Erziehung
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Richtige Erziehung
Durch richtige Erziehung, nach der vor allem das Gemüt, und von dem aus erst entsprechend der Verstand gebildet wird, kann der Geistfunke der Liebe Gottes in den Herzen der Kinder wachsen. Das Gemüt wird durch die wahre Liebe und durch Sanftmut und Geduld gebildet. Durch eine verkehrte Erziehung ist das nicht möglich.[1] Weise Eltern legen ihren Kindern einen rechten Zaum an und lenken sie so natürlich und sittlich auf einer rechten Bahn zum schönen Ziel.[2]
Den Kindern soll man zuerst der weisen Liebe gehorchen und sie darinnen die große Liebe, den heiligen Willen und so auch die unschätzbare Gnade Gottes finden lehren.[3]
Man sollte die Kinder schon in ihrer noch leicht lenkbaren Jugend zurechtbringen, denn wenn ihre Seelen einmal krumm gewachsen sind, dann nützen - ähnlich wie bei einem Baum - alle Begradigungsversuche wenig oder gar nichts mehr. Würden die Kinder gut erzogen, gäbe es bald keine derart materiellen Seelen mehr, die nicht das Geistige verstehen und sich nicht zur rechten Zeit auf die Wege Gottes begeben.[4] Aus einem Kind ist alles leicht zu machen, während ein Mann oder gar ein Greis wenig oder nichts mehr annehmen wird.[5]
Durch eine gute Erziehung gelangen die Kinder (in ihrer geistigen Reife) schon in ihrer reiferen Jugend dorthin, wohin ansonsten erst viel ältere Erwachsene durch Jesus gelangen können.[6] Die Mädchen werden keusch und züchtig sein und den Stand einer ehrbaren Mutter erreichen. Die Jungen werden mit männlich reifer Seele und gewecktem Geist in ihr in das Mannesalter treten und ein Segen sein für die Seinen, die Erde und alle ihre Kreatur.[7]
Wenn die Eltern ihre Kinder verwöhnen, anstatt sie solange in liebevoller Strenge zu erziehen, bis den Kindern das Gute der Gesetze zu einem frewilligen und freudigen Gehorsam geworden ist, wodurch sie das Muß der Gesetze in sich selbst aufgehoben haben und zum freien Menschen geworden sind, dann wird den Eltern dieses Versäumnis als Schuld angerechnet.[8]
Einfach halten
Den (von Natur aus sowieso sehr genügsamen) Kindern soll nur das Nötigste gegeben werden; sie sollen sich schon früh an allerlei Entbehrungen gewöhnen und sich in allerlei Gutem und Nützlichen üben. Man halte sie rein, mache aber niemals gewisse Hausgötzen aus ihnen. Die wenn auch noch so Braven sollen nie übertrieben gelobt werden und gegen die weniger Befähigten oder -braven soll man nie zu hart sein, sondern sie mit rechter Liebe und Geduld behandeln. Hübsche Kinder sollen nie durch schöne und reiche Kleider noch eitler und stolzer gemacht werden, als solche Kinder schon von Natur aus gerne sind.[9]
Den Vater im Himmel lieben lehren
Man soll die Kinder schon früh den Vater im Himmel lieben lehren und ihnen zeigen, wie gut und liebevoll Er ist, wie Er alles, was da ist, zum Besten der Menschen höchst gut, schön und weise erschaffen hat, und wie sehr Er besonders den kleinen, Ihn über alles liebenden Kindern zugetan ist. Bei jeder besonderen Gelegenheit soll man sie aufmerksam machen, daß so etwas alles der Vater im Himmel anordnet und geschehen macht und läßt. Dadurch werden die Herzen der Kinder zu Gott gekehrt, und Seine Liebe beginnt in ihnen zu wachsen, wodurch dann durch diese geringe Mühe die Kinder bald sehr gut werden.[10]
Die zeremonielle Anschauung ist die beste Hilfe, den Kindern Gott und Seinen Willen erkennen zu lehren, nur darf man bei derselben nicht verbleiben. Wer die Elementarklasse durchgemacht hat, der trete in eine höhere Klasse und lerne da lesen und schreiben und endlich rechnen in der Liebe Gottes und handeln in der Gnade der Weisheit Gottes. Und dessen Herz liebend rein geworden ist, der komme dann in die Schule Gottes, in der er erst zum ewigen Leben gelangen wird durch die Wiedergeburt. Wer aber an der Zeremonie hängenbleibt, die an sich tot ist, der wird selbst (geistig) tot werden.[11]
Keine schroffen Gesetze
Man soll den Kindern keine schroffen Gesetze geben, denn ein solcherart geplagter Wille hat kein Vergnügen an der Ordnung, sondern trachtet danach, sich hier oder da Luft zu machen. Der Wille soll freigehalten werden und in dieser Freiheit die Gesetze der Ordnung erkennen, wodurch er dann auch bald mit der für ihn angenehmen Notwendigkeit derselben vertraut wird und sich über die in sich selbst aufgefundene göttliche Ordnung freut. Dies soll als Hauptgrundregel gelten.[12]
Kampf gegen kindliche Sünden
Das größte Übel ist die Rangsucht (Hochmut). Von diesem bösen Geist werden die Kinder befallen, wenn sie zu einiger Selbsterkenntnis gelangt sind; die Anlagen dazu sind aber schon davor vorhanden, indem es dem Kind gefällt, wenn ihm von den übrigen schöngetan wird. Besonders bei den Mädchen ist dieser Trieb zu Hause, indem eines schöner sein will als das andere. Die Jungen wollen stärker sein als als die anderen. Dieser Dämon sollte sogleich bekämpft werden, weil er sonst bald in die größten Laster ausarten kann.[13]
Sowie die Eltern bei einem ihrer Kinder Zornsucht, Eitelkeit, Eigendünkel, Selbstsucht und eine gewisse Zierbengelei entdecken, sollen sie diesen Leidenschaften unbedingt mit aller Energie begegnen. So ziehen sie tüchtige und brauchbare Menschen.[14]
Strafen
Jeder Vater tut recht, wenn er die kleinen unartigen Kinder mit der Rute bestraft, aber den erwachsenen Söhnen soll er stets ein weiser und sanfter Lehrer sein. Nur einem sich gegen den Vater auflehnenden Sohn soll gedroht werden. Bekehrt er sich, dann soll er wieder in den alten Frieden gesetzt werden; bekehrt er sich nicht, dann soll er verstoßen und vom Haus des Vaters und aus seinem Vaterland getrieben werden. Dabei ist aber eine übermäßige Strenge nicht angebracht, denn der Herr hat kein Wohlgefallen an der Strenge, sondern allein nur an der Liebe, Sanftmut und Geduld.[15]
- Anmerkung: Mit der Rute ist Zurechtweisung und Führung gemeint, maximal ein Klaps, und nicht etwa Prügelstrafen, Ohrfeigen, oder sonstige Gewaltakte. Ein anständiger Hirte verprügelt mit seiner Rute ja auch nicht seine Herde, um diese zu führen. Das tun nur Tierquäler. Tiere und Kinder gehorchen und vertrauen leicht, solange man sie nicht mißhandelt. Was schon bei Tieren ein strafbares Unding ist, was soll man dann also erst zum Schlagen und Quälen von Kindern sagen? Diese Unart ist nicht umsonst in besseren Ländern gesetzlich verboten.
Schläge sind nicht die Art, Menschen zu lehren und zu bilden.[16]
Mädchen
Die Mütter sollen ihre Töchter nicht in der Furcht vor den Männern und der Welt erziehen. Denn was man fürchtet, dem gehorcht man blindlings in der Versuchung, und dem Gefürchteten wird der Sieg leicht. Sie sollen die Töchter besser in der Furcht und Liebe Gottes erziehen, damit Gott Sieger werde und sie die Welt verachten und in Seiner unbegrenzten Liebe schwelgen. Sie sollen ihre Töchter auf der Suche nach einem Gatten nicht auf öffentliche Örter führen, sondern zu Gott hin. So soll nicht eine ihrer Begierden ungesegnet und unbefriedigt bleiben; denn Gott hat in allem den unendlichsten Überfluß, der alles im höchsten Übermaße geben kann und auch geben will.[17]
Es gibt Zeiten und Umstände, wo es den Vätern eine heilige Pflicht sein sollte, besonders ihren Töchtern sorgfältig nachzuspüren, wenn diese in der Jugend besonders sinnlich sind und sich zu verborgenen Geschäften davonmachen, da die traurigen Folgen solcher Geschäftigkeit bekanntlich oft genug aus Unzucht gezeugte Kinder sind. (nach Henoch)[18]
Verdorbene Kinder zurechtbringen
Auf die Anfrage von Jakob Lorber und seinen Freunden, wie sie ihre (von ihnen verdorbenen) Kinder gut und geistig erziehen sollen, gab der Herr im Jahr 1840 folgenden Rat:- Eltern: Die Eltern sollen den Kindern wie Hirten sein, die ihre kleine Herde getreu aus der Tiefe hin zur Höhe aller Demut und dadurch auf den Weg alles Lebens durch das leuchtende Feuer der Liebe Gottes bringen. Dies macht bei nicht rein gezeugten und bisher schlecht erzogenen Kindern viel Mühe, die eine Sühne für die Fleischeslust der Eltern ist.[19]
- Prüfung: Verdorbene Kinder aus ungeistigen Ehen, mit schlechter Zeugung und schlechter Erziehung, können nur entgiftet werden durch die vollständige Abtötung des Fleisches und volle Gefangennehmung des Willens, weil der Eigenwille solcher Kinder ein rein höllischer oder satanischer ist. Wer dies von seinen Kindern nicht glaubt, der soll sie prüfen, ob er dort nichts als Eigenliebe, Neid, Zorn, Trägheit, Unlust gegen alles Ernste und einen heimlichen, entschiedenen Widerwillen gegen alles Göttliche findet.[20]
- Gehorsam: Die Eltern müssen sich blind machen gegen die Niedlichkeit und taub gegen (törichte) Wünsche. Sie müssen frühzeitig jeden Funken des bösen Eigenwillens ihrer Kinder gefangennehmen, um so Raum zu schaffen für die Liebe Gottes und einen neuen Willen daraus. Alles was die Kinder (starrsinnig) begehren, muß ihnen versagt werden, und wäre es auch Gutes, damit nicht ihr Wille, sondern jener der Eltern lebendig wird durch Ergebung und gerechten und heilsamen Gehorsam in ihren Herzen.[21]
- Strafe: Eigensinn, Unwillen, Trägheit, Unlust zum Göttlichen soll stets bestraft werden, vor allem aber eine sich heimlich im Herzen aufhaltende Geringachtung heilsamer Ermahnungen sowie des Namen Gottes und alles darauf Bezug Habenden.[22]
- Lob: Beim Rechttun nicht loben und noch weniger die Kinder belohnen, stattdessen freundlich und ernst sagen, daß sie ein Werk des neuen Willens ausgeführt haben, worüber der Vater im Himmel schon eine kleine Freude habe. Wenn ein Kind in seiner Freizeit etwas Gut Erscheinendes getan hat, dann soll man es genau ausfragen und überprüfen, ob es dies aus Eigenliebe, Pflichterfüllung, aus Liebe zu den Eltern oder aus Liebe zu Gott getan hat und danach sein Miß- oder Wohlgefallen richten. Es gilt sparsam mit der Nachsicht und stattdessen häufig streng sein.[23]
- Knaben: Knaben sollen blindlings gehorchen lernen, wobei man sie die Ursache des Gebotes in der Liebe Gottes erkennen lassen soll; ihre Neugier soll bestraft und sie sollen bei zu großer (lärmender, zuchtloser) Spielsucht streng zur Ruhe gewiesen werden.[24]
- Mädchen: Mädchen sollen daheim gehalten werden und man soll nicht auch nur die allerleiseste Begierde in ihnen wach werden lassen. Auf keinem Fall auch nur dem allergeringsten Wunsch nachkommen, bevor einem nicht die geheimste Quelle desselben klar geworden ist.[25] Ein zorniges Mädchen soll siebenmal solange fasten, wie ihr Zorn gedauert hat, damit sie so sanft wie eine Taube werde.[26]
- Fremde Kinder: Die Kinder sollen sorgfältig vor Treffen mit fremden Kindern, die eine Welterziehung genießen, behütet werden, weil sonst alles ruiniert wird.[27]
- Strenge: Lieber die Kinder in der Kränkung ihrer verderblichen Eitelkeit weinen hören, als in hochmütigen Weltfreuden frohlocken.[28]
- Liebe: Die Liebe soll vor den Kindern so verborgen sein, wie Gott den Menschen, damit sie nicht verdorben werden. In dem Maß, wie in ihren Herzen die wahre, reine Liebe zu Gott und daraus ein werktätiger Glaube sichtbar wird, so soll sich auch das Herz der Eltern in verständiger Liebe zu den (geistig) neugeborenen Kindern öffnen.[29]
- Dies ist der einzige Weg des Lebens für die Kinder. Wer ihn geht, wird Segen finden und erkennen, daß er aus Gott ist. Wer jedoch nach den weltlichen Methoden tun wird, der wird seinen Lohn beim Fürsten der Welt finden im Pfuhl der Ewigkeit.[30]
- Anmerkung: Die notwendige Strenge in der Umerziehung von wie auch immer verdorbenen Kindern muß in der Liebe zu den Kindern gründen und auf gar keinen Fall in irgendeiner Angst, es Gott nicht recht zu machen usw., auch wenn der Herr eine schlechte Erziehung aus guten Gründen mit recht drastischen Worten belegt. Die Kinder gehören Gott und daher hat man auf sie zu achten, sie zu behüten, und nicht zu beschädigen - sei es leiblich, seelisch oder geistig. Eine rechte Erziehung gleicht dem Hüten von Schafen: Auch wenn die Schafe noch so ungehorsam und närrisch sein mögen, fängt ein Hirte nicht an, sie zu foltern und zu mißhandeln, sondern findet Mittel und Wege, seiner Aufgabe und Pflicht eben so gut es geht gerecht zu werden. Es ist die Güte, welche Kinder und Menschen zurechtbringt, nicht Zorn und Gewalt, die im Gegenteil alles zerstören.
Falsche Erziehung
Der Hauptgrund für das Verberben der Menschenseelen liegt in der falschen Erziehung.[31] Das erste Menschenpaar hatte von Gott aus die reinste und beste Erziehung erhalten und konnte diese auch auf alle seine Nachkommen unverfälscht übertragen; jedoch schon zweitausend Jahre später, zur Zeit Noahs, findet man die Menschen in die bösesten Teufel verwandelt. Dies liegt daran, weil die Menschen die gute Erziehung nicht an die Kinder weitergegeben haben, da es ihrem Fleisch behagte, den Geboten Gottes zuwiderzuhandeln. Dadurch versanken sie in die größte Lebensverderbnis und Gottvergessenheit.[32] Der Hauptgrund für die falsche Erziehung einer ganzen Generation ist jene Politik der Machthaber, nach der die Untergeordneten so unwissend als möglich gehalten werden. Dies geschieht aus der Furcht der Machthaber, ihre zeitlichen Einkünfte einzubüßen, wenn das Volk nähere Aufschlüsse über Gott und dadurch auch über seine eigene Bestimmung erhält.[33]
Die Seele birgt in sich noch immer Spuren jener Vorkreaturgattung, aus der sie zunächst in eine Menschenform überging. Durch gute Erziehung geht die Vorkreaturform bald völlig in die Menschenform über. Wenn die Erziehung eines Kindes jedoch sehr vernachlässigt wird, dann tritt in dessen Seele zunehmend die Vorkreaturform hervor (es wird roh und unmenschlich) was sich sogar auf den Leib auswirkt, weswegen man manche rohe Menschen leicht an ihrem Äußeren erkennen kann.[34] Ein Kind ist bis ins siebente Jahr noch bei weitem mehr Tier als Mensch. Daher hat es auch überwiegend tierische und nur sehr wenig wahrhaft menschliche Bedürfnisse.[35] Wird den tierischen Begierden der Kinder zu sehr nachgegeben, eröffnet man allen Lastern ein neues und weites Tor. Sind diese einmal heerscharenweise verderbensvoll in diese Welt gedrungen, dann wird man vergeblich gegen ihre Macht und große Gewalt kämpfen.[36]
Dumme Eltern gewähren ihren Kindern alles, was sie ihren Augen nur ansehen, und machen aus ihnen Affen statt Menschen, d.h. sie machen sie sehr sinnlich und ihren Geist träge und ganz stumpf für alles Hohe, Gute und Wahre.[37] Falsch erzogene Kinder gleichen den Kindern von Affen, die alles, was die Alten sammeln, verzehren und mutwillig zerstören. Und wollen die Alten sie abwehren, dann zeigen ihnen ihre Jungen die Zähne und treiben sie fort.[38]
Durch eine vernachlässigte Erziehung werden Menschen zu Verbrechern gemacht, d.h. ihre Eltern und Vorfahren waren im Grunde ebenso (innerlich) gestaltet.[39]
Wenn die Verstandesbildung der Gemütsbildung vorangeht, dann ist die Erziehung eine verkehrte.[40]
Weltliche Erziehung
Wenn die Eltern nur darum sorgen, daß ihre Kinder in dieser Welt gut versorgt sein mögen, und dabei den Wert des Lebens der Seele ihrer Kinder nicht höher achten, so haben sie sich und ihren Kindern ein Grab zum ewigen Tod gegraben. Denn was immer der Welt ist, das ist des Satans, also des Gerichtes und des Todes der Materie.[41]
Die weltlichen Eltern wollen ihre Kinder als Erste in der Gesellschaft sehen - bewundert und unentbehrlich. Sie wollen für sie eine weltlich bessere Stellung als ihre eigene, und nicht, daß sie sich nützliche Kenntnisse aneignen, oder zurückziehen und verdemütigen, wie es der Herr will. Mk 9.35. Dadurch fördern sie die Rangsucht, schaffen sich ihre eigenen Tyrannen und bewirken die allgemeine Tyrannei.[42]
Wenn die Rangsucht (Hochmut) nicht bekämpft wurde, dann wird aus einem gefallsüchtigen Mädchen bald eine Kokette und eine Prostituierte; aus einem Knaben wird ein Grobian, dem nichts als nur er sich selbst heilig ist. Aus solchen Menschen werden Streitlustige und Leute die alles besser wissen und verstehen wollen als andere. Sie können nicht mehr belehrt werden, weil sie bösartig werden, sobald ihnen von einem anderen ihre Dummheit aufgezeigt wird.[43] Aus ihnen entstehen die großen und kleinen Despoten.[44]
Verwöhnen
Das größte Übel ist das Verwöhnen, wobei dem kleinen Kind jede Unart nachgesehen wird. Je älter es wird, desto ärger und zorniger wird es dann, sobald es nicht alles erhält, was es verlangt. Wenn die Eltern sich durch grobes und zorniges Benehmen einschüchtern lassen und dem wilden Verlangen des Kindes nachgeben, dann erreicht die Zornbesessenheit schon den ersten Grad. Das mehr erwachsene Kind wirft sich in der Folge zum brutalen Gesetzgeber seiner Eltern auf und ist imstande ihnen an Leib und Leben zu gehen. Gott bändigt solche Kinder durch Krankheiten, um den Zornteufel zu einem gewissen Grad auszutreiben. Wenn die Eltern es dann in der Folge jedoch desto mehr verhätscheln, dann wird es noch schlimmer mit ihm, worauf Gott das Fleisch des Kindes mit ärgeren Krankheiten heimsuchen muß, oder die Seele des Kindes aus dem verpesteten Fleisch rettet und das Kind den Engeln anstatt den dummen Eltern zur weiteren Erziehung gibt. Daher sterben den Eltern, die ihre Kinder verwöhnen, diese eher oder sie haben nur eines, und das kränklich. Es ist besser, daß sie schwache Himmelsgeister werden, als sonst auf der Welt zu starken Höllengeistern.[45]
Wenn die Eltern noch zeitlich genug den Zorn und Eigensinn solcher Kinder energisch bekämpfen, dann können aus ihnen brauchbare Menschen werden; ansonsten werden sie Raufbolde, Meuterer und gräßliche Peiniger der Menschheit.[46]
Spielzeug
Manche Menschen können von Jugend auf ihre Zeit nur mit Spielereien verbringen. Dieser Hang wird von kurzsichtig dummen Eltern geweckt, indem sie den Kindern eine Menge Spielzeug anschaffen, damit die ganz kleinen ruhig sind und die etwas größeren zu einer Tätigkeit angeleitet werden. Die Spielwarenhändler und -produzenten sind daher ein Weg, durch den böse Seelen in das Fleisch solcher Kinder gelangen und diese dazu antreiben, immer mehr Spielzeug besitzen zu wollen.[47]
Folgen für die Knaben: Die Buben tauschen ihr Kriegsspielzeug als Heranwachsende in echte Gewehre, Soldaten usw. um und werden zur Freude ihrer dummen Eltern zu Spektakelmenschen und Gecken, die nichts (Geistiges) wissen und können, weil sie nie etwas gelernt haben, was die Verstandeskräfte ihrer Seele hätte bereichern können.[48]
Folgen für die Mädchen: Die Mädchen schminken, frisieren usw. erst ihre Puppen und werden dann zu putzsüchtigen Modistinnen, die zur Freude ihrer wunderlichen Eltern wie aufgetakelte Gräber herumlaufen, indem in ihnen nur Ekel und Moder und nichts geistig Lebendiges anzutreffen ist; d.h. der Spielteufel in ihnen hat sie zu Puppen gemacht.[49]
Der Spielteufel ist am schwersten aus dem Menschen hinauszubringen, denn er vereint in sich Spielsucht, Gefallsucht, fortwährende Unterhaltungssucht, materielle Gewinnsucht und mit ihr verkappte Herrschsucht. Er geht beinahe auf keine andere Weise hinaus, als wie beim Judas Ischariot.[50] Vergnügungssüchtige Menschen verfallen zumeist der Hölle, denn sie halten sich für sehr gut, gerecht und nach ihren Begriffen für die Welt völlig tugendhaft, weswegen an eine Besserung nie zu denken ist, da eine Besserung nach ihrem Begriff eine Verschlechterung der feinen Sitten der Menschen wäre.[51]
Wenn Kinder Spielzeug haben müssen, dann sollte man ihnen Sachen geben, die irgendeine Beziehung zur Kindheit Christi haben. Dadurch wird den Kindern ein guter Trieb eingepflanzt und sie erkundigen sich dann als Ältere freudig danach, was das Spielzeug zu bedeuten hat. So wird das Kind dann für den Himmel anstatt für die Hölle eingeschult.[52]
Vergnügung als Ziel und Wert
Wenn törichte Eltern ihre Kinder durch darauffolgende Vergnügungen zu geringen Tätigkeiten aneifern, dann lernen diese nie den Wert der Tätigkeit, sondern nehmen nur den der Zerstreuung in sich auf, wodurch sie alle Selbständigkeit, Freiheit und somit ihr Leben einbüßen (d.h. vergnügungssüchtig werden, siehe Vergnügungssucht).[53]
Raufen
Es gibt Eltern, die ihre kleinen Knaben zum Raufen ermutigen. Dadurch wird schon im ersten Alter alle gegenseitige Liebe und Unschuld ausgelöscht und die Kinder werden in Haß und Rachsucht eingeführt - die Eltern schließen sie mit Absicht vom Himmel aus, wo nichts als gegenseitige Liebe herrscht. Wer seinen Kindern Gutes wünscht, soll sich davor hüten.[54]
Schulische Ausbildung
siehe Schule
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.220.11
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 108.3
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.35.37
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.2-4; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.22.7-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.5-6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.220.12
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.51.10-11
- ↑ Jakob Lorber, Die natürliche Sonne 13.10-11
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 63.1-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 61.4
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 168.10; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 168.13.16
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 295.23
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.2.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.106.13
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.35.1-2
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.35.3-4
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.36.6-7
- ↑ Lorber, Himmeslgaben 1.36.8
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.36.9-10
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.11
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.12
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.16
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.13
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.15
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.17
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.37.18
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.121.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Der Mittelpunkt der Erde 1.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.151.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.8
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 108.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.124.13
- ↑ Jakob Lorber, Der Mittelpunkt der Erde 1.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.219.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.171.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 63.14-18
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 63.7-9
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 63.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 61.13-23
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 61.24
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 60.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 60.4-5
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 60.9-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 60.8
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 60.18
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 60.16-17
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.124.16
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 344