Dreieinigkeit
Die Dreieinigkeit Gottes besteht aus Vater, Sohn und Heiliger Geist, die ebenso eine Einheit bilden wie Seele, Leib und Wirksamkeit.[1] Gott ist dem Wesen und der Person nach Einer. In Ihm besteht eine göttliche Dreieinigkeit, und Jesus Christus ist der Eine Gott.[2][3][4]
Gott wird als Dreieinigkeit beschrieben, nicht weil Er eine Dreigottheit sei, sondern weil der Mensch, nach dem Ebenmaß Gottes erschaffen, auch eine Dreieinheit ist und gewisserart aus drei Persönlichkeiten besteht (Leib, Seele und Geist), die aber im Grunde des eigentlichen Lebenszweckes dennoch nur einen Menschen und eine Person ausmachen. Dies wird auch bestätigt durch das Evangelium des Johannes, nach dem Jesus lehrt, daß Er und der Vater vollkommen Eins sind Joh 10.30 und wer Ihn sehe, der sehe den Vater, Joh 14.20 und wo Jesus fragt: "Glaubt ihr, daß Ich im Vater und der Vater in Mir ist?" Joh 14.11[5][6][7]
Der alleinige ewige Gott ist in seiner dreieinigen Natur Vater Seinem Göttlichen nach, Sohn Seinem vollkommen Menschlichen nach und Geist allem Leben, Wirken und Erkennen nach.[8] Vater, Sohn und Heiliger Geist sind unterscheidbar eins und dasselbe von Ewigkeit. Der Vater in Christus ist die ewige Liebe, der Urgrund und die eigentliche Ursubstanz aller Dinge der ganzen ewigen Unendlichkeit. Der Sohn ist das Licht und die Weisheit, die aus dem Feuer der ewigen Liebe hervorgehen. Der Heilige Geist ist der Wille Gottes. Alles dies - die Liebe, die Weisheit und alle Macht - ist in Jesus Christus. Daher gibt es nur einen Gott, der in Jesus einen Leib angenommen hat, um Sich den Menschen der Erde näher offenbaren zu können.[9]
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Falsche Lehre von der Dreieinigkeit Gottes
Die Lehre der Dreieinigkeit Gottes (auch "Dreifaltigkeit", "Trinität"), nach der es drei verschiedene Götter (oder Personen) gäbe, ist ein Produkt des Konzils von Nizäa (325) und wird von Christus als ein Heidentum verworfen.[10]Auch die Engel beharren darauf, daß man das Göttliche im Himmel nicht in drei (Personen) unterscheiden könne, weil man dort wisse und wahrnehme, daß das Göttliche eins sei, und zwar in Jesus Christus. Joh 10.30, Joh 10.38[11]
Aus folgenden Gründen wird die Lehre der Dreifaltigkeit nach dem Konzil von Nizäa abgelehnt:
Mehrere Götter
Ein zweiter vollkommener Gott mit der vollsten unendlichen Herrlichkeit ist genauso undenkbar wie ein zweiter unendlicher Raum. Daher läßt sich einsehen, daß auch wenn Gott als ein Menschensohn im Fleische wandelnd erscheint, Er kein zweiter, sondern nur ein und derselbe Gott ist. Würde Gott außer sich noch zwei Götter schaffen, wie den Sohn und den Heiligen Geist, die von Ihm individuell verschieden wären, so müßten sie ja notwendig auf alle Machtvollkommenheit Anspruch machen, da ohne diese kein Gott denkbar ist. Es kann nur ein solches göttliches Hoheitsrecht geben, denn gäbe es drei, so wäre das endlose eine Reich Gottes zersplittert, und sein Bestand wäre ebenso undenkbar möglich, wie der Bestand von drei unendlichen Räumen nebeneinander. Das eine Reich des nur einen Gottes kann ewig bestehen, weil Er allein nur ein Einiger König desselben ist, wie solches in Jesaja gesagt wird: 'Gott wird Seine Herrlichkeit keinem andern geben'. Jesaja 42.8 [12]
Abgedankter Vater
Wenn der Vater nach der Schrift der Propheten den Sohn mit aller Macht und Gewalt im Himmel und auf allen Erden und Welten bekleidet und den Heiligen Geist als einen Mitwirker Ihm beigesellt hat zur Heiligung und Bewahrung der neuen Lehre aus den Himmeln, zu deren Haupt nur der Sohn, wie auch zum Haupt aller anderen Dinge gemacht ist, was für ein Gott ist dann der Vater, wenn Vater, Sohn und Heiliger Geist nicht ein für Sich bestehender einwesiger Gott, sondern für sich unterschieden wären? Der Vater bliebe nur als müßig und tatlos vorzustellen, da er nichts mehr zu wirken und zu regieren hätte. Er müßte also alt geworden, abgedankt und in Ruhestand gegangen sein.[13]
Keine Wesenseinheit
Wie kann eine göttliche Verwandtschaft oder eine wesentlichen Einheit zwischen einem Geist ohne Leib und Form (Vater) und einem Geist mit Leib und Form (Sohn) bestehen? Wie soll der Sohn, der eine Leibliche Person ist und einen Körper hat, im Vater sein, wenn dieser keinen Leib, keine Gestalt und keine Form hat? Oder kann dieser leib-, gestalt-, und formlose unendliche Vater im Sohn sein?[14]
Zeitweiliger Heiliger Geist
Wenn der Heilige Geist eine vom Vater und Sohn ausgehende dritte für sich dastehende Person ist, wie kann sie dieselben Eigenschaften und gleich ewig sein? Oder kann das, was sein Sein von einem andern erhält, gleich sein dem, das sein Sein ewig aus sich selbst hat? Kann die Ewigkeit gleich sein der stets flüchtigen Zeit oder ein beschränkter Raum der Unendlichkeit? Wenn man auch annehmen kann, daß alle Zeiten der Zeiten in der Ewigkeit stecken, sich bewegen und verändern, so kann man aber unmöglich denken, sagen und behaupten, daß die Ewigkeit in der irgend noch so lange währenden Zeit enthalten ist, gleichwie man auch wohl denken, sagen und behaupten kann, daß da alle noch so großen, aber endlich doch noch begrenzten Räume sicher wohl im endlosen Urraum enthalten sind, aber dieser unmöglich auch in ihnen. Wenn der Heilige Geist wirklich gleich einem andern Geschöpf vom Vater und Sohn als eine für sich wesenhafte Person ausginge, dann wäre er ja offenbar ein Gott der Zeit und nicht der Ewigkeit. Ein solcher Gott aber könnte dann, wie alles Zeitliche, mit der Zeit aufhören zu sein. Wer könnte dann allen Menschen und Engeln ein ewiges Dasein geben und erhalten?[15]
Widersprüchlichkeit
Wenn der Sohn von Ewigkeit her war, wie konnte Er gezeugt werden? Und wenn der Heilige Geist eben auch von Ewigkeit her war, wie konnte er vom Vater und Sohn ausgehen und also seinen Ursprung nehmen? Wenn die drei göttlichen Personen oder Götter insgesamt ewig, das heißt ohne Anfang sind, so konnte dann ja nicht einer dem andern den Anfang des Seins geben.[16]
Folgen
Mitglieder der Kirche, die von der Welt herkommen, können nicht in den Himmel aufgenommen werden, wenn sich bei ihnen die Idee von drei göttlichen Personen findet, weil ihr Denken von einem zum anderen hin und her irrt und es im Himmel nicht erlaubt (bzw. möglich) ist, an drei zu denken und dabei doch nur einen zu nennen. Würde jemand in den Himmel kommen, der drei denkt und einen ausspricht (also gewisserart lügt), würde man ihn sogleich erkennen und ausstoßen. Jene, die nicht das Wahre vom Guten oder den Glauben von der Liebe getrennt hatten, nehmen nach einer entsprechenden Belehrung die himmlische Idee von Jesus Christus als dem Gott des Alls an. Anders jedoch bei jenen, die den Glauben vom Leben (der Liebe) getrennt haben, d.h. die nicht nach den Vorschriften wahren Glaubens gelebt hatten.[17]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Swedenborg, Wahre Christliche Religion 166
- ↑ Swedenborg, Wahre Christliche Religion 2b
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.74.14
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.26.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.24.2-14
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.51.13-25
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 29.10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.2.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.230.2-6
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 2.68.18
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 2
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.26.2-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.26.7-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.26.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.26.14-16
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.27.1
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 2