Gott
Gott bezeichnet das allerhöchste Wesen in Seiner Unendlichkeit, welches das unendliche All erfüllt und mit Seiner unendlichen Kraft von Ewigkeit zu Ewigkeit wirkt.[1] Gott ist das Gute Selbst,[2] Er ist allein der wahre, gute, heilige Vater, der alleinige Herr von von Himmel und Erde, Gott aller Macht, Kraft und Gewalt, Schöpfer, Lenker und Erhalter aller Dinge und das ewige, alleinig vollkommenste Leben Selbst, weil die endlose Liebe und Weisheit Selbst.[3] Gott ist das Licht alles Leben und allein das ewige Leben Selbst. Alles Lebende lebt aus Seinem Odem, darum ist Er auch die reinste ewige Liebe Selbst.[4] Der eine Gott wird Jehova genannt, als der Seiende, der allein ist und war und sein wird, und welcher der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega ist.[5] Er ist der Urgrund allen Seins, die Ordnung aller Ordnung[6] und der Hauptlebens- und Anziehungspunkt (das Herz) der ganzen Unendlichkeit.[7]
Gott ist von Ewigkeit die Liebe und Weisheit Selbst, sie stellen Sein Wesen dar. Nie hat Er von jemandem etwas empfangen, alles ist von Ihm, und wer etwas hat, der hat es von Ihm. Er ist kein Tyrann und Verdammnisurteilssprecher, nicht ein Gott es Zornes und Gerichtes,[8] denn die ewige Liebe kennt weder Zorn noch Rache, obwohl Zorn und Rache ewig Gottes sind und daher niemand Zorn haben und Rache üben soll. Röm 12.19 Zorn ist allein Gottes und Rache des Richters, die Liebe aber ist des Vaters, und diese gibt Er Seinen Kindern.[9]
Gott ist ein ewiges, reinstes, aber auch unendlich heftiges Feuer, das nie erlischt; und wo es der Vater nicht mildern würde, da würde es bald alles auf ewig zerstören. Daher soll jeder Gott fürchten über alles und den Vater aber lieben über alles, denn der Vater ist das genaue Gegenteil von Gott und dennoch wäre Gott nicht Gott ohne den Vater, der die ewige Liebe in Gott ist, und der Vater wäre nicht Vater ohne Gott, der die Macht ist im Vater. Und so sind Gott und der Vater eins.[10] Gott ist die Kraft in der Liebe, die da heißt der Vater, also wie die Liebe die endlose Macht in aller Kraft Gottes ist. (siehe Unterschied zwischen Gott und Gott Vater)[11]
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Wesen
Gott ist die ewige, unendliche Liebe und Weisheit und auch die ewige Wahrheit. Er Selbst ist in Sich ewig die höchste Vollendung, die höchste Weisheit, die größte Liebe und Sanftmut, die allergrößte Kraft und Macht. Ein Gedanke der Vernichtung in Seiner Brust, und alles sinkt im Augenblick ins Nichts zurück. (nach Henoch und Engeln)[12] Das Angesicht Gottes ist die Weisheit und die Allmacht und die Liebe ist Sein Grundwesen. Sein Angesicht ist gleich der Schöpfung, denn diese ist, was Er erschaffen hat durch Seine Weisheit und ewige Allmacht.[13]
Das Göttliche ist in zwei Wesen, die sich in wahrer ehelicher Liebe lieben, abgebildet. Das göttliche Gute (Liebe) und Wahre (Weisheit) ist in zwei Engeln derart vereint, daß es nicht mehr zwei, sondern eins bildet.[14]
Es gibt nur einen Gott, einen Herrn, einen Eigentümer aller Dinge und einen heiligen Vater aller Seiner Kinder.[15] Auch die gesamte Heilige Schrift und von daher die Lehren der christlichen Kirchen lehren, daß Gott ist und daß er einer ist.[16] Außer Gott gibt es keinen Gott mehr, und alle Unendlichkeit und alle Ewigkeiten sind vollkommen von der Macht Seiner Liebe, Weisheit, Erbarmung und Gnade erfüllt; Er ist von Ewigkeiten her ein Herr über alles vollkommen, da alles aus Ihm ist und alles Seiner unendlichen Macht notwendig untertan ist.[17]
Gott ist ein einiger, ewiger Gott, Schöpfer aller Dinge und Wesen im Himmel und auf Erden aus Sich und Vater Seiner Liebe und aller derer, die aus ihr sind. Er ist ewig frei und ungebunden, und Seine Liebe ist die Seligkeit Seiner ewigen Freiheit selbst.[18] Niemand kann von Gott eine Rechtfertigung verlangen, denn Er ist ewig frei und tut, was Er will. Er ist ein Herr und läßt Sich nicht sagen, was Er tun soll und noch nie ist jemand sein Ratgeber gewesen.[19]
Gott wohnt nicht in Mauern (Kirchen und Tempeln), Zeremonie, Gebet, oder in der Verehrung. Er ist nur da, wo die Liebe ist, denn er ist die Liebe oder das Leben Selbst. Er gibt Liebe und Leben und verbindet Sich nur mit Liebe und Leben, aber niemals mit der Materie oder mit dem Tod.[20] Wo Gott einzieht, da hält der Tod nie ein Erntefest; wo Er nicht einzieht, da wird der Tod hausen und kein Ende des Jammers sein. Wer Gott zum Gast hat, der hat alles; wer Ihn aber von sich gewiesen hat, der hat alles verloren.[21]
Gott ist in Sich die reinste Liebe (der heilige Vater) und diese kann nicht anders als ewig nur gut und höchst weise sein. Alles, was Gott anordnet, tut und geschehen läßt, kann nicht anders als überaus gut sein. Aus diesem innersten Urgrundwesen geht erst die eigentliche Gottheit oder die durch alle Unendlichkeit ewig wirkende Kraft hervor, die Sein unendlicher Geist aller Heiligkeit ist. Durch diesen Geist ist Er überall vollkommen gegenwärtig und kann bilden, schaffen und ordnen. Seine Gedanken erfüllen stets den unendlichen Raum, der ewig aus Ihm ist, aber zur Erscheinung kommen sie erst da und dann, wo und wann Er sie mit Seinem Willen ergreift und dann festhält.[22]
Die ewige unermüdlichste Tätigkeit ist das Grundwesen Gottes, das Ihn durchdringt und umgibt. Wo eine große Tätigkeit zu Hause ist, da ist auch ein großes Licht vorhanden. Gott ist das Licht; Sein Gewand ist das Licht.[23] Gott ist die Sonne aller Sonnen, das Licht allen Lichtes und wer Ihn hat, der wandelt am hellsten Tag.[24]
Der alleinige ewige Gott ist in seiner dreieinigen Natur Vater Seinem Göttlichen nach, Sohn Seinem vollkommen Menschlichen nach und Geist allem Leben, Wirken und Erkennen nach. (siehe Dreieinigkeit)[25]
Die Demut ist die innerste, allerhöchste Kraft, Macht und Gewalt in Gott Selbst. Alles in der Unendlichkeit ist durch die Demut entstanden und aus ihr hervorgegangen.[26]
Dem Geist ist auf ewig eine stets größere Annäherung zu Gott möglich, da Gott unendlich ist. Dies trifft sogar auf den vollkommensten Geist zu; er kann sich ewig fort nähern, ohne Gott auch nur um ein Haar wirklich näher zu kommen. Zwar kann jeder Geist stets vollkommener und Gott ähnlicher werden, aber nie Seine unendliche Vollkommenheit völlig erreichen. Wohl aber kann Gott Sich jedem nahen und Sich so stellen, daß sich Ihm jeder nähern kann.[27]
Geschlecht
In den Tiefen Seiner Gottheit ist Gott Mann und Frau zugleich, nicht aber etwa als ein Zwitterwesen. Als Mann ist Er die Liebe ewig selbst, das freie Leben selbst und alle Macht und Tatkraft selbst. Gott ist als Mann von Ewigkeit bestellt aus Sich.[28] Natürlich muß Gott aber auch die Frau fassen, ansonsten Er sie nicht hätte erschaffen können. Der weibliche Teil Gottes ist der Weisheit ewig strahlendes Licht, das ewig fort in gleicher Kraft und Stärke in der Liebe erzeugt wird. Diese Weisheit ist der Liebe Gottes ewig eigentümlich unzertrennlich rechtes Weib, mit dem Gott alle Dinge gezeugt und geschaffen hat und kein anderes Weib war ewig je dem einigen, ewig wahren Liebegott, dem Mann von Ewigkeiten her, dem Ersten ewig und dem Letzten ewig, vonnöten.[29]
Charakter
So endlos mächtig wie Gott ist, so endlos gut, liebevoll, barmherzig, gnädig, mild, sanft, zart, herablassend und unbegreiflichste demütig ist Er auch (nach Henoch).[30] Gott ist mit dem Menschen ein Mensch, der ihm sogar ein Bruder werden möchte, damit dieser daraus ersehen soll, daß Gott mehr als jeder Mensch von ganzem Herzen demütig und sanftmütig und überaus herablassend ist, und nicht ein Gott in der Ferne, sondern ein allernächster Vater und Bruder, der dem Menschen sogar näher ist als dessen eigenes Leben.[31] Gott hat kein Wohlgefallen an der Höhe (Erhabenheit), sondern nur dem Niederen, dem Kleinen wendet Er Sein Herz zu. Er will kein hoher Gott, kein großer Gott, kein reicher Gott sein im Angesicht Seiner Kindern, sondern ein Gott in aller Niedrigkeit, Kleinheit und Armut nur will Er vor Seinen Kindern sein. Er hat alles Seinen Kindern gegeben; was Er hat, das sollen auch sie haben.[32]
Gott wird nie (wirklich) böse oder gram.[33] Bei den Menschen richtet eins das andere, während Gott doch täglich über alles Seine Sonne aufgehen und über die ganze Erde Seinen Regen fallen läßt. Die Menschen machen Unterschiede und halten nicht alle ihrer Weisheit würdig; Gott aber, der große Lehrer aller Sonnen, Geister, Erden und aller Menschen, hält es nicht für unter Seiner Würde, dem Wurm im Staub und jedem noch so kleinen und unansehnlichen Tier ein allerweisester Lehrer zu sein. Vor Gott muß nicht einmal das niedrigste Tier aufs Gesicht fallen. Die Menschen verfluchen und bestrafen jene hart, die sich gegen ihren Willen in etwas versündigt haben; Gott aber segnet sogar die Steine und hat die größte Erbarmung gegen jeden Irrenden und flucht nicht, sondern ist von größter Geduld, Sanftmut und überaus zurückhaltend in seinen Gerichten.[34] Gott ist nicht wie ein Mensch, daß Er Seine Werke alsbald vernichten möchte, sondern das ewige Gesetz Seiner ewigen Ordnung lautet: Ewige Erhaltung aller geschaffenen Dinge![35]
Gott richtet Sein Auge nur auf das Herz; alles andere hat vor Ihm keinen Wert. Er ist die Liebe Selbst und will daher nichts als nur die Liebe.[36] Ist der Herr auch die ewige Liebe Selbst, so läßt Er aber dennoch nicht mit Sich handeln, denn Er ist unendlich treu in allen Seinen Verheißungen, so fordert Er auch mit göttlichem und schöpferischem Recht eine solche Treue von den Menschen nach ihrer Kraft. Daher ist Sein Wille unbedingt zu erfüllen. Der Herr wird alles pünktlich halten, was Er verheißen hat, wenn man Seinen Willen völlig werktätig beachten wird. Im Gegenteil aber läßt Er jedermann sitzen bis in den Tod; wer sich nicht um Ihn kümmert, um den kümmert Sich auch der Herr nicht und läßt ihn seine Wege gehen, die allzeit sicher ins Verderben führen. (nach Henoch)[37]
Wenn sich Menschen zu Gott wenden, dann tun sie, als wenn sie selbst Götter wären und wehe dem, der sie da beirren möchte in ihrem sogenannten Gottesdienst oder Opfer. So aber Gott zu den Menschen kommt, da kommt Er als ein Diener in aller demütigen Niedrigkeit und zeigt dann, daß Er an all solchen sogenannten Gottesdiensten kein Wohlgefallen hat und niemand braucht vor Ihm auf sein Gesicht niederfallen, wenn Er tagtäglich vor und für die Menschen Wunderwerke verrichtet.[38]
Gott bedarf keiner Wachen und auch nicht rangmäßig Geordnete, durch welche erst jemand bei Ihm eingeführt werden soll, auch braucht niemand vor Ihm eine Stunde lang auf dem Gesicht liegen, damit er dadurch würdig werde. Alles, was Gott liebend verlangt, ist ein treues, zu Ihm gewendetes, liebevolles und demütiges, durch Reue geläutertes Herz. Damit hat vor Gott kein Mensch einen Umweg nötig, da Gott ihm ohnehin immer der Allernächste ist.[39]
Gott sieht nicht auf Ansehen, Größe, Glanz und Pracht der Dinge dieser Welt. Wer sich auf der Welt hervortut, der steht bei Gott im Hintergrund. Je geringer, ärmer, demütiger, furchtsamer vor Gott und sich von der Welt zurückziehender, je einfältiger in aller seiner Rede und Handlung, je sich geringschätzender als alle seine Brüder, je dienstfertiger gegen alle, und je weniger um sich selbst besorgt, desto wohlgefälliger wird man Gott. Ein ganz unbeachteter, letzter Bewohner der Erde ist dafür bei Gott der Allerangesehenste. Vor Gott gilt nur die Niedrigkeit der wahren Demut im Verband mit der reinen Liebe zu Ihm; vor Ihm hat allein ein liebevolles, reumütiges, zerknirschtes Herz einen Wert.[40] Wer wahrhaft der Letzte und Geringste sein will, der ist bei Gott der Größte, denn nichts als die wahrhafte Demut macht jemanden wahrhaft groß vor Ihm.[41]
Es ist die Art des Herrn, jene die Er liebt, recht starken Prüfungen auszusetzen. Er droht auch oft den Übeltätern und hat ihnen durch die Propheten schon oft den Untergang auf den nächsten Tag verkünden lassen. Wenn diese aber zur Buße griffen, da sagte Er sobald zum Propheten: "Siehst du nicht, daß er Buße tut? Darum will Ich ihn auch nicht strafen!" (nach Maria).[42]
Seligkeit
Gott liebt Seine Diener so unbegrenzt, daß es Ihm Selbst die größte Freude und Seligkeit bereitet, wenn sich Seine Kinder, die Seine eigentlichen Diener sind, untereinander ganz ohne Maß und Ziel lieben.[43]
Gott macht weder Seine Gottheit, noch Seine Weisheit und Allmacht, auch nicht Seine Allwissenheit Freude, sondern nur das, was Seinen wahren Kindern, die Ihn lieben, Freude macht. Die Liebe zu Seinen Kindern macht die höchste Glückseligkeit Seines ganzen Wesens aus.[44] Selbst am Kreuz war der Herr endlos seliger, denn als Schöpfer von Himmel und Erde. Als Schöpfer stand Er als ein unerbittlicher Richter in der Mitte Seiner ewig unzugänglichen Gottheit, am Kreuz aber hing er als ein zugänglichster Vater voll der höchsten Liebe umgeben von so manchen Kindlein, die in Ihm zwar den Vater noch nicht völlig erkannt hatten, Ihn aber dennoch aus allen Kräften als den Sohn des allerhöchsten Vaters über alles liebten.[45]
Ein Herz, das Gott wahrhaft liebt, gibt Ihm mehr als alle Himmel und Welten mit all ihrer Herrlichkeit; ein kleines Fünklein wahrer Liebe steht höher als tausend Welten voll des mächtigsten Wunderglanzes.[46]
Gott hat keine Freude am Nehmen (Opfer), sondern Seine größte Seligkeit besteht ganz allein im immerwährenden Geben. (nach Henoch)[47]
Urgrund
In der ganzen Unendlichkeit befindet sich nichts, das nicht schon von Ewigkeit zuvor in Gott in vollster Klarheit vorhanden gewesen wäre. Er ist der ewige Urgrund und Träger aller Wesen und in Ihm ist Unendliches.[48]
Allmacht
siehe Allmacht
Allwissenheit
Es gibt keinen Ort in der ganzen Unendlichkeit, der dem Auges Gottes fremd wäre und man kann sich nicht vor Ihm verbergen.[49] Wohl aber kann Sich auch Gott, noch mehr als jeder Mensch, dazu entscheiden, das was Er nicht ansehen will, auch nicht anzusehen. Ein Beispiel dafür findet sich in Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.353.5-9
Obwohl Gott allwissend ist, und man Ihn daher im Grunde nicht zu bitten oder zu raten braucht, und Ihm auch nichts beschreiben oder erzählen muß, läßt Er all dies aus Seiner großen Liebe heraus dennoch von Seinen Kindern tun, ansonsten zwischen Ihm und Ihnen ewig kein Wort gewechselt würde und so den Kindern eine Freude genommen wäre. Denn alle Kinder reden gerne und mit Gott schon überaus gerne. Dabei leitet Er ihre Bitten oder ihren Rat so, daß Er dadurch dennoch stets Sein Ziel erreicht.[50] Wenn der Herr eine Frage stellt, dann will Er, daß man Ihm so antwortet, als wüßte Er die Antwort nicht.[51] Daher soll man sich nicht scheuen, mit dem Herrn zu reden und Ihm zu erzählen, was man hört und sieht,[52] denn die kindliche Einfalt steht bei Gott höher als die höchste Weisheit des tiefsinnigsten Cherubs.[53]
Allgegenwart
Gott ist Seinem Wesen und Willen nach unendlich und somit auch allgegenwärtig. Aber als wesenhafter Gottmensch und wahrer Vater Seiner Kinder wohnt Er nur unter Seinen Kindern im Himmel der Himmel. (nach Johannes)[54]
Der ewige Schöpfungsraum ist angefüllt mit dem Geist Gottes, das ist pure Liebe, Leben, Licht und Weisheit.[55] Gott ist in der ganzen Unendlichkeit überall gleich zu Hause, da Er in allem und jedem das Urbelebungs- und Erhaltungsprinzip ist und daher ohne Ihn nirgends etwas ist und besteht. Daher ist der Himmel dort, wo die Liebe und Weisheit Gottes waltet.[56]
Gott ist der wahre Überall und Nirgends. Überall ist er, wo man Ihn liebt und Seine Gebote hält. Nirgends ist Er, wo man Ihn nur (mit den Lippen) anbetet und verehrt. Wer Gott liebt, der betet Ihn im Geiste an, wer Seine Gebote hält, der verehrt Ihn in Wahrheit.[57]
In Sich Selbst und für Sich ist Gott ein Mensch und wohnt in einem unzugänglichen Licht, das in der Welt der Geister die Gnadensonne genannt wird. Diese Gnadensonne aber ist nicht Gott Selbst, sondern sie ist nur das Auswirkende Seiner Liebe und Weisheit. Wie die irdische Sonne wirkt die Gnadensonne durch ihre Kraft als ein aus ihr strömendes Licht alle Wesen schaffend und belebend.[58] Weil der Herr die Sonne des Himmels ist und alles, was von Ihm stammt, auf Ihn blickt, so ist der Herr auch der gemeinsame Mittelpunkt, von dem alle Richtung und Bestimmung abhängt. Darum ist alles in Seiner Gegenwart und unter Seiner Aufsicht, auch was sich unterhalb befindet, also sowohl was im Himmel als auch was auf Erden ist.[59]
Als das Leben ist der Herr in jedem Menschen, aber im kleinsten Abbild (siehe: Urlebensfunke), so, wie der Mensch selbst des ganzen unendlichen Himmels kleinstes Abbild ist.[60]
Unendlichkeit
Gott war von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit der Unendlichkeit durchdringende Kraft und war und ist und wird ewig die Unendlichkeit Selbst sein.[61] Die räumliche Unendlichkeit Gottes ist nur eine für die Zeit bedingte Erscheinlichkeit - im Geist ist das nur die Machtvollkommenheit des Willen Gottes und Seiner Liebe und Weisheit.[62]
Gott kann als Gott in Seinem Urwesen ewig nie von einem geschaffenen Wesen gesehen werden, denn das Endliche kann das Unendliche nicht schauen und begreifen. In Seiner Unendlichkeit ist Gott für den Menschen so gut wie gar nicht vorhanden.[63] Daher soll man sich Gott nicht als unfaßbares, unendliches Wesen vorstellen, dem man sich nicht nähern kann. Gott ist der Vater, der Sich den Menschen voll der allerhöchsten Liebe nähert. Die Liebe allein ist der Maßstab für die Göttlichkeit des Herr und mit keinem anderen Maßstab ist Er zu ermessen, denn Er ist wahrhaft ein unendlicher Gott.[64] (siehe auch: Menschwerdung Gottes)
Persönliche Form
Gott ist ganz vollkommen ein Mensch, nur mit dem Unterschied zu anderen Menschen, daß Er der allervollkommenste Mensch ist, d.h. ein Mensch, in dem die Fülle der Gottheit wohnt leibhaftig. Das Menschliche des Herrn ist göttlich.[65] Gott ist die ewige Allheit, der Mensch nur ein Teilchen dieser Allheit in und aus Gott.[66] Gott ist der Mensch der Menschen, und die Menschen sind allesamt Seine Gedanken, also Sein Leben, weil die Gedanken, die freien Gedanken, das eigentliche Leben in Gott sind, was auch bei den Menschen so ist.[67]
Die Menschengestalt ist die eigentliche göttliche[68] und ist dieselbe, nach der alle Menschen zu den wesenhaften Ebenbildern Gottes gemacht sind.[69] Gottes unendliche und ewige Macht und Größe hängt nicht von Seiner äußeren Gestalt, sondern von Seiner innersten Geistgröße ab, die im allerheiligsten, unzugänglichen Licht wohnt und nie von einem geschaffenen Geist gesehen und noch weniger je begriffen werden kann.[70]
Gott ist in Seiner sichtbaren persönlichen Form nicht weniger als wenn Er unsichtbar ist, d.h. die Unendlichkeit ist in Seiner endlichen Form enthalten, so wie in einem Baumsamen eine unendliche Zahl an Bäumen verborgen ist. Gott ist unendlich mehr möglich, als der Mensch begreifen kann. [71] Gott ist voller Liebe und Erbarmung und ganz Derselbe, ob er den Menschen nun sichtbar ist oder nicht. (nach Henoch)[72]
Gott zeigt Sich den sterblichen Menschen nur selten, da Sein sichtbares Dasein eine Nötigung darstellt, die ein sterbliches Wesen, das dem Geist nach nicht reif genug ist, auf Dauer nicht ertragen kann, sich bald verzehren und auslieben und dann für immer sterben würde. Die beständige Gegenwart Gottes wäre so, als würde die Sonne fortwährend leuchten und alles verbrennen. Erst wenn jemand frei zu Ihm kommt, nachdem er Ihn in seinem Herzen gesucht hat und so gefestet und stark geworden ist, kann er zur ewigen Anschauung Gottes Unendlichkeit und des ewigen Gottes unendlicher Liebe und Gnade gelangen. Die Sünde hat die Welt schon in harte Knechtschaft genommen, weswegen es schon genug Zwänge auf Erden gibt. Würde Gott als die allerhöchste Urmacht beständig sichtbar unter den Menschen verweilen, dann hätten diese noch eine zweite Nötigung auf der Erde und niemand könnte sich auch nur im geringsten frei bewegen. Wenn Gott den Augen fremd bleibt, aber desto vertrauter im Herzen, so es jemand will, da ist jeder trotz der harten Knechtschaft der Sünde vollkommen frei und kann sich in der Liebe seines Herzens frei zu Gott wenden, wo er dann nach dem Maß seiner Liebe von Gott aufgenommen und nach seinem Liebewillen behalten und erhalten wird.[73] Selbst die im Reich des ewigen Licht Gottes leben im Geiste (im Jenseits), missen meist die sichtbare Gegenwart des Herrn. Sie sehen Sein Licht, in dem Er wohnt, aber Ihn sehen sie nicht. Dies zeugt von der endlosen Güte und Liebe des Herrn, der mit all Seiner endlosen Weisheit und Allmacht bemüht ist, Seine Kinder so zu gestalten und frei zu festen, daß sie dereinst Seine sichtbare Gegenwart für ewig ertragen sollen ohne die geringste Beeinträchtigung ihrer Freiheit. (nach Waltar)[74]
Der Geist Gottes erfüllt die ganze Unendlichkeit und hat einen wesenhaft gestalteten (persönlichen) Mittelpunkt, in dem alle Macht des unendlichen Geistes zu einem Wirken vereinigt ist. Dieses Machtzentrum ist die Liebe als das Leben dieses Geistes und diese Liebe ist Gott von Ewigkeit. Die Liebe kann sich gestaltlich in endloser Vervielfachung - wobei Gott trotzdem immer nur der selbe eine bleibt - äußern für endliche Wesen wie die Menschen.[75]
Erscheinungen
Gott, der Vater, ist ein Geist und kann mit den fleischlichen Augen nicht gesehen werden. Wenn Er aber gesehen werden will, dann öffnet Er dem Menschen, der Ihn sehen soll, die inneren Augen des Geistes, und dann kann der Geistmensch durch den Fleischmensch hindurch Gott sehen und hören (wie einen natürlichen Menschen). Wenn der Herr nicht gesehen werden will, dann kann der Mensch tun was er will, er vermag Ihn nicht zu erschauen. (nach Henoch) [76] Auch wenn der Herr inmitten der Engel erschient, so nicht in Begleitung einer Menge, sondern als eine Person in engelhafter Gestalt. Daher kommt es, daß der Herr im Wort (AT) auch ein "Engel" heißt.[77] Als Engel unterscheidet sich der Herr von anderen Engeln durch das Göttliche, das durch die angenommene Gestalt hindurchscheint.[78]
Gott kann Sich überall als liebender Vater einen scheinbaren Leib erschaffen und durch diesen wirken. In diesem Fall ist nicht das, was man sieht, der Vater, sondern das, was durch das Gesehene wirkt. Es ist wichtig, dies zu verstehen, damit die Liebe nicht an etwas hängen bleibt, was nicht das eigentlich Wahre ist.[79] Die persönlichen Erscheinungen Gottes vor Jesus Christus sind nicht unmittelbar der Herr Selbst, sondern ein zu dem jeweiligen Zweck mit dem Geist Gottes erfüllter Engelsgeist. Aus ihm redete dann der Geist des Herrn als wenn unmittelbar der Herr Selbst redete, d.h. es war dennoch der Herr Selbst und nicht etwa ein Stellvertreter. In einem solchen Engelsgeist war nie die vollkommene Fülle des Geistes Gottes gegenwärtig, sondern nur insoweit es für den anstehenden Zweck nötig war.[80]
Der Herr erscheint deswegen als ein ganz einfacher Mensch, um die notwendige Freiheit der Menschen nicht zu gefährden. Würde Er als ein Riese oder von zahllosen Engeln begleitet unter Blitz und Donner zur Erde herabsteigen, dann würde Er zu einem Gericht für die Seele und eine Gefangenname des Gemütes eines jeden Menschen geworden, auch würde alle Welt dadurch zum Untergang gerichtet.[81] Der Herr erscheint denen in göttlicher Engelsgestalt, d.h. im Menschlichen, die einem schaubar Göttlichen huldigen, weil sie Sein Göttliches zu schauen vermögen. Denen, die ein unschaubares Göttliches annehmen, erscheint Er nicht, weil sie Sein Göttliches nicht zu schauen vermögen.[82]
Jedem Menschen, der etwas von dem Einfluß der Himmel in sich empfängt, ist es eingepflanzt, sich Gott unter menschlicher Gestalt vorzustellen. Wer jedoch den Einfluß des Himmels durch eigenen Intellekt und ein böses Leben unterdrückt, will einen unschaubaren Gott oder gar keinen Gott. Er weiß nicht, daß es eine solche eingepflanzte Vorstellung gibt, weil sie bei ihm selbst nicht mehr besteht.[83]
Die Guten (die Engel) werden durch Seine Erscheinung je nach Art ihrer eigenen Liebe angeregt; wer ihn aufs innigste liebt, wird auch aufs innigste ergriffen; wer ihn weniger liebt, wird weniger stark ergriffen. Die Bösen erleiden bei Seiner Gegenwart Pein.[84]
Gott erscheint arm dem Armen und unendlich reich dem Reichen. Wenn im Herz nur wenig Liebe wohnt, wenn also Erkenntnis und Liebe armselig sind, kann Er so jemandem nicht anders erscheinen als wie dieser Ihn im Herzen hat, nämlich arm und überaus dürftig. So wie man selbst gegen Gott im Herzen bestellt ist, kann Er einem auch nur in der Wahrheit erscheinen. Daher erscheint Er reich den Reichen, barmherzig den Barmherzigen, sanft den Sanften, mild den Milden, gerecht den Gerechten, gnädig den Lichtdurstigen, ein liebevollster Vater den Ihn Liebenden, mächtig den Mächtigen, stark den Starken, ein Richter den Richtern, das Leben den Lebendigen, tot den Toten, ein Feuer dem Feuer, ein Sturm dem Sturm, ein Zorn dem Zorn, ein Gericht dem Gericht, der Himmel den Himmeln, ein Schöpfer den Geschöpfen, ein Vater den Kindern, ein Gott dem Weisen, und den rechten Brüdern ist Er sogar Selbst ein rechter Bruder. Wie eines Menschen Herz beschaffen ist, so ist auch Er beschaffen für ihn; und Er will Sich ewig nicht anders für den Menschen gestalten, als wie dieser Ihn selbst in sich gestaltet hat.[85]
Gott und auch vollkommene Himmelsbürger wie Petrus und Johannes handeln und sprechen in zahllosen Welten, d.h. jeder ist zugleich an zahllosen Orten und wenn er sich an einem Ort befindet, dann fehlt er nicht an einem anderen. Gott und jeder vollkommene Himmelsbürger ist aber dennoch eins und seine Wirkung dieselbe, ähnlich wie die Sonne in ihrer Einheit und Wirkung nicht geteilt oder geschwächt wird, wenn ihr Bild von zahllosen Spiegeln gleichwirkend reflektiert wird. (nach Johannes)[86]
Wirkung
Der Herr regiert Himmel und Hölle. Würde Er dies nicht tun, gäbe es für niemanden ein Heil. Das Eigene eines jeden Engels, Geistes und Menschen ist nichts als Böses. Kein Engel und kein Geist könnte (aus sich) dem fortwährend heraufwehenden Bösen aus der Hölle irgendeinen Widerstand leisten, weil es alle aus ihrem Eigenen heraus zur Hölle zieht.[87] Das Gleichgewicht zwischen den Himmeln und den Höllen fällt und steigt nach der Zahl derer, die in den Himmel und die Hölle kommen, wobei es sich täglich um viele Tausende handelt. Kein Engel, sondern allein der Herr vermag dies zu wissen und wahrzunehmen, abzuwägen und auszugleichen.[88]
Vom Herrn geht nur Gutes auf den Menschen über, daher führt der Herrn den Menschen unausgesetzt vom Bösen weg zum Guten. Den bösen Menschen hält Er fortwährend vom Bösen ab, den guten Menschen führt Er fortwährend zum Guten hin.[89]
Gott ist pur Liebe den Unschuldigen, aber auch ein ewiges Gericht denen, die einmal Sein Wort und Gesetz haben und nicht danach tun.[90]
Gott verlangt hier ein weises und demütiges Herz, um dereinst den Menschen desto höher zu heben und seliger zu machen. Der Satan hingegen läßt die Menschen hier zu Göttern erhöhen, um sie dann zu den niedrigsten Scheusalen hinab zu demütigen.[91]
Gott duldet zwar Eingriffe in Sein Eigentum, d.h. seine Geweihten, an die sich das Gefolge des Satans (schlechte Menschen und Seelen) anklammert, um sie aus Rache zu verderben (siehe Besessenheit), Er Selbst macht aber keine solche Eingriffe in das Eigentum des anderen (d.h. schlechte Menschen werden nicht von Gott oder Seinen Engel und Geweihten angefallen). Dies geschieht, damit Ihn der Feind Gottes dereinst nicht auch nur der kleinsten Ungerechtigkeit beschuldigen kann. Daher sucht Gott auch niemanden (mit Zwang und Gewalt) und will niemanden zu Sich bereden, sondern wer da kommt, Ihn sucht und rechtzeitig an der Türe Seines Gebietes anklopft, und zwar laut schreiend und mit aller Gewalt und daran rüttelt (d.h. ernsthaft und entschlossen ist) dem will Er die Türe öffnen und ihn aufnehmen.[92]
Wer mit Gott reden will, der soll zu Ihm kommen, und Er wird ihm die Antwort in sein Herz legen; jedoch nur die Reinen, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Seiner Stimme vernehmen.[93]
Wer Gott aller Welt vorzieht und Ihn liebt wie eine Braut ihren Bräutigam, mit dem wird Er einhergehen und er wird Ihn stets schauen wie ein Bruder den anderen Bruder.[94]
Die Kranken sollen sich ernstlich an Gott wenden und Ihm völlig vertrauen. Er wird sie trösten, und ein Strom des köstlichsten Balsams wird sich in ihr Herz ergießen, und die Quelle des ewigen Lebens wird unversiegbar in ihnen offenbar werden und sie werden genesen und erquickt werden.[95]
Die Schwachen sollen sich an Gott wenden; Er wird sie vollenden und stark machen.[96]
Falsche Vorstellungen
Damit der Mensch selbständig sei, gab Gott ihm aus Sich auch einen völlig freien Willen, der vom göttlichen Grundwillen ganz gleich einem zweiten Gott an und für sich völlig getrennt ist. Wie der freie Wille ist, so ist auch seine Liebe und all seine Erkenntnis. Der Mensch ist deswegen so eingerichtet, weil Gott ihn Sich Selbst zu einem vollkommenen Ebenmaß setzte und er sich dann Gott gegenüber vollständig selbst bilden soll. Das heißt: der Mensch soll Gott in sich bilden nach seinem Maß, wie Gott ihn zuvor gebildet hat nach Seinem Maß. Dabei verzerrt der Mensch aber das ihm von Gott gegebene Grundmaß oft so sehr, daß diese neue Bildung im Menschen nicht die geringste Ähnlichkeit mit Gottes Grundmaß mehr hat. So bildet der eine Gott - als allzeit die ewige Liebe - zu einem Richter, andere zu einem Rachegott, einer Dirne, einem alleinig Weisen, einer unerbittlich ewigen Allmacht, einem Fatum, einem Weltenlenker, einem unmäßig erhabenen König, einem Zornfeuer, einer ewig unendlichen Kraft. Einige versenken ihn gar in die Materie (die Materie sei Gott) oder in ihren Bauch (ihr Magen sei Gott). So bildet sich der eine dies und der andere jenes; aber nur sehr wenige geben sich die Mühe und bilden in ihren Herzen Gott als den heiligen und ewig liebevollsten Vater aus.[97]
Drei-Personen-Gott
Die wenigsten Menschen und auch die wenigsten Christen wissen, daß der Herr als Schöpfer des Himmels und aller Weltkörper vollkommen ein Mensch ist. Stattdessen machen sie sich die lächerlichsten Vorstellungen. Bei den einen muß Gott angetan sein wie ein Monarch, bei anderen halbnackt auf einer Wolke sitzen und das Kreuz in der Hand halten. Wieder andere stellen Ihn als eine fliegende Taube dar, die über den zwei unteren Personen, dem Monarchen und dem kreuztragenden Christus schweben muß, andere machen Ihn gleich zu allen diesen dreien.[98]siehe Falsche Lehre von der Dreieinigkeit Gottes
Spielgott
Gott ist ein ernster Gott und treibt keinen Mutwillen mit den Menschen und Er hat sie nicht zu einem Ihn allein vergnügenden Spielzeug erschaffen. Er ist mit Seinen Werken nicht unbeständig und launisch wie ein kleines Kind (das seine Spielereien zerstört, wenn es ihrer satt geworden ist). Wenn dem so wäre, dann hätte Er den Menschen schon längst den Garaus gemacht. Gott ist im Gegenteil voll unendlicher Liebe, Langmut, Sanftmut und sogar von Seinem ganzen allerheiligsten Gottwesen überaus demütig und eben dadurch voll Gnade und Barmherzigkeit gegen die Menschen, die Er aus Sich gemacht hat zu lebendigen Gefäßen, in denen durch Seine beständige Liebsorge sich ein Ihm vollkommen ähnliches, ewig unsterbliches, freies Wesen geistig ausbilden und reif machen soll.[99]
Zuschauergott
Wenn Gott zu entfernt oder abgehoben wäre, um den Menschen mehr als nur ein abstraktes Gedankenkonstrukt zu sein, wie könnte Er der Schöpfer von endlichen, höchst unansehnlichen Wesen sein? Wie könnte sich die unendliche Gottheit mit solchen unbedeutendsten Kleinigkeiten wie Fliegen, Mücken und Milben abgeben? Wie erklärt sich die Nacht im Widerspruch zum ewigen Licht in Gott? Warum hat Er so große Lücken gelassen, z.B. im Weltraum? Wie erklärt sich Unrat und Gestank usw.? Diese Pseudo-Gotteserkenntnis führt dazu, daß es Gott entweder nicht gibt und alles ein Produkt eines zufälligen Umstandes irgendeiner Kraftwendung ist, oder Gott bloß nur ein ewiger Zuseher dieser zufälligen Wendungen ist. (nach Lamech)[100] Ein endlos weit entfernter Gott würde dem Menschen nichts nützen.[101]
Beziehungen zu Gott
Gott ist nicht nur Jehova, der allmächtige Gott und Schöpfer alles Lebens und alles Seins, sondern auch der allein wahre, heilige, liebevolle Vater, der niemanden richten will zum ewigen Verderben, sondern jeden aufrichten will zum ewigen Leben.[102] Gegenüber allen Seinen Geschöpfen ist Gott ein Richter, aber die Kinder sollen den Vater nicht Richter nennen, denn alle werden gerichtet werden, die den Vater als Richter rufen werden. Wer Gott jedoch als liebenden Vater anruft, der wird in Ihm nie einen tötenden Richter erblicken.[103]
Wer das tut, was Gott ihm auferlegt, der ist ein treuer Knecht (Diener Gottes). Wer mit seinem Herzen stets zu Gott gewendet ist, der ist Gott ein rechtes Kind. Wer aus dem Geist Handlungen begeht, einen Abscheu vor der Welt und stets alle Sinne nach Gott gerichtet hat, der ist ein Engel und Gott ein Bruder im Geiste aller Wahrheit gleich dem Sehel. Wer mehr tut, als Gott ihm gebietet, der ist mehr als alle. Er ist Gott ein Bruder in der Liebe, gleich dem Seth und das ist das Allerhöchste.[104]
Gott und die Welt
Gott ist in der Welt ein ganz kleiner Held, den man für gar nichts hält. Die Gelehrten sehen Ihn kaum an und lassen Ihm gerade noch den Namen eines ehrlichen Mannes. Einige haben Ihn schon ganz und gar verabschiedet und andere fallen über Ihn her und halten ihn höchstens noch für einen Altweibergott. Einigen Seiner groß sein wollenden Dienern und Knechten dient Er nur noch als ein öffentliches Amtssiegel für ihren schwarzen Unsinn und ihre grobe, finstere Dumm- und Narrheit. Einige lassen Ihm wohl noch Seine Göttlichkeit, aber dafür muß Er für ihre zeitlichen Vorteile aus Sich machen lassen, was sie wollen, und zwar am allerärgsten ein bares Unding sein, das Liebe und Barmherzigkeit nur so lange haben darf, als es ihnen gefällig ist; dann aber muß Er unerbittlicher werden als ein Stein und muß Sich zu dem schändlichsten Tyrannen umgestalten lassen, von einem Richterstuhl auf den anderen springen und ein Verdammungsurteil über das andere aussprechen.[105]
Die Weisen und Verständigen der Welt finden an Gott allzeit die größte Not und stoßen sich an Ihm gewaltig. Aber die Kinder werden mit ihrem Vater spielen, und das Spielzeug wird dem Vater stets und ewig angenehmer sein, als alle auch noch so abgemessene Weisheit der sonst überaus trockenen Weltweisen.[106]
Sieben Geister Gottes
Die urgeschaffenen großen Geister sind die Gedanken in Gott und die aus ihnen hervorgehenden Ideen.[107] Die sieben Geister gehen alle aus der Liebe hervor, die der erste aus sich gehende Geist ist. Die anderen sechs gehen zugleich aus der Liebe hervor und sind dennoch mit ihr eins von Ewigkeit.[108]
Das sind:
- die Liebe Gottes, ohne die kein Ding möglich wäre
- die Weisheit Gottes, das aus der Liebe Gottes hervorgehende Licht
- der Wille Gottes, geht aus der Liebe und Weisheit Gottes hervor
- die Ordnung Gottes, geht aus den vorherigen drei hervor
- der Ernst Gottes, ist gleich der ewigen Wahrheit in Gott
- die Geduld Gottes, die Mutter der Barmherzigkeit Gottes
- die Barmherzigkeit Gottes, die alles zurecht bringt[109]
Siebenmaliges Kommen Gottes
- Am Anfang der Welt, um alle Dinge zu erschaffen (Schöpfer).
- In großen Wasserfluten, um die Erde zu reinigen (Sündflut).
- Ein vielfaches Kommen, sichtbar und unsichtbar, im Wort des Geistes.
- Als Jesus Christus.
- Im Geiste aller Liebe und aller Heiligung.
- Innerlich zu jedem, der nach Gott ein wahres, ernstliches Verlangen trägt. (gegenwärtige Zeit)
- Im Feuer der Heiligkeit.[110]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.13.2
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 591
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.169.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.129.5; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.51.19; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.51.22; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.87.10; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 130.20
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 19
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 154.11
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.62.15
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 37; Jakob Lorber, Bischof Martin 53.18; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.2.10
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 73.7; Jakob Lorber, Bischof Martin 164.13-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.167.13-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.61.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.220.18; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 130.16-17
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 174.15-17
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 374
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.137.22
- ↑ Emanuel Swedenborg, Die wahre christliche Religion 6a
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.228.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.88.14-15; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.228.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.257.16-18; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 130.14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.4.12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.102.4-5
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 198.3; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.94.17-20; Jakob Lorber, Heilung und Gesundheitspflege 410429.4
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 47.8
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 127.12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.2.10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.11.14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.138.1-4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.27.5-8
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3-27.9-13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.18.5
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.380.13, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.68.11
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.55.16-17
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.183.9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.102.7-9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.204.17; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.21.14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.254.21
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.272.10-12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.102.10-12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.124.9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.9.4; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.9.14-16; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.57.5-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.11.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 205.7; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 205.9-10
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 96.15
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 186.8; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.3.11
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 186.9
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 186.10; Jakob Lorber, Bischof Martin 186.12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.41.25
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 45.5-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.140.12-15
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 186.6-7, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.64.6-10; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.1.20-21
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.58.7-9
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 186.14
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 186.17
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 198.1
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.257.10
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.379.17
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.4
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.88.3-4
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 124
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.5.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.5.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.138.26
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.151.26, {{L|BM|51.5};, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.138.15; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.56.19
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.136.18-19; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.30.33-40; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.138.19-26; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.56.21
- ↑ Jakob Lorber, Der Saturn 10.14; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 78
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.69.9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.69.12
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 163.3
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.138.26
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 163.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.142.15-16; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.123.10-18; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.138.20
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.171.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.142.15-17; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.185.33-34; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.88.3; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.341.2-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.341.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.139.20-21; Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.60.15-25; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.122.6-8
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.269.3-4
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 52
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 55
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.151.29-30
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.13.5-6; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.57.14; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.80.8
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.7.7; Jakob Lorber, Robert Blum 2.190.7-8; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 38.8
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 79
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 82
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 55
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.259.5-9
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 132.3; Jakob Lorber, Bischof Martin 132.8-9
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 592
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 593
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 546
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 120.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.207.9-10
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 1.279.18
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.3
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.259.10-14
- ↑ Jakob Lorber, Der Saturn 10.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.95.3-6; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.177.20; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.161.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.256.13-20
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.56.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.25.67; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.120.18
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.166.24; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.44.6-8; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.51.24
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.93.9-11
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.2.8
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.140.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.18.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.252.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.18.4-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.46.19-22