Gut

Aus Prophetia
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Gut wird genannt, was dem Willen angehört und aus diesem zur Tat wird.[1] Die Form des Guten ist das Wahre.[2] Es ist einerlei, ob man sagt Gutes oder Liebe, weil alles, was zur Liebe gehört, etwas Gutes ist.[3] Das Gute lieben und daher auch wollen und tun, heißt den Herrn lieben.[4]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Gott fließt unmittelbar in das Gute ein und mittelbar durch das Gute in das Wahre. Anders ausgedrückt: Der Herr fließt unmittelbar in das Wollen und mittelbar durch das Wollen in das Denken des Menschen ein.[5] Das geistige Gute, das der Mensch denken kann, lernt er von Kindesbeinen an durch das Lesen des Wortes und die Predigt. Das sittliche und bürgerliche Gute erlernt er durch sein Leben in der Welt.[6]

Das Gute und das Wahre lieben sich gegenseitig und wollen miteinander verbunden werden.[7]

Im gesamten Weltall und der Natur bezieht sich alles, was in der göttlichen Ordnung ist, auf das Gute und Wahre, sowie auf deren Verbindungen.[8]

Die Unschuld stellt das Wesen alles Guten dar. Das Gute ist daher nur insoweit gut und folglich die Weisheit (die aus dem Guten entspringt) nur soweit weise, als Unschuld in ihnen wohnt.[9]

Ursprung

Alles Gute stammt von Gott und kommt aus dem Himmel und nicht vom Menschen. Deswegen darf sich niemand irgendetwas Gutes selbst zuschreiben. Auch die Engel im Himmel werden alle von ihrem Eigenen (dem Bösen) abgehalten und im Eigenen des Herrn (dem Guten) gehalten, der das Gute Selbst ist.[10]

Wirkung

Aus dem göttlich Guten und Wahren entsteht der Himmel und die Welt.[11]

Aus dem Guten entspringt Weisheit.[12]

Im Himmel werden alle aufgenommen, die das Wahre und Gute um des Wahren und Guten willen geliebt hatten. Die viel geliebt hatten, werden Weise genannt, während die anderen, die wenig geliebt hatten, als Einfältige bezeichnet werden. Im Himmel leben die Weisen in einem starken, die Einfältigen in einem schwächeren Licht, jeder nach dem Grad seiner Liebe zum Guten und Wahren. Das Wahre und Gute um seiner selbst willen zu lieben heißt, es zu wollen und zu tun, denn nur wer liebt, der führt auch tatsächlich aus, was er will, nicht aber die anderen, die es weder wollen noch tun. Die ersteren sind es auch, die den Herrn lieben und vom Herrn geliebt werden, weil Gutes und Wahres vom Herrn stammen und darum auch der Herr darin ist, folglich der Herr auch bei denen ist, die das Gute und Wahre durch die Ausführung ihrem Leben einverleiben.[13]

Wer je einem seiner bedürftigen Mitmenschen aus wahrer, reiner Liebe zu Gott und den Mitmenschen etwas Gutes tun wird, der wird es dem Herrn tun, und es wird ihm tausendfach vergolten werden.[14]

Vollendung

Von Gott aus ist in dieser Welt jedem Menschen ein gewisses Maß gestellt, sowohl im Guten und Wahren, als auch im Bösen und Falschen. Hat der Gute durch seinen Eifer dieses Maß völlig erreicht, dann hören auch alle weiteren Versuchungen auf, und er geht dann im Vollicht aus den Himmeln von einer Lebensvollendungsstufe zu einer noch höheren und also ins Unendliche vorwärts. Dies gilt auch jedem Institut und Volk. Wenn es voll wird des Göttlich-Guten, dann wird das Volk und sein Land vom Segen zu triefen beginnen.[15]

Verbindung von Gut und Wahr

siehe Verbindung von Gut und Wahr

Motivation

Der Reiz zum Schlechten und Bösen ist auf dieser Erde weit größer als zum Guten. Der Grund dafür liegt in der Bestimmung der Erde, Erziehungsanstalt für die Kinder Gottes zu sein. Eine einzige Giftpflanze genügt, um einen Sud von vielen Heilpflanzen zu verderben. Das Schlechte kann das Gute auf dieser Erde um vieles eher in sein Schlechtes verkehren als umgekehrt.[16]

Der Mensch kann nicht zum Guten gezwungen werden, da etwas Erzwungenes nicht haftet, während das Gute, das der Mensch in der Freiheit annimmt, seinem Willen eingepflanzt und gleichsam zu seinem Eigenen wird.[17]

Ausübung

Der Mensch kann nicht zum Guten gezwungen werden, da etwas Erzwungenes nicht haftet, während das Gute, das der Mensch in der Freiheit annimmt, seinem Willen eingepflanzt und gleichsam zu seinem Eigenen wird.[18]

Gutes muß ganz im verborgenen geübt werden. Wer im Gegenteil z.B. einen eigens geformten Rock trägt, um sich (hoffärtig) als kastischer Wohltäter bemerkbar zu machen, der ist ein Übeltäter und zieht das Mißfallen und sogar den Fluch Gottes auf sich.[19]

Es zählt vor allem der gute Wille, da dieser schon ein Werk des Geistes ist. Wer jedoch nur äußerlich so tut, als hätte er einen guten Willen, dem wird es schlecht ergehen. (nach Borem)[20]

Es ist wichtiger, das Böse zu kennen, als das Gute, weil nur das Böse bearbeitet (abgestellt) werden muß, wonach das Gute von selbst kommt. Deswegen ist eine Lehre, nach der man nur das Gute hervorheben und loben soll, über das Böse aber nicht nachdenken und es nicht tadeln soll, eine überaus dumme. Das Gute bedarf weder, daß man es hervorhebt, noch daß man es lobt, denn es hebt sich von selbst hervor und lobt sich von selbst. Notwendig ist jedoch, daß jeder Mensch nach seinen bösen Gedanken, Begierden und Werken Jagd macht und sie wie ein böses Wild erlegt, vergleichbar einer Wäscherin, welche die schmutzige Wäsche erkennt und reinigt, worauf diese automatisch sauber wird.[21]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 26; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 368
  2. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 107
  3. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 232
  4. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 278
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 13; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 26
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 598
  7. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 319
  8. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 107; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 137
  9. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 281
  10. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 291; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 546; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 591
  11. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 137
  12. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 241
  13. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 350
  14. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 22.2
  15. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 26.22; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.30.1-2
  16. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.145.7-11
  17. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 292-293
  18. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 293
  19. Lorber, Himmelsgaben 1.393.9
  20. Jakob Lorber, Bischof Martin 68.27-29
  21. Jakob Lorber, Die Erde 57.4-7
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