Krankheit
Krankheiten sind zwar ein Übel des Leibes, aber dafür eine große Wohltat der Seele und nicht selten auch des Leibes selbst, weil durch sie ein schlechter Stoff gewaltsam aus dem Fleisch hinausgeschafft wird (nach Borem)[1]
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Ursachen
Vererbung und Ansteckung
Ein Fall, wo das Jesuskind ein von einem Arzt als unheilbar erklärtes, erbkrankes Mädchen heilte, ist in Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 274.11-19 zu finden.
- Anmerkung: Wie auch heute die moderne Forschung vielfach belegt, tragen Kranke ihre Last nicht selten unschuldig bzw. stellvertretend für ihre Mitmenschen (z.B. durch Ansteckung), Eltern und Vorfahren (z.B. durch Vererbung). Daher bezieht der Herr die Ursachen der Krankheiten auch zumeist auf die Menschen im allgemeinen und nicht im konkreten Fall. Gal 6.2
Materialismus
Alle Krankheit rührt letztlich daher, weil die Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun.[2] Menschen, die sehr am irdischen Leben hängen, und alle ihre Sorge darauf richten, haben schon während ihres kurzen Erdlebens sehr viel zu leiden, werden oft seelisch und bald darauf sicher auch fleischlich krank und sehr elend, und sie erwartet ein Tod mit oft unerträglichen Schmerzen. Hingegen wer der Welt soweit als möglich entsagt, d.h. die Bande zu ihr abbricht oder gar nicht erst aufbaut, und sich anstatt um die vergänglichen Güter der Erde vor allem um sein ewiges Leben sorgt, der hat kaum mehr (selbst verschuldete) Leibeskrankheiten zu bestehen, da es kaum mehr Bande gibt, die zerreißen und Krankheiten und große Todesschmerzen verursachen könnten.[3]
Jede Leibeskrankheit entsteht gewöhnlich aus dem Zerreißen eines Bandes mit der Welt, d.h. der Leib einer lebenshungrigen Seele wird mit tausenderlei verschiedenartigster Bedürfnisse angestopft, kann zufolge klimatischer und tausenderlei anderer Verhältnisse wegen nicht zufriedengestellt werden, wodurch die Bande zerreißen und der Leib bald darauf krank und leidend wird, und mit ihm auch die Seele, welche die eigentliche Schmerzträgerin ist.[4]
Mißachtung der Gebote Gottes
Die Leibeskrankheiten sind stets nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Gott den Menschen klar ausgesprochen gegebenen Gebote. Wer von seiner Jugend an die Gebote Gottes treu hält, bedarf bis ins hohe Alter keines Arztes und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben. Da die törichten Menschen aber auf ihre Satzungen und alten, bösen Gewohnheiten mehr halten, als auf die Gebote Gottes, die nichts als die reinste Liebe sind, so sind sie auch selbst Urheber von tausend Übeln und Krankheiten, die sie zu leiden haben und an denen sie oft leiblich und geistig sterben.[5]
Besessenheit
Die meisten Krankheiten rühren bei den Menschen von ihrer höllischen Einwohnerschaft her, der sie selbst den Weg in ihr Fleisch bahnten. Das beginnt schon in der Jugend, wobei die bösen Geister das Fleisch ihres Hausherren so sinnlich als möglich stimmen, damit dieser seine fremden Gäste der schmutzigsten Art nicht bemerkt. Sie wirken auf die Seele so, daß sich diese in allerlei weltlichen Dingen wie Mode, Rauchen und Körperkult sehr zu gefallen beginnt. (Anm.: Man kann den Menschen mit einer Burg vergleichen, um die gute oder böse Geister ringen.)[6]
Früher (auch vorgeburtlicher) Kindestod
Um die Kindschaft Gottes zu erlangen, kommen viele Geister mit Seelen aus anderen Weltkörpern auf die Erde. Wenn die fremde Seele in dem Leib aus dieser Erde schon gleich zu Anfang ihres Eintritts in dieser sie sehr drückenden Materie nicht bestehen kann, dann wird sie von ihrem Geist gleich wieder dahin gebracht, von wo sie gekommen ist.[7]
Angeborene körperliche und geistige Behinderungen
Manche Seelen, zumeist aus anderen Weltkörpern, können den Anblick der vergleichsweise magersten und am wenigsten schönen Erde gar nicht ertragen. Ihre Sinne werden dann auch gewöhnlich sehr vernachlässigt ausgebildet. Sie halten eine längere Zeit aus und machen so manches, aber gewöhnlich nur weniges den wirklichen Menschen der Erde nach und kehren nach solchem für sie eine tiefe Bedeutung habenden Leben, das auch gewöhnlich nie zu lange dauert, wieder in ihre Heimat mit oft bestem Erfolg ihrer großen Mühe zurück.[8]
Todeskrankheit
Die Krankheit vor dem leiblichen Tod der Menschen ist die Folge des beinahe gänzlichen Verlassen der alten Ordnung, ist aber auch ein Hüter der in manchen Menschen noch gesunden Seele, damit diese sich allmählich aus ihrem schlechten Fleisch zurückzieht, sich den Fesseln der bösen Seelensubstanzen ihres Körpers (welche die Krankheiten verursachen und immer schlimmer wirtschaften) entwindet und mit Hilfe ihres besseren jenseitigen Geistes noch rechtzeitig aus ihrem Leib für immer entfernt, worauf sie ewig nicht mehr auch nur den entferntesten Wunsch hat, sich je wieder in einen Leib zu begeben.[9]
Das oft langwierige und schwere Kranksein vor dem Leibestod ist keine aus dem Willen Gottes hervorgehende Bestimmung, sondern nur eine Zulassung zur Besserung der Menschen. Wäre die Menschheit in der Ordnung der Urmenschen geblieben, wüßten sie von keiner Todeskrankheit, sondern würden ganz ruhig einschlafen, wobei ihre Seele keinen Schmerz und keine Todesangst empfinden würde.[10]
Siehe auch
Quellenverzeichnis
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 70.26
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.12.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.226.5-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.226.6
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.35.6-7; Jakob Lorber, Heilung und Gesundheitspflege 470927.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 59.13-15
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.188.14
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.188.15
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.182.19
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.182.1-2; Jakob Lorber, Robert Blum 1.28.5