Geister

Aus Prophetia
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Dieser Artikel behandelt "Geist" oder "Geister" im Sinne von verstorbenen Menschen, ferner auch für Engel (selige oder gute Geister) und Gott (den Großen Geist), die Teufel (unselige oder böse Geister) und Satan (Widergeist).
  • für Gespenstererscheinungen siehe Spuk
  • für naturgeistige Wesen siehe Naturgeister
  • für Geist allgemein siehe Geist
  • für den Geist des Menschen siehe Menschengeist
  • für die "Geister" genannten minder argen Höllengeister siehe Hölle

Bestürmt von Geistern (1830)
Geister sind freigestellte Ideen der Liebe Gottes, weswegen sie alle einen freien Willen und ein freies für sich selbst abgeschlossenes Leben haben.[1] Sie sind Neigungen und daher in einer menschlichen Gestalt, die ihren Neigungen ähnelt.[2] Jeder Geist ist von Kopf bis Fuß so wie seine Liebe, folglich wie sein Leben.[3]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Die Lebenssphäre eines Geistes ist seine Welt, die er bewohnt.[4] In all jenen Geistern, die das Göttlich-Gute und -Wahre im Glauben und Leben aufnehmen, ist der Himmel. Jene aber, die es zurückstoßen oder ersticken, verkehren es in die Hölle. Sie verwandeln Gutes in Böses und das Wahre in Falsches, somit das Leben in den Tod.[5] Das Eigene eines jeden - des Engels, des Geistes, wie des Menschen ist nichts als Böses. Deshalb könnte ohne die Einwirkung des Herrn, des Einzig-Göttlichen, kein Engel und kein Geist (aus sich) dem fortwährend heraufwehenden Bösen aus der Hölle irgendeinen Widerstand leisten, weil es alle aus ihrem Eigenen heraus zur Hölle zieht.[6] Selig sind die Geister, zu denen Christus (Gott) kommt. Die unseligen Geister fliehen Ihn und wollen ewig nicht, daß Er zu ihnen kommt, sie erlöst und selig macht.[7]

Jeder Geist ist über Raum und Zeit erhaben. Das sogenannte individuelle Wesen eines Geistes kann sich aber dennoch nicht völlig außer Raum und Zeit befinden.[8] Die Geister der verstorbenen Menschen eines jeden Erdkörpers halten sich zumeist noch auf dem Gebiet ihres früher im Leib bewohnten Planeten auf, besonders wenn sie noch nicht völlig geläutert sind.[9]

Im Geisterreich wird alles offenbar, d.h. ein Geist kann sich nicht verstellen, sondern wird mit einem Blick durchschaut.[10] Ein Geist ist in seinem reinen Zustand der Lüge unfähig, da er unmöglich anders sprechen kann, als wie er denkt, da der Gedanke schon sein Wort ist. Nur ein unreiner Geist kann lügen, indem er sich mit einer Materie umhüllt. Ohne diese grobe Maske kann aber auch ein unreiner Geist keine Unwahrheit aussprechen. Deswegen umhüllen sich die argen Geister mit allerlei groben Truggestalten, um so lügen zu können, z.B. der Satan als Schlange im Paradies. Die reinen Geister können sich gegenüber den irdischen Menschen in Entsprechungen kundgeben und sagen dann auch nicht selten etwas ganz anderes, als was der innere Sinn ihrer Rede darstellt. Aber das heißt nicht lügen, sondern die geistige Wahrheit in irdische Bilder legen, welche dieser Wahrheit genau entsprechen.[11]

In der geistigen Welt kann niemand seiner (herrschenden) Begierde widerstehen, weil die Begierde seine Liebe, die Liebe wiederum seinem Willen, der Wille aber seiner Natur angehört, und dort ein jeder seiner Natur gemäß handelt.[12]

Geister, die nicht aus Gott sind und nicht durch Ihn wiedergeboren, können sich berauschen, wodurch sie oft ganz dumm sinnlich ausgelassen werden und ihre Freiheit dabei sehr mißbrauchen.[13]

Geister können schon ehe ihr Inneres aufgeschlossen ist (Anm.: bevor sie höher vergeistigt sind), in den Himmel versetzt und über die Seligkeit derer belehrt werden, die dort sind.[14]

Geistergesellschaften

Der Himmel ist in Gesellschaften unterteilt, ebenso die Hölle. Alle Geister in der Geisterwelt (Mittelreich) haben entweder Verbindung mit dem Himmel oder mit der Hölle, die bösen mit der Hölle, die guten mit dem Himmel. Jeder einzelne Geist gehört zu einer Gesellschaft, durch deren Einfluß er auch besteht und mit der er folglich auch als eins zusammenwirkt.[15]

Eine ganze Gesellschaft kann sowohl mit einer anderen Gesellschaft in Verbindung stehen, wie auch durch einen von ihr abgeordneten Geist mit einem einzelnen anderen Geist, wo immer dieser sich aufhalten mag. Dieser kann als Vertreter (subjectum) einer Gruppe von Geistern bezeichnet werden.[16]

Sinne

Geister sehen, hören und empfinden ebensogut wie die Menschen, da die Menschen an sich betrachtet Geister sind. Nach der Trennung vom Körper empfinden sie freilich nicht mehr in der natürlichen Welt, sondern in der geistigen Welt.[17] Die Geistigen sehen die Dinge aus geistigem Ursprung, die Natürlichen (Menschen, Tiere usw.) die Dinge aus natürlichem Ursprung. Die Engel und der Geist können nichts von der natürlichen Welt sehen, es sei denn daß sie bei einem Menschen sind, dem es gewährt wird, mit ihnen zu reden. Die Augen des Mensch sind zur Aufnahme des Lichtes der natürlichen Welt eingerichtet, die der Engel und Geister zur Aufnahme des Lichtes der geistigen Welt. Dennoch haben sie auf beiden Seiten dem Anschein nach genau die gleichen Augen.[18]

Solange ein Geist nicht zur Vollreife des ewigen Lebens gelangt ist, d.h. noch kein wirklicher Engel ist, sieht er nur seine Welt in sich. Ein Engel sieht auch die große Schöpfung außer sich so wie Gott Selbst sie sieht.[19]

Gedächtnis

Geister und Engel besitzen ebenso wie die Menschen ein Gedächtnis. Was immer sie hören, sehen, denken, wollen und tun, verbleibt ihnen, auch bildet sich dadurch die Vernunft immer weiter aus, und zwar in Ewigkeit.[20] Das Gedächtnis der Geister liegt jedoch in ihrem Leben. Sie nehmen alles auf und eignen sich an, was mit ihrem Leben übereinstimmt, das anderen nehmen sie nicht auf, und noch weniger eignen sie es sich an.[21]

Denken

Die Geister denken aus ihrer Neigung, und zwar auf ähnliche Weise wie der Mensch in der Welt denkt, wenn er in sich versunken war. In diesem Augenblick beruhen seine Gedanken nicht auf der Grundlage seiner physischen Sprache, sondern beachten nur die Dinge selbst, und so in einer Minute mehr, als er danach in einer halben Stunde aussprechen konnte.[22] Das Denken in der ewigen Geisterwelt ist ganz anders als auf der (natürlichen) Welt. Auf der Welt besteht das Denken aus Ideen und Bildern, welche den Dingen der Welt und ihren Bewegungen und Veränderungen entnommen sind. In der geistigen Welt besteht das Denken aus den Fähigkeiten des Geistes, die aus Gott in ihn gelegt sind, so sie durch die Werktätigkeiten der Liebe zu Gott und zum Nächsten geweckt und mit dem Licht aus Gott erleuchtet werden.[23] Was ein vollkommener Geist in der geistigen Welt denkt und das Gedachte zugleich will, das ist unmittelbar vollendet da, wie es gedacht wurde.[24]

Kommunikation

Die Geister reden aus ihrer Neigung, weil ihre Sprache auf ihrer Neigung beruht. (siehe Sprache der Engel)[25] In der geistigen Welt werden alle Neigungen und die aus ihnen entspringenden Gedanken mitgeteilt, weshalb der Geist wie von selbst zu seinen Gesinnungsgenossen hingezogen wird; er folgt seiner eigenen Neigung und deren Lust, wendet sich also selbst in jene Richtung. Die Kommunikation mit anderen in der geistigen Welt hängt mit der Zuwendung des Angesichts ab. Jeder hat ständig diejenigen vor Augen, die mit ihm die gleiche Liebe teilen; und das bei jeder Wendung des Leibes. Darin liegt auch die Ursache, weshalb sich alle höllischen Geister vom Herrn abwenden, während alle Engel sich dem Herrn zuwenden. Auch der Mensch gibt sich in seinem Geist die gleiche Richtung: Vom Herrn wendet sich ab, wer in der Liebe zu sich und der Welt ist, dem Herrn wendet sich zu, wer in der Liebe zu Ihm und zum Nächsten ist. (weitere Erläuterung siehe: Himmel)[26]

Der Gedanke eines Geistes ist schon sein Wort, er redet aus dem Denken, denn dort ist das Reden Angelegenheit des Denkens. Daher ist ein Geist in seinem reinen Zustand der Lüge unfähig. Nur ein unreiner Geist kann lügen, indem er sich mit einer Materie umhüllt. Ohne diese grobe Maske kann aber auch ein unreiner Geist keine Unwahrheit aussprechen.[27]

Im anderen Leben stellt sich jeder, wenn er an den anderen denkt, zugleich auch dessen Gesicht und anderes, für sein Leben Typisches vor. Dadurch wird der andere sogleich gegenwärtig, als wenn er herbeigeholt worden wäre. Diese Erscheinung zeigt sich deshalb in der geistigen Welt, weil sich dort die Gedanken mitteilen und Entfernungen anders als in der natürlichen Welt sind. (Anm.: Je ungleicher ein anderer einem selbst innerlich ist, desto entfernter ist er in der geistigen Welt.)[28]

Aussehen

Es gibt Welten von verschiedenster Größe und auf ihnen in gleichem Maß verschieden große Geister, für die verschieden große Leiber als ihre einstweiligen Trägern erforderlich sind, wobei aber die wahre, eigentliche Größe des Geistes nicht nach seinem Umfang, sondern lediglich nach seiner Liebe und Weisheit bemessen wird.[29]

Der Leib jedes Geistes oder Engels stellt die äußere Form seiner herrschenden Liebe (Grundliebe) dar. Sie entspricht ganz und gar der inneren Gestalt, nämlich der Gesinnung und des Gemüts. Daher ist die Art der Geister aus ihrem Angesicht, ihren Gebärden und ihrer Rede zu ersehen. Das Gesicht ist in der geistigen Welt das Abbild der herrschenden Liebe. Auch der Geist des irdischen Menschen ließe sich erkennen, hätte er es nicht gelernt, mit Gesicht, Gebärden und Worten etwas vorzutäuschen, was gar nicht sein eigen ist.[30] Im anderen Leben blicken alle auf das, was die inneren Bereiche in ihnen beherrscht, also auf ihre Liebe, und dies prägt das Angesicht des Engels wie des Geistes.[31] Je vollkommener ein Mensch (Geist) ist, desto himmlischer seine Gestalt. Je unvollkommener, desto unschöner.[32] Ein wohlgestaltetes Gesicht bezeugt einen geläuterten inneren Zustand.[33]

Geister, die von himmlischer Liebe erfüllt sind in ihren inneren und äußeren Bereichen erscheinen als Licht, einige sogar als flammendes Licht, letztere in den mannigfaltigen schönen Farben des Regenbogens. Die inneren Bereiche der von fleischlicher Liebe (Selbstsucht) Beherrschten stellt sich wie etwas Schwarzes dar, weil sie verschlossen sind, und bei denen, die innerlich von bösartiger Hinterlist erfüllt waren, sehen sie wie dunkle Glut aus. Ihr Äußeres ist von schmutziger Färbung und bietet einen traurigen Anblick.[34]

Das Böse und das aus ihm resultierende Falsche gleichen schwarzen Wolken, die sich zwischen die Sonne und das Auge des Menschen schieben und die Helligkeit und Heiterkeit des Lichtes wegnehmen. Befindet sich jemand in einem dem Bösen entspringenden Falschen, so um gibt ihn eine solche Wolke, schwarz und dicht, je nach dem Grad des Bösen.[35]

Kein Geist gleicht vollkommen einem anderen, und wäre es auch nur in den Gesichtszügen.[36]

Alle - besonders Frauen, die sich dem Geistigen zugewandt haben und des Himmels wegen beten und fasten, dabei aber auch die weltlichen Vorteile sehr stark berücksichtigen, erscheinen in der Abödung ihres Naturmäßigen als allerlei Amphibien, da diese Tiere sich auch in zwei Elementen aufhalten und darin leben können. (nach Borem)[37]

Ein Schlangenkopf bedeutet eine entschieden hochmütige Bosheit und eine kluge Berechnung zu deren Ausführung. Skorpionschwänze bezeichnen ein hinterlistiges Wesen (nach Borem).[38]

Kleidung

In der jenseitigen Welt trägt jeder Kleider, die seiner Einsicht entsprechen und somit den Wahrheiten, die ihr zugrunde liegen. Auch die Bewohner der Hölle, denen die Wahrheiten fehlen, tragen trotzdem Kleider, aber zerrissene, häßliche, je nach der Art ihrer Torheit.[39]

Verwandtschaft

Im anderen Leben gibt es nur noch geistige Verwandtschaften, Schwägerschaften und Freundschaften, also solche der Liebe und des Glaubens. Die Geister erkennen ihre Angehörigen so ähnlich, wie die Menschen in der Welt ihre Verwandten.[40]

Fortbewegung

Gehen bedeutet in der geistigen Welt "anderen Sinnes werden", und wie sich dieser ändert, so ändert sich auch scheinbar der Ort.[41] Das Hinabgehen z.B. vom hohen Berg ins tiefe breite Tal bedeutet in die volle Demut eingehen und durch diese in die größte Liebe.[42] Im vollkommensten Geisterreich hängt die Schnelligkeit der Bewegung nicht von den Füßen, sondern lediglich nur von der Vollkommenheit der Erkenntnisse ab (nach Johannes).[43]

Es gibt drei Arten von himmlischer (geistiger) Bewegung: (1) Eine natürliche mit den Füßen, so wie auf der Welt. (2) Eine schwebende, die seelische, so schnell wie der Wind. Das Mittel dieser Bewegung ist der feste Wille, d.h. das Wollen im Namen des Herrn. (3) Eine geistige, gleich einem Blitz oder Gedankenflug. Diese dritte Art wird nur im äußersten Notfall gebraucht.[44]

Empfindungen

Hunger und Durst: Wenn sich ein Geist eine Weile von Gott abgewendet hat, dann wird er bald sehr hungrig und durstig. Bekommt er etwas zu essen und zu trinken, wenn er ein wenig in sich geht, dann verschlingt er es mit großer Gier und diese Gier zeigt, wie leer der Geist in seinem Inneren ist und daher von ihm nicht viel Erbauliches zu erwarten ist.[45]

Vervollkommnung

Geister und Engel werden ebenso wie Menschen durch Erkenntnisse des Guten und Wahren in ihrer Einsicht und Weisheit vollkommener. Die Ausstattung mit Erkenntnissen und dadurch Einsichten geht jedoch nur bis zu dem Grad der Neigung zum Guten und Wahren, in dem sie in der Welt standen, nicht darüber hinaus. Jeder Geist und Engel behält seine Neigung in dem Umfang und in der Weise, wie sie in der Welt war. Sie wird dadurch vervollkommnet, daß sie in Ewigkeit angereichert wird. Alles kann in Ewigkeit immer weiter angereichert werden, weil jedes Ding unendlich variiert, also durch Variationen bereichert und so vervielfältigt und fruchtbar gemacht werden kann. Ein gutes Ding hat nie ein Ende, stammt es doch vom Unendlichen.[46]

Verbindung mit Menschen

Unbewußte Verbindung

Bei jedem Menschen sind gute und böse Geister zugegen. Durch die guten hat er Verbindung mit dem Himmel und durch die bösen mit der Hölle. Diese Geister befinden sich in der Geisterwelt, welche die Mitte zwischen Himmel und Hölle einnimmt. (Mittelreich) Die Verbindung zum Himmel und Hölle ist daher nur mittelbar und nicht unmittelbar. Wenn diese Geister zu einem Menschen kommen, und durch Zuwendung mit ihm verbunden werden, dann treten sie in alle Einzelheiten seines Gedächtnisses und von da aus in sein ganzes Denken ein, die bösen Geister in das, was in seinem Gedächtnis und Denken böse ist, die guten Geister hingegen in das, was darin gut ist. Es ist den Geistern gar nicht bewußt, daß sie beim Menschen sind. Vielmehr meinen sie, sie selbst seien es, die im Menschen sprechen und von ihnen stamme alles, was der Mensch wisse. Sie halten, wenn sie beim Menschen sind, sein ganzes Gedächtnis und sein ganzes Denken für ihr eigenes. Dies ist vom Herrn so vorgesehen, als eine Einpfropfung der geistigen Welt bei dem Menschen, und ein weiterer Grund dafür ist auch, weil beim Menschen eine so enge Verbindung der geistigen mit der natürlichen Welt besteht, daß sie gleichsam eines sind. Die Geister sehen auch den Menschen nicht, weil die Dinge der natürlichen Welt ihrem Auge unsichtbar sind. Erst wenn sich die Geister vom Menschen abwenden, erinnern und bedienen sie sich wieder ihrer Sprache usw. und haben die des Menschen vergessen, der dann von ihnen nichts mehr hört. Dies verhält sich so, weil sich jede Verbindung in der geistigen Welt gemäß der Zuwendung vollzieht. Der Herr trifft auch alle Anstalten, damit die Geister nicht wissen, daß sie sich beim Menschen aufhalten, denn wenn sie es wüßten, dann sprächen sie mit ihm, und die bösen unter ihnen würden den Menschen ins Verderben stürzen. Da die Geister im Glauben gehalten werden, es handele sich um ihr Eigenes, das jedem bekanntlich lieb und wert ist, so sind sie angehalten, den Menschen zu lieben und zu schätzen, wenngleich sie es gar nicht wissen.[47]

Geister, die sich beim Menschen aufhalten, ob sie nun mit dem Himmel oder mit der Hölle verbunden sind, verbinden sich niemals aus ihrem eigenen Gedächtnis und ihrem daraus resultierenden Denken mit ihm. Würden sie es tun, dann würde der Mensch das ihnen Angehörende für sein Eigenes halten.[48] Kein Engel oder Geist darf aus seinem eigenen Gedächtnis heraus mit dem Menschen reden, sondern nur aus dem des Menschen. Spräche ein Geist aus seinem eigenen Gedächtnis heraus mit einem Menschen, so könnte dieser nur meinen, daß es seine eigenen Gedanken seien, was er dann denkt, während sie doch dem Geist angehören. Es gleicht der Rückerinnerung an etwas, das der Mensch noch nie gehört oder gesehen hat.[49]

siehe auch Verbindung des Menschen mit der Geisterwelt

Bewußte Verbindung

Gegenwärtig wird selten gestattet, mit Geistern zu reden, weil es gefährlich ist, denn die Geister wissen dann, daß sie bei einem Menschen sind, was sonst nicht der Fall ist. Die bösen Geister haben einen tödlichen Haß auf den Menschen und wünschen sich nichts sehnlicher, als ihn an Leib und Seele zu verderben. Dies geschieht dann auch wirklich bei denen, die viel ihren Fantasien nachhängen, so daß sie sich den für den natürlichen Menschen angemessenen Freuden entzogen haben. Auch einige Menschen, die ein einsames Leben führen, hören zuweilen Geister mit sich reden, ohne daß dies Gefahren mit sich brächte. Der Herr entfernt diese Geister von Zeit zu Zeit, damit sie nicht wissen, daß sie bei einem Menschen sind. Den meisten Geistern ist nicht bewußt, daß es noch eine andere Welt gibt als die, in der sie sich aufhalten, also auch nicht, daß es noch anderswo Menschen gibt. Deshalb ist es auch dem Menschen nicht erlaubt, mit ihnen zu reden, denn dann würden sie sich dessen bewußt werden.[50]

Die Rede eines Engels oder Geistes mit dem Menschen wird ebenso laut vernommen, wie zwischen zwei Menschen, jedoch nur von dem angesprochenen Menschen selbst, und nicht von Dritten. Der Grund dafür ist, daß die Rede des Engels oder Geistes zuerst in das Denken des Menschen eindringt und auf dem inneren Weg in sein Gehör gelangt, nicht per Luftschwingung auf äußerem Weg.[51]

Es können mehrere Geister gleichzeitig mit dem Menschen reden, und der Mensch mit ihnen. Die Geister senden nämlich einen Abgesandten zu dem Menschen, mit dem sie reden wollen. Dieser wendet sich dem Menschen zu, während die anderen ihre Gedanken auf ihn konzentrieren und er sie vorträgt.[52]

Menschen, die viel über religiöse Dinge nachdenken und darüber derart grübeln, daß sie sie gleichsam inwendig in sich sehen, fangen auch an, Geister mit sich reden zu hören. Religiöse Ideen, welcher Art sie auch sein mögen, dringen ins Innere ein, setzen sich dort fest und nehmen den ganzen Geist des Menschen gefangen, wenn ihnen der Mensch von sich aus nachgrübelt und sich nicht zwischendurch mit im Leben nützlichen Dingen beschäftigt. Sie dringen in die geistige Welt ein und bringen dort die Geister in Bewegung. Solche Menschen sind Schwärmer und Fanatiker; sie meinen, jeder Geist, den sie hören, sei der heilige Geist, während es sich doch nur um fanatische Geister handelt.[53]

Geister nach Weltkörpern

All die Myriaden Gestirne sind Vor- oder Nach-Wohnstätten der Geister. Jedes Erdmenschen Geist ist aus einem Stern als Vorwohnort her.[54]

Die Menschengeister der verschiedenen Weltkörper sind dazu bestimmt, den Kindern Gottes (den Menschengeistern der Erde, welche die Kindschaft Gottes erlangt haben, bzw. dafür bestimmt sind) zu dienen, wo und wann immer ihre Dienste benötigt werden. Dieser Dienst ist ihre höchste Seligkeit.[55][56] Schon das sehnsüchtige Empfinden des nächtlichen Sternenhimmels als eine Herrlichkeit ist eine Art Dienst dieser Wesen, die durch ihr festes, unerschütterliches Wollen nicht selten empfängliche Gemüter der Erdmenschen beschleichen und sie hinauf zu den Sternen lenken.[57] Die Kinder Gottes machen sich diese Geister durch Liebe, Demut und große Sanftmut dienstfertig und liebuntertänig und nicht durch Rhetorik, Besserwisserei o.ä.[58] Einem Unwürdigen - z.B. einem Lustmolch - werden diese Diener genommen und einem Würdigeren gegeben.[59]

Geister der Erde

Die Geister der Erde haben kein vollkommenes Sprachverständnis, d.h. können nicht alle Sprachen verstehen, solange sie nicht völlig im Geist wiedergeboren und für den Himmel geeignet sind.[60]

Geister des Saturn

siehe Geister des Saturn

Geisterseher

Nicht selten sehen so manche Menschen Geister als eine sie ängstigende und erschreckende Erscheinung, von der sie nichts begreifen (siehe Hellsicht und Vision). Dies hat so gut wie nichts mit der geistigen Wiedergeburt zu tun.[61]

Wenn das materielle Auge verhüllt und der Fähigkeit beraubt wird, mit dem geistigen Auge zusammenzuwirken, dann werden die Geister in ihrer eigenen Gestalt sichtbar, welche die menschliche ist. Dies gilt nicht nur für die Geister, die sich in der geistigen Welt befinden, sondern auch für den Geist, der sich in einem anderen, noch in seinem Körper befindlichen Menschen aufhält.[62]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.132.15
  2. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 517
  3. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 527
  4. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.123.4
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 9
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 592
  7. Jakob Lorber, Bischof Martin 34.5
  8. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.44.3; Jakob Lorber, Bischof Martin 77.7
  9. Jakob Lorber, Der Saturn 10.16
  10. Jakob Lorber, Bischof Martin 62.3; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 552
  11. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.85.2-7
  12. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 574
  13. Jakob Lorber, Bischof Martin 55.2
  14. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 411
  15. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 294
  16. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 601
  17. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 433-434
  18. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 582
  19. Jakob Lorber, Bischof Martin 44.6
  20. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 469
  21. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 517
  22. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 504
  23. Jakob Lorber, Bischof Martin 25.5
  24. Jakob Lorber, Bischof Martin 25.4
  25. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 504
  26. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 123; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 552
  27. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.85.2-3; Jakob Lorber, Bischof Martin 107.4; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 2
  28. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 494
  29. Jakob Lorber, Bischof Martin 48.10-11
  30. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 363; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 486
  31. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 123
  32. Jakob Lorber, Bischof Martin 47.34
  33. Jakob Lorber, Bischof Martin 88.2
  34. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 481
  35. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 549
  36. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 405
  37. Jakob Lorber, Bischof Martin 81.26
  38. Jakob Lorber, Bischof Martin 81.27
  39. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 182
  40. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 46
  41. Jakob Lorber, Bischof Martin 9.12
  42. Jakob Lorber, Bischof Martin 131.2
  43. Jakob Lorber, Bischof Martin 131.8
  44. Jakob Lorber, Bischof Martin 110.11-12; Jakob Lorber, Bischof Martin 131.6
  45. Jakob Lorber, Bischof Martin 55.1
  46. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 469
  47. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 246-247; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 255; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 292; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 599-600
  48. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 298
  49. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 256
  50. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 249; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 292
  51. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 248
  52. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 255; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 601
  53. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 249
  54. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.15.25
  55. Jakob Lorber, Bischof Martin 40.25-26
  56. Jakob Lorber, Bischof Martin 40.11
  57. Jakob Lorber, Bischof Martin 40.29
  58. Jakob Lorber, Bischof Martin 50.11-12
  59. Jakob Lorber, Bischof Martin 52.13-14
  60. Jakob Lorber, Der Saturn 42.21
  61. Jakob Lorber, Der Saturn 44.16
  62. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 453
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