Geschöpf

Aus Prophetia
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Die Geschöpfe, Wesen oder Dinge sind Ruhepunkte der großen Gedanken Gottes, d.h. sie sind Seine durch die Liebe festgehaltenen Gedanken.[1] Sie sind zwar alle aus Gott als dem Ursein oder Urlicht, aber nicht gleich dem Urlicht oder das Urlicht Selbst, sondern alle nur ein Teillicht aus dem Urlicht.[2]

Alle Geschöpfe sind keine Notwendigkeit, sondern nur den Geschöpfen sichtbare Zeichen von Gottes allerhöchsten, vollkommen freien Macht und der daraus hervorgehenden Seligkeit aller Seligkeiten.[3]

Schöpfung und Vernichtung

Indem der lebendige Wille Gottes den Gedanken Gottes oder den unmanifestierten Geschöpfen hinderlich in den Weg tritt, treten sie erst ins erscheinliche Dasein. Sowie sich aber dann die Liebe Gottes mit dem Willen Gottes paart, dann heißt es: 'Setze nicht Schranken dem großen Flug Deiner freiesten Gedanken, sondern lasse sie wieder frei schweben in dem großen Kreis Deines ewigen Lebens im vollkommenen Bewußtsein ihrer lebendigen Kraft aus Dir!' Daher läßt Gott Seine Gedanken wieder frei, wodurch dann die Dinge vergehen, aber nicht aus dem Dasein treten, sondern nur ins Grundsein, ins wahre Sein zurückkehren. Gott läßt dann aus vielen kleinen Gedanken wieder einen großen werden, einen lebendigen und freien, der dann Ihm Selbst gleichen muß, weil er wieder wird, wie er ursprünglich war aus Ihm. Dieser Vorgang bewirkt die äußere Vergänglichkeit und nichts geht dabei verloren, nicht einmal der leiseste Gedanke.[4]

Unterschied Geschöpf Gottes und Kind Gottes

Alle Geschöpfe hängen an der Macht Gottes, aber die Kinder Gottes hängen an Seiner Liebe. Die Macht Gottes gebietet, und es geschieht; aber Seine Liebe wünscht nur und gebietet in aller Sanftmut den freien Kindern.[5] Die Macht Gottes ist das Leben in den Geschöpfen Gottes; sie geht zwar aus Seiner Liebe hervor, ist aber doch nicht die Liebe selbst, da in ihr keine Freiheit ist, sondern nur die Wirkung der Liebe, welche an und für sich ohne Leben ist. Daher ist auch alles, was aus der Macht hervorgeht, an und für sich tote Materie, deren Leben nur scheinbar ist; in der Wirklichkeit ist es der Tod.[6]

Den Geschöpfen bleibt der Schöpfer unsichtbar und unerforschlich, denn sie sind gerichtet in des Schöpfers Macht und können nie vor Ihn hintreten, Ihn schauen und Seine Stimme vernehmen. Ganz anders ist das bei den Kindern, die der Schöpfer und nunmehr Vater frei gestellt hat durch Wort und Lehre. Sie können Ihn sehen und sprechen, wann sie wollen - vorausgesetzt, ihre Herzen sind in der Ordnung Seiner Lehre. Sind ihre Herzen jedoch sinnlich gestimmt und haben materielle Dinge und nichtige Weltsorgen in ihnen Platz genommen und in Wort und Lehre Gottes untätig gemacht, da können sie den Vater nicht mehr sehen und hören, weil da so ein werdendes Kind der Gnade und Liebe Gottes wieder das gerichtete Kleid der Geschöpflichkeit angezogen hat, wozu es die volle Freiheit hat.[7]

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.124.28; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.132.14
  2. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.1.11; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.2.3
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.88.16
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.124.28-33; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.132.14-17
  5. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.3.5
  6. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.4.3
  7. Jakob Lorber, Bischof Martin 184.9-10
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