Priester
Ein wahrer und rechter Priester ist jeder Mensch, der Gott erkennt, Ihn über alles liebt und Seinen Willen tut. Dadurch ist so jemand auch ein rechter Lehrer.[1] Ein Priester ist ein wahrer Bruder der Brüder nach der Liebeordnung Gottes. (nach Henoch)[2]
Die Lehren der (offiziellen) Priester kann man immer anhören, wenn sie Gottes Wort predigen, auch wenn sie arge Werke tun; letztere soll man allerdings nicht ansehen und noch weniger nachmachen.[3][4]
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Echte Priester
Obwohl es unter den (offiziellen, konkret den römisch-katholischen um 1840) Priestern nur sehr wenige gibt, die diesen Namen verdienen[5], gibt es auch würdige und verdiente Priester.
Wahre Priester ...
- sind freundlich und liebevoll gegen jeden. Was sie haben, geben sie den Armen.
- verdammen niemanden, sondern versuchen sorgfältig das Verlorene zu retten.
- trösten die Betrübten, beherbergen die Fremden und üben Verzicht (Entsagung).
- lassen sich keine Opfer zahlen.[6]
Von einem wahren Priester ist Gott das Opfer unendlich angenehm, daher soll man hingehen und seine Predigt hören, denn nicht ein Wort ist sein, sondern lebendiges Wort Gottes. Er wird großen Lohn erhalten und ewig bei seinem Herrn, dem heiligen Vater, wohnen.[7]
Die ärgsten Feinde von wahrhaft hellen Priestern, die rein der Gotteslehre folgen, waren (und sind) weniger die Weltherrscher, sondern die falschen oder korrumpierten Priester und Bischöfe.[8]
Unwürdige oder falsche Priester
Die unwürdigen oder falschen Priester sind...
- jene, die Priester sind des Ansehens und der Macht wegen. Sie sind angeekelt von Christus' großer Armut und gänzlicher Machtlosigkeit in weltlichen Dingen.[9]
- jene, die Priester sind wegen der geistlichen Kastenwürde. Sie maßen sich an, allein die Kirche zu sein, und verdammen alles von Gott durch irgendeinen armen Fischer Ausgehende. Sie lehren entgegen dem Willen Gottes und behaupten in ihrem Hochmut, Gott offenbare Sich niemandem als nur der Kirche, welche sie seien. Auf diese schändliche Art versperren sie dann auch vielen Tausenden die Türen zu Gottes lebendigem Wort. Sie sind Feinde Gottes und Ihm ein Greuel, da sie sich an Gottes herablassender Liebe zu den Sündern ärgern. (Sie verdammen sich demnach selbst, da sie selbst die allergrößten Sünder sind.) Sie werden von Gott verworfen und verflucht, denn sie sind allzeit die Diener des Satans gewesen.[10]
- jene, die Priester sind wegen ihres Bauches. Diese Art hat keinen Geist und ist um eine fette Sau oder um einen gemästeten Ochsen für alles zu gebrauchen. Ihnen ist das Grunzen von Schweinen tausendmal lieber als Gottes lebendiges Wort zu hören. Sie erwartet nach dem Erdenleben der ewige (geistige) Tod.[11]
- jene, die Priester sind des Geldes wegen. Sie erteilen unter viel Predigtgeschrei Ablasse (Sündenvergebung) ums Geld und verkaufen den Himmel in Quadratmetern, wobei sie aber mit der Hölle und dem sogenannten Fegefeuer viel freigebiger sind, vor allem wenn die Kassen leer geworden sind, damit ihre Schäfchen einen Grund haben, sich davon freizukaufen. Auch sie erwartet der ewige (geistige) Tod.[12][13]
- jene, die asketische Heuchler sind, um dadurch die Gunst eines Hirten auf sich zu ziehen, um wenn möglich bis zum Kardinal oder Papst aufzusteigen. Sie tun besonders fomm und entsagt, jedoch bei sich lachen sie über alles und ihr Herz ist ein Stein. Um Gott und die Wahrheit kümmern sie sich nie und vom lebendigen Wort wollen sie nichts wissen; ihnen ist die tote Zeremonie alles und sie hegen einen Abscheu vor der Heiligen Schrift. Von diesen Schleichern soll es besonders viele in der römischen Kirche geben. Sie geben dem Volk zwar als Priester kein direktes Ärgernis, aber sie bringen nur äußerst wenig gute Früchte, da ihr Wort gleich einer verfaulenden Frucht ist, der kein Lebenskern innewohnt. Gott läßt sie öfters ihr Ziel erreichen, wobei Er sie beständig innerlich ermahnt, ihr Kreuz auf die Schultern zu nehmen und Ihm nachzufolgen, um das (geistige) Leben zu erlangen und so wahrhaft die toten Herzen der ihnen anvertrauten Herde zu beleben. Stattdessen aber frommheucheln sie weiter und hoffen auf die baldige Abrufung irgend eines würdigen, verdientermaßen Höherstehenden und das Kreuz sehen sie lieber als ein Kruxifix an der Wand hängen als auf ihrer Schulter. Sie sind Gott ein Greuel und ihr jenseitiges Leben wird Scheusalsgestalt annehmen.[14][15]
- jene, die Unzucht aller Art treiben und sogar imstande sind, ihre Kinder lebendig zu begraben, um nicht bei einem würdigen Bischof oder vor dem besseren Volk in einem verabscheuungswürdigen Licht zu erscheinen. Sie sind wahre Ungetüme und verfallen ärgster Höllenqualen.[16]
Solche und noch mehr, die da alle (offiziell) Priester heißen, gibt es noch eine Menge, etwa in den Klöstern, wo sie oft aus lauter Nächstenliebe miteinander leben wie wilde Hunde und Katzen und einer dem andern jeden Bissen abneidet. Gott hat sie noch nie als (wahre) Priester erkannt.[17]
Die argen und herrschsüchtigen (heidnischen) Priester und Könige haben die Lippengebete und Opfer aller Art erfunden. Sie lassen sich überhoch ehren und verlangen übergroße Opfer von den Menschen, denen sie stets weismachen, große Sünder zu sein, und darum den Göttern große Opfer bringen sollen, ansonst diese sie mit schweren Plagen heimsuchen würden. Dies tun die argen Priester nicht der Götter wegen, sondern nur um ihrer selbst willen, damit sie reich und mächtig werden, um die armen, blinden Menschen desto mehr knechten zu können.[18]
Gottes Ämter sind keine Wechselbanken und Geldboutiken. Wer Gott des Geldes wegen dient, der dient Ihm nicht aus Liebe; wer Gott aber nicht aus Liebe dient, dessen Dienst ist Ihm fremd, wie Gott ihm ganz fremd sein muß, da er Gott nicht aus Liebe dient. Wie ist der ein treuer Knecht, der die Schätze des Herrn ohne Befugnis gleich einem Dieb um den schändlichsten Preis verkauft? Ischariot verkaufte den Herrn noch wenigstens um dreißig Silberlinge, ohne daß er vorauswußte, was mit Ihm geschehen werde; denn er war verblendet und ging verloren. Jetzt aber ist der Herr schon als gemartert, getötet und wieder auferstanden um die schändlichsten Spottpreise zu jeder Minute zu haben (aktuell z.B. nur wer Kirchenbeitrag zahlt, soll auch eine Hostie erhalten). Solche schändlichen Diebe und Mörder stehen vor Gott als Kinder des Drachen, Otterngezücht und Schlangenbrut. Wer dem Altar dient, soll auch vom Altar leben 1Kor 9.13, aber nur aus den Werken der Liebe, die alles Gute wirkt. Der aber Gott für Geld dient, hat keine Werke der Liebe, ist daher ein Räuber und Dieb und Meuchelmörder des Evangeliums und aller Wahrheit. Liebe ist nicht ums Geld, sondern nur wieder um Liebe zu haben. Gott ist die Liebe Selbst und ist durchwegs um keinen anderen Preis als nur wieder um Liebe zu haben. Gott hat alle durch Liebe erkauft; daher fordert Er von allen wieder Liebe. Wer Gott daher dienen will, der diene Ihm in der Liebe, in der Er für ihn am Kreuz gestorben ist; und wer zu Ihm kommen will, der komme in der Liebe zu Ihm, die am Kreuz für ihn blutete.[19]
Apostolische Nachfolge
Alle jene Nachfolger (der Jünger des Herrn oder der Apostel), die nicht vom Herrn, sondern nur von den Menschen in Weltschulen (theologische Seminare) zur Amtsnachfolge zubereitet werden, wird der Herr nicht ansehen, denn nur der Antichrist wird so seine Jünger qualifizieren.[20]
Jenen, denen die Jünger des Herrn oder die Apostel die Hände auflegen und sie taufen im Namen des Herrn, die werden erfüllt werden mit Seinem Geist. Diese erwählt der Herr Selbst zu allen Zeiten als deren Nachfolger und bestätigt dies durch die wahrhafte Erteilung Seines Geistes.[21]
Niemand darf als Nachfolger gezwungen werden, und keiner darf angenommen werden, dem man schon von weitem ansieht, daß er das Amt aus zeitlichen (weltlichen) Interessen möchte. Solche weltlichen Amtsnachfolger werden vom Herrn zum Regiment des Antichristen gezählt.[22]
Verhaltensrichtlinien für Priester
Die Führer (Priester) sollen die Fortschritte ihrer Jünger nicht durch eine aufhaltende, zaudernde und den besten Geist tötende, schulische Pedanterie hemmen, sondern der Kraft des Geistes der Jünger stets nur folgen, und zwar mit dem Schnellen schnell, dem Freien frei, dem Starken stark, dem Schwachen geduldig, den Saumseligen nach sich ziehend, dem Furchtsamen Mut einflößend.[23]
Verhalten gegenüber Priestern
Jakob Lorber und seinen Freunden wurde gesagt, daß sie Probleme mit dem Priestertum wenig angehen, denn jeder soll vor seiner eigenen Tür kehren und nie vor der seines Nächsten und am wenigsten vor der eines Priesters. Sie sollen stets willig und gehorsam sein und sich nicht von dem Schlechten ärgern oder verführen lassen. Sie sollen auch nicht über schlechte Priester rechten, denn Gott, der wahre Rechter, sitze jenen ohnehin schon im Genick, und eher sie sich versehen, wird es ihnen gebrochen sein. Vor allem sollen sie nicht tratschen. Der schlechte Priester wird einst Rechenschaft ablegen für sich und für seine Gemeinde; die Gemeindemitglieder aber werden nach ihrem Gehorsam und wahrer demütiger Nächstenliebe nur für sich selbst Rechenschaft legen. Auch an der Kirche sollen sie sich nicht stoßen der Priester wegen, da es unter den Priestern doch auch recht viele redliche und getreue gibt. Am wenigsten sollen sie sich an irgend einem Bischof stoßen, da dieser schon höher steht und einem Volk vorsteht, weswegen er nicht ganz allein dasteht - jeder seiner Schritte und Worte und Taten wird von Gott sehr genau gezählt. (Dies alles ist durchaus auch im allgemeinen Sinn gemeint, also nicht nur Lorber und Freunde betreffend.)[24]
Siehe auch
Quellenverweis
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.123.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.227.15
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.17.2
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 2.375.4
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.55.21
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.58.32
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.59.33
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 15.11
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.55.21
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.55.21-22
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.56.24
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.56.25
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.57.26
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.57.27-28
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.58.29
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.58.30
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.58.31
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.59.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.2.11
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.150.25
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.150.26
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.150.23-24
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.36.4
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.59.34-35