Mann
Im Wort wird durch den "Jüngling" und den Mann im geistigen Sinn das Verständnis des Wahren bezeichnet.[2]
Mann und Frau
Der Mann ist von der Schöpfung her für die Frau bestimmt, und die Frau für den Mann; einer soll dem anderen angehören.[3] Der Mann wird geboren, um verständig zu sein, also vom Verstand her, die Frau aber um wohlwollend zu sein und so aus dem Willen zu denken. Das ist sowohl aus Neigung oder angeborenen Art und aus der Gestalt ersichtlich. Aus der angeborenen Art deshalb, weil der Mann aus Vernunft handelt, die Frau aus Neigung; aus der Gestalt, weil der Mann ein strengeres und weniger schönes Gesicht, rauhere Sprache und einen derberen Körper, die Frau dagegen ein zarteres und schöneres Antlitz, eine sanftere Sprache und einen weicheren Körper hat. Ein ähnlicher Unterschied besteht zwischen Verstand und Willen oder zwischen dem Denken und der Neigung, desgleichen zwischen dem Wahren und Guten, sowie zwischen dem Glauben und der Liebe.[4] Mann und Frau erfreuen sich des Verstandes und Willens, beim Mann jedoch dominiert der Verstand und bei der Frau der Wille, und danach richtet sich ihr Menschsein.[5]
Früher (vor Jesus Christus) konnten die Menschen mit Gott nicht ohne eine Ehefrau in die vollkommenste Ehe (mit Gott) treten; daher war es für jeden Mann nötig, sich eine Frau zu nehmen, damit er durch die Frau, durch die er von sich selbst und so auch von Gott getrennt wurde, wieder völlig eins war vor Gott. Wie die Eva aus dem Adam hervorging, mußte sie in jeder Frau eines Mannes wieder völlig eins werden mit ihm, und er in sich eins durch die Wiedervereinigung mit der Frau. Stand er dann so wieder als ein Mensch vor Gott, dann erst konnte er wieder mit Gott völlig eins werden; aber solange er noch getrennt war, da war er auch der höchsten Liebe aus Gott und zu Gott nicht fähig. Die Frau war dem Mann zum Gegensatz geworden; wenn demnach der Mann zuvor nicht eins war mit seinem Gegensatz, da konnte er auch in sich selbst Gott gegenüber nicht zum Gegensatz werden und damit auch nicht eins werden mit Gott. Als ein Lediger war der Mensch Gott gegenüber ein Gleichsatz, daher nicht aufnahmefähig, sondern nur, Gott gleich, sich stets mitteilend.[6]
Männer sollen ihre Frauen gerecht lieben, ohne aus ihnen mehr oder weniger zu machen, als sie von Gott aus sind. Es ist genug, so die Männer die Frauen sich selbst gleich achten; darüber wie darunter ist sündhaft.[7]
Vergleich von Mann und Frau
In Gottes Liebe-Ebenmaß ist der Mann kräftig gleich Gott und mächtiger in seiner Brust, als alle Frauen sind in ihren losen Brüsten, die zwar Milch dem Kindesfleisch bieten, doch des inneren Lebens Milch dem Geist nicht bieten können, da die hohe, starke Liebe des Mannes ihrer Brust nicht innewohnt, obschon sie das könnte, wäre die Frau aus sich nicht eiteltöricht.[8]
Ein Mann ist nicht schwächer als sein Weib, so er ein rechter, weiser Mann ist.[9]
Die Frau ist dem Mann zum notwendigen Gegenpol gestellt, ohne den weder der Mann für sich, noch die Frau für sich bestehen könnte, d.h. das eine ist so gut und notwendig wie das andere und nicht das eine mehr wert als das andere.[10][11]
| Mann | Frau |
| im Geiste von oben her, erfüllt mit dem lebendigen Liebegeist aus Gott | im Geiste von unten her, erfüllt mit dem Geist der Welt |
| weich und zart von innen | weich und zart von außen |
| Grundgeschöpf aus der Tiefe Gottes, aus dem Kern der Sonne | ein Nachgeschöpf, eine Zusammenfassung der Ausstrahlung Gottes, aus den flüchtigen Strahlen der Sonne |
| im Mann befindet sich die volle Wahrheit, er ist ein Sein aus Gott | in der Frau befindet sich nur der Schein der Wahrheit, sie ist nur der Schein aus Gott |
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.27.6
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 368
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 366
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 368
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 369
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.88.4-13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.30.21
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.27.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.19.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.30.9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.30.13-17
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.29.10-16
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.30.8