Höchster Himmel

Aus Prophetia
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Putten oder Liebesgötter; Nacktheit und Kindlichkeit symbolisieren Unschuld, Einfachheit und Reinheit; Kleinheit Demut; Rundlichkeit Liebe; Flügel das Überirdische

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Die Liebe zum Herrn im höchsten Himmel besteht darin, daß man das göttliche Wahre will und tut (ohne vernünfteln, diskutieren, nachdenken, streiten usw. denn dies bedeutet immer noch gewisse Vorbehalte haben), denn es ist der Himmel des Herrn. Es gibt nur "ja" und "nein", alles andere ist von Übel. Vgl. Mt 5.37 [1] Wer durch die göttlichen Wahrheiten angeregt wird und sie sogleich ins Leben, somit in den Willen und daraus ins Tun übergehen läßt, befindet sich im innersten oder dritten Himmel.[2]

Im höchsten Himmel des Herrn, in der beständigen (persönlichen) Gegenwart Gottes, leben die Seligen (bildlich gesprochen) nicht in herrlichen Palästen (wie in den nicht so hohen Himmeln), sondern in einfachen, kleinen Hütten. Auch die Kleidung ist nicht prächtig, sondern die wahren Kinder des Herrn gehen beinahe ganz nackt, da sie in der Unschuld sind, die im innersten Himmel herrscht, und die Nacktheit dieser entspricht. Ebenso gibt es dort nicht die "selige Ruhe" und den friedlichen Genuß der reichlichen Fülle, sondern die Gotteskinder werden vom Herrn fortwährend beschäftigt und dürfen nicht müßig sein, sondern müssen sich eifrig das tägliche Brot erwerben. In den nicht so hohen Himmeln gibt Gott alles in der größten Überfülle frei aus Sich, im höchsten Himmel aber wird alles vom Vater erbeten und Ihm gedankt. Ebenso ist nicht jeder Herr seines eigenen Tisches, und ißt was er will, sondern alle sitzen am Tisch des Vaters und haben zu essen was aufgetragen wird.[3]

Die Arbeit in diesem Himmel, die sich im geistigen Entsprechungsbild als Landwirtschaft darstellt, wobei die landwirtschaftlichen Geräte für die Liebtätigkeit als Mittel zur Erzeugung des Guten stehen,[4] bedeutet die Hinführung der Menschen der Erde und aller anderer Weltkörper (sinnbildlich Felder und Äcker) in den Schafstall des ewigen Lebens.[5] Ein Beispiel, wie diese sinnbildlich landwirtschaftliche Arbeit gemeinsam mit dem Herrn aussieht, was dabei die Aufgabe allein des Herrn und was die Seine Kinder ist, liefert Borem in Jakob Lorber, Bischof Martin 86.13-19

Bewohner

Im allerhöchsten Himmel wohnt niemand als allein die unschuldigste Liebe der kleinsten Geister, welche aber eben darum die allermächtigsten sind und die allerweisesten, da sie in der innersten, heiligsten Tiefe des Herzens Gottes wohnen.[6] Sie heißen Gerechte, weil sie sich selbst keine, dem Herrn aber alle Gerechtigkeit zuschreiben.[7]

Das Göttliche, das vom Herrn her einfließt und im dritten oder innersten Himmel aufgenommen wird, heißt das Himmlische, daher werden die dort weilenden Engel auch himmlische Engel genannt.[8] Sie leuchten wie die Sonne, weil sie vom Herrn her in der Liebe zum Herrn sind und diese Liebe durch die Sonne bezeichnet wird. Ihr Licht ist auch feurig, und ihre Denkvorstellungen haben etwas Feuriges, weil sie das Gute der Liebe unmittelbar vom Herrn als der Sonne des Himmels aufnehmen.[9]

Die Engel des dritten Himmels werden durch das Gehör vervollkommnet, und nicht durch die Augen. Was sie in der Predigt hören, geht bei ihnen nicht ins Gedächtnis, sondern unmittelbar in das Innewerden und in den Willen ein und wird zu einer Sache des Lebens. Was sie mit den Augen sehen, nehmen sie in ihre Gedächtnis auf und treten darüber in Erörterungen ein und sprechen miteinander. Für sie ist der Weg über das Gehör der Weg der Weisheit.[10]

Alle Engel in den Himmeln erkennen das Göttliche einzig und allein in menschlicher Gestalt; die Engel des obersten Himmels können sich das Göttliche überhaupt nicht anders denken. Sie werden in diese Denknotwendigkeit durch das einfließende Göttliche selbst eingeführt.[11]

Aussehen

Die Engel des höchsten Himmel sind Formen der himmlischen Liebe und haben die schönste und vollkommenste Menschengestalt, während die Engel der unteren Himmel weniger vollkommen und schön sind. Es gibt Engel im dritten Himmel, die ein so schönes Antlitz haben, daß kein Maler mit aller Kunst seinen Farben je eine solche Leuchtkraft verleihen könnte, um auch nur den tausendsten Teil davon wiederzugeben.[12] Sie sind die wahrhaft Unschuldigen und erscheinen vor den Augen der anderen Engel als nackte Kinder, wird doch die Unschuld durch Nacktheit vorgebildet, über die man nicht errötet.[13]

Sinne

Alle Geister aus dem obersten Himmel des Herrn sehen auch jeden naturmäßigen Körper aus- und inwendig, wie er beschaffen ist. Da sie bei Gott sind, sehen sie durch Ihn alles, was in der Geisterwelt und Körperwelt ist genau so, wie Gott es sieht.[14] Für sie gibt es auch keine Entfernung mehr dem Raum nach.[15]

Weisheit und Unschuld

Die Weisheit im innersten Himmel ist unfaßlich, auch für die Engel des äußersten Himmels. Dies ist deswegen so, weil das Innere der Engel des dritten Himmels bis zur dritten Stufe aufgeschlossen ist, das der Engel des ersten Himmels aber nur bis zur ersten Stufe. Den Engeln des dritten Himmels sind die göttlichen Wahrheiten gleichsam eingeschrieben, wie angeboren. Sobald sie die echten göttlichen Wahrheiten vernehmen, erkennen sie dieselben umgehend an, nehmen sie wahr und schauen sie hernach gleichsam in sich. Sie legen die göttlichen Wahrheiten nicht in ihrem Gedächtnis ab und machen also auch nicht irgendein Wissen daraus, sondern sobald sie dieselben hören, nehmen sie sie in sich auf und wenden sie aufs Leben an. So werden sie fortwährend an Weisheit vervollkommnet. Daher vernünfteln sie auch niemals über die göttlichen Wahrheiten, und noch weniger streiten sie darüber, ob irgendeine Wahrheit sich so oder so verhalte. Sie wissen auch nicht, was unter Glauben oder "Glauben haben" zu verstehen ist, sondern sagen: "Was heißt Glaube? Ich fühle und sehe ja, daß es so ist". Daher sprechen sie auch niemals vom Glauben. Die Weisheit der Engel des innersten Himmels besteht vor allem darin, daß sie in den einzelnen Gegenständen Göttliches und Himmlisches erblicken und Wunderbares im Zusammenspiel verschiedener Dinge, denn alles, was vor ihren Augen erscheint, steht in Entsprechung. Sie sehen unzählige Dinge in ihrer Ordnung und im Zusammenhang, die dann ihr Gemüt derart erfreuen, daß es scheint, als seien sich außer sich geraten. Die Engel des dritten Himmels sind deshalb so beschaffen, weil sie in der Liebe zum Herrn leben und dies Liebe schließt die inneren Bereiche ihres Gemüts bis zum dritten Grad auf, und es wird zum Aufnahmegefäß aller Gegenstände der Weisheit. (d.h. sie haben sich den göttlichen Wahrheiten völlig ergeben, komme was da wolle). Der Zustand dieser Engel wird auch im Wort beschrieben, z.B. Jer 31.33-34 [16]

Die eigentlich Unschuldigen des Himmels sind die Engel des innersten oder dritten Grades, denn sie lassen sich lieber als alle anderen vom Herrn führen, wie Kinder von ihrem Vater. Deshalb nehmen sie auch das göttlich Wahre, das sie entweder unmittelbar vom Herrn oder mittelbar durch das Wort und die Predigten hören, direkt in den Willen auf, um es zu tun und so dem Leben einzuverleiben. Ihre Weisheit überragt darum bei weitem die der Engel der unteren Himmel. In ihrer Beschaffenheit stehen diese Engel dem Herrn am nächsten, von dem sie die Unschuld empfangen. Sie sind auch von ihrem Eigenen getrennt, daß sie gleichsam im Herrn leben. Äußerlich erscheinen sie als einfältig und vor den Augen der Engel des unteren Himmel als Kinder, also als klein und nicht sehr weise, obwohl sie doch die weisesten aller Engel des Himmels sind. Denn sie wissen, daß sie aus sich keine Weisheit besitzen und Weisheit darin besteht, daß man dies anerkennt und, was man weiß, für nichts hält im Vergleich zu dem, was man nicht weiß.[17]

Seligkeit

Die Engel des höchsten Himmels befinden sich besonders in den Freuden der Weisheit. Sie erblicken in den einzelnen Dingen Göttliches, d.h. sie sehen zwar die Gegenstände, doch das diesen entsprechende Göttliche fließt sogleich in ihre Gemüter ein und erfüllt sie mit einer Seligkeit, die alle ihre Empfindungen anregt. So kommt es, dass vor ihren Augen alles gleichsam lacht, spielt und lebt.[18]

Erlangung

Den höchsten Himmel können nur jene erlangen, welche den Herrn schon bei ihrem Leibesleben ihrem Inwendigen nach trotz aller irrigen Begriffe, die sie gelehrt wurden, einzig und allein über alles geliebt haben.[19]

Nicht allzu viele erlangen den höchsten Liebehimmel. Viele lieben den Herrn als ihren Gott, Herrn und Vater. Die Liebe im höchsten Himmel aber entspricht jener der Maria Magdalena und dringt noch tiefer in das Herz Gottes, wodurch eine vollkommene Ehe aller Himmel vor sich geht und die Seele förmlich Gottesbraut geworden ist und somit eins mit Gott. Daher erhält sie an jeder allerhöchsten Seligkeit denselben gleichen Teil wie der Gottes.[20]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 271
  2. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 33
  3. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.45.17-20; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 179; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 277; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 280
  4. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.46.7-8
  5. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.61.7-9
  6. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.61.25
  7. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 348
  8. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 31
  9. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 348
  10. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 271; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 489
  11. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 79
  12. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 80; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 459
  13. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 341
  14. Jakob Lorber, Bischof Martin 128.7
  15. Jakob Lorber, Bischof Martin 129.3
  16. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 270-271
  17. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 280
  18. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 489
  19. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.61.26
  20. Jakob Lorber, Robert Blum 1.88.4
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