

Obwohl das Wort Gottes in der Heiligen Schrift dem äußeren Buchstabensinn nach vom Urtext ganz verschieden ist, blieb dennoch der innere Sinn erhalten, da der Herr durch Seine weise Vorsehung schon von Ewigkeit her die Ordnung so getroffen hat, daß eine und dieselbe geistige Wahrheit unter den verschiedenartigsten äußeren Bildern unbeschadet erhalten und gegeben werden kann.[8]

In der Bibel findet sich manches, das sich auf dem Weg der Weisheit nicht ordnen und einen läßt, jedoch unter dem Regiment der Liebe findet sich alles wohlgeordnet. Derart verhält es sich mit jedem einzelnen Wort, Vers und Kapitel der Heiligen Schrift und daher ist dort so gesehen an eine Unordnung oder an einen Widerspruch ewig nicht zu denken.[9]

Bibelausgaben

Auf die Frage Jakob Lorbers an den Herrn, ob Lutherbibel oder Vulgata (lateinische Grundlage für röm.kath. Bibelübersetzungen) besser sei, wurde ihm die Lutherbibel empfohlen (dies gilt zumindest für die im 19. Jhdt. erhältlichen Bibelausgaben), obwohl beide dem äußeren Sinn nach voller Unordnung und Irrtümer sind.[10]

Qualifikation

Die Heilige Schrift und mystische Schriften sind nicht dazu gedacht, sie aus Neugierde zu lesen, oder um zu grübeln und darin zu forschen. Sie sollen mit einfältigem Herzen und gehorsamen und folgsamen Gemüt als ein Wegweiser zum lebendigen Wort gelesen werden; man soll danach handeln und leben und in der Liebe zu Gott wachsen. Dann wird auch die Erkenntnis zur rechten Zeit im Herzen enthüllt werden.[11]

Entstehung

Der Herr vergleicht die Entstehung der Bibel mit der Zerstörung Jerusalems, weil die Bibelausgaben (dem äußeren Sinn nach) voller Unordnung und Irrtümern sind und daher in allen Sekten kein wahrer Glaube und keine rechte Liebe mehr anzutreffen ist. (Die äußerliche Form der dem Geiste nach reinen Bibel wurde beeinträchtigt.)[12]

Diese Zerstörung begann mit der ersten Kirchenversammlung zu Nizäa (325). Damals gab es Aufzeichnungen vieler Evangelisten, welche das niedergeschrieben haben, was sie von den Aposteln und Jüngern selbst vernommen haben und was ihnen von Augen- und Ohrenzeugen wiedererzählt wurde. In diesen Uraufzeichnungen in griechischer oder jüdischer Sprache wirkte der Heilige Geist und alles war richtig. Da diese Aufzeichnungen aber bald gute Handelsartikel wurden, entstanden zahlreiche falsche Evangelien, wovon Arius ein berüchtigter solcher falscher Prophet und Evangelist war. Arius behauptete schließlich, er sei vom Geist Gottes dazu aufgefordert worden, den Menschen bekanntzumachen, dass Jesus Christus kein Gott, sondern nur ein Prophet wie er selbst war.[13]

Diese Lehre des Arius machte große Fortschritte und bedrohte bald die anderen, alten christlichen Gemeinden. Die Bischöfe ließen alle Evangelien sammeln und prüften sie mit ihrem Verstand, ohne Beachtung des Herrn. Der Verstand aber konnte ihnen nicht zeigen, welches da das rechte wäre. Schließlich nahm der Bischof von Rom alle die gesammelten Schriften und ließ daraus die Vulgata zusammenschreiben (d.h. ins Lateinische übersetzen) und authentisierte dieselbe. Seine Nachfolger feilten mit Hilfe der sogenannten Kirchenväter über einhundertsiebzig Jahre lang daran. Desgleichen tat auch der Patriarch von Konstantinopel. Da aber der Patriarch seine griechische Bibel wegen der vorgeblichen Ursprache für die authentischere proklamierte, so wurde auch die Vulgata geheim ins Griechische (rück-)übertragen und häufig unter die Griechen verteilt. Solchen Unfug erlaubten sich aber auch die Griechen. Darum war dann für Rom wieder die lateinische Bibel geltend und für die Griechen die griechische.[14]

Der Arius trieb trotz mehrfacher Verdammung von Seiten Roms und Konstantinopels sein Wesen in seinen Schülern weiter, und so fing man an, den Arianismus mit Gewalt zu bekämpfen und möglichst alle alten Urkunden zu verbrennen, wenn sie weder mit der Vulgata, noch mit der griechischen Bibel übereinstimmten. Jedoch ist in der Form dieser beiden Bibeln die Hauptsache aufbewahrt und für den Geist völlig rein geblieben.[15]

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 526
  2. Lorber, Himmelsgaben 3.55.20
  3. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 241
  4. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 1; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 114
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 97
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 197
  7. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.93.3
  8. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.97.10
  9. Lorber, Himmelsgaben 2.29.16-18
  10. Lorber, Himmelsgaben 2.173.1, Lorber, Himmelsgaben 2.175.14
  11. Lorber, Himmelsgaben 3.54.18, Lorber, Himmelsgaben 3.55.19
  12. Lorber, Himmelsgaben 2.173.1
  13. Lorber, Himmelsgaben 2.173.2-5
  14. Lorber, Himmelsgaben 2.174.6-11
  15. Lorber, Himmelsgaben 2.175.12-15
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