Herrscher

Aus Prophetia
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König David, russische Ikone (18. Jhdt.)
Es gibt zwei Arten von Herrschaft: Die eine entspringt der Nächstenliebe, die andere der Selbstliebe. In ihrem Wesen sind sie einander völlig entgegengesetzt.

Jede noch so geringe Vorsteherei (Anm.: eines Menschen aus sich selbst) erweckt im Gemüt des Vorstehers die satanische Herrschgier und wird dann bald zum Verderber der reinen Liebe und der lebensvollen Wahrheit aus ihr.[2]

Zu Anführern sollen jene gewählt werden, deren Herzen voller wahrer Demut sind; auf keinen Fall jemanden, der danach strebt und mehr und größer sein will als alle seine Brüder, anstatt der Geringste unter ihnen. Ebenso nicht jemand, der sich als allergeringst stellt, um erwählt zu werden.[3]

Inhaltsverzeichnis

Weltherrschaft

König Ludwig XIV.
Ein König (Herrscher) ist dem Volk ein Gericht; sobald sich Völker unter Königen befinden werden, so werden sie auch gerichtet sein. Das Erdreich wird ihnen genommen werden, und sie werden dem König große Steuern entrichten und sogar ihr Leben wird sein Eigentum sein. Wer darüber murren und schmollen wird, den wird der König nicht selten bis auf den letzten Blutstropfen züchtigen und es wir viel Leid und Trübsal sein auf der ganzen Erde. (nach Henoch)[4]

Es besteht keine Macht als nur in Gott und durch Gott. Alles ist Gott untertan entweder (selten) bewußt oder (meistens) unbewußt. Es herrschen gute und harte Fürsten je nach dem Lebensverhältnis des Volkes. Wenn unter einem Volk alle Laster noch gang und gäbe sind, wie sollte ihm Gott uneigennützige Regenten geben, durch die alles noch schlimmer würde und die Menschen in aller Unzucht untergingen? Aufwieglern droht daher nicht nur der zeitliche, sondern auch der ewige Tod.[5]

Man soll nicht danach streben, je ein Herrscher auf Erden zu werden; denn wer über die Menschen herrschen soll, erhält von oben den Ruf dazu; es wird ihm in sein Herz gelegt werden, wie er seine Völker zu beherrschen hat. Stolze und hochmütige Menschen sollen von einem stolzesten und hochmütigsten König beherrscht werden, und gute und demütige werden auch solche Herrscher bekommen und unter ihrem Zepter glücklich und gut leben. Es hängt ganz von den Menschen ab, wie ihre Herrscher sein werden.[6]

Ursprung

Gott hat keine Weltherrscher als Seine Helfer nötig, um die Menschheit zu leiten. Daher findet sich auch bei jedem Volk ursprünglich eine rein theokratische Verfassung; d.h. die Menschen hatten keinen anderen Herrn über sich als Gott allein. Erst als sie mit dieser freien und liberalen Regierung Gottes unzufrieden wurden, da es ihnen zu gut ging, fingen sie an, sich gegenseitig übermäßig zu lieben (siehe: ungerechte Nächstenliebe) und den Beliebtesten zum Führer zu verlangen. Aus dem wurde in der Folge ein Herr, ein Gebieter, ein Patriarch, dann ein Fürst und schließlich ein König und ein Kaiser.[7]

Liebt ein Volk einen aus seiner Mitte wegen seiner Talente übermäßig, dann macht es ihn zum Herrscher über sich und wird dann von ihm oder seinen Nachkommen für diese Untugend gestraft. Herrscher sind zwar von Gott aus eingesetzt, weil es die Menschen selbst so wollen, aber nicht als Segen, sondern zum Gericht. 1Sam 8.7 [8]

Kaiser, Könige und Fürsten sind von Gott aus nie erwählt worden, sondern nur bestätigt zum Gericht für diejenigen Menschen, die zufolge ihres freien Willens solche Herrscher aus ihrer Mitte erwählt hatten und ihnen alle Gewalt über sich eingeräumt haben.[9]

Verhalten gegenüber der Weltmacht

Da das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist, soll man dem Kaiser geben, was sein ist, und Gott das, was Sein ist - nämlich das Herz in gehorsamer, reiner Demut.[10]

Man soll jeder weltlichen Obrigkeit untertan sein, ob sie gut oder böse ist; denn die Macht, die sie hat, ist ihr von oben gegeben.[11]

Herrscher stehen zu hoch, als daß sie aus sich sein könnten, was sie dem Volk sind. Kein Herrscher ist etwas ohne den gerechten Willen Gottes, wobei der gute und sanfte ein Trost und der harte und habsüchtige eine gerechte Geißel in Gottes Hand ist. Wer in der Liebe zu Gott und der daraus fließenden Gnade lebt, wird nicht unter den scharfen Hieben der Geißel Gottes bluten, sondern wie eine Eiche unter dem Sturmwind stark (im Glauben und im Geiste) werden. Die reinen Wiedergeborenen werden sogar eine große Wonne in den großen Ausflüssen der Liebe Gottes finden.[12]

Gottesherrschaft

Gott ist der Erste aller Führer und der alleinige Herr. Er steht jedem näher auch als ein von Ihm gegebener Führer. Nur der ist ein Herr, der im ewigen Vollbesitz aller unendlichen Macht, Kraft und Gewalt ist aus Sich.[13]

siehe Theokratie

Jenseits

Bei jedem Geist besteht die Liebe zum Herrschen auch nach seinem Leben in der Welt fort. Allen, die aus Nächstenliebe geherrscht haben, wird auch im Himmel eine Herrschaft anvertraut, doch in Wirklichkeit regieren dann nicht sie, sondern die von ihnen geliebten Nutzwirkungen, und durch diese herrscht in Wirklichkeit der Herr. Wer jedoch in der Welt aus Selbstliebe geherrscht hat, wird im anderen Leben zum verachteten Sklaven der Hölle.[14]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 564
  2. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.134.6
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.12.20-21
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.227.15-18
  5. Lorber, Himmelsgaben 3.49.7
  6. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.177.17
  7. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.103.8-11
  8. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.103.5-7
  9. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.103.11
  10. Lorber, Himmelsgaben 3.50.4
  11. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.177.17
  12. Lorber, Himmelsgaben 3.49.8
  13. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.12.4; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.228.5
  14. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 564
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