Fleisch

Aus Prophetia
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Dieser Artikel behandelt den irdischen Körper.
  • Für den geistigen Körper siehe Geistkörper.
  • Für das Nahrungsmittel Fleisch siehe Nahrung.

Körper des Menschen von Leonardo Da Vinci
Das Fleisch oder der Leib ist die äußere Form des Menschen, die nur so lange einen Wert hat, wie sie von der allein lebendigen Seele bewohnt wird.[1] Der Leib ist aus der Gottheit und ist ein unabänderliches Muß, d.h. er ist wie er ist und man kann die Form nicht ändern. Weil er ein Werk oder Tempel der göttlichen Macht ist und aus dem allmächtigen Muß Gottes besteht, daher ist er auch sterblich und zerstörbar. Dies ist deswegen so, weil in Gott die endlose Freiheit waltet und Er somit kein Muß halten kann.[2]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Der Körper ist stofflicher (materieller) Natur und dem Geist des Menschen (der Seele) nur hinzugefügt, fast wie eine Nebensache, aber unerläßlich für den Geist in der natürlichen Welt, in der alles stofflich und an sich leblos ist, um hier sein Leben führen und Nutzen schaffen zu können.[3] Da das Stoffliche nicht lebt, sondern nur das Geistige, ist der stoffliche Leib eine für sich tote Maschine, welche nur durch Gedanken und Wollen des Geistes durch die Seele zur Tätigkeit angeregt wird.[4] Was immer ein Mensch tut, das tut er aus dem Verstand und aus dem Willen - aus dem Willen durch das Gute und aus dem Verstand durch das Wahre. Aus ihnen setzt der Mensch den ganzen Körper in Bewegung, und Tausenderlei im Körper eilt auf ihren bloßen Wink und ihr Gebot sogleich herbei. Damit ist klar, daß der ganze Körper im Dienst des Guten und Wahren steht, folglich aus dem Gutem und Wahrem gebildet ist (Anm.: d.h. von Gott geschaffen ist, daher ist Leibfeindlichkeit nicht angebracht).[5] Was im Körper empfunden und wahrgenommen wird, leitet seinen Ursprung aus seinem Geistigen her: aus Verstand und Willen, die den geistigen Menschen bilden. Was auch immer vom geistigen Menschen her in den Körper herabsteigt, stellt sich dort zwar unter anderer Gestalt dar, ist aber gleichwohl ähnlich und übereinstimmend, wie es Seele und Leib oder Ursache und Wirkung sind.[6]

Der Leib ist nicht die Hauptsache des Menschen, sondern nur ein Werkzeug zur Erreichung des ewigen, heiligen Zweckes, gemäß der ewigen, göttlichen Ordnung.[7] Man soll sich vor allem nur um den Geist sorgen und das Fleisch Gott übergeben und darin Seinen Willen tun, damit es kraftlos wird und der Geist in dem Grad wachsen kann, wie der Tod (das Fleisch) abnimmt.[8] Das Fleisch ist der letzte Kerker des Geistes vor seiner Wiederbefreiung oder Wiederauferstehung zum ewigen Leben.[9]

Das Fleisch ist eine Sünde in sich, weswegen auch jedes Menschen Fleisch sterben muß. Sogar das Fleisch von Jesus stand unter dem Sold der Sünde und mußte daher absterben. Da diese Sünde aber keine freiwillige ist, sondern nur eine gerichtete, steht sie für den freien Geist in keiner Rechnung. Daher wird der wahre Wert eines Menschen nicht nach seinem Fleisch, sondern lediglich nur nach seiner freien Liebe bestimmt. Dereinst wird es nicht heißen: Wie war dein Leib? Sondern: Wie war deine Liebe? (siehe Leben nach dem Tod)[10]

Das eigentliche Wesen des Leibes machen viele unlautere Natur- oder gerichtete Materiegeister (Elemente) aus[11], er wird beschrieben als ein wahres Millionengemenge von allen möglichen Leidenschaften der Hölle (Anm.: Hölle im natürlichen Sinn, nicht im Sinn von etwas bösem; der Körper hat eine wichtige und gute Funktion, wie ein Gefängnis, das auch nicht böse oder schlecht ist.), die in eine gerichtete Form zusammengefaßt sind.[12] Das Leibesleben ist der Tod oder das gefesselte oder aller wahren Freiheit beraubte Leben.[13]

Der irdische Körper ist an sich schwerfällig, er empfängt die ersten Empfindungen und Bewegungen nicht von innen oder von der geistigen Welt her, sondern von außen, von der natürlichen Welt. Daher müssen die irdischen Kinder zuerst gehen, sich ausdrücken und reden lernen, sogar die Sinne, wie Gesicht und Gehör, müssen bei ihnen zuerst durch Übung geschult werden.[14]

Ursprung

Wer ein Fleisch trägt, der hat es aus einem Mutterleib. Nur das erste Menschenpaar erhielt den Leib aus der Willenshand Gottes.[15] Das Fleisch ist die alte Sünde (Erbsünde) und der alte Tod des Geistes.[16] Durch den Ungehorsam Adams ist die Menschheit zu dem schweren und gebrechlichen Fleischleib gekommen, der nun mit vielen (zusätzlichen) Gebrechen und Mängeln behaftet ist.[17]

Form

Die äußere Schönheit des Körpers stammt von den Eltern und von der Bildung im Mutterleib und wird danach durch den Einfluß aus der Welt erhalten. Aus diesem Grund ist die natürliche Gestalt des Menschen sehr verschieden von der seines geistigen Menschen. Nach dem Tod erscheint der Mensch in der Gestalt, wie sie in seinem Körper verborgen war, der ihn während seines irdischen Lebens bekleidete.[18]

Macht

Die Macht es Fleisches (vor allem das üppiger Frauen) ist groß, weswegen man sich nicht auch nur einen Augenblick von Gott abwenden soll. Wer in Gott bleibt, wie Gott in einem, der wird nicht zum Knecht des Fleisches werden.[19]

Empfindungsvermögen

siehe Leibliches Empfindungsvermögen

Leib und Seele

Der Leib ist nur ein notdürftiges Werkzeug der Seele, der so gebaut und eingerichtet ist, daß sich die Seele seiner für die Außenwelt bedienen kann. Sie kann mittels des Leibes nach außen hinaus schauen, hören und empfinden. Sie kann sich von einem Ort zum anderen bewegen und kann mit dem Leib mannigfaltige Arbeiten verrichten.[20] Was im Leib fühlt, hört, sieht, riecht, schmeckt, denkt und will, das ist das unsterbliche Wesen der Seele und nicht der an und für sich tote Leib, dessen Scheinleben nur durch das wahre Leben der Seele bedingt ist.[21]

Für die noch unreine Seele ist der Leib eine höchst weise, bestens und zweckmäßig eingerichtete Läuterungsmaschine.[22] Er ist ein notwendiges Werkzeug der Seele, weil sie sich nach Gottes höchster Weisheit und tiefster Erkenntnis nur einzig und allein mit diesem Werkzeug das ewige Leben erkämpfen und erwerben kann.[23]

Obwohl der Leib der Seele zur Erreichung des ewigen Lebens unumgänglich notwendig ist, so ist er aber leicht auch das größte Unheil für die Seele. Wenn sie sich von den notwendigen Reizungen ihres Fleisches betören läßt, ihnen nachgibt und sich ganz in dieselben mit aller ihrer Liebe und mit allem ihrem Denken und Willen versenkt, so ist sie in das Gericht ihres eigenen Fürsten der Lüge und Finsternis eingegangen, aus dem sie höchst schwer zu erlösen sein wird.[24] (siehe: Seelentod)

Tod des Leibes

siehe Leibestod

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.53.11
  2. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.250.11-13; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.250.18
  3. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 432
  4. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.85.15; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.13.8; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.58.3; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 432; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 521; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 602
  5. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 137
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 373
  7. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.43.12
  8. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.7; Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.109.3
  9. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.8
  10. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 220.13-17
  11. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.210.11
  12. Jakob Lorber, Robert Blum 2.155.8
  13. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.130.9
  14. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 331
  15. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.90.8
  16. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.89.6; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.226.10
  17. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.224.6
  18. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 99
  19. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.159.20-23
  20. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.58.3
  21. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.167.6
  22. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.210.2
  23. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.12.5
  24. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.12.6; Jakob Lorber, Robert Blum 1.33.3-4
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