Meister

Aus Prophetia
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Dieser Artikel behandelt echte Weise und Einsichtsvolle. Für die sogenannten Gelehrten, die man in der Welt für einsichtsvoll hält, siehe Rationalisten und Irrlehrer.

Ein weiser alter Mann (Rembrandt)

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Im Himmel heißen nur jene weise, die sich im Guten befinden. Wenn das göttliche Wahre zur Lebensangelegenheit (=verwirklicht) wird, so wird es zum Guten, zur Sache des Willens und der Liebe.[1]

Charakter

Weise Menschen sind nicht selten zu kleinlich und trauen sich oft aus lauter Tiefsinn nicht, eine Sache anzugreifen, solange nicht alle Weisheitsgründe ganz genau passen. Daher bedürfen sie der dümmeren Menschen, die sich ohne viel Nachdenken gleich über eine Sache hermachen, egal ob sie derselben gewachsen sind oder nicht, denn dies spornt die Klügeren an, auch einen Anfang zu machen. Ein großer Tateifer ist daher oft besser als zuviel Weisheit. Ein Beispiel für einen Weisen ist Borem.[2]

Arten

Der nur eine wahre Meister

Niemand soll sich "Meister" (Rabbi, Guru usw.) nennen, denn nur einer ist der Meister, Jesus Christus. Mt 23.8 Man soll den göttlichen Vater aus allen seinen Kräften lieben und solche Gottesliebe wird einen in einem Augenblick mehr lehren als alle besten und weisesten Menschen in vielen hundert Jahren. (nach Henoch)[3]

Wo Gott entweder äußerlich durch Engel oder innerlich Selbst als Lehrer auftritt, da bedarf es keines kirchlichen oder sonstigen Oberhauptes. Denen Gott zum Lehrer geworden ist, die kann man daran erkennen, daß sie allen anderen oberhäuptlichen oder nichtoberhäuptlichen Lehrern leicht entbehren können, besonders wenn das Oberhaupt viel mehr ein goldenes als ein geistiges ist.[4]

Alte Weise

Die alten Weisen sind mehr wert als jene der Moderne, weil sie wußten, was sie taten. Darum wurden sie Lehrer der Völker aller Zeiten, während alle sich hochweise dünkenden Gelehrten dieser Zeit nicht wissen, was sie tun, sich selbst nicht kennen, daher noch weniger jemand andern und schon am allerwenigsten die rein göttliche Natur und Wesenheit des Herrn Jesus Christus.[5] Heute gibt es keine solchen Weisen mehr wie im Altertum, vor allem wie in der Alten Kirche, die über weite Teile Asiens verbreitet war und von der aus die Religion zu vielen Heiden gedrungen ist.[6]

Lebensmeister

Wer die Wiedergeburt seines eigenen Lebensgeistes in sich selbst erlangt hat, ist ein Meister seines Lebens und dadurch auch ein Meister des Lebens seiner Mitmenschen, weil er ihnen dazu die Wege wird zeigen können und durch seine Lebensmeisterschaft auch die großen Lebensvorteile solcher Meisterschaft vor Augen führt.[7]

Von oben bestellte Lehrer

Den Menschen mit einer Seele von oben, die man "Gotteskinder" nennen kann, ist es vorbehalten, die Geheimnisse des Reich Gottes zu verstehen und nach Bedarf und Auffassungskraft den Kindern der Welt, den Menschen mit einer Seele von der Erde, zu lehren und ihnen den Weg zu zeigen, auf dem auch sie zu Kindern Gottes und zu Bürgern des Reich Gottes werden können.[8]

Indem die eigentlichen Kinder dieser Erde von den Menschen mit Seelen aus den Sternen oder den Engeln belehrt werden, bleibt ihr Wille völlig frei. Die Lehrer und Weisen stehen bei Gott aber nicht höher als die Kinder der Erde. Das Himmelreich gehört den Kindern und ist ihretwegen gemacht Mt 19.13 Mark 10.13 Luk 18.15, aber wer ein Weiser ist und darum ein Lehrer und dabei von ganzem Herzen demütig und sanftmütig, der wird dereinst auch dort sein, wo Gott ein rechter Vater unter Seinen Kindern in Ewigkeit sein wird.[9]

Gottweise

Dem wahrhaft Weisen (Gottweisen) sagt sein inneres lebendiges Wort den Grund aller Wahrheit. Daher hat er es nicht nötig, fragen oder gefragt zu werden, denn der Geist tut ihm die Bedürfnisse seiner Mitmenschen kund (Herzensschau).[10]

Weg zur Meisterschaft

Niemand wird mehr ein Meister aus sich. Wer aber den Meister (Jesus) aufnimmt, dann wird er ein Meister durch den Meister, den er aufgenommen hat. Der aus eigener Kraft den Lebenslauf beginnen wird, der wird der Letzte sein; wer aber tut wie beschrieben, der wird sich als der Erste im Ziel befinden.[11]

Nur zum Meister zu gehen, um sich von ihm die Regeln und Wege beibringen zu lassen, nützt gar nichts, wenn man nicht fleißig nach den bekannten Regeln übt, und sich so mühsam die Fähigkeit zur Lebenskünstlerschaft erwirbt und durch sie selbst ein Meister wird. Der erlangte Grad der Meisterschaft hängt von der Übung der erkannten Regeln ab.[12]

Ablehnung der wahren Meister

Die (geistige) Verantwortung dafür, daß sich die Menschen gegen das Wort Gottes der vom Geist Gottes erfüllten Lehrer (Propheten) auflehnen, und jenen huldigen, die den Geist der Welt predigen, liegt bei Adam. (siehe Verantwortung von Adam)[13]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 347-348
  2. Jakob Lorber, Bischof Martin 114.4
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.72.7
  4. Jakob Lorber, Der Mond 5.11
  5. Jakob Lorber, Bischof Martin 36.7
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 322
  7. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.86.2
  8. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.225.3-5
  9. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.177.9
  10. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.46.2
  11. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 191.18-21
  12. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.86.3-4
  13. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.111.4
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