Gemüt
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Wesen
Die Seele des Menschen verfügt über ein inneres Gemüt, das aus einem ganz eigenen Willen, der Liebe und einer diesen beiden Gemütselementen entsprechenden Vorstellungskraft besteht[5] und sich im Gefühl ausspricht.[6] Das Gemüt wird im selben Maß zu den geistigen und himmlischen Dingen erhoben, wie es von den sinnlichen Dingen, die zum äußeren Menschen oder zum Körper gehören, abgelenkt werden kann.[7] Sobald man nur die Liebe eines Menschen kennt, ist klar, in welchen Zustand sich die inneren Bereiche seines Gemüts befinden. Liebt jemand den Himmel, so ist sein Inneres zum Himmel und nach oben geöffnet. Liebt jemand die Welt oder sich selbst, so ist sein Inneres nach oben verschlossen und nach außen geöffnet. So ein Mensch kann die Dinge des Himmels und der Kirche nicht mehr sehen, da sie bei ihm in Finsternis liegen, er kann sie höchstens aus dem Gedächtnis hersagen, betrachtet sie auch mit denselben Augen (empirisches Denken), mit denen er die weltlichen und körperlichen Dinge betrachtet. Finsteres wird aber entweder geleugnet oder nicht verstanden.[8] Die inneren Bereiche des Gemüts sind bei all jenen Menschen verschlossen, die keinen Einfluß aus dem Himmel aufnehmen, der durch Anerkennung des Göttlichen und ein Leben des Glaubens zustande kommt. Ein geteiltes Gemüt zu haben bedeutet, anders denken und reden als es den Zielen seines Willens entspricht.[9]
Die Gemüter der Engel und Menschen sind einander ähnlich. Beide sind fähig zu verstehen, wahrzunehmen und zu wollen, beide sind zur Aufnahme des Himmels geschaffen, denn das menschliche Gemüt kann dieselbe Weisheit aufnehmen wie der Engel. Es erreicht nur nicht die gleiche Weisheit in der Welt, weil es in einem irdischen Körper steckt und sein geistiges Gemüt daher natürlich denkt. Das ändert sich, sobald das menschliche Gemüt von den Banden des Körpers befreit ist. Dann denkt es nicht mehr natürlich, sondern geistig, d.h. es denkt Dinge, die für den natürlichen Menschen unbegreiflich und unaussprechlich sind, ist folglich weise wie ein Engel.[10]
Wer ein starkes Herz hat, der sei auch stark in der Liebe, damit durch die Liebe auch alle seine anderen Kräfte zum Leben gestärkt werden.[11]
Herzensverständnis
Das Herz des Menschen ist zwar klein, aber desto größer ist der Horizont seiner Gefühle, wenn sich jemand in der Kraft des Glaubens aus der reinen Liebe zu Gott befindet. Kein Ding ist so verborgen, daß es nicht von den Strahlen des reinen Gefühls erreicht werden kann - und als das, was es an und für sich wirklich ist, und worin es besteht, erfaßt wird.[12]
Das Herz erweitert sich durch die Verdemütigung des Verstandes und nimmt denselben in sich auf, wodurch dann der Verstand von Liebe erwärmt wird, sich im Herzen ausdehnt und erleuchtet wird. Daraus folgt dann das schöne Herzensverständnis der Liebe und des wahren, lebendigen Glaubens.[13]
Gott und das menschliche Gemüt
Wer in seinem Herzen (Gemüt) gerecht zu fasten versteht, dem wäre Gott ein sichtbarer Vater und Er könnte ihm mit dem leisesten Hauch mehr geben, als sonst mit tausend Worten.[14] Gott gießt über das Herz Sein heilendes Liebelicht aus, damit es heil werde zum ewigen Leben und zu Ihm zurückkehrt.[15]
Das Äußere des Herzens kann Gott durch Seine Rede und das dadurch erweckte Fünklein der echten Liebe wie durch ein äußeres Mittel reinigen, jedoch das Innere des Herzens kann nur durch einen selbst gereinigt werden, und zwar durch den Strom der rechten Liebe (zu Gott und dem Nächsten).[16]
Mit einem unreinen Herz kann man sich Gott nicht nahen und nicht Sein Angesicht und die Fülle der Wunder Seiner Werke im Geiste und in aller Wahrheit schauen. Ein reines Herz ist friedsam, geduldig und sanft gegen jedermann; jedoch ein zorniges Herz kann nie rein sein, weil der Zorn stets dem Boden des Hochmuts entstammt. Mit friedlichen Herzen könnten wir uns getrost Jesus als Kinder nahen. (nach Nathanael)[17]
Wo ein Herz nur einigermaßen gut ist, da ist auch noch jegliche Hilfe möglich. Der Herr redet auch mit jemandem, dessen Herz nicht das beste, aber auch nicht schlecht zu nennen ist.[18]
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 277; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 367
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 356
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 103.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.27.14
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 1.35.2-4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.166.6
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 465
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 532
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 508
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 314
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.25.48
- ↑ Jakob Lorber, Naturzeugnisse 401016.1
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.96.4
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.326.4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.76.23-24
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 22.16-17
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.45.4-5
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.27.5