Kreuzigung

Aus Prophetia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kreuzigung mit Maria und Johannes, 15. Jhdt.
Der leibliche Tod Jesu ist die tiefste Herablassung der Gottheit in das Gericht aller Materie und somit die dadurch mögliche vollends neue Schaffung der Verhältnisse zwischen Schöpfer und Geschöpf.[1]

Jesus war dem Leib nach ein sterblicher Mensch wie jeder andere. Er wurde von (geistig) Blinden in Jerusalem gekreuzigt zum Zeugnis wider die argen Juden, Hohenpriester und Pharisäer und zu ihrem Gericht. Nur dadurch wurde ihre Macht für immer gebrochen und der Satan - Lüge, Trug, Stolz, Habsucht, Eigenliebe, Haß, Herrschgier, Mordlust und Hurerei - der die Menschenwelt beherrscht hat, wurde machtlos und konnte die Menschen nicht mehr so sehr wie davor verführen und sie ins Verderben stürzen. Der höchste Hochmut kann nur durch die tiefste Demut zugrunde gerichtet werden, weswegen die Kreuzigung notwendig war.[2]

In Die Haushaltung Gottes kündigt Satana die Kreuzigung des Herrn an, siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.15.20-21 Der Herr bestätigt dies in Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.18.14-15

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Kinder der Welt ergriffen den Herrn wie einen Raubmörder, schleppten ihn vor das Weltgericht, wo der Geist der Hölle sein Walten hat, und ließen den Herrn ans Kreuz heften und so mithilfe des Satans dem Fleisch nach töten, so wie es von den Propheten vom Herrn vorausgesagt worden war.[3]

Ursachen

Fluch von Adam

Da Adam der Tiefe (Kain und dessen Kindern) geflucht hatte, statt sie zu segnen, wurde diese zur Hölle und die Menschen handelten wie Teufel. Die Folter und Kreuzigung von Jesus Christus war eine Folge dieses Fluchs von Adam. Siehe Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.111 und Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.112[4]

Zulassung aufgrund der notwendigen vollkommenen Freiheit

Um den Menschen der Erde den freiesten und höchsten Spielraum ihres Willens zu geben, weil sie sich erst aus dieser höchsten Freiheit heraus zu Gott in allem vollkommen ähnliche Kinder erheben können, mußte es Christus zulassen, Sich gefangen nehmen und sogar dem Leib nach töten zu lassen, da dies der Wille der Menschen war.[5] Ein Mensch, der in sich nicht völlig fähig ist, ein vollendeter Teufel zu werden, kann auch nie ein völlig gottähnliches Kind Gottes werden.[6]

Die Tötung von Jesus war nicht der Wille Gottes, sondern jener der argen Menschen. Gott hat Mittel und Wege, Seine Kinder auch ohne Kreuzigung zu erlösen und selig zu machen. Die Kreuzigung wurde dennoch zugelassen, damit sich auch viele Frevler zur Reue, Buße und zum wahren Glauben bekehren mögen, denn sie wollten erst dann glauben, wenn sie den Herrn getötet hatten und Er vom Grab auferstanden war. Durch Kreuzigung und Auferstehung des Herrn werden auch viele (geistig) Blinde sehend und finden zum Glauben. Die dem Bösen völlig Ergebenen jedoch machten dadurch ihr Sündenmaß voll und fielen in ihr Gericht und in ihren ewigen Tod.[7]

Wirkung

Ermöglichung des vollendeten ewigen Lebens (Kindschaft Gottes)

Christus trägt das Kreuz (16. Jhdt.)
Durch den Tod Jesu erst wird Gott Selbst vollkommen Mensch und der geschaffene Mensch zu einem aus solcher höchsten göttlichen Gnade neu gezeugten Kind Gottes, also zu einem Gott, und kann erst also als Geschöpf seinem Schöpfer als dessen vollendetes Ebenmaß gegenüberstehen und in Diesem seinen Gott, Schöpfer und Vater schauen, sprechen, erkennen und über alles lieben und allein dadurch das vollendete ewige, unzerstörbare Leben in Gott, aus Gott und neben Gott gewinnen. Dadurch ist aber auch des Satans Gewalt (besser: Wille) dahin gebrochen, daß er die vollste Annäherung der Gottheit zu den Menschen, und umgekehrt dieser ebenso zur Gottheit, nicht mehr verhindern kann.[8]

Entscheidung über ewiges Leben oder ewiger Tod

Der Scheintod des Herrn des Lebens gereicht allen zum ewigen Leben, die glauben, daß Er es ist, der als ein mächtiger Retter mit aller Macht der Liebe unter die Menschen gekommen ist, um die Schuld zu sühnen, die ihr Ungehorsam über sie verbreitet hat, wie über die ganze Erde und über alle Sterne. Er wird aber auch den Ungläubigen und Halsstarrigen in ihrer eigenliebigen Bosheit zum ewigen Gericht und so auch zum ewigen Tod.[9]

Einung der göttlichen Liebe und Weisheit

In Christus wurden Vater und Sohn wieder eins, d.h. die göttliche Liebe und die göttliche Weisheit geeint. Zuvor hatte sich die Liebe von der Weisheit abgezogen, weil sich die Weisheit in ihrer Heiligkeit zu unerreichbar hoch aufgestellt hatte und zu hohe Forderungen stellte. Um sich mit der Liebe wieder zu einen, mußte die Weisheit im Menschen Jesus die von ihr gestellten Aussöhnungsbedingungen selbst erfüllen; sie mußte sich vollständig demütigen und erst dadurch wurde sie wieder vollkommen eins mit ihrer Liebe, welche der 'Vater' ist.[10]

Christus als die ewige Weisheit des Vaters mußte Werke der Liebe tun und die Menschen das alleinige Gesetz der Liebe lehren, um sich schließlich von der Weisheit der gelehrten Priester gefangennehmen und kreuzigen zu lassen, die größte Schmach und an Sich Selbst die größte Verfinsterung erleiden, weswegen er auch rief: "Vater! Warum hast Du Mich verlassen?!"[11]

Christus mußte das alte Gesetz der Weisheit in Sich Selbst erfüllen, um dadurch alle Irrungen wider dieselbe vor dem Angesicht des Vaters zu sühnen. Es mußte alle Weisheit gekreuzigt werden, damit dadurch die Liebe des Vaters gerechtfertigt war. Diesen Weg müssen die Menschen ebenfalls gehen, wenn sie Christus nachfolgen und mit Ihm in die Herrlichkeit Seiner väterlichen Liebe eingeben wollen. Christus hatte nicht auf Hochschulen studiert, um dadurch als ein hochgelehrter Weiser in die Herrlichkeit des Vaters einzugehen, sondern Seine Schule hieß Demut und werktätige Liebe. Bevor ein Mensch nicht in seinem hochmütigen Verstand und in allen Begehrungen desselben, welche auf allerlei Ehrungen hinauslaufen, völlig gedemütigt wird, bevor er nicht alles der Liebe zu Füßen legen wird und darum eine kurze Verfinsterung aller seiner weltlichen Weisheit erleidet, wird er nicht in die Herrlichkeit des Vaters eingehen.[12][13]

In der Urkirche der Welt hieß es: "Ihr Menschen könnt nur durch die Liebe Gottes zu der sonst unerreichbaren göttlichen Weisheit gelangen!" Mit Christus aber heißt es: "Nun bin Ich als die göttliche Weisheit Selbst, als der Weg und das Leben die Tür zur Liebe oder zum Vater! Wer nun zum Vater will, der muß durch Mich eingehen!"[14]

Belehrung der Satana und Eindämmung ihrer Macht

Satana (Satan) beabsichtigt stets schlau die Zerstörung aller Dinge, da sie der Ansicht ist, sie könne Gott leicht besiegen und versklaven, indem Ihm alle Unterlage weggenommen würde.[15] Um Satana ihren Irrtum zu beweisen, tat der Herr auf der Erde das Äußerste: Er ließ Sich von ihr bis in den Tod gefangen nehmen worauf Er dann aus Seiner Macht ohne äußeren Stützpunkt wieder lebendig und mächtig erstand und ihr so all ihre Ohnmacht und Blindheit zeigte. Ihr wurde die halbe Macht über die Erde belassen und eine ganze, eine halbe und eine viertel Frist gegeben. Wird dies bei ihr auch fruchtlos bleiben, dann wird Gott sie züchtigen.[16]

Vor Kreuzigung und Auferstehung hatte Satana auf der Erde alle Macht und alle Sterne waren ihr untertan; danach wurde ihr die Macht über die Gestirne genommen und nur die halbe Macht über die Erde belassen.[17]

Durch den Tod Jesu kann nun der Mensch vollends mit Gott fraternisieren, und dem Satan ist da kein Zwischentritt mehr möglich, weswegen es auch im Wort heißt "Gehet hin und saget es Meinen Brüdern!" Mt 28.10 Das Walten des Satans in der äußeren Form bleibt wohl stets noch bemerkbar, aber den einmal zerrissenen Vorhang zwischen der Gottheit und den Menschen kann er ewig nicht mehr errichten und so die alte unübersteigbare Kluft zwischen Gott und den Menschen von neuem wiederherstellen.[18]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 0.7
  2. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.220.1-3; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 200.13-17
  3. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 200.1-4; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 200.20
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.112.11-14; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.112.24-25; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.111.15-21
  5. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.177.7
  6. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.165.8; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.169.6
  7. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.48.6; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.149.9
  8. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 0.8
  9. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.46.18
  10. Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 17.4-5
  11. Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 17.7
  12. Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 17.10-12
  13. Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 17.16-18
  14. Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 17.13
  15. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.18.3-4
  16. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.18.14-16
  17. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.18.14-15
  18. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 0.9
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge