Ewiger Tod

Aus Prophetia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der eigentliche ewige Tod oder geistige Tod bedeutet, daß sich ein Mensch durch Gleichgültigkeit um das Urleben des Geistes gebracht hat. Wer sich wegen Verkehrtheit seiner Liebe in einem ersten oder zweiten Grad der Hölle befindet, der kann nach vielen bittersten Erfahrungen wieder das werden, was er uranfänglich war. Sein Bewußtsein wird ihm belassen und seine Erinnerung bleibt ihm, und er kann zur Vollendung gelangen. Aber wer in die völlige Gleichgültigkeit übergegangen ist, der ist dem eigentlichen ewigen Tod verfallen und befindet sich in der alleruntersten Hölle, aus der in ein und derselben Urwesenheit kein Herauskommen mehr denkbar ist.[1]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Der Geist muß zufolge notwendigster göttlicher Ordnung eine bestimmte Zeit in das Fleisch der Materie dieser Welt versenkt werden, damit er fest werde in seiner Freiheit und nahe völligen Unabhängigkeit von Gott, ohne die er Gott nie schauen könnte und noch weniger bestehen in, neben und bei Gott. Dabei besteht aber die unmöglich vermeidbare Gefahr, von der Materie selbst verschlungen und getötet zu werden, woraus eine Erweckung zum Leben in Gott eine höchst schwere und leidende ist und sein muß. (nach Nathanael)[2]

Der geistige Tod tritt ein, wenn bei einem Menschen die Materie ihren Geist verzehrt. Ein solcher geistig toter Mensch ist dann nur mehr eine Menschenlarve, die weder warm noch kalt, sondern lau ist; sie ist weder böse noch gut, sondern tot wie die Materie selbst und hört nach dem Naturleben für ewig auf zu sein. Einer belebenden Züchtigung sind geistig tote Menschen ebensowenig fähig wie ein toter Stein.[3]

Der (geistige) Tod ist eine stets auf eigenem Willen beruhende zunehmende Blindheit, die sich zornig entzündet und den Schöpfer einen gemeinen, launischen Pfuscher schimpft und sich so stets mehr verfinstert, weil sie unmöglich bei allen unendlichen Ideen (Spekulationen über einen weit entfernten, unendlichen, unverständlichen Gott usw.) je zu einem Ziel gelangen kann. (siehe Rationalist und Rationalismus)[4]

Eine Tat oder ein Werk ohne Liebe ist nicht eine Tat oder ein Werk des Lebens, sondern des Todes, also etwas, dem aufgrund der Liebe zum Bösen und dem Glauben an Falsches nur der Anschein von Lebendigkeit innewohnt. Unter diesem Anschein des Lebens wird der geistige Tod verstanden.[5]

Folgen

Die Seele eines dem eigentlichen ewigen Tod verfallenen Menschen ist gänzlich verdorben. Sie muß durch Feuergewalt in ihre einzelnen Spezifikalpotenzen aufgelöst werden und dann mit neuen vermischt durch die Pflanzen- und Tierwelt eines anderen Planeten in eine untergeordnete Form eines Menschen übertragen werden. (siehe Reinkarnation) Eine solche Seele kann dann nie mehr zur Anschauung Gottes gelangen, weil sie dann bloß nur Seele ohne den Geist Gottes in ihr ist und bleibt.[6]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Robert Blum 2.294.4-6
  2. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.42.8
  3. Lorber, Himmelsgaben 2.98.6
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.136.22
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 474
  6. Jakob Lorber, Robert Blum 2.294.7
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge