Ehe
Die irdischen Ehen sind Pflanzschulen des menschlichen Geschlechts, damit der Engel des Himmels und daher auch des Himmels. Sie haben außerdem ihren geistigen Ursprung in der Ehe des Guten und Wahren (siehe Verbindung von Gut und Wahr), wobei das Göttliche des Herrn vor allem in diese Liebe einfließt. Daher sind sie in den Augen der Engel im höchsten Maß heilig und sie betrachten Ehebrüche als gottlos, weil sie das Gegenteil der ehelichen Liebe darstellen.[2]
Das erste vollkommenste Ehebündnis auf der Erde seit Adam war das von Irhael und Joram, da es von Jesus Selbst gesegnet worden war.[3]
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Wesen
Das Wesentliche der Ehe besteht in der Vereinigung der Seelen oder Gemüter der zwei Ehegatten. Die Art ihrer Vereinigung und ihrer Liebe richtet sich nach der Beschaffenheit ihrer Seelen oder Gemüter. Die Vereinigung jener Seelen ist am vollkommensten, die aus echtem Wahren und Guten gebildet sind, denn nichts liebt sich gegenseitig mehr als das Wahre und Gute. Aus dieser Liebe stammt die wahrhaft eheliche Liebe. Es lieben sich auch das Falsche und das Böse, aber ihre Liebe verwandelt sich in der Folge in die Hölle.[4]
Früher (vor Jesus Christus) konnten die Menschen mit Gott nicht ohne eine Ehefrau in die vollkommenste Ehe (mit Gott) treten; daher war es für jeden Mann nötig, sich eine Frau zu nehmen, damit er durch die Frau, durch die er von sich selbst und so auch von Gott getrennt wurde, wieder völlig eins war vor Gott. Wie die Eva aus dem Adam hervorging, mußte sie in jeder Frau eines Mannes wieder völlig eins werden mit ihm, und er in sich eins durch die Wiedervereinigung mit der Frau. Stand er dann so wieder als ein Mensch vor Gott, dann erst konnte er wieder mit Gott völlig eins werden; aber solange er noch getrennt war, da war er auch der höchsten Liebe aus Gott und zu Gott nicht fähig. Die Frau war dem Mann zum Gegensatz geworden; wenn demnach der Mann zuvor nicht eins war mit seinem Gegensatz, da konnte er auch in sich selbst Gott gegenüber nicht zum Gegensatz werden und damit auch nicht eins werden mit Gott. Als ein Lediger war der Mensch Gott gegenüber ein Gleichsatz, daher nicht aufnahmefähig, sondern nur, Gott gleich, sich stets mitteilend.[5]
Aufgrund der Verbindung des Guten und Wahren wird im Wort der Himmel mit einer Ehe verglichen und auch so genannt. Vom Herrn heißt es, er sei der Bräutigam und Gatte, vom Himmel und der Kirche, sie sei die Braut oder auch das Weib.[6]
Voraussetzungen
Ein Mann soll nie unter vierundzwanzig Jahren und eine Frau nie unter zwanzig Jahren ein Ehebündnis eingehen, weil diese Zeit zur nötigen Reife für ein gutes und auch im Geiste haltbares Bündnis mindestens notwendig ist. Zu junge Eheleute verderben sich durch gegenseitigen sinnlichen Genuß, werden sich bald zum Ekel, und die Ehenot ist fertig.[7]
Mann: Der Mann lernt Gott erkennen in seiner Liebe zu Ihm. Daher ist bei der Ehe für den Mann das Wichtigste, sich zuvor ganz zu erkennen, damit er sieht, in welchem Verhältnis die Frau zu ihm steht und er sie dann nach seines Geistes Kraft (und nicht nach seiner Willkür) richte. Ist der Mann jedoch blind und ein Willens-Schwächling und gibt der Frau (in einer unrechten Sache) auch nur in einem Punkt nach, dann geht die Ehe zugrunde. Daher soll der Mann nicht eher ehelichen, bevor er sich selbst ganz durchschaut hat.[8]
Frau: Die Frau lernt Gott erkennen in der Liebe des Mannes. Daher kann eine Frau nicht sagen, sie liebe ihren Gemahl, wenn ihr nicht all seine Worte und Wünsche heilig sind. Wenn sich Frauen in ihren Herzen über ihre Männer erheben, dann steht es mit ihnen so wie mit Gottesleugnern.[9]
Eheschließung
Zur Eheschließung genügt das gegenseitige Gelöbnis vor den Eltern oder sonstigen wahrhaftigen Zeugen. Wenn die Ehen in einer Gemeinde eingesehen und im Namen des Herrn gesegnet werden, dann nützt dies den Eheleuten und dient zur Bekräftigung ihres Bundes. Dies ist ein Rat des Herrn und nicht ein Gesetz und es soll daraus auch kein Gesetz gemacht werden.[10]
Eine bezahlte Einsegung der Ehe durch einen gebieterischen und hochmütigsten Priester hat vor Gott nicht den geringsten Wert, sondern nur Sein Mißfallen und wird daher keinem Menschen einen Segen bringen.[11]
Ehegesetz
Vor dem Herrn gibt es kein anderes Ehegesetz, als das mit glühender Schrift in die Herzen geschriebene (die Liebesehe). Wenn sich ein Paar schon beim ersten Anblick gemäß dieses lebendigen Gesetzes erkannt und verbunden hat, dann soll es sich auch nicht mehr trennen, um nicht vor Gott zu sündigen. Der Herr hält kein weltliches Eheband für gültig, sondern allein das des Herzens. Wer dieses bricht, der ist ein wahrhaftiger Ehebrecher vor Ihm. Bei Ihm gilt nicht äußerer Rat oder Widerrat, sondern allein der Rat der Herzen. Wer einer solchen Herzensehe aus weltlichen Gründen widerrät, zieht sich den Fluch Gottes zu, denn die lebendige Liebe ist aus dem Herrn, der weltliche Grund jedoch aus der Hölle.[12]
Die menschlichen oder weltlichen Ehegesetze sind nicht dem Herzen, sondern nur dem Kopf (Verstand) entlockt. Das Leben aber ist nur im Herzen und geht davon in alle Teile des Menschen aus, und damit auch in den Kopf, welcher in sich kein Leben hat, sondern tot ist. Daher ist es wesentlicher, die lebendigen ewigen Gesetze des Herzens zu respektieren.[13]
Richtlinien
In der wahren Ehe soll keine Unzucht sein, sondern die Kinder aus reiner Liebe gezeugt werden und nicht als Folge der stummen Befriedigung leiblicher Gelüste. Man soll allzeit seine Begierden bezähmen, so es nicht Zeit ist, dem Herrn eine lebendige Frucht zu zeugen. Und wenn die Zeit da ist, dann soll man zuvor den Herrn anrufen. So wird der Gefangenschaft durch das Fleisch und dem daraus folgenden ewigen Tod vorgebeugt.[14]
Eheglück
Das wahre eheliche Glück besteht nur darin, daß ein Verhältnis zwischen Mann und Frau gleich wird dem zwischen Gott und dem Menschen oder zwischen Geist und Seele oder zwischen der wahren Kirche und einem bestehenden Staat.[15]
Musterhafte Ehen
Als Muster für eine wahrhaft im Himmel geschlossene Ehe gilt jene von Ghemela und Lamech, das reinste Ehepaar der Urzeit.[16] Siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.3
Geistige Ehe mit Gott
Jede Frau, die einen reinen Lebenswandel führt, ist im Geiste die Braut und Gemahlin von Christus. Aber selbst eine noch so innige Beziehung mit dem Herrn hindert eine Frau nicht daran, die Gemahlin eines ordentlichen Mannes zu werden.[17]
Wer an Christus glaubt und Sein Wort hält, der ist wie eine Himmelsbraut in Christus und Christus in ihm als ein wahrer Bräutigam des ewigen Lebens. Wer in Christus ist und Christus in ihm, der wird keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken.[18]
Höllische Ehe
Die sich im Falschen befinden, besitzen keine eheliche Liebe, ganz zu schweigen von denen, die im Falschen aus dem Bösen sind. Bei ihnen findet in dem vom Inneren (Geistigen) getrennten Menschen eine Verbindung von Falschem und Bösem statt, die als höllische Ehe zu bezeichnen ist. Sie sprechen zwar miteinander und vereinigen sich auch aus Lust, aber innerlich brennen sie von einem so tödlichen Haß aufeinander, daß es nicht beschrieben werden kann.[19]
siehe Ehebruch
Ehe im Himmel
siehe Ehe der Engel
Jenseits
Ehegatten kommen im Jenseits in der Regel wieder zusammen und begrüßen einander mit großer Freude. Sie bleiben auch für längere oder kürzere Zeit beieinander, je nachdem wie groß die Freude ihres Zusammenlebens in der Welt war. Wenn ihre Verbindung jedoch nicht die wahrhaft eheliche Liebe war, dann trennen sie sich nach einiger Zeit. Stimmten die Gemüter der Ehegatten nicht miteinander überein, hatten sie innerlich einen Widerwillen gegeneinander, dann brechen die offenen Feindschaften und der Streit aus. Gleichsam trennen sie sich nicht eher, als bis sie in den zweiten geistigen Zustand eintreten. (siehe Leben nach dem Tod)[20]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 2.355.16
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 384-385
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.36.16
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 375
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.88.4-13
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 371
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.72.15
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.45.7-8; Lorber, Himmelsgaben 1.46.9
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.45.6-7
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.40.23-24
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.40.25
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 102.12-16; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 102.19-22
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 103.8-10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.3-6
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.45.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.3.35; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.4.35
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.44.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.225.7
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 377
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 494