Innere Stimme
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Das Innere Wort zum Gehör des Geistes
Die Rede eines Engels oder Geistes mit dem Menschen wird ebenso laut vernommen, wie zwischen zwei Menschen, jedoch nur von dem angesprochenen Menschen selbst, und nicht von Dritten. Der Grund dafür ist, daß die Rede des Engels oder Geistes zuerst in das Denken des Menschen eindringt und auf dem inneren Weg in sein Gehör gelangt, nicht per Luftschwingung auf äußerem Weg.[1]
siehe Vermittlung einer Offenbarung, Verbindung mit Engeln, Verbindung mit Geistern und Schwärmer
Das Innere Wort im Herzen
Der Herr kann zum Gehör des Geistes der Menschen reden (siehe oben) und zum Gehör des Herzens. Letzteres ist die Vaterliebe, an die man sich jederzeit wenden kann, wenn man etwas nötig hat. Der Vater wird es geben, so es gut ist, aber auch vorenthalten, wenn nicht. Ob gut oder nicht, man kann immer den Vater bitten, und Er wird den Rat nicht schuldig bleiben und zum Herzen reden. (nach Henoch)[2] Manchmal legt einem der Herr aus sicher höchst weisen Gründen die Antwort auf eine innere Frage nicht sofort ins Herz. Dann gilt es, in aller Liebe und Ergebung ruhig und gelassen abwarten, bis es dem Herrn gefällt, die erwünschte Antwort ins Herz zu legen. (nach Borem)[3]
Das lebendig aus dem Herzen kommende Wort ist alles in allem, durchdringt die Materie, löst sie auf in Geistiges und nährt dann mit der Materie den Geist. Es ist die Vorbereitung der Liebe zu Gott.[4]
Das Innere Wort spricht sich zuerst in hellen Gedanken oder seelischen Formen im Herzen aus, geht dann in die Sprache des Gesichtes über und erst dann in die mündliche Sprache, wenn dies aufgrund der Schwäche der grobsinnlichen (materialistischen) Menschen notwendig ist, wodurch die groben Sinne solcher Menschen verfeinert werden sollen und sie dann mit diesen verfeinerten Sinnen die Dinge in ihrer Wahrheit beschauen. Dadurch sättigen sie ihren Geist, damit er als das eigentliche Leben im Menschen erstehe und ein vollkommener Herr sei in seinem Haus. Das innere Wort ergreift die Materie, teilt sie und beschaut sie in ihrem Wunderbau. In dieser Beschauung sättigt sich die Seele.[5]
Qualifikation
Wer mit dem Herrn reden will, der soll zu Ihm kommen, und Er wird ihm die Antwort in sein Herz legen. Aber nur die Reinen, deren Herz voller Demut ist, sollen den Ton Seiner Stimme vernehmen.[6]
Wer den Herrn nicht vor lauter Liebe ergreift und Ihn nicht mehr los läßt, der wird schwerlich je den Ton Seiner Stimme im eigenen Herzen vernehmen.[7]
Es ist der Wille Gottes, daß jeder stets nach dem ewigen Leben der Seele und des Geistes im eigenen Herzen trachten soll, aber dabei soll sich niemand verleiten lassen und der Meinung sein, daß man von einem Tag auf den anderen schon alles erreicht habe. (nach Henoch, im Bezug auf den sich für erleuchtet haltenden Seth, der meinte, jedes Wort von ihm komme schon aus der Höhe, wodurch er sich gegen das Wort Gottes verging)[8]
Mitteilung
Keiner dränge dem anderen ein Wort auf, sondern wer etwas erfahren möchte, der wende sich an einen mit verständigem Herzen; verständig ist ein Herz, das stets in sich die Stimme der ewigen Liebe vernimmt und das Wort des Lebens aus Gott versteht. Wenn ein solches Wort gesprochen wird, dann ist es an der Zeit, Ohr und Auge vom Herzen aus zu öffnen.[9]
Wann immer man aus wahrer innerer Bruderliebe im Namen des Herrn zu seinen Brüdern redet und ihnen ein liebeerfüllter Lehrer über Gott, Seine Werke, Seine Güte, Seine Gnade und wie Er ein liebevollster heiliger Vater allen Menschen ist, die Ihn aus allen ihren Lebenskräften lieben - der wird nicht ein Wort reden, das nicht zuvor Gott in seinem Herzen geredet hätte. Und wer hören wird, der wird die Stimme Gottes hören. Wehe aber dem, der Worte Gottes aus sich selbst, des Eigennutzes oder weltlichen Ansehens wegen reden wird, ohne zuvor in sich das lebendige Wort vernommen zu haben! Dessen Zunge soll giftig werden und wer ihn hören wird, dem wird sein, als wäre er von einer Schlange gebissen worden. (nach Henoch)[10]
- Anmerkung: Auch wenn letztlich jeder, der von Gott geleitet wird, auch von Gott gelehrt wird und Seine Stimme hört, im Gefühl oder sogar deutlich vernehmbar, ist nicht jeder zum Propheten berufen. Nur weil jemand den König hört oder sieht, ist er deswegen nicht auch ein Beamter oder Beauftragter desselben. Das Prophetenamt bedarf der individuellen Ernennung durch Gott. Da mit oft kuriosen "Inneren Worten" auch heute noch in diversen Kreisen trotz aller vergangenen schlechten Erfahrungen geradezu inflationär umgegangen wird, eine dringende Warnung: Man riskiert eine tödliche Vergiftung (von einer Schlange gebissen...), d.h. den Verlust des Glaubenslebens und womöglich sogar des geistigen und natürlichen Lebens, wenn man nicht vorsichtig ist, was man als Wort Gottes annimmt! Dieses Gift ist derart stark, daß es sogar Menschen töten kann, die sich in etlichen Prüfungen bewährt haben und sehr glaubensstark geworden sind. Generell sollte man sich rein schon aus Selbstschutz vor Kreisen oder Personen hüten, die "Vaterworte" durchfallartig aus allen möglichen Richtungen akzeptieren oder produzieren. Leichtglaube ist gleich Unglaube. Besser ist es meist, auf der sicheren Seite zu bleiben, also z.B. bei der Bibel und Jakob Lorber. Das echte und bewährte Wort Gottes ist übrigens auch das Heilmittel gegen die Giftworte.
Personen, die das Innere Wort hörten
- Anmerkung: Wie schon gesagt, vernimmt letztlich jeder das Wort Gottes, wenn er sein geistiges Leben kultiviert. Hier werden nur jene Personen aufgezählt, von denen konkret berichtet wird, Gott würde durch die Innere Stimme mit ihnen bzw. durch sie sprechen. Mit und durch viele andere, z.B. Noah und Moses und die alten Propheten, sprach Gott auch, ohne daß dies konkret festgestellt wird.
Falsche Vorstellungen
Es ist nicht richtig zu denken, der Herr würde Sich nur bestimmten Menschen vom Fach durchs innere lebendige Wort mitteilen, als gewissen Sozietäten, Konzilien, außerordentlichen Pietisten, mit speziellem Heiligenschein umgebenen Zeloten und vollendeten Tugendhelden und nicht etwa einem Laien oder gar einem Sünder. Der Herr erscheint allzeit bei den Menschen zur Unterdrückung ihres Hochmuts und zur Belebung der wahren Demut und Liebe stets so, wie Christus den Juden erschienen ist.[11]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 248
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 269.6
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 103.4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.44.1-2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.44.4; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.45.12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.77.1-2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.83.10-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.98.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.269.7-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.5.18-20