Ordnung Gottes
Die göttliche Ordnung ist der Himmel beim Menschen, die er bei sich verkehrt hatte durch ein Leben gegen die Gesetze der Ordnung, gegen die göttlichen Wahrheiten.[1] Aus und in der Ordnung Gottes hat Gott alle Dinge erschaffen. (nach Henoch)[2] Die Liebe zu Gott ist der Inbegriff aller göttlichen Ordnung.[3]
Wesen
Die Ordnung Gottes geht aus der Liebe Gottes, der Weisheit Gottes und dem Willen Gottes hervor, sie ist eine Wirkung des göttlich Guten, das von Gott ausgeht. Sie fängt bei Ihm an, geht von Ihm aus durch die Himmel hindurch allmählich bis in die Welt. Sie bleibt niemals in der Mitte stehen und bildet dort etwas ohne das Letzte (die mat. Welt), sondern dringt bis zum Letzten durch. In diesem Letzten erst nimmt sie Form an, erneuert sich auch durch die hier zusammentreffenden Mittel und bringt durch Zeugung Neues hervor. Deshalb ist sie hier die Pflanzschule des Himmels. Ohne diese Ordnung könnte kein Wesen irgend eine bleibende und stetige Form und damit auch keinen bestimmten Zweck haben. Ein vor den Pflug gespannter Ochse würde sich z.B. plötzlich in einen Fisch verwandeln, ein Weg zu Wasser, eine Frucht in einen Stein usw.[4]
Die Ordnung Gottes hat viele Wege, von denen viele besser sind denn einige darunter. Das Gericht ist von allen allzeit der letzte, da es da auf Leben und Tod losgeht, weswegen man sich vor jedem Gericht hüten soll.[5]
Die große Ordnung Gottes erstreckt sich über den schmalen Raum des Wirkungskreis eines Menschen (d.h. der Mensch kann sie nicht völlig verstehen). Was es im Tropfen nicht gibt, das gibt es sicher im Meer. (nach Borem)[6] Bei Gott sind alle Dinge möglich. Mt 19.26 Lk 1.37
Gott hat wohl auf der Erde jedem Menschen eine gewisse Ordnung mit "Du sollst!" angezeigt, aber Er hat auch alles andere gegeben. Er weiß es am besten, wie Er einen oder den anderen leitet zur Erreichung des einstigen großen Zweckes. Daher hat Er auch geboten, niemanden zu richten. Mt 7.1 Wir müssen nur darauf sehen, was der Herr tut, und danach unser Urteil einrichten, wollen wir weise und wahre Kinder Gottes sein. Alles eigenen Urteil aber muß ganz aus uns weichen, denn wir können uns nur in unserem Kreis frei bewegen, aber die Bewegung in den zahllosen Kreisen der Ordnung Gottes geht uns nichts an. Daher soll jeder nur vor seiner Tür fegen und nicht auch vor der seines Nachbarns. (nach Borem)[7]
Die Ordnung Gottes will nichts zerstören, sondern nur alles erhalten; sie muß sogar alles erhalten, weil selbst die Gottheit würde leiden, wenn auch nur das Kleinste, das auch aus Ihr hervorging, zerstört werden könnte.[8]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 523
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.41.2
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.13.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.18.7; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 107; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 304; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 315
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.31.18
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 74.15-16
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 74.18-19
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 126.8