Hölle

Aus Prophetia
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Hölle (12. Jhdt)
Die Hölle im engsten Sinn ist der Leib; im weitesten Sinn ist sie die Materie aller Welten.[1] Sie ist jedes irdischen Menschen innigster Freund und intimste Freundin, indem sie ihm alles verschafft, was seiner Natur schmeichelt und diese mit allerlei fleischlich behaglichen Reizen erfüllt. Solange der Mensch auf der Erde lebt, kann er sich nie völlig von ihr trennen.[2] Sie ist auch der ärgste Feind des (ewigen) Lebens.[3]

Um die Menschen zu erhalten, muß der Herr Seine heiligen Vaterhände um die Hölle des Menschen (im Sinne des Leibes) schlingen und ihn so samt dieser in Seinen Schoß erheben, d.h. wenn Er einen Menschen in Sein Reich aufnehmen und ihn zum ewigen Leben erziehen will, so muß er auch seine Freundschaft aufnehmen (Auferstehung des Fleisches), von der sich der Mensch, solange er auf der Erde lebt, nie völlig zu trennen imstande ist. Daher muß auch die Sünde, als Angehör dieses Freundes, vor den Augen des Herrn als völlig getilgt erscheinen, ohne welche Erscheinlichkeit eine weitere Erziehung des Menschengeistes nicht denkbar ist.[4]

Selbst- und Weltliebe (Materialismus) herrschen in den Höllen, sie sind die Höllen (im geistigen Sinn).[5] Die Hölle (im geistigen Sinn) ist nicht von Gott erschaffen und ist auch nicht ein Ort zur ewigen Bestrafung der Übeltäter auf der Erde. Sie hat sich von selbst gebildet aus jenen vielen Menschenseelen, die auf dieser Erde im Fleische jeder göttlichen Offenbarung Hohn sprachen, Gott leugneten, nur taten, was ihrer äußeren Sinnlichkeit behagte, aber sich am Ende selbst zu Göttern erklärten und dies durch Gewalt und Marter durchsetzten und große Opfer verlangten.[6] Wenn die Gottheit eine Hölle erschaffen könnte, da müßte in Ihr auch die Sünde und somit Böses sein, was für die Gottheit eine Unmöglichkeit wäre. Denn es ist nicht möglich, daß die Gottheit wider Ihre ewige Ordnung handeln könnte. Außer im Menschen selbst, der sich durch die gänzliche Nichtbeachtung des Gotteswortes die Hölle gestaltet und ausbildet, gibt es nirgends eine Hölle.[7]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Die fleischliche und weltliche Liebe stellt die Hölle beim Menschen dar, weil diesen Arten der Liebe alles Höllische eingeschrieben ist.[8] Die Hölle besteht aus Selbstsucht, Eigendünkel und Beschuldigung anderer. Wo der fleischliche Sinn noch nicht freiwillig verbannt wurde, da ist noch Hölle.[9]

Der Zustand der Hölle beim Menschen ist die Verbindung des Falschen im Verstand mit dem Bösen des Willens in ihm.[10] Das Böse eines Menschen ist seine Hölle, es bleibt sich gleich, ob man sagt, das Böse oder die Hölle. Und weil nur der Mensch selbst der Urheber seines Bösen ist, so bringt er sich auch selbst in die Hölle und nicht der Herr.[11]

Die Hölle ist aus dem menschlichen Geschlecht hervorgegangen und nicht vom Teufel oder Satan, der ursprünglich ein Engel des Lichts gewesen sei, und weil er sich empört habe, mit seiner Rotte hinabgestoßen wurde, woher die Hölle stamme, wie allgemein geglaubt wird. Wer in der Welt in höllischer Liebe befangen war, findet sich in der Hölle. Die Hölle in ihrem ganzen Umfang ist das, was Teufel oder Satan genannt wird. Die rückwärtige Hölle, deren Bewohner böse Engel genannt werden, ist der Teufel, die vordere Hölle, deren Bewohner böse Geister genannt werden, der Satan.[12]

Die Hölle ist für jeden verschieden, keine Hölle sieht für den einen gleich aus wie für den anderen.[13]

Diebe, Räuber und Mörder sind als wilde, reißende Bestien, die Tag und Nacht auf Raub lauern, Ebenbilder der Hölle. So wie man Raubtiere in starken Zwingern halten muß, ansonsten niemand seines Leibeslebens sicher wäre, bedarf die Hölle der strengsten Gesetze und Strafen.[14]

In der Hölle befindet sich jeder im Falschen des Bösen.[15] Alles, was der göttlichen Ordnung zuwider läuft, entspricht der Hölle und bezieht sich samt und sonders auf das Böse und Falsche.[16] Die Hölle ist wie ein unaufhörliches Streben, alles Gute und Wahre zu zerstören, verbunden mit Zorn und einer gewissen blinden Wut darüber, daß sie das nicht vermag. Darin überwiegt ein Streben, das Göttliche des Herrn und damit den Himmel zu vernichten und zu zerstören, weil Er die Quelle alles Guten und Wahren ist.[17]

Die Hölle ist aus der allerabgefeimtesten Politik zusammengesetzt, und der Satan selbst ist der Großmeister aller Politik.[18]

Wie es in dieser Welt zugeht, ebenso geht es in der Hölle zu, nur mit dem Unterschied, daß die Guten, Demütigen, Geduldigen und auf Gott Vertrauenden ausgeschieden sind für ewig. Allein die Bösen haben da ihren falschen, argen und völlig nichtigen Umzug.[19] In der Hölle setzten keine äußeren Bande Schranken, keine Furcht vor dem Gesetz, vor dem Verlust des guten Namens, der Ehre, des Erwerbs und des Lebens. Dort herrscht die selbstsüchtige Begierde, etwas Böses zu tun, in jedem Einzelnen, und jeder stürzt sich aus seinem Bösen heraus auf den anderen. Soweit er kann, unterwirft einer den anderen seiner Herrschaft, und gegen die, die sich nicht unterwerfen lassen, wütet er mit Lust. Diese Lust zu Schaden hängt so eng zusammen mit der Lust zu Herrschen, daß sie auf gleicher Stufe stehen. Alle Höllen sind solche Gesellschaften. Das sich gegenseitig Unterjochen und Foltern geht ohne Unterbrechung fort, ständig herrscht Aufruhr.[20]

Die Lage der Höllen im besonderen kann niemand erfahren, nicht einmal die Engel im Himmel; allein der Herr weiß warum. Im allgemeinen ist ihre Lage bekannt aufgrund der Gegenden, in denen sie sich befinden. Denn die Höllen sind ebenso wie die Himmel nach Gegenden eingeteilt, die in der geistigen Welt nach den Grundneigungen bestimmt werden.[21] Es gibt auch Höllen unterhalb der Höllen. Manche stehen miteinander durch Übergänge in Verbindung, und zwischen vielen besteht eine Verbindung durch ihre Ausdünstungen, je nach der Verwandtschaft der verschiedenen Arten und Gattungen des Bösen untereinander. Es gibt (in der geistigen Welt) unter jedem Berg, Hügel und Felsen, wie auch unter jeder Ebene und jedem Tal Höllen. Der ganze Himmel und die ganze Geisterwelt (Mittelreich) sind gleichsam unterhöhlt durch eine fortlaufende Hölle.[22]

Ebenso wie der Himmel in seinem Gesamtumfang einen einzigen Menschen darstellt (siehe Großer Mensch), formt auch die Hölle in ihrem Gesamtumfang einen Teufel und kann daher auch wirklich im Bild eines Teufels (Schöpfungsmensch) dargestellt werden.[23] Alle Höllen wirken einheitlich zusammen, denn das Böse in den Höllen hängt ebenso zusammen, wie das Gute in den Himmeln.[24]

Die Höllen greifen fortwährend den Himmel an und trachten danach, ihn zu zerstören. Der Herr dagegen beschützt ihn fortwährend, indem er seine Bewohner von dem Bösen ihres Eigenen abhält und in dem Guten erhält, das von Ihm ausgeht. Umgekehrt aber richtet der Himmel niemals einen Angriff gegen die Höllen, wohnt doch der göttlichen Sphäre das unausgesetzte Streben inne, alle zu retten. Weil aber sämtliche Bewohner der Hölle dem Bösen verfallen und dem Göttlichen feind sind, können sie nicht gerettet werden. Daher werden die Aufstände in den Höllen nur soweit als möglich gebändigt und die Grausamkeiten in Schranken gehalten, damit sie nicht über das zulässige Maß hinaus gegeneinander losschlagen. Dies wird durch unzählige Mitte der göttlichen Macht bewirkt.[25]

Gegensatz

Unterhalb jeder Gesellschaft des Himmels findet sich eine entsprechende Gesellschaft der Hölle als ihr Gegensatz. Zwischen Himmel und Hölle besteht ein beständiges Gleichgewicht, auf dem das Heil aller Wesen in den Himmeln wie auf Erden beruht. Das Verhältnis von Himmel und Hölle gleicht zweier Gegensätze, die von Gott im Gleichgewicht gehalten werden, damit die höllische Gesellschaft nicht das Übergewicht bekommt; sobald sie zu überwiegen beginnt, wird sie durch verschiedene Mittel in Schranken gehalten. Wenn zwei Wesen gegeneinander wirken und jedes im selben Maß zurückschlägt und widersteht, wie das andere kämpft und angreift, so kommt bekanntlich keines von beiden zum Ziel, weil ihre Kräfte sich gegenseitig aufheben. Jedes von ihnen kann daher von einem Dritten nach Belieben bewegt werden. Ein solches Gleichgewicht besteht zwischen Himmel und Hölle. Jedoch handelt es sich nicht um ein Gleichgewicht wie zwischen zwei gleich starken Kämpfern, sondern um ein geistiges Gleichgewicht des Falschen gegen das Wahre und des Bösen gegen das Gute. Die Hölle strömt aus dem Bösen fortwährend Falsches aus, umgekehrt der Himmel aus dem Guten fortwährend Wahres. Dieses geistige Gleichgewicht bewirkt, daß der Mensch in der Freiheit des Denkens und Wollens steht. [26]

siehe auch Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle

Aufteilung

Die Hölle ist in Gesellschaften unterteilt, wie der Himmel, und zwar auch in ebensoviele unzählige, denn um des Gleichgewichts willen steht jeder Gesellschaft im Himmel eine solche in der Hölle gegenüber, nur unterscheiden sich die höllischen Gesellschaften nach dem Bösen und daraus resultierenden Falschen, anstatt nach dem Guten und Wahren. Diese Gesellschaften sind gemäß den Unterschieden eines jeden Bösen und dessen Gattungen und Arten genauestens unterteilt und näher oder weiter voneinander entfernt, je nach den Unterschieden des Bösen im allgemeinen, im besonderen wie im einzelnen. Jeder einzelne Geist gehört zu einer Gesellschaft, durch deren Einfluß er auch besteht und mit der er folglich auch als eins zusammenwirkt.[27]

In den nach hinten (unten) gelegenen Höllen finden sich die meisten bösen Engel. Ebenfalls in den hinteren, aber nicht so tiefen Regionen befinden sich jene Teufel, die zwar wie die bösen Engel auch der Selbstliebe ergeben, aber nicht derart hinterlistig und bösartig als Menschen waren. In den vorderen Höllen sind die aus Weltliebe Bösen zu finden; sie werden "Geister" (spiritus) genannt und verkörpern eine weniger große Bosheit, also Haß und Rachsucht, als jene, die aus Selbstliebe böse sind. Folglich sind sie auch nicht dermaßen hinterlistig und schlau und ihre Höllen milder.[28]

Zwei Reiche

Die Hölle ist entsprechend dem Himmel - dem himmlischen und geistigen Reich - ebenfalls in zwei Reiche gegliedert. Das Gegenstück zum himmlischen Reich, wo alle in der Liebe zum Herrn leben, befindet sich in der westlichen Gegend. Seine Bewohner heißen "böse Engel", die alle der Selbstliebe verfallen sind. Das Gegenreich zum geistigen Reich, wo alle von der Nächstenliebe erfüllt sind, füllt die nördliche und südliche Gegend aus. Seine Bewohner heißen "Geister" und sind der Liebe zur Welt ergeben.[29]

Drei Höllen

Die Hölle wird in drei Grade oder Stufen eingeteilt. Eine obere oder erste als Gegenüber zum Unteren Himmel, eine mittlere als Gegenstück zum Mittleren Himmel und eine unterste als Gegenpol des Höchsten Himmels.[30] In der ersten Hölle richtet sich die Herrschsucht nur auf Weltliches (Weltherrscher) und ist daher dem Geist bei angemessener Vorsicht nicht schädlich. Die zweite Hölle streckt ihre Schlangenarme schon auch in das Geistige (Kirchenfürsten), da muß sich schon jeder Geist streng in acht nehmen, keinen Schaden zu leiden, so er sich nähert. Die dritte Hölle können nur die allermächtigsten Engelsgeister, die von Gott mit aller möglicher Kraft eigens ausgerüstet werden, unbeschädigt passieren.[31]

Licht und Wärme

Buddhistische Hölle
Die höllische Wärme und das höllische Licht, entspringt der gleichen Quelle wie die himmlische Liebe, nämlich aus der Sonne des Himmels, bzw. aus dem Herrn. Höllisch wird dieses Wärme und dieses Licht nur durch die, die es aufnehmen, denn alles, was aus der geistigen Welt kommt, wird entsprechend seiner Aufnahme, bzw. je nach den Formen verändert, in die es einfließt. Es verhält sich damit nicht anders wie mit der Wärme und dem Licht der irdischen Sonne, das je nach Aufnahme völlig gegenteilige Wirkungen zeitigt. Fließt von der Sonne des Himmels her Wärme bzw. Liebe in etwas Gutes ein, wie es sich bei guten Menschen und Geistern und bei den Engeln findet, so wirkt es befruchtend. Auf die Bösen übt die Sonne des Himmels jedoch die gegenteilige Wirkung aus, denn durch deren Böses wird sie entweder erstickt oder verkehrt. Dasselbe Licht, das in das Wahre des Guten einfließt und Einsicht und Weisheit bewirkt, wird in Unsinn und alle möglichen Wahnvorstellungen verdreht, wenn es in das Falsche aus dem Bösen einfließt.[32]

Anstelle der Sonne und des Mondes gibt es in der Hölle finstere Körper, auf welche die Höllenbewohner, die sich vom Herrn als Sonne oder Mond abwenden, blicken. Die Höllensonne bezeichnet die Selbstliebe und der Höllenmond die Weltliebe. Die sogenannten bösen Engel (genii) blicken auf jenen finsteren Körper, der die Stelle der irdischen Sonne einnimmt, die sogenannten Geister auf jene Finsternis, welche die Stelle des irdischen Mondes einnimmt.[33]

Das höllische Licht ist ein Licht wie von glühenden Kohlen oder auch ähnlich brennendem Schwefel; für die der fleischlichen Liebe (Selbstsucht) Verfallenen ist es wie ein helles Licht. Sobald jedoch nur ein Strahl des himmlischen Lichtes einfällt, wird es zu schwarzer Finsternis. Daher heißt es, in den Höllen herrsche Dunkel und Finsternis, was das Falsche aus dem Bösen bedeutet. Die Wärme der Hölle ist die Liebe zur Grausamkeit anderen gegenüber, die einem nicht geneigt sind. Geringschätzung anderer, Feindschaften, Haßausbrüche, Rache bereiten dieser Liebe Vergnügen, und wenn die bösen Geister sich ihnen ergeben, empfinden sie das als ihr Leben und wissen überhaupt nicht, was es bedeutet, anderen Gutes zu tun aus dem Guten selbst und um des Guten willen, vielmehr nur, was es heißt, Gutes aus böser Absicht und um des Bösen willen zu tun.[34]

siehe auch Höllenfeuer

Himmelsrichtungen

Die Hauptgegenden der Hölle sind denen des Himmels entgegengesetzt. Osten ist für sie, wo der finstere Körper (Höllensonne) ist, Westen, wo die Sonne des Himmels (Gnadensonne) steht. Süden liegt für sie zur Rechten und Norden zur Linken - und dies alles auch bei jeder Wendung ihres Leibes (Erklärung siehe Himmelsrichtungen im Himmel)[35] Gerät ein böser Geist unter die Guten, werden gewöhnlich die Richtungen derart verwirrt, daß die guten Geister kaum wissen, wo nun ihr Ort ist.[36]

Auch in der Hölle wohnen die Geister, wie im Himmel, getrennt nach ihren Hauptgegenden: Jene, die dem Bösen aus der Selbstliebe verfallen sind, von ihrem Osten bis zu ihrem Westen, die anderen, die im Falschen des Bösen sind, von ihrem Süden bis zu ihrem Norden.[37]

Zuweilen erscheinen die bösen Geister so, als ob sie den Hauptrichtungen des Himmels zugekehrt wären, und dann haben sie auch Einsicht und Verständnis für das Wahre, jedoch keine Neigung zum Guten. Sobald sie zu ihrer eigenen Ausrichtung zurückfinden, sind sie wieder ohne Einsicht und Verständnis für das Wahre und erklären die Wahrheiten, die sie zuvor gehört und verstanden hatten, für falsch, und wünschen sich dann auch, daß das Falsche wahr sei. Bei den Bösen kann das Verstehen in dieser Weise verwandelt werden, nicht aber das Wollen.[38]

Macht

Allein das Göttliche vermag allen unzähligen Höllen, die gegen den Himmel und die Himmelsbewohner zusammenwirken, Widerstand zu leisten.[39] Alle Macht in der geistigen Welt gehört dem aus dem Guten hervorgehenden Wahren an; das aus dem Bösen entspringende Falsche hat keine Macht. Die Ursache dafür liegt im Göttlichen selbst, das im Himmel das Göttlich-Gute und -Wahre ist, und das allein alle Macht besitzt. Daher liegt alle Macht beim Himmel und keine bei der Hölle.[40]

Höllentore

"Höllensturz der Verdammten", Peter Paul Rubens, 17. Jhdt.
Die Höllen befinden sich (lokalisiert) überall (in der geistigen Welt), unter Bergen, Hügeln und Felsen, ebenso unter Ebenen und Tälern. Alle Höllen sind gegen die Geisterwelt (Mittelreich) hin abgesperrt und zugänglich nur durch breite oder enge, meist zackige Löcher und Spalten, ähnlich wie sie sich in den Felsen finden, und durch breitere Klüfte. Genauer betrachtet sehen alle dunkel und finster aus, und auf die darin befindlichen Höllengeister fällt etwas wie ein Schein glühender Kohlen. Die unter den Ebenen und Tälern befindlichen Öffnungen erscheinen in verschiedener Form: Einige sind ähnlich wie die zuvor beschriebenen, andere sehen aus wie Grotten und Höhlen, einige wie große Klüfte und Schluchten, andere wie Sümpfe oder wie stehendes Gewässer. Die Zugänge werden bewacht, damit niemand ohne Erlaubnis herauskommen kann. Dies geschieht dennoch zuweilen, wenn es irgendeine Notwendigkeit erfordert. Diese "Ausgänge" und "Eingänge" heißen im Wort "Tore" und "Pforten".[41]

Von der Geisterwelt aus stehen alle Höllenpforten offen, von den Himmeln aus keine einzige. Die Tore und Eingänge zu den Höllen sind zugedeckt und unzugänglich und nur denen sichtbar, die hineingehen sollen und denen sie dann geöffnet werden. Sichtbar werden sie nur, wenn sie für Ankömmlinge aufgetan werden. Wenn das geschieht, weht etwas wie Feuer, mit Rauch vermischt, herauf, ähnlich einer Feuersbrunst oder wie bei einer Flamme ohne Rauch, oder auch wie rußiger Qualm oder wie nebliger Dunst und dichtes Gewölk, und man erblickt finstere, wie mit Ruß überzogene Höhlen, die sich schräg abwärts in die Tiefe ziehen, wo sich wieder mehrere Eingänge finden. Die höllischen Geister nehmen das nicht wahr, weil sie sich darin wie in ihrer Atmosphäre, der Freude ihres Lebens, bewegen, weil es dem Bösen und Falschen entspricht, dem sie sich ergeben haben. Das Feuer gleicht dem Haß und der Rachgier, der Rauch und Ruß dem daraus resultierenden Falschen, die Flammen dem Bösen der Selbstliebe, der dunstige Nebel und die dichten Wolken dem daraus entspringenden Falschen. Die bösen Geister suchen nur die Wege, die zur Hölle führen, und darin zu der Gesellschaft, in der das Böse ihrer eigenen Liebe herrscht. Andere Wege sehen sie entweder nicht, oder wollen sie doch nicht beschreiten.[42]

Vor den Eingängen der einzelnen Höllen und Höllengesellschaften erscheint meistens ein Scheusal, das ein allgemeines Bild der betreffenden Bewohner vermittelt.[43]

siehe Höllensturz

Zähneknirschen

Indem man die Aussagend des Wortes Mt 8.12, Mt 13.42, Mt 13.50, Mt 22.13, Mt 24.51, Mt 25.30, Luk 13.28 nur materiell verstanden hat, weil man dessen geistigen Sinn nicht kannte, dachten sich einige unter dem Zähneknirschen tatsächlich ein solches Knirschen, einige nur den Schauer, den man beim Aufeinanderpressen der Zähne empfindet.[44] Gemeint ist jedoch der unaufhörliche Streit und Kampf der Falschheiten untereinander, also der Geister, die sich dem Falschen ergeben haben. Er ist ebenfalls verbunden mit der Verachtung anderer, mit Feindschaft, Verspottung, Verhöhnung, Lästerung, die auch zum Ausbruch verschiedener Arten gegenseitiger Zerfleischung führen, denn jeder kämpft für sein Falsches und nennt es die Wahrheit. Außerhalb der Hölle hören sich diese Zänkereien und Kämpfe wie Zähneknirschen an und verwandeln sich auch dazu, wenn das Wahre aus dem Himmel einfließt. In der geistigen Welt knirscht nämlich alles Falsche.[45]

In diesen Höllen befinden sich alle, die sich zur Natur bekannt, das Göttliche aber geleugnet hatte, und diejenigen, die sich in dieser Haltung bestärkt hatten, leben in den tieferen Regionen dieser Hölle. Da diese Geister gar kein Licht aus dem Himmel in sich aufnehmen können, gehören die meisten von ihnen zu den Fleischlich-Sinnlichen, das heißt zu denen, die nur glauben, was sie mit eigenen Augen sehen und mit Händen greifen können. Für sie bedeuten daher alle Sinnestäuschungen Wahrheiten, und ihr ganzer Streit beruht auf diesen.[46]

Welt

Einige Höllen erscheinen dem geistigen Auge wie Felsenhöhlen und -grotten, die nach innen schräg oder steil abwärts in die Tiefe gehen. Einige dieser Höhlen sehen aus wie Schlupfwinkel oder Höhlen wilder Tiere, andere gleichen ausgesprengten Bergwerks-Stollen mit tiefer liegenden Höhlen. Die meisten sind dreifach unterteilt. Die höher gelegenen Teile darin sehen finster aus, weil ihre Bewohner dem Falschen des Bösen ergeben sind, während die tiefer gelegenen Teile feurig erscheinen, weil deren Bewohner dem Bösen selbst verfallen sind. In manchen Höhlen sieht man etwas wie die Trümmer abgebrannter Häuser und Städte, die von höllischen Geistern bewohnt werden, die sich dort verbergen. In den milderen Höllen erscheinen elende Hütten. Im Inneren der Häuser wohnen höllische Geister, unter denen es unausgesetzt zu Zänkereien, Feindseligkeiten, Schlägereien und gegenseitigen Zerfleischungen kommt. Auf den Gassen und Straßen herrscht Raub und Plünderung. Einige Höllen sind voller Bordelle, garstig anzusehen und angefüllt mit aller Art von Schmutz und Auswurf. Es gibt auch düstere Waldungen, in denen die höllischen Geister wie wilde Tiere umherstreifen, und in deren unterirdische Höhlen sie sich flüchten, wenn sie verfolgt werden. Ferner gibt es völlig unfruchtbare, sandige Wüsten, hie und da mit rauhen Felsen, die Höhlen enthalten und hin und wieder auch Hütten tragen. In diese Wüstenregionen werden aus den Höllen die Geister ausgestoßen, die durch das äußerste Böse hindurchgegangen sind, besonders jene, die auf Erden schlauer als die übrigen waren. Dies ist ihr letzter Zustand.[47]

Die Höllen in den westlichen Gegenden sind die allerschlimmsten - und zwar umso ärger, je weiter sie sich allmählich vom Osten entfernen. Hier befinden sich alle, die in der Welt der Selbstliebe verfallen waren. In den entferntesten Höllen befinden sich jene Katholiken, die wie Götter angebetet werden wollten und Haß und Rachsucht hegten gegen alle, die ihre (vermeintliche) Gewalt über die Seelen der Menschen und über den Himmel nicht anerkannten. Die Wildheit der Höllen nimmt von Norden nach Süden, wie auch allmählich nach Osten hin ab. Nach Osten zu leben dort alle, die hochmütig waren und nicht an das Göttliche geglaubt hatten, dabei aber nicht einen derartigen Haß und Rachedurst gehegt noch eine solche Hinterlist geübt hatten, wie die Bewohner tiefer im Westen. Heutzutage gibt es in der östlichen Gegend keine Höllen mehr; deren Bewohner sind in die vorderen Regionen der westlichen Gegenden versetzt worden. Die Bewohner der nördlichen und südlichen Gegend, wo es besonders viele Höllen gibt, waren während ihres Lebens der Weltliebe ergeben, wobei sich die schlimmsten Höllen dieser Art in den nördlichen Gegenden befinden. Ihre Grausamkeit wächst im Verhältnis zu ihrer Annäherung an den Westen und ihrer Entfernung vom Süden. Hinter den Höllen der westlichen und nördlichen Gegend erstrecken sich dunkle Waldungen, in denen bösartige Geister wie wilde Tiere umherschweifen. Hinter den Höllen der südlichen Gegend Wüsten.[48]

Den Höllen entsteigen scheußliche Dünste und ekelhafte Gerüche, vor denen die guten Geister fliehen, weil sie davor einen Abscheu haben, während sie den bösen Geistern behagen, die sie dann aufsuchen. Denn geradeso wie jeder in der Welt an seinem Bösen Vergnügen empfindet, so ergötzt er sich nach dem Tod an dem Gestank, dem sein Böses entspricht. Die bösen Geister sind vergleichbar mit Raubvögeln und Raubtieren, die den Dunst von Aas und Mist wittern und darauf zufliegen und zulaufen. Ein Hauch des Himmels hingegen verusacht ihnen innere Pein.[49]

Regierung

Im Ganzen gesehen regiert Gott die Höllen durch den allgemeinen Zustrom des Göttlich-Guten und -Wahren aus den Himmeln, der die aus den Höllen hervorfließende allgemeine Begierde einschränkt und zähmt, aber auch durch den besonderen Zustrom aus jedem Himmel und jeder einzelnen himmlischen Gesellschaft. Die Hölle wird also durch Engel regiert, denen es ermöglicht wird, in die Höllen hineinzusehen und den darin herrschenden Wahnsinn und Aufruhr im Zaum zu halten, um den Höllenbewohnern zu helfen, damit sie einander nicht zu sehr peinigen. Im umfassenden Sinn werden alle Höllenbewohner durch ihre Befürchtungen regiert, manche sogar noch durch die ihnen in der Welt eingepflanzten und von daher mitgebrachten. Da diese Befürchtungen nicht genügen und auch allmählich nachlassen, werden sie auch Furcht vor Strafen beherrscht, die sie vor allem vom Tun des Bösen abschrecken. Es gibt dort eine Vielzahl von leichten und harten Strafen, je nach dem Bösen. Die Bösartigeren werden meist über andere gesetzt, denen sie an Schlauheit und Geschicklichkeit überlegen sind und die sie durch Strafen und die damit zusammenhängenden Schrecken in Gehorsam und Knechtschaft halten. Diese Befehlshaber wagen es jedoch nicht, die ihnen gesetzten Grenzen zu überschreiten. Die Furcht vor Strafe ist das einzige Mittel, um Gewalttätigkeiten und blinde Wut der Höllischen zu zähmen. [50]

In den Höllen gibt es daher Regierungen, da sie sonst nicht in Banden zu halten wären. Diese sind aber den Regierungen des Himmels entgegengesetzt, da sie alle der Selbstliebe entspringen. Jeder will dort über andere herrschen und über sie hervorragen. Alle, die ihnen nicht günstig gesinnt sind, hassen sie, üben an ihnen Rache, wüten gegen sie, wie es die Art der Selbstliebe ist. Deshalb werden ihnen noch Bösartigere vorgesetzt, denen sie aus Furcht gehorchen.[51]

Wirkung

Alles Böse stammt aus der Hölle, sie zieht den Menschen fortgesetzt ins Böse hinein.[52] Aus der Hölle entströmt die Sphäre des Falschen, das dem Bösen entspringt.[53]

Die Hölle beruht auf der Ehe des Falschen und Bösen, dem Ehebruch. Alle dort sind gegen die eheliche Liebe und es besteht ein fortwährendes Streben, die Ehen aufzulösen und zu verletzen. Es herrscht die Lust am Ehebruch, und das ist dieselbe Lust, die Verbindung des Guten und Wahren zu zerstören, die den Himmel ausmacht.[54]

Bewohner

siehe Böse Geister

Die Seele in der Hölle

Die Hölle ist voller allerbetrüglichster, alles verheißender, aber nichts realisierender Lockmittel. Diese Trugkünste sind darauf berechnet, eine Seele stets näher dem eigentlichen Wesen des Satans zu bringen, damit sie eins mit ihm werde, was aber nicht geschehen kann, da eine jede Seele schon einen eigenen Geist (aus Gott) in sich enthält, den sie nicht loswerden kann (ohne zuvor das Vollmaß der Verderbtheit zu erreichen) und der das Entgegengesetzte des Satansgeistes ist. Nähert sich eine Seele dem Satan, dann tritt dieser Geist in ihr selbst als Richter, Rächer und Bestrafer auf und peinigt die Seele als ein unerlöschliches Feuer von innen, wodurch die Seele vom Satan wieder soweit als möglich entfernt wird und zu einer Art Besserung gelangt. Folgt sie dieser Besserung, dann wird es ihr auch leichter, je mehr sie sich der Reinheit ihres in ihr wohnenden Geistes nähert. Und so kann sie dann auch zur Seligkeit gelangen, wenn sie wird wie ihr Geist. In der Seligkeit (Himmel) geht die Seele ganz in den Geist über, und der Geist ist dann das eigentliche Wesen. In der Verdammnis (Hölle) aber will die Seele den Geist ausstoßen und einen anderen, nämlich den des Satans, annehmen. In diesem Fall wird sie das Unähnlichste dem Geiste, wodurch der Geist in ihr die vollkommen entgegengesetzte Polarität ist und dann jene Gegenkraft bewirkt, welche von dem Satan fortwährend abstößt; je näher eine Seele dem Wesen des Satans kommt, desto heftiger. Diese Reaktion ist das Leiden und die Pein der Hölle, die sich als das unerlöschliche Feuer in der Erscheinlichkeit darstellt.[55]

Die bösen Seelen erleiden in der Hölle oftmals die Schrecken des Todes (ohne wirklich zu sterben), denn ohne diese wäre jede solche Seele für ewig ganz verloren.[56] Siehe dazu: Tod der Seele

Das Hauptübel der (schlechten) Seele besteht darin, daß sie sich, wenn es ihr etwas besser geht, Vorwürfe macht, sich von der Qual hat einschüchtern zu lassen. Dies geht auf die Einflüsterung des Satans zurück. Die Seele glaubt, wenn sie die Qual ausgehalten hätte, wäre sie mit der Macht des Satans eins geworden und mit der Herrlichkeit Gottes hätte es ein Ende. Durch diesen Wahn läßt sie dann trotz immer größerer Qual nicht nach. Wenn ihre Hartnäckigkeit derart groß ist, daß sie auch durch das Vollmaß des Zornfeuers nicht umkehrt, wird ihr der Geist genommen und sie verfällt dem ewigen Tod (sie wird aufgelöst, siehe Reinkarnation mit Auflösung der Seele).[57]

Erster Grad der Hölle

Die Hölle ersten Grades ist die äußerste Demütigung und tiefste Beschämung der Seele. Es ist ein Notgericht, das der Seele nur zum Tod gereicht, und wird über sie für den Fall erlassen, daß sie nimmer in eine Selbstdemütigung eingehen will. Sie muß gedemütigt werden zur Sicherung anderer Seelen, die durch einen freigelassenen Hochmut einer einzigen Seele großen Schaden leiden könnten. Ob und wie solche zur Hölle gerichteten Seelen auch noch zum Leben gelangen, und welche weiteren Wege sie geführt werden, das weiß allein der Herr und der, dem es der Herr stets nur höchst geheim offenbart. (nach Borem)[58]

Jene zu bessernden Geister, die aus dem ersten Grad der Hölle gerettet werden durch die dahin gesandten Lehrer aus der besseren und reineren Geisterwelt, mit öfterer Unterstützung aus dem ersten Himmel, werden in die Besserungseinrichtung auf die Vorderseite des Erdmondes gebracht.[59]

Zweiter Grad der Hölle

Unterste Hölle

Wenn einem Menschen Gott oder Teufel, Tag oder Nacht, Leben oder Tod, Wahrheit oder Lüge völlig Gleichgültigkeit ist, dann ist er dem eigentlichen ewigen Tod verfallen und befindet sich in der untersten Hölle, aus der in derselben Urwesenheit kein Herauskommen mehr denkbar ist. Grund für einen solchen Zustand ist der größte Hochmut, der alle Grade der Selbstsucht und Eigenliebe durchgemacht hat und sich so um das Urleben des Geistes gebracht hat. So eine Seele ist dann gänzlich verdorben. Sie muß durch Feuergewalt in ihre einzelnen Spezifikalpotenzen aufgelöst werden und dann mit neuen vermischt durch die Pflanzen- und Tierwelt eines anderen Planeten in eine untergeordnete Form eines Menschen übertragen werden. Eine solche Seele kann dann nie mehr zur Anschauung Gottes gelangen, weil sie dann bloß nur Seele ohne den Geist Gottes in ihr ist und bleibt.[60]

Die Rangsucht entspricht der untersten und tiefsten Hölle. Sie ist verantwortlich für Kriege und Tyrannei; kein anderes Laster zieht so viele ins Verderben wie dieses.[61]

Weg zur Hölle

Wer nachdenkt, könnte wissen, daß niemand für die Hölle, sondern jeder für den Himmel geboren wird, der Mensch daher selbst die Schuld trägt, wenn er in die Hölle kommt.[62] Wer das Göttlich-Gute und Wahre zurückstößt oder erstickt, verkehrt es in eine Hölle, er verkehrt das Gute in Böses und das Wahre in Falsches, somit das Leben in den Tod.[63]

Des Menschen ganzer Wille und seine ganze Liebe bleiben bei ihm nach dem Tod. Wer in der Welt das Böse will und liebt, der will und liebt es auch im anderen Leben und läßt sich (dem Geiste nach) dann nicht mehr davon abbringen. Daher ist der Mensch, der sich dem Bösen ergeben hat, an die Hölle gekettet. Was seinen Geist betrifft, so ist er auch tatsächlich schon dort, und nach dem Tod wünscht er sich nichts sehnlicher, als dorthin zu kommen, wo er sein Böses wiederfindet. Deshalb stürzt sich der Mensch nach dem Tod selbst in die Hölle und wird nicht vom Herrn dorthin verbannt. Weil der Mensch selbst Ursache seines Bösen ist, so bringt er sich auch selbst in die Hölle und nicht der Herr.[64]

Der Herr zieht durch die Engel, wie auch durch den Einfluß des Himmels jeden Geist an sich. Jedoch die Geister, die dem Bösen verfallen sind, widerstreben ganz und gar und reißen sich gleichsam vom Herrn los und werden wie mit Stricken von ihrem Bösen, also von der Hölle angezogen. Weil sie diesem Zug aus ihrer Liebe zum Bösen heraus auch folgen wollen, stürzen sie sich freiwillig in die Hölle, obwohl es für alle anderen so aussieht, als würden sie durch göttliche Gewalt hinabgestoßen werden.[65]

Niemand kommt in die Hölle, eher er in seinem Bösen und in dem damit zusammenhängenden Falschen ist, weil niemand ein geteiltes Gemüt haben darf, d.h. anders denken und reden als es den Zielen seines Willens entspricht. Jeder Böse dort wird auch das Falsche aus dem Bösen denken und daraus reden, weil er es will, folglich aus seiner eigensten Liebe und deren Freude und Lust - ganz wie auf Erden, wenn er bei sich in seinem Geist Gedanken hegte, das heißt seiner inneren Neigung entsprechend dachte.[66]

Gott und die Hölle

Da das Verhältnis von Himmel und Hölle zwei Gegensätzen gleicht, die wechselseitig einander entgegenwirken, aus Wirkung und Gegenwirkung also ein Gleichgewicht entstehen lassen, in dem alles seinen Bestand findet, so muß, wer den Himmel regiert, also Gott, auch die Hölle regieren, damit alles Bestehende im Gleichgewicht gehalten wird. Wenn der Herr nicht die feindlichen Angriffe von seiten der Höllen im Zaum hielte und die Wahnsinnstaten darin zähmte, würde das Gleichgewicht und damit das Ganze zugrundegehen. Würde der Herr Himmel und Hölle nicht Maß und Ziel setzen, dann würde das aus dem Bösen hervorgehende Falsche das Übergewicht erlangen und die einfachen Guten im Untersten des Himmels, die sich leichter als die eigentlichen Engel verderben lassen, anstecken, wodurch dann das Gleichgewicht und damit auch die Freiheit bei den Menschen zugrundegingen.[67]

Für Gott gibt es keinen Satan und keine Hölle, – wohl aber im Anbetracht seiner selbst und der Menschen dieser Erde, weil es sich hier um die Bildung der Kinder Gottes handelt.[68] Der Herr streitet und kämpft wie der alte Löwe Israels gegen die Hölle um die Seelen. (Zeugnis von Martin)[69]

Die Hölle mit all ihren Schrecken ist nicht eine Rache Gottes und auf Seine Zorn gegründet von Ewigkeit. Gott ist auch in der Hölle pur Liebe. Die ewige Liebe kennt weder Zorn noch Rache. (nach Borem)[70]

Sieg der Liebe Gottes über die Hölle

Das Erlösungswerk bedeutet u.a. die Unterjochung der Hölle unter die Kraft der Liebe Gottes. Davor befand sich die Hölle nur in der Macht der zornergrimmten Gottheit und war damit von allem Einfluß der Liebe Gottes entfernt, welche aber die furchtbarste Waffe gegen die Hölle ist, da sie das genaue Gegenteil derselben ist. Die Hölle wird schon bei der liebevollen andächtigen Nennung des Namen des Herrn in eine ganze Unendlichkeit zurückgetrieben.[71]

Falsches Verständnis bezüglich der Hölle

Der Teufel beherrscht die Höllen

Bis heute glaubt man, es gäbe einen bestimmten Teufel, einen gefallenen Engel, der die Höllen beherrsche. Tatsächlich aber existiert kein besonderer Teufel, dem die Höllen unterworfen wären. Das ergibt sich auch aus der Herkunft der Höllenbewohner, die ebenso wie die Himmelsbewohner allesamt dem menschlichen Geschlecht entstammen. Von Anfang der Schöpfung bis heute haben sich dort Myriaden mal Myriaden eingefunden, und jeder einzelne von ihnen ist der besondere Teufel, zu dem ihn in der Welt sein Gegensatz zum Göttlichen gemacht hat.[72]

Anmerkung: Emanuel Swedenborg widerspricht der Vorstellung eines leibhaftigen Oberteufels, der wahlweise überteuerte Markenanzüge, Dreizack oder Pferdefuß usw. trägt und so die Hölle regiert. Was die Person des Satans betrifft, ist die Sache etwas kompliziert, siehe Person des Satans.

Hölle als Beweggrund nicht das Böse zu tun

Weder die Hölle, noch der Himmel sollen als Beweggründe dienen, die Menschen vom Bösen abzuhalten, noch zum Guten hinzuleiten. Eine solche Vorstellung macht den Menschen so schlecht wie nur möglich, denn er vollbringt dann das Gute nur des Lohnes wegen, er hat keine Nächstenliebe und noch weniger eine Liebe zu Gott. Es war schon im Anfang der Menschen schlecht gehandelt, daß die Alten ihren Kindern die Hölle so heiß als möglich machten und den Himmel mit allen Annehmlichkeiten ausmalten. Dadurch bewirkten sie zwar eine Art Gottesfurcht, die aber wegen der gar zu leicht erreichbaren Hölle und wegen des zu schwer zu gewinnenden Himmels nie in eine wahre Liebe zu Gott und dem Nächsten überging, sondern bei den einfachen Gemütern in eine zunehmende Furcht ausartete und bei den Klügeren in eine volle Gleichgültigkeit gegen Gott und gegen die Nebenmenschen überging. Die Folge davon ist die gegenwärtige beinahe gänzliche Gottlosigkeit unter den Menschen.[73]

Gott wirft die Menschen in die Hölle

Manche Leute sind der Ansicht, Gott wende sein Angesicht vom Menschen ab, stoße ihn von sich, werfe ihn in die Hölle und sei über sein Böses erzürnt. Einige gehen sogar noch weiter und meinen, Gott strafe den Menschen und tue ihm Böses.

Richtig ist: Diese Ansicht wird bestärkt durch den Buchstabensinn des Wortes, wo ähnliches gesagt wird, jedoch der geistige Sinn ist von ganz anderer Beschaffenheit. Gott wendet niemals sein Antlitz vom Menschen ab und stößt niemanden von sich, wirft auch niemanden in die Hölle und zürnt niemandem. Das kann jeder erkennen, dessen Gemüt erleuchtet wird, wenn er das Wort liest, allein schon daraus, daß Gott das Gute, die Liebe, die Barmherzigkeit selbst ist. Das Gute vermag niemandem etwas Böses zuzufügen und die Liebe und Barmherzigkeit keinen Menschen zurückzustoßen.[74] Weit davon entfernt, den Menschen in die Hölle zu werfen, befreit ihn der Herr vielmehr davon in dem Maß, wie er seinem Bösen widersteht und sich ihm nicht unterwerfen will.[75] Weil nur der Mensch selbst der Urheber seines Bösen ist, so bringt er sich auch selbst in die Hölle und nicht der Herr.[76] Geister, die dem Bösen verfallen sind, stürzen sich selbst freiwillig in die Hölle. Es sieht nur für alle anderen, die sich außerhalb der Hölle befinden so aus, als ob jene, die eine geradezu brennende Liebe zum Bösen treibt, durch göttliche Gewalt kopfüber in die Hölle hinabgestoßen würden.[77]

Hölle als Ort der ewigen Verdammung

siehe Verdammnis

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.2108; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.170.12
  2. Lorber, Himmelsgaben 3.246.4-5
  3. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.152.8
  4. Lorber, Himmelsgaben 3.246.5
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 554
  6. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.240.1
  7. Jakob Lorber, Robert Blum 1.30.6-7
  8. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 481
  9. Jakob Lorber, Bischof Martin 15.17; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 282
  10. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 422; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 425
  11. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 547; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 547
  12. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 311
  13. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 405
  14. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.75.2-5
  15. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 539
  16. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 113
  17. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 538; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 595
  18. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.199.12
  19. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.33.13
  20. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 573-574
  21. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 587
  22. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 588
  23. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 553
  24. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 592
  25. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 595
  26. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 536-537; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 594
  27. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 294; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 541-542; {{S|HH|588}; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 594}
  28. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 578
  29. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 596
  30. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.170.14; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 542
  31. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.19.14
  32. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 569
  33. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 151
  34. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 481; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 553
  35. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 151; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 587
  36. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 152
  37. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 151
  38. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 153
  39. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 592
  40. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 539
  41. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 428; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 584-585
  42. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 429; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 479; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 583; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 585
  43. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 553
  44. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 566; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 575
  45. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 575
  46. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 575
  47. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 586
  48. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 587
  49. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 429
  50. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 391; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 543
  51. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 220
  52. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 546
  53. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 538
  54. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 375; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 384
  55. Jakob Lorber, Die Erde 58.10-12
  56. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.14.11
  57. Jakob Lorber, Die Erde 58.18
  58. Jakob Lorber, Bischof Martin 82.33-34
  59. Jakob Lorber, Der Mond 4.8
  60. Jakob Lorber, Robert Blum 2.294.5-7
  61. Jakob Lorber, Die Erde 63.11-12
  62. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 329
  63. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 9
  64. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 547
  65. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 548
  66. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 508; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 539
  67. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 536-537; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 540
  68. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.67.16
  69. Jakob Lorber, Bischof Martin 88.6
  70. Jakob Lorber, Bischof Martin 73.7
  71. Lorber, Himmelsgaben 3.18.30
  72. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 544
  73. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.243.3-7
  74. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 545
  75. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 547
  76. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 547
  77. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 548
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