Erlösung
Jesus Christus nimmt den Geist des Menschen, dieser die Seele, und die Seele den Leib, davon aber nur den Nervengeist, alles andere ist Abfall.[4] Somit wird der Mensch durch und durch lebendig und das ist dann die Auferstehung des Fleisches.[5] Wer den Herrn einmal (ernsthaft) ergriffen hat, den verläßt Er nie mehr.[6]
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Wesen
Die Erlösung besteht darin, daß der göttliche Vater erkannt werde und die Liebe, die am Kreuz blutete, die ganze Welt sühnend und wieder heiligend, selbst den Missetätern durch den letzten Lanzenstich ins Herz der ewigen Liebe die heilige Pforte zum Licht und zum ewigen Leben öffnen ließ.[7]
Die Erlösung ist das allergrößte Werk der ewigen Liebe
- weil dadurch Gott in aller Fülle Seiner Liebe und in der unendlichen Fülle Seiner Gottheit selbst Mensch wurde, allen ein Bruder wurde, die ganze Masse der Sünden der Welt auf Seine Schultern nahm und so die Erde reinigte vom alten Fluch der unantastbaren Heiligkeit Gottes
- weil es die Unterjochung der Hölle unter die Kraft der Liebe Gottes ist, die früher nur in der Macht der zornigen Gottheit stand und somit entfernt war von allem Einfluß der Liebe, welche aber die furchtbarste Waffe gegen die Hölle ist, da sie das exakte Gegenteil derselben ist
- weil sie die Pforten des Himmels und ewigen Lebens eröffnet und der getreue Wegweiser dahin ist; denn sie versöhnt die Menschen nicht nur wieder mit der Heiligkeit Gottes, sondern sie zeigt ihnen, wie sie sich vor der Welt erniedrigen müssen, wenn sie von Gott erhöht werden wollen - alle Verspottung, alle Leiden und alles Kreuz sollen aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen in aller Geduld, Sanftmut und Ergebung ertragen werden, die Freunde auf den Händen getragen und die Feinde mit der göttlichen Liebe im Herzen gesegnet werden.[8]
Gott als der alleinige Träger alles Seins und Lebens mußte das, was von Ewigkeiten her durch die Festigkeit Seines Willens dem Gericht und Tod verfallen war, erlösen und muß eben durch das Gericht und durch den Tod Seines Fleisches und Blutes in das alte Gericht und in den alten Tod eindringen, um so Seinem eigenen Gottwillen jene Bande insoweit zu lockern und zu lösen, wegen der in sich reif gewordenen Materie der Dinge, auf daß darauf alle Kreatur aus dem ewigen Tod zum freien selbständigen Leben übergehen kann. Lk 19.10 1 Tim 1.15 Mt 9.13 Mk 2.17 [9]
Gottes Geist und Wille wird im Leib Christi, also in der Materie, gesänftet, beugsam und lösbar gemacht. Ist das geschehen, dann muß diese Seine Materie in der möglich größten Erniedrigung und Demütigung gebrochen und zuerst gelöst werden, und der Geist Gottes, der in aller Seiner Fülle in Christus wohnt und eins ist mit Seiner Seele, muß diese gebrochene Materie, als durch Sein Liebefeuer geläutert, erwecken und beleben, und sie wird dann auferstehen als ein Sieger über alles Gericht und über den Tod. Dieser so abschreckend anzusehende Akt ist notwendig, um alle Kreatur mit der Zeit zum freien und reinen Gottleben zurückzuführen.[10]
Jesus kam hauptsächlich darum als Selbst materiell in diese Welt, um das verlorene Schaf (Satana, letztlich jeden verloren gegangenen Menschen) zu suchen und es der seligen Bestimmung zuzuführen. Mt 18.12 Hes 34.16 [11]
Neue Ordnung
Die Erlösung - die Neugestaltung der Himmel und der Welten kann das größte Werk Gottes genannt werden, weil in diesem die sieben Geister Gottes völlig ausgewogen wirken, was zuvor nicht so sehr der Fall war und auch nicht sein durfte zufolge der Ordnung Gottes. Früher wirkte die Barmherzigkeit Gottes nur insoweit mit den anderen Geistern, daß alle die Gedanken und Ideen Gottes zu Realitäten wurden; seit Christus aber wirkt er mächtiger, und die Folge davon ist die vollkommene Erlösung.[12]
Jesus hat alle Materie gesegnet, indem Er Sich Selbst in diesen alten Fluch hineingeschoben hat (=einen Fleischkörper angenommen hat). Dadurch hat alle alte Ordnung der alten Himmel mitsamt den Himmeln selbst aufgehört und es wurde auf der Grundlage der durch Jesus gesegneten Materie eine neue Ordnung und ein neuer Himmel gemacht, wobei die ganze Schöpfung, inklusive der Erde, eine neue Einrichtung bekam. 2Pet 3.13 Nach der alten Ordnung konnte niemand in die Himmel kommen, der einmal in der Materie war; nun aber wird niemand wahrhaft zu Christus in den höchsten und reinsten Himmel kommen können, der nicht gleich Ihm den Weg der Materie und des Fleisches durchgemacht hat. Wer immer in Seinem Namen getauft wird mit dem lebendigen Wasser Seiner Liebe und mit dem Geist Seiner Lehre und in Seinem Namen der Kraft und Tat nach, von dem ist die Erbsünde für ewig abgewaschen, und sein Leib wird dadurch nicht mehr eine alte Mördergrube der Sünde, sondern ein Tempel des Heiligen Geistes sein. Jedoch muß jeder darauf achten, nicht von neuem durch die Eigenliebe verunreinigt zu werden, wodurch Fleisch und Blut gereinigt, der reine Geist in einem selbst zur Alleinherrschaft gelangt und durch ihn die Seele und sogar der Leib zum ewigen Leben auferstehen. Diese Einrichtung wird in Ewigkeit so bestehen bleiben.[13]
Höchste Freiheit
Um den Menschen der Erde den freiesten und höchsten Spielraum ihres Willens zu geben, weil sie sich erst aus dieser höchsten Freiheit heraus zu Gott in allem vollkommen ähnliche Kinder erheben können, mußte es Christus zulassen, Sich gefangen nehmen und sogar dem Leib nach töten zu lassen, da dies der Wille der Menschen war.[14] Ein Mensch, der in sich nicht völlig fähig ist, ein vollendeter Teufel zu werden, kann auch nie ein völlig gottähnliches Kind Gottes werden.[15]
Voraussetzung
Wer nicht glaubt und getauft wird aus dem Wasser und aus dem Geist in und auf den Namen und auf das Wort von Christus, für den wird alles beim alten bleiben. So jemand kommt nicht in das Reich des Herrn und auch nicht zu Seiner Anschauung jenseits, sondern wird an den äußersten Grenzen Seines Reiches bleiben, wo es viel Dunkelheit und Heulen und Zähneknirschen geben wird. Für so jemand ist das Reich des Herrn so unerreichbar und unbekannt, wie ein Fixstern den Erdenmenschen, und selbst wenn ihm beschrieben wird, wie es dort aussieht, glaubt er es nicht, weil er es als Weltverstandesmensch nicht sehen und mit Händen greifen kann.[16]
Die Erlösung ist für den Menschen nur dann wahr und wirksam, wenn er nach der Lehre des Messias in allem genau so leben wird, wie es die Lehre vorschreibt. Ansonsten bleibt er auch nach der Ankunft des Messias ganz derselbe schlechte Mensch. Niemand soll auf eine magisch-wunderbare Erlösung hoffen. Die Wunderkraft des Messias ist nur da, um den Glauben zu wecken und die Seele zur Tat nach der Lehre anzueifern.[17] In dem Maße, wie der Mensch vom Bösen absteht, führt ihn der Herr aus reiner Barmherzigkeit durch seine göttlichen Mittel, von Kindheit an bis ans Lebensende, danach in Ewigkeit.[18] Einen Menschen aus unmittelbarer Barmherzigkeit retten wäre wider die Ordnung Gottes und damit wider das Göttliche. Hätten die Menschen aus unmittelbarer Barmherzigkeit gerettet werden können, so wären alle gerettet worden, auch jene, die in der Hölle sind, die es dann ja gar nicht gäbe.[19]
Wer auf ein zu großes Hindernis auf seinem Weg trifft, dem gibt der Herr ein Licht und eine Kraft, um es zu überwinden. Vor allem aber muß jeder Mensch selbst so viel tun, als in seinen Kräften liegt; was darüber notwendig ist, das wird ihm zur rechten Zeit gegeben werden.[20]
Erlösung der gefallenen Geister
In endloser Zeit und endlosem Raum wurden nach der Zahl 3 und 7 in der endlosesten Zahlenfülle Gott ähnliche Geister von Gott ins freie Dasein hervorgerufen. Eine Unzahl hat sich durch den Mißbrauch ihrer Freiheit von Gott getrennt; aber auch eine Unzahl hat sich mit Gott auf ewig vereinigt. Selbst für Gott war es keine geringe Frage, ob die Getrennten für ewig zugrunde gehen, oder auf nur Gott allein mögliche Weise zurückgeführt werden sollten. Würde er sie zugrunde gehen lassen, dann wäre in Ihm der Tod zuhause; führte Er sie aber zurück, dann wäre die unantastbare Heiligkeit Seiner urewigen Ordnung gefährdet. Die Lösung bestand darin, daß sich die Liebe, als das alleinige Leben in Gott, gewisserart trennen, die getrennte Unzahl der Geister ergreifen, sie binden mit ihrer Macht und aus ihnen zahllose Weltenmassen aller endlosen Arten nach der Beschaffenheit der Geister, die darin eingefangen wurden, gestalten mußte.[21]
Als nun die Welten von den Urzentralsonnen abwärts ausgebildet waren, wurde jedes Welten-Atom genau auf den tausendsten Teil einer Sekunde berechnet, wann es gelöst werden soll, wonach erst die organischen Schöpfungen begannen. Darauf erst kam endlich der Mensch, als ein vollkommenes Aufnahmeorgan aller ihm vorangegangenen endlosen Stufen und als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus Gott gegangenen Lebens. Damit es aber bei dieser Neugestaltung der alten Wesen an der Seite Gottes gegen Ihn Selbst keine Widerordnung gebe, mußte Gott Sich gewisserart durch die Menschwerdung Christi Selbst neu gestalten, darauf einen neuen Himmel erbauen und endlich machen, daß alles neu werde, gleich Ihm.[22]
Prophezeiung
Das Erlösungswerk wurde schon vom Propheten Jesajas angezeigt durch Jes 63.01-09: "Wer ist Der, so von Edom kommt, besprengt das Gewand aus Bozra, ehrenwert in Seiner Kleidung, einherschreitend in der Größe Seiner Kraft? Ich, der Ich rede in der Gerechtigkeit, groß zum Retten! Warum bist Du rötlich in Deinem Gewand und Dein Gewand wie das des Treters einer Kelter? Die Kelter trat Ich allein und vom Volke kein Mann mit Mir! Deshalb zertrat Ich jene (die Hölle) in Meinem Zorn (Gerechtigkeit) und zerstampfte sie in Meinem Grimme (die höchste Ordnung der göttlichen Weisheit). Darum ist gespritzt der Sieg auf Mein Gewand (der Lehre und des Glaubens Wahres); denn der Tag der Rache ist in Meinem Herzen, und das Jahr Meiner Erlösten ist gekommen. Heil brachte Mir Mein Arm (das Menschliche des Herrn); zur Erde niedersteigend machte Ich ihre (der Hölle) Besiegung. Er sprach: Siehe, Mein Volk sind jene Kinder (von der Hölle verführt), darum ward Ich ihnen zum Erlöser, ob Meiner Liebe und ob Meiner Milde habe Ich sie erlöst."[23]
Ebenso heißt es bei Jesaja Jes 59.16-20: "Er sah, daß niemand da war (d.h. keine Liebe und keine Wahrheit) und staunte, daß kein Vertreter da wäre; darum brachte Ihm Heil Sein Arm (das Menschliche des Herrn), und Gerechtigkeit richtete Ihn auf (die göttliche Ordnung im Menschlichen des Herrn). Darum zog Er die Gerechtigkeit an wie einen Panzer und den Helm des Heils über Sein Haupt und legte an das Gewand der Rache (die Wahrheit) und deckte Sich mit Eifer wie mit einem Mantel. Da kam für Zion ein Erlöser!"[24]
Jeremia Jer 46.5-10 "Sie sind verzagt; denn ihre (der Hölle) Helden sind zerschlagen. In die Flucht flohen sie und blickten nicht rückwärts. Jener Tag (zur Ehre und zum Lobe) dem Herrn Jehova Zebaoth, ein Tag der Rächung, an dem Er Rache nehme an Seinen Feinden und Sein Schwert fresse und sich sättige."[25]
Psalmen Ps 45.4-8: "Gürte das Schwert (auch das Menschliche des Herrn) um die Lenden, Mächtiger! Deine Pfeile (die Wahrheit) sind gespitzt. Völker (der Hölle) werden fallen unter Dir, die aus dem Herzen Feinde des Königs (des Guten und Wahren) sind. Dein Thron (die Kirche des Herrn) für die Folgezeit und Ewigkeit! Du liebtest die Gerechtigkeit; darum hat Dich Gott gesalbt." [26]
In solchen Stellen, deren es noch eine Menge gibt, wird angezeigt, daß Gott hauptsächlich nur darum im Fleisch in diese Welt gekommen ist, um den zu gewaltigen Übergriffen der Hölle für ewig Einhalt zu tun.[27]
Falsche Vorstellungen
Erlösung durch unmittelbare Barmherzigkeit
siehe Himmel durch unmittelbare Barmherzigkeit
Erlösung durch den Glauben allein
siehe Erlösung durch den Glauben allein
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.239.5
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 115
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.247.4
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.16.22
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.15.21
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 40.17
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.18.29
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.18.30
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.247.5-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.247.10-11
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.247.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.18.16
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.109.3-8; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.111.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.177.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.165.8; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.169.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.109.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.204.10-11
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 521-522
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 523
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.52.13
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 2.135.4-7
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 2.136.8-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.239.5-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.239.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.239.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.239.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.239.13