Gotteskindschaft
Die wahre Kindschaft Gottes besteht darin, daß jeder im Willen Gottes ist und Gottes Wille in ihm; dies ist die wahre, lebendige Frucht der reinen Liebe und das ewige Leben.[1] Kinder Gottes erkennen Gott in ihrem liebenden Herzen nicht als Richter, sondern allein nur als Vater.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Wesen
Da der alleinig wahre Vater Seiner Kinder eigenschaftlich von Ewigkeit Gott ist, daher sind Seine Kinder Götter Lev 11.44 Lev 19.2 Mt 5.48 Luk 6.36, nur mit dem Unterschied, daß der Vater dem Sohn stets ein Vater bleiben wird ewig nach dem Maß der Erscheinung und darum der Sohn nie dem Vater ein Vorvater. Dies ist der große Abstand zwischen Gott und Seinen Kindern, daß Er allein der Vater, sie aber ewig unmöglich etwas anderes als Seine lieben Kinder sind, auf die ein großes Erbe im Vaterhaus wartet.[3] Der göttliche Vater ist, was Er ist, durch Sich, - die Kinder Gottes sind ewig nichts aus sich, aber alles aus und durch Ihn. (nach Horedon)[4]
Kinder sind der Gegensatz zum Vater, und dadurch mit Ihm eins, indem der Vater austeilt und die Kinder empfangen und nicht indem sie sich mit dem Vater in eine Linie stellen, um gleich Ihm auszuteilen, was dazu führen würde, daß sie sich bis auf den letzten Tropfen ihres Seins vergeben würden und der Vater müßte Seine Mitteilung für immer aufheben und dadurch in Sich Selbst den Gegensatz bilden, damit Er bleibe, was Er war in Sich von Ewigkeit; ein Sich Selbst vollkommen genügender, ewiger, mächtiger Gott.[5]
Gott der Herr, der gute Vater aller Seiner Kinder, hat keine Freude an der Pracht und dem Glanz. Darum sind auch Seine Kinder ganz einfach und schlicht; und Er Selbst als Vater ist der Einfachste und Schlichteste unter Seinen Kindern.[6]
Die Kinder Gottes dürfen im Namen Gottes auch nach reiner Herzenslust fröhlich sein, denn dem heiligen Vater ist der in Seinem Namen Heitere lieber als einer, der an Seinem Herzen trauert. Der Herr hat sie für die Seligkeit nur, aber nicht für die Traurigkeit geschaffen.[7]
Die wahrhaftigen Kinder des Vaters achten sich gegenseitig gleich und verlangen keine Verehrung oder Verbeugung voneinander. Alles, was sie sich gegenseitig erweisen mögen, besteht lediglich darin, sich gegenseitig aus der Liebe zu Gott als wahrhaftige Geschwister zu lieben. Was darüber oder darunter ist, das ist nicht in der Ordnung Gottes und damit Sünde. (nach Kisehel)[8]
Liebe der Gotteskinder
Die Liebe ist unser Leben und das Leben Gottes in uns. Wer daher Gott, den Vater liebt, der tut was Ihm allein angenehm ist. (nach Henoch)[9] Die Liebe eines Kindes zum heiligen Vater ist mehr wert als alle noch so erhabene Weisheit und alle erdenkliche Wissenschaft. Denn wer die Liebe hat, der hat alles; wer aber die Liebe allein nur der Weisheit, der Wissenschaft und der Stärke wegen hat, der soll auch haben, was er haben will; aber das Herz des Vaters soll er dennoch nicht haben.[10]
Indem man den Herrn nicht fortwährend als das allerhöchste, allmächtigste Gottwesen, dem sich niemand nahen kann und leben 2Mo 33.20, betrachtet, sondern als einen allerbesten und wahrhaftigsten Vater und in Seiner Menschlichkeit als Bruder, dann kann man Gott leicht ertragen und beständig um Ihn sein.[11]
Wer den Vater liebt, der fürchtet Gott (d.h. die Liebe zum Vater ist keine respektlose, sondern eine respektvolle Liebe).[12]
Liebe von Gott Vater
siehe Gott Vater
Herrlichkeit
So wie Gott der ewige Urgrund und Träger aller Wesen ist, so sind auch Seine Kinder in Ihm Selbst der Grundstoff von allem, was die Unendlichkeit für ewig erfüllt. Wie in Ihm Unendliches ist, so ist es auch in Seinen Kindern aus Ihm, denn sie sind die Kronen Seiner ewigen Ideen und großen Gedanken.[13] Nach der Ordnung Gottes müssen überall die Kinder so vollkommen sein, wie ihr Vater vollkommen ist.[14]
Die Kinder Gottes sind endlos groß, erhaben und mächtig von Gott aus, aber klein und nichtig und gar nichts von sich selbst aus. (nach Rudomin)[15] So wie auch Eltern ihre Kinder aus Liebe in ihre Geschäfte ziehen und ihnen Macht geben und zu ihren gewaltigen Dienern machen, weil sie ihre Kinder sind, gibt auch der Herr den Seinen aufgrund Seiner Liebe Macht und Gewalt.[16]
Die Macht der wahren Kinder Gottes ist größer als alle Mächte der Welt und der Welten und aller ihrer Körper und Wesen; es gibt im Himmel, wie auf Erden nichts Größeres, Mächtigeres und Erhabeneres als die Kinder Gottes, denn sie haben den ewigen, unendlichen, über alles erhabenen Gott voller Macht, Kraft und Heiligkeit, als den liebevollsten, allein wahren Vater in sich und sind so völlig in Ihm und Seiner Vollkommenheit, welche in unendlicher Liebe, Gnade, Weisheit und Stärke besteht. Weder die Engel Gottes, noch die Brüder Gottes, noch die Diener Gottes sind mehr als die Kinder Gottes.[17]
Kinder Gottes sind frei im Wollen und Tun und sind in nichts gebunden, außer daß sie leben müssen, weil Gott ein Freund des Lebens ist, da Er Selbst das ewige und eigentliche Leben ist und alles aus Seinem Odem lebt.[18]
Gott vermag mit einem einzigen Gedanken ganze Schöpfungen ins Dasein zu rufen, und Seine Kinder vermögen es auch durch Seine Kräfte in ihnen.[19]
Willenseinheit
Ein Kind Gottes darf, solange es im Leib lebt, sich auf der Welt nichts zueignen, nicht einmal seinen Leib, auch nicht sein Leben, sondern es muß alles hingeben und stets in der Fülle der Wahrheit zu sagen bereit sein: "Mir gehört nichts, ich bin nichts; selbst das Leben, das ich habe, ist lediglich des Herrn." Dies ist das weltliche Verhältnis. Das geistige Verhältnis besteht erst recht in einer zentralen Armut. Auf der Welt darf man sich wenigstens ein Stück Brot selbst nehmen, und man darf auch umhergehen, wie es einem beliebt. Aber im Geiste hört auch diese Freiheit auf. Die Kinder dürfen nur das Brot genießen, das sie unmittelbar aus der Hand des Vaters empfangen. Sie dürfen nur dahin gehen, wohin es der Vater will. Sie dürfen nicht in glänzenden Gebäuden wohnen, sondern in einfachen Hütten. Die Kinder dürfen nie müßig sein und müssen, sooft es der Vater will, mit Fleiß Seine Felder bearbeiten und die Ernte getreu und emsig einbringen. Und wenn sie alle ihre Arbeit noch so fleißig und getreu verrichtet haben, so müssen sie aber dennoch nach verrichteter Arbeit hingehen zum Vater und vor Ihm statt einer auszeichnenden Belohnung demütig wahr bekennen, daß sie völlig unnütze und faule Knechte waren. Die Kinder Gottes dürfen ohne den Willen des Vaters nicht einmal den Fuß über die Schwelle setzen und nur das reden, was ihnen in den Mund gelegt wird.[20]
Ein vollendeter Mensch ist als Kind Gottes eins mit Gott in allem und nicht nur in bestimmten Teilen, und muß, weil Gottes Wille ganz auch der seine geworden ist, ganz natürlich auch alles das zu leisten imstande sein, was Gott Selbst zu leisten vermag. Dennoch verliert deshalb kein noch so vollendeter Mensch seinen eigensten freien Willen, wenn er auch noch so willenseins mit Gott geworden ist, und kann deshalb nicht nur alles aus Gott heraus wollen, sondern auch ganz ungebunden frei aus sich heraus, und das wird dann ein offenbares Mehr über den Willen Gottes hinaus sein. (d.h. die Kinder Gottes können im gewissen Sinn mehr tun als Gott, so wie ein Brennglas das Licht der Sonne konzentrieren kann, aber selbst natürlich nicht mehr als die Sonne ist).[21]
Beispiel: Das Wort Gottes ist nicht weniger mächtig, wenn es statt von Gott von einem Seiner Kinder ausgesprochen wird. Tatsächlich ist das Wort "Vater" aus dem Mund der Kinder mehr wert, kräftiger und mächtiger als aus dem Mund des Vaters selbst, denn es ist schon unter den Menschen so, daß es diese mehr erfreut, wenn sie von ihren Kindern voller Liebe und Zutrauen "Vater" genannt werden, als wenn sie sich selbst vor ihren Kindern "Vater" nennen.[22] Der Vater ist im Mund der Kinder mehr Vater als im eigenen. Darin liegt die endlos allerhöchste Würde und Größe der Kindschaft Gottes, daß der unendliche, ewige Gott Sich Selbst erst in Seinen Kindern Vater nennt und erst dann der wahrhafte Vater in der allerhöchsten Liebe wird, so Ihn Seine Kinder als solchen in ihren Herzen erkennen und in aller Liebe auch so rufen. (nach Horedon)[23]
Unterschied zu den Engeln
Ein Engel kann mit glänzender Macht und Kraft in seinem Geist Welten und endlose Räume zu seinem seligen Vergnügen nach seinem eigenen Willen bereisen; ein Kind Gottes aber darf ohne den Willen Gottes nicht einmal den Fuß über die Schwelle setzen. Ein Engel darf reden, was er will; die Kindern Gottes aber nur, was ihnen von Gott in den Mund gelegt wird. Die Engel vermögen alles was sie wollen aus sich; die Kinder Gottes aber vermögen aus sich nichts, sondern nur dann, wenn es Gott will. Die Kinder Gottes sind wie die gebundenen Glieder eines Leibes, während die Engel wie freundschaftliche Menschen für sich selbst als vollkommen freie Wesen dastehen.[24]
Die Kinder Gottes brauchen die wunderbare Schöpfung Gottes nicht zu bereisen, um sich zu ergötzen, weil sie mit einem Blick übersehen können, wozu die Engel Ewigkeiten brauchen. Die Engel haben die Macht, die Dinge ihrer Welt und von dieser abhängenden Welten zu ordnen, aber die Kinder Gottes sind Mitschöpfer mit Gott; da sie als solche im Zentrum alles Lebens stehen, haben sie auch keinen Grund, sich selbst Kost zu nehmen. Die Engel haben nur Materielles zu ordnen, während die Kinder Gottes nicht nur über die gesamte endlose materielle Schöpfung, sondern auch über alle geistige Kreatur Macht haben. Die Kinder Gottes haben alle Herrlichkeiten Gottes in sich selbst anschaulich vereinigt, weswegen sie keiner Paläste (äußere Herrlichkeit) bedürfen, sondern ihnen einfache Hütten als Wohnung genügen.[25]
Die Engelsgeister haben Kraft und Gewalt, um die eigene Welt zu beherrschen, sind aber deswegen nicht Herren derselben. Sie tun zwar, was sie wollen, aber sie können nicht wollen, was sie wollen. Der Wille der Engel liegt im Grunde der Kinder Gottes, diese aber sind frei in dem Wollen Dessen, der ihr Vater ist.[26]
Unterschied zu Bewohner anderer Welten
Die Kinder Gottes erfreuen sich aller jener schöpferischen Eigenschaften, die Gott ewig im vollsten Ausmaß eigen sind. Dies ist den Geistern aus allen anderen zahllosen Sternen und Erden (Planeten) nicht gegeben.[27]
Die vernünftigen Bewohner aller anderen Gestirne sind wie einzelne Teile des Leibes oder im vollkommeneren Sinn des ganzen Menschen, der in aller Fülle das Ebenmaß Gottes und das Ebenmaß aller Himmel ist. Daher bedürfen sie zu ihrer Beseligung auch all der göttlichen Fähigkeiten nicht, die allen Kindern Gottes eigen sind, so wie die Beine und Hände nicht hören und sehen brauchen usw. Wenn die Kinder Gottes allerseligst sind, sind es auch die Sternenbewohner in und bei ihnen, so wie die Kinder Gottes in und bei ihrem liebevollsten heiligen Vater von Ewigkeit zu Ewigkeit. Daher erfordert dann auch der heiligen Liebe höchste Pflicht bei den Kindern Gottes, so vollkommen wie Gott zu werden, denn von dieser seligsten Vollkommenheit hängt die Seligkeit von zahllosen kleinen Enkelkinderchen ab, durch deren Seligkeit die der Kinder Gottes stets ins Endlose vergrößert und erhöht wird.[28]
Unterschied zu den Geschöpfen
Der mächtige Unterschied zwischen den wahren Kindern Gottes und den Geschöpfen besteht darin, daß die Kinder Gottes nicht die Marionetten des Willens eines anderen sind, sondern sie so freitätig sind wie Gott, ihr Vater, Selbst freitätig ist und darin so vollkommen sein sollen, wie Er Selbst vollkommen ist, darum sie Seine vollkommenen Ebenbilder sind.[29] Alle Geschöpfe haben ihre weise gerichtete Ordnung, die Kinder aber sind frei in ihrem Wollen und Tun und sind in nichts gebunden, außer daß sie leben müssen, und das darum, weil Gott ein Freund des Lebens und nicht des Todes ist.[30]
Den Geschöpfen bleibt der Schöpfer unsichtbar und unerforschlich, denn sie sind gerichtet in des Schöpfers Macht und können nie vor Ihn hintreten, Ihn schauen und Seine Stimme vernehmen. Ganz anders ist das bei den Kindern, die der Schöpfer und nunmehr Vater frei gestellt hat durch Wort und Lehre. Sie können Ihn sehen und sprechen, wann sie wollen - vorausgesetzt, ihre Herzen sind in der Ordnung Seiner Lehre. Sind ihre Herzen jedoch sinnlich gestimmt und haben materielle Dinge und nichtige Weltsorgen in ihnen Platz genommen und in Wort und Lehre Gottes untätig gemacht, da können sie den Vater nicht mehr sehen und hören, weil da so ein werdendes Kind der Gnade und Liebe Gottes wieder das gerichtete Kleid der Geschöpflichkeit angezogen hat, wozu es die volle Freiheit hat.[31]
Beispielhafte Kinder Gottes
Ghemela und Lamech sind das erste Kinderpaar, die Ewigkeiten her Gott auf Seinen Händen erschaulich trägt als ein ewiges Gedenkzeichen für alle nachfolgenden Kinder, daß nur jene wahrhafte Kinder Gottes sein und werden werden, die sich von Gott werden ergreifen, ziehen und wie Ghemela und Lamech auf Seinen Händen tragen lassen. Die diesem Beispiel nicht folgen werden, werden auch wenig Liebe und noch viel weniger Leben von Gott empfangen.[32] So rein wie Ghemela und Lamech sollen Gott alle geborenen Kinder wiedergegeben werden. Gott ist ihr Ursprung und zu diesem sollen sie also wiederkommen für ewig.[33]
Falsche Vorstellungen
Kalte oder motivierte Anrufung
Die wahrhaftige Kindschaft Gottes besteht nicht darin, den Vater anzurufen, um sich so die Macht und Stärke des Herrn zu verschaffen, und sich Sein Kind zu nennen, dabei aber keine Liebe im Herzen zu haben, also nur ein sein sollendes und kein sein wollendes und damit kein wirkliches Kind Gottes zu sein. Zwischen solchen Kindern und den wahren Kindern Gottes besteht eine unendliche Kluft.[34]
Die Liebe eines Kind Gottes zu Gott ist nicht irgendeine Schmeichelei, durch die es sich in die allmächtige Gunst Gottes zu versetzen imstande wäre. Die wahre Liebe muß ein innerer Trieb sein, Gott über alles, als den alleinigen vollkommenen Herrn anzuerkennen, sich selbst aber als ein vollkommenes Nichts Ihm gegenüber zu betrachten. Man muß die höchste Glückseligkeit darin suchen, Gott den Vater zu lieben über alles, weil Er Gott und Vater ist. Und für solche Liebe darf man ewig keines Lohnes gedenken, als allein der Gnade, Gott den Vater so lieben zu dürfen.[35]
Unterscheidungsmangel
Noch größer als die kalte oder motivierte Anrufung ist der Irrtum jener, die den großen Begriff der Kindheit Gottes soweit ausdehnen, daß sie sich und alle Geschöpfe als Kinder Gottes betrachten. Es herrscht ein großer Unterschied zwischen jenen, die einen Gott und Schöpfer erkennen, und jenen, deren Herz Gott alsbald heißliebend (völlig selbstlos) erfaßt und Ihn nie ausläßt (reine Hingabe) und sich deswegen auch nur mehr darum kümmert, wie es Gott stets liebender erfassen kann. Die ersten staunen über ihren erkannten Gott, die zweiten aber zerfließen vor Liebe in Tränen, wenn sie irgendetwas an den Herrn erinnert, indem sie hinter ihrem guten Gott schon einen liebevollsten Vater ahnen. Die ersteren sind nur Knechte, die für den Lohn arbeiten, die zweite Art aber Kinder, die nichts als nur allein den Vater wollen.[36]
Gotteskinder auf der Erde
Wahre Gotteskinder sind gegenwärtig (auf der Erde) beinahe seltener geworden als große Krondiamanten. Sie leben schlicht, von der Welt soviel als möglich abgezogen, und ihre Freude und der Gegenstand ihrer Gespräche ist Gott. Ihr Herz beschäftigt sich mit Gott und alles andere in der Welt ist ihnen so gut wie gleichgültig. Der Herr ist mitten unter ihnen und redet tagtäglich mit ihnen, lehrt und zieht sie Selbst. Sie hören allezeit die Stimme des Herrn und erkennen diese Stimme als die des rechten Hirten und nicht als die eines Mietlings (Stellvertreter, Guru etc.), der sie nicht folgen. Für sie ist das Wort Gottes (die Neuoffenbarung) gegeben. Der Herr braucht nur ein demütig Ihn liebendes Herz, um die Seinen zu lehren und führen und keine weltlichen Gelehrten, Dichter, Künstler, Erfinder und Weltgesetzgeber. Aber es sind nur sehr wenige, deren Ohr für die Stimme Gottes empfänglich ist.[37]
Es gibt so manchen Kampf zwischen den Kindern Gottes und den Kindern der Welt, weil die Zahl der Gotteskinder auf der Erde stets kleiner sein wird als die Zahl der Kinder der Welt. Aber am Ende werden doch die Kinder Gottes siegen über alle Welt, und diese wird ihnen nichts mehr anhaben können.[38]
Die Kinder Gottes müssen auf der Erde ein schweres Querholz auf ihre Schultern tragen, welches sie zu Boden drückt und ihnen den Tod gibt, über den ihre kleine Welt mächtig jubelt. Erst aus diesem Tod können sie erstehen, werden Gott gleich, und tun dann wie Er; nicht aber um zu herrschen, sondern um zu dienen allen mit der größten Liebe, Sanftmut und vollsten Ergebung in den Willen des Herrn. Die Kinder Gottes müssen den unendlich ewig mächtigen Willen des Herrn bis auf den letzten Tropfen in sich aufnehmen, bevor sie vollkommen Kinder Gottes werden können. Um sich dem Willen Gottes vollkommen untertan zu machen, müssen die Kinder Gottes, oder diejenigen, welche Kinder Gottes werden wollen, in ihrer Freiheitsprobe fortwährend die Last des Willen Gottes tragen lernen und müssen durch das Feuer des Eifers Gottes unter vieler Angst und Qual sich gänzlich verzehren lassen, damit sie dadurch dem endlosen ewigen Feuer des Willen Gottes für ewig verwandt werden. Und viele, welche diese Probe nicht bestanden haben, werden sich dann nach ihrer Umänderung gefallen lassen müssen, für undenklich lange Zeitperioden sich im Feuer des Willen Gottes zu reinigen, bevor sie zur größten Geringheit unter Gottes vollkommenen Kinder werden können aufgenommen werden.[39]
Die Armen in dieser Welt sind wahrhaft die Kinder Gottes; die Reichen aber sind zumeist Kinder dieser Welt. Damit sich die Kinder Gottes nicht überheben, läßt Gott sie in der harten, aber dennoch für sie höchst heilsamen Lebensschule dieser Welt auch Not leiden und in ihrer Not vor die Reichen der Welt kommen; was diese dann den Kindern Gottes tun, das wird auch Gott ihnen tun und sie vielfach schon im diesseits und endlosfach im Reich Gottes belohnen. Wer demnach die Liebe der Kinder hat durch seine Liebe zu ihnen, der hat auch die Liebe des Vaters sicher erworben.[40]
Jesus und die Seinen haben von den durch eigene Schuld verbildeten Menschen vieles zu leiden. Aber ihre Leiden kommen nicht über sie, als hätten sie keine Kenntnis von der rein göttlichen Lebensordnung, und als liefen ihre Taten dieser zuwider, sondern sie machen durch ihre Leiden die blinden Menschen sehend. An ihnen kann ersehen werden, welch kleinen Wert sie auf das Leben dieser Welt legen, und welch großen Wert das Leben der Seele haben muß, wenn man ihm zuliebe alle irdischen Vorteile von sich weist. Darin erst besteht die eigentliche Erlösung der Menschen vom Tod zum Leben.[41]
Die Sonne als neue Pflanzschule für die Kinder Gottes
Die Erdmenschen haben Gott beinahe völlig vergessen und aus der Erde eine vollkommene Hölle gemacht. Es gibt nur sehr wenige, die tatsächlich noch etwas auf den Namen des Herrn halten und darauf bauen; den meisten ist Er zum Ärger und Ekel geworden.[42] Sie haben keinen Glauben, keine Liebe, keine Demut und keinen Gehorsam und somit auch kein Vertrauen auf den Herrn. Daher bleibt Gott nichts anderes übrig, als die wenigen Rechten und Besseren zu schützen und zu bewahren. Den anderen will Er ihren eigenen Willen völlig freigeben und ihnen jeden Verband mit Ihm nehmen, wodurch sie in kurzer Zeit gänzlich vom Erdboden verschwinden werden.[43]
Da Gott von der Erde beinahe keine vollkommenen Kinder mehr bekommen kann, will Er auf der Sonne eine neue Pflanzschule für seine künftigen Kinder anlegen. Die Erde wird derart gesichtet werden, daß die Menschen tagelange Reisen werden machen müssen, bis sie auf ein Wesen ihresgleichen stoßen. Wenn die Erde gereinigt wird, dann will Gott von ihr bis zur Sonne eine Brücke bauen für den Geist, wodurch die Sonnenmenschen mit den Erdmenschen wie Hand in Hand wandeln sollen.[44]
Erlangung der Gotteskindschaft
Die Erde hat die Bestimmung, daß sich die Menschen aus sich selbst zu einem wahren Kind Gottes gestalten sollen. Daher müssen alle möglichen guten und schlechten Gelegenheiten gegeben sein, um die Lehre Gottes vollständig ausüben zu können. Es muß Arme geben, damit die Reichen Barmherzigkeit und die Armen Dankbarkeit üben können. Es muß Schwache geben, damit die Starken Gelegenheit bekommen, den Schwachen zu helfen und diese in der Demut ihres Herzens ihre Schwachheit erkennen. Ebenso bedarf es Unwissender, damit die Weisen ihr Licht nicht vergeblich haben. Ohne dieses Pro- und Kontra könnten die Menschen unmöglich zu wahren, allmächtigen Kindern des Allerhöchsten werden. Solange ein Mensch nicht in allen möglichen Dingen und Verhältnissen den Satan mit höchst eigener Macht aus dem Kampffeld treiben kann, hat er die volle Kindschaft Gottes noch lange nicht. Das wahre Reich Gottes kostet einen großen Kampf der vollsten Freiheit des ewigen Lebens wegen.[45]
Viele werden jenseits das ewige Leben erlangen, aber nur ganz wenigen wird das große Glück zuteil werden, als Kinder ins eigentliche Vaterhaus aufgenommen zu werden. Denn die Erlangung dieser Gnade kostet Gewalt (Entsagung); und die es nicht mit Gewalt an sich reißen, die werden es nicht bekommen. Mt 11.12 Der Spruch "Mein Joch ist sanft und Meine Bürde ist leicht" Mt 11.30 ist jenem zum Trost, welche die Wahrheit wohl in sich überzeugend haben, aber dabei dennoch auch so viel Welt, daß sie ihnen den Mut benimmt, die Wahrheit offen vor der Welt zu bekennen. Diejenigen wenigen aber, welche alles Weltliche aus sich verbannt haben, überkommen dann den Geist der Kraft und Stärke. Sie fürchten keine Welt mehr, bekennen die ewig lebendige Wahrheit in ihnen offen und reißen durch die Gewalt ihres Glaubens und ihrer Liebe zum Herrn das Haus des Vaters (die Kindschaft Gottes) an sich.[46]
Gott der Vater will um Seiner Selbst willen geliebt sein und nicht weil man z.B. dadurch die Wunder des ewigen Lebens in sich erschauen kann.[47]
Gotteserkenntnis
Alle Kinder Gottes sollen den Herrn nicht als ihren Gott, sondern stets nur als ihren liebevollsten Vater erkennen und ersehen, lieben und anbeten.[48]
Wer Gott sucht, findet und erkennt und seinen Nächsten über alles liebt mit aller Geduld wie sich selbst, schon auf der Erde oder zumindest doch jenseits, aus allen Kräften, der wird ein Kind Gottes, also Gottes Sohn und Gottes Tochter sein. Wer aber Gott nicht sucht, nicht findet, nicht erkennt und somit auch nicht lieben wird und auch voll Lieblosigkeit gegen seine Nebenmenschen ist, der wird ewig auch nie zur Gotteskindschaft gelangen. Denn die Kinder Gottes müssen so vollkommen sein, wie Gott als ihr wahrer Vater Selbst vollkommen ist.[49]
Gegenüber allen Seinen Geschöpfen ist Gott ein Richter, aber die Kinder sollen den Vater nicht Richter nennen, denn alle werden gerichtet werden, die den Vater als Richter rufen werden. Wer Gott jedoch als liebenden Vater anruft, der wird in Ihm nie einen tötenden Richter erblicken.[50] Wer stets "Herr, Herr, Gott aller Gerechtigkeit, Gott der Gnade, Gott der Liebe und aller Erbarmung" ruft, den wird Gott zwar nicht verwerfen und ihm das Leben lassen, aber er wird es sehr schwer haben, zum allerseligsten freiesten Leben (als Kind Gottes) gelangen. Gott läßt sich nicht umfassen, und der Herr aller Gerechtigkeit kann zufolge Seiner endlos großen Heiligkeit eine solche Annäherung nicht zulassen, sondern allein der Vater, der alles in Seiner endlosen Liebe zu Seinen Kindern in Sich birgt, damit sich alle Ihm vollkommen nähern können und sollen, damit sie ewig das genießen, was des Vaters ist.[51]
Demut
Um ein Kind Gottes zu werden oder zu sein, muß man von ganzem Herzen demütig sein, Gott aus all seinen Lebenskräften über alles lieben und Seinen Willen erfüllen, indem man seine Brüder und Schwestern mehr als sich selbst liebt und achtet. Gott über alles zu lieben bedeutet, dass man allein nur für Gott lebt; alles andere ist wie gar nicht da. Man betrachte alles in der Welt für wertlos und setze den Herrn über alles in seinem Herzen. In dieser Liebe wird der Geist Gottes im Herzen Wohnung nehmen, und man wird von diesem Augenblick an ein wahrhaftiges Kind Gottes sein. Gott kann nicht mit großartigen Taten, Pracht und Glanz bestochen werden, da Er dies und viel mehr mit einem Gedanken zu erzeugen vermag, sondern nur mit einem reinen liebeerfüllten Herzen, worauf Er in einem Augenblick mehr gibt, als man selbst mit aller Weisheit in undenklichen Zeiten je erlangen mag.[52] Nur durch die Demut wird der Mensch erst Mensch und ein wahres Kind Gottes.[53]
Bei der Erlangung der Kindschaft Gottes handelt es sich nicht um das Mehr- oder Glücklicherwerden, sondern ums Vollkommener- und Lebendigerwerden in der Liebe Gottes. Die größte Glückseligkeit bedingt ganz allein die gegenseitige Liebe. Je mehr man sich gegenseitig liebt, je inniger man sich in der Liebe körperlich wie geistig vereint, desto glückseliger ist man.[54] Der viel verlangt, wird wenig empfangen; der wenig verlangt, wird viel empfangen; wer nichts verlangt, dem wird alles zuteil werden.[55] Wer sich in der Demut seines Herzens stets verringert und verkleinert, wird vom Herrn entgegengesetzt vergrößert, aber nicht in einem Mehrwerden, sondern allein nur in der größeren Demut und Liebe, und das ist die Vergrößerung im Geiste, weil man als Kind Gottes die Geringheit im vollkommensten Maß überkommt.[56]
Die Kinder Gottes sind und sein wollen, müssen schwach sein, und ihre Schwäche muß erst eine Kraft werden in Gott (ihre Kraft kommt allein nur aus Gott). Die Kinder Gottes beten Gott an in ihrem Feuer (aus der Liebe zu Gott). Die Kinder Gottes dürfen nicht bleiben, was sie sind, sondern sie müssen verzehrt werden, damit sie in ihrer Vernichtung (reine Hingabe) erst das werden, was sie sein sollen.[57]
Entsagung
Ohne die Welt in einem selbst vollends besiegt zu haben (d.h. Meister und nicht Sklave seiner Sinne zu sein), kann man nicht ein Kind des Vaters im Himmel werden. Die Welt in sich zu besiegen bedeutet nicht, den Kopf hängen zu lassen oder ein Verflucher der Welt zu werden, sondern sie weise zu benützen, da sie ein gut brauchbares Werkzeug ist, mit dem man sich, so man es zweckdienlich anwendet, nämlich als ein Jünger des Herrn, viel Gutes und Herrliches schaffen kann, wodurch es das ewige Leben bereiten und festigen wird. Wer es jedoch anders verwendet, dem wird es allzu leicht eine tödliche Wunde versetzen, da die Welt gleich einem sehr scharfen Messer ist.[58]
Die Kinder Gottes sollen aus sich heraus getreue Ebenbilder des Herrn sein. Sie sollen, gleich Ihm, alles hergeben und ihre Liebe und ihr Leben aus dem Herrn frei machen, wodurch sie gleich Ihm reich werden ewig. Sie werden arm, um reich zu werden.[59]
Um die Kindschaft Gottes zu erlangen, soll man allen Reichtum fliehen und alles mit der größten Liebe der unendlichen Liebe des Herrn wieder zurück geben. Man suche im Besitz Seiner Selbst (Selbstbeherrschung), und nichts anderem dazu, den allerhöchsten Reichtum. Dann wird man das allerhöchste Gut besitzen in unendlicher Fülle. Man soll nicht versuchen, sich die Kraft und Macht des Herrn zu eigen zu machen, sondern vielmehr danach trachten, ein Allerschwächster und Allergeringster in Seinem Reiche zu werden und nichts zu besitzen als Seine Liebe und nichts zu wünschen, als nur bei Ihm zu sein.[60]
Hindernisse
Unduldsamkeit
Gottes Kinder müssen alles ertragen können, alles erdulden. Ihre Kraft sei allein die Liebe zu Gott und die Liebe zu ihren Brüdern, ob sie gut oder böse sind. Wenn sie darin fest sind, dann auch sind sie vollkommen frei und fähig, in das Reich Gottes aufgenommen zu werden. Solange man sein Recht noch irgendwo anders sucht als allein nur im Wort Gottes, solange man noch beleidigt werden kann und der Meinung ist, es geschehe einem irgendein Unrecht, so lange ist man noch ein Kind der Hölle und die Gnade des Herrn ist nicht in einem. (nach Borem)[61]
Rangdenken
Solange jemand den anderen gegenüber nicht in aller Liebe ein wahrer Bruder ist, kann Gott nicht sein Vater sein, da Er als die reine Liebe keinen Unterschied zwischen Seinen Kindern macht. Es gibt wohl einen Unterschied zwischen Liebe und Liebe, wie sie mächtiger ist und mächtiger; aber diese Unterschiede sind so beschaffen, daß die Brüder diesen Unterschieden zufolge einander achten, und je mehr Liebe einer hat, desto demütiger ist er auch, und desto mehr will er auch allen ein Diener sein.[62]
Kritik der Weisheit an der Gotteskindschaft
Der (weltlichen) Weisheit ist die Gotteskindschaft unverständlich. Ihre Kritikpunkte sind wie folgt (nach Sonnenbewohnern):
- Selbst höchste Seligkeit macht überstandene Leiden nicht wett. Wer durch ein entsetzlich selbstverleugnendes Leben sogar alle Fähigkeiten des Allerhöchsten erreicht hätte, so sind diese aber dennoch nichts gegen solche Leiden, vor allem auch, weil diese nur jenem zuteil werden, der sein Leben hindurch am meisten alles erdenkliche Elend geduldig ausgestanden hat. Selbst die größtmögliche Seligkeit nützt einem solchen Kind nichts, wenn ihm die Erinnerung an die Leiden bleibt. (Anm.: Was auch irdisch an zahlreichen Fällen belegt werden könnte.) Ebenso wird so jemand jede Seligkeit auf ewig verbittert, weil ihm bewußt werden muß, daß seine ebenbürtigen Brüder sicher zu Tausenden elend in irgendeinem ewigen Strafort schmachten, und er vielleicht aus Äonen als der einzige glücklich seine schreckliche Lebensaufgabe gelöst hat. Erinnert sich so jemand aber seines einstigen Elendes nicht und kümmern ihn seine unglücklichen Brüder nicht, dann ist er um sein Leben betrogen, denn ohne Rückerinnerung kann er unmöglich sagen, er habe sich solche Glückseligkeit erworben, d.h. er ist höchst unwissend und hat aus einer Gotteskindschaft nichts als eine stumpfe Seligkeit.[63]
- Beleidigung der Weisheit Gottes. Keine Hölle ist ärger als die Erde. Wie kann die Weisheit Gottes an solchen gemarterten Wesen ihre Lust haben; was soll das für ein Gott sein, der nur Freude an den Elenden hat?[64]
- Liebe genügt nicht. Wie kann man ernsthaft glauben, es genüge schon, den Höchsten Geist ein wenig anzuschmachten, um Ihn zu gewinnen? Solche Sentimentalität zeigt nur, daß man ein Dummkopf ist, und man sich nicht einmal selbst erkannt hat, geschweige denn den ewigsten Urgeist aller Geister, dessen ausgezeichnetes Kind man am Ende sein will.[65]
- Mangel an praktischer Lebensweisheit. Was nützt eine hohe Mystik von der Kindschaft Gottes, wenn selbst die ersten Prinzipien der praktischen Lebensweisheit völlig mangeln? Diese bestehen in der gerechten Nachgiebigkeit gegen Schwache. Denn wo der Starke gegen den Schwachen stark sein will und ein Sieger über ihn (wie auf der Erde allgegenwärtig), da ist alle Weisheit verloren. Dies ist so, weil jede Kraft den Sieg in ihrem klaren Bewußtsein finden muß, und nie in der schmählichen Unterjochung dessen, der schon von weitem als der Schwächere erscheint. Wer stark ist, der verberge seine Stärke nicht, aber mache sie auch nicht geltend an den Schwachen. Wer schwach ist, der scheine nicht, als wäre er stark, sondern schwach. So wird die Kraft des Starken und die Schwäche des Schwachen zu einer Stärke im Starken. Selbst dieser einfachsten Lebensweisheit scheinen die Kinder Gottes zu ermangeln, was also kann daran liegen?[66]
Richtig ist:
- Gott kann alles wieder ganz machen. Niemand wird etwas verlassen, das ihm im Gottesreich nicht tausendfach ersetzt werden würde für ewig. Großes wird geboten, aber auch nichts Geringes verlangt. (nach Petrus).[67] Gott kann das, was der Satan zerstört, doch wieder völlig ganz machen, und zwar derart, daß keine Spuren oder Schäden bleiben.[68]
- Ordnung und Weisheit Gottes ist übermenschlich. Von der unendlichen Ordnung und Weisheit Gottes kann sich selbst ein noch so freier Geist ewig keine völlig klare Vorstellung machen. (nach Uhron)[69]
- Die Kindschaft Gottes ist kein Herz-Schmerz-Roman. Ein himmlisches Leben (gleich dem der Sonnenbewohner) taugt nicht, um dadurch zur Gotteskindschaft zu gelangen. Diese ist ein heiliger Ernst und keine Spielerei, daher muß sie auch im vollsten und oft bittersten Lebensernst erstrebt werden (nach Martin).[70] Nur weil jemand auf der Erde geboren ist, wo der Herr Selbst Sich ins Fleisch gehüllt hatte, erreicht wohl niemand die Kindschaft Gottes (nach Martin).[71]
- Völlige Willensfreiheit ist eine notwendige Zutat. Auf der Erde geht es wohl so elend zu, daß man meint, Gott liege gerade an jener Welt, die Er Selbst zur wichtigsten und heiligsten im Universum durch Seine Menschwerdung gemacht hat, gar nichts. Dem ist jedoch nicht so. Die Menschen der Erde sind im vollsten Sinn frei und können tun, was sie wollen: Gutes nach dem Gebot Gottes oder Schlechtes wider dasselbe. (nach Martin)[72] Ohne den vollkommen freien Willen ist es unmöglich, die freieste, ewig ungerichtete Kindschaft Gottes zu erlangen. (nach Martin)[73]
Verlust der Gotteskindschaft
Alle Geschöpfe hängen an der Macht Gottes, aber die Kinder Gottes hängen an Seiner Liebe. Die Macht Gottes gebietet, und es geschieht; aber Seine Liebe wünscht nur und gebietet in aller Sanftmut den freien Kindern. Wenn die (potentiellen) Kinder den Vater nicht wollen und Seine Liebe verschmähen, dann sterben sie (d.h. verlieren die Gotteskindschaft; geistiger Tod). Stündlich welken und sterben Tausende solcher (potentieller) Kinder Gottes dahin, was den Vater traurig macht. Sie verstopfen ihre Ohren und wollen das Angesicht ihres Vaters nicht schauen, daher kann selbst Gott ihnen nicht helfen, wenn sie es nicht wollen, weil sie frei sind, wie Er es ist. Die Macht Gottes geht über alles; aber Sein Wille ist Seinen Kindern untertan. Es liegt an den Menschen, ob sie den Herrn als Vater oder als Gott wollen. Die Liebe wohnt nur im Vater und heißt der Sohn. Wer diese verschmäht, der wird der mächtigen Gottheit anheimfallen und wird seiner Freiheit auf ewig beraubt werden, und der (geistige) Tod (als Kind Gottes) wird sein Anteil sein, denn die Gottheit wohnt auch in der Hölle, aber der Vater wohnt nur im Himmel. Gott richtet alles nach Seiner Macht; aber die Gnade und das ewige Leben ist nur im Vater und heißt der Sohn. Die Gottheit tötet alles (was die Kindschaft Gottes betrifft); aber der Sohn oder die Liebe in Gott hat Leben, gibt Leben und macht lebendig.[74]
Gott zerstört augenblicklich Seine Geschöpfe, die nichts taugen, und vernichtet sie auf ewig. Für Seine ungehorsamen (potentiellen) Kinder hat Gott eine Menge Strafen und züchtigt sie bis auf den letzten Tropfen Blut, und sie werden dann gewiß erkennen, daß Er der Herr im Haus ist, wenn sie Ihn schon als liebenden und heiligen Vater nicht erkennen wollen. Wehe denen, die Seine väterlichen Züchtigungen verkennen werden; diese wird der Vater verstoßen und sie werden dann mit ihrem ewig unerbittlichen Gott zu tun haben.[75]
Die später (im Jenseits oder auf anderen Weltkörpern) möglicherweise geläuterten Weltkinder werden geistige Bewohner jener Weltkörper und jener ihnen entsprechenden Vereine verbleiben, wo sie geläutert wurden. Aber in des ewigen Vaters Haus in des allerhöchsten Himmels Mitte werden sie nimmer aus und ein gehen gleich Gottes wahren Kindern, die mit Gott stets die ganze Unendlichkeit richten werden ewig.[76]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.20
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.44.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.80.17-21
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.82.25
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.88.10-12
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.59.19
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.237.20-21
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.201.3-4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.219.26-27
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.11.4-5
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 121.10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.158.28
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 45.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.81.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.78.13-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 118.20-22
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.83.3-9; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.83.25'; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.3.3
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.129.5
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.59.16
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.62.6-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.13.3-4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.82.7-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.82.20-21
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.62.9-15
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.63.6-7
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.63.9
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 43.8
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 43.9-11
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.151.14-15
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.129.5
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 184.9-10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.6.23-24
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.6.31
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.83.14-16
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.62.19
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.83.17-26
- ↑ Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 19.20-22
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.149.5
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.25.7-10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.140.12-14
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.162.7
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 169.7
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 169.9-10
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 169.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.59.10-14, Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.76.5
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.71.19-20
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.56.13
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 120.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.111.1
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.166.24, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.44.6-8
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.46.5-6
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.59.15-21
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.121.7
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.64.12, Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.62.16
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.63.13
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.62.16-18
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.25.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.83.5-9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.250.28
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.60.23-24
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 68.20-22
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.90.9-11
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 147.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 147.4-5, Jakob Lorber, Bischof Martin 174.2
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 147.10-11
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 148.1-2, Jakob Lorber, Bischof Martin 148.5
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 176.13-14
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 189.8-11
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 175.14
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 175.3
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 175.6
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 175.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 175.10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.1.3-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.3.19-20
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.111.2