Gedanke

Aus Prophetia
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Gedanken sind die Samen zur Tat und daher ist eine weise Überwachung der Gedanken durch den geläuterten Verstand und die reine Vernunft von höchster Wichtigkeit. In der guten und weisen Ordnung der Gedanken liegt der ganze Lebenswert eines Menschen. Wenn ein Mensch nicht schon frühzeitig lernt, seine Gedanken zu ordnen und zu prüfen und daraus alles Unreine, Böse und Falsche zu scheiden, dann würde er schlechter als das böseste Tier.[1]

Solange ein Mensch nicht völlig Herr seiner Gedanken wird, so lange wird er auch nicht Herr seiner Leidenschaften und der daraus hervorgehenden Tätlichkeiten. Wer aber nicht Meister in und über sich ist, der ist noch fern vom Reich Gottes und ist und bleibt ein Knecht der Sünde, die aus seinen unordentlichen Gedanken und daraus hervorgehenden Begierden geboren wird und den ganzen Menschen verunreinigt.[2]

Die Gedanken sind gerade soweit endlich und eingeengt, wie ihnen etwas von Zeit, Raum und Materie anhaftet, und in dem Maß nicht, wie sie sich davon befreien, weil das Gemüt eben soweit über die materiellen und weltlichen Dingen hinausgehoben wird.[3]

Es ist ein Irrtum zu glauben, Gedanken und Gefühle seien etwas in sich Befindliches und würden sich nicht ausbreiten oder mitteilen, siehe dazu Sphäre.[4]

Manifestation von Gedanken

Eine Kreation beginnt mit einer Menge flüchtiger Gedanken, die das Gemüt durchstürmen. Der Denker beginnt die Gedanken zunehmend festzuhalten und formt aus den besseren eine schon lichtere Idee, die dann zur Grundidee wird, die weitere passende Gedanken anzieht und sich mit ihnen vereint. Neben der Grundidee bilden sich noch mehrere mit ihr harmonierende Seitenideen und es entsteht ein ausgeprägter und klarer Begriff. Der Denker durchdringt diesen Begriff nun mit dem Lebensfeuer seiner Liebe. Die Liebe erweckt den Willen und die Tatkraft des Denkers, worauf sich der innere Begriff zur materiellen Verwirklichung erhebt. So steht dann der frühere, pur geistige Begriff nicht mehr allein nur als ein geistiges Bild in seiner vollen Klarheit im Sensorium der Seele, sondern auch als ein gleichsam gerichtetes festes Ebenmaß des innern, geistigen Bildes in der materiellen Natur und ist bereit zur Benutzung durch seinen Schöpfer.[5]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.36.2-3
  2. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.37.6
  3. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 169
  4. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 203
  5. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.228.6-10
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