Rationalismus

Aus Prophetia
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Das Weltlicht oder die Weltweisheit ist das Licht der Natur, in dem Irrtümer ebenso leuchten wie Wahrheiten.[1] Das Weltlicht, das ohne das himmlische Licht ist, ist im Himmel lauter Finsternis.[2]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Der hochmütige Weltverstand will nie ein Gefangener in der Wahrheit sein, sondern frei und ein Herrscher bei allem Mangel des Lichtes und mag sich nur dann glücklich wähnen, wenn von allen Seiten seiner Dummheit gehuldigt wird. Ruhig mag er nur sein, wenn er mit Spott und Hohn herablassend auf den Köpfen seiner Brüder herumsteigt.[3]

Folgen

Atombombenabwurf über Nagasaki 1945 - die Ultima Ratio
Die Weltweisheit führt nicht zu wahrer Weisheit, sondern in den (geistigen) Tod. Man verliert alle Intelligenz und kann nicht einmal mehr zwischen einem Menschen und dem ewigen allmächtigen Gott unterscheiden. Das Herz wird zu Stein, worauf Habsucht die Folge ist. Diese bringt mit sich Neid, Geiz, Totschlägerei, die Armut vieler und den Tod noch mehrerer.[4]

Vernichtung des geistigen Lebens

Wer es mit seiner Vernunft und mit seinem Verstand so weit gebracht hat, daß er den freien Geist und seine Liebe in Schubladen unterbringen will, der ist keiner höheren Belehrung fähig. Er gleicht einer Puppe, die sich in ihr eigenes Gewebe eingesponnen und dadurch selbst von allem höheren Licht abgeschnitten hat. Aus solchen Puppen entstehen dann eine lästige Anzahl von allerlei Tagedieben, Müßiggängern und Schöngeistern, die sich wie die Pest vermehren und alles geistige Leben zugrunde richten (nach den zehn Feuerboten).[5]

Verlust des Glaubens an das Leben nach dem Tod

Wer sich durch seinen Intellektualismus, bzw. dessen Einfluß von diversen Gelehrten, dem Himmel und dem Einfall himmlischen Lichtes verschlossen hat, der verliert den Glauben an das Leben des Menschen nach dem Tod unter den Engeln, wenn er ein gutes Leben geführt hat, wo er dann Herrliches schauen und Wonnen empfinden werde.[6]

Atheismus, kein Gott, unschaubarer Gott

Die Wißtümlichkeiten des überreichen, nie zuwenig habenden Verstandes nehmen das Herz der Seele gefangen, wodurch diese in große Angst und Verwirrung gerät aufgrund des Drucks und der Nacht. Das Herz fängt dann an zu verzweifeln und der Verstand sieht, daß es ihm unmöglich wird, darüber zu siegen, worauf er es in den Schlamm jener Begierden sinken läßt, die er selbst lange davor schon irgendwann in dasselbe geschoben hatte. Hier erfährt das Herz dann die volle Unzulänglichkeit und Schändlichkeit dessen, womit es der Weltverstand bereichert hat. Es empört sich gegen den trügenden Versand und ergrimmt in sich selbst. Da diese Scheidung allerbitterst ist - sowohl von der Seite des Herzens, wie der des Weltverstandes - gerät das Herz in die größte Raserei, bis es gänzlich bar alles Lichtes wird, wie der Verstand ohne das Herz bar aller Wärme und Zündstoff für sein Truglicht. So jemand fängt dann an gegen Gott zu ziehen und Ihm zu fluchen.[7]

Jedem Menschen, der etwas von dem Einfluß der Himmel in sich empfängt, ist es eingepflanzt, sich Gott unter menschlicher Gestalt vorzustellen. Wer jedoch den Einfluß des Himmels durch eigenen Intellekt und ein böses Leben unterdrückt, will einen unschaubaren Gott oder gar keinen Gott. Er weiß nicht, daß es eine solche eingepflanzte Vorstellung gibt, weil sie bei ihm selbst nicht mehr besteht.[8] Die Himmlischen wundern sich darüber, daß sich Menschen für intelligent halten, die sich unter Gott ein unschaubares, unter keiner Gestalt faßbares Wesen vorstellen und die Andersdenkende für beschränkt erklären, obgleich doch das Gegenteil zutrifft. Jene, die sich das Göttliche in menschlicher Gestalt vorstellen, die Engel als himmlische Menschen, von ihrer eigenen Seele, die nach dem Tod fortleben soll, daß sie wie ein Engel ist, und die sich vom himmlischen Leben beim Menschen ein Leben nach den göttlichen Geboten vorstellen, heißen bei den Engel intelligent und für den Himmel geeignet, jene anderen aber im Gegenteil beschränkt.[9]

Verlust der Intelligenz

Da der Verstand nur sehr kurze und schwache Arme hat, gelingt es ihm nicht, große und ferne Dinge zu erreichen. Dadurch wird er zornig, läßt alles stehen, räumt alles unnötige Zeug aus seinem Schneckenhaus, und genügt sich in seinen eigenen Abstraktionen. Er verabschiedet sogar das genotzüchtigte Gefühl und wird kälter als der Nordpol selbst, worauf er sich selbst in seiner allerhöchsten Dummheit als Gott anzustaunen und anzubeten anfängt, da er es endlich so weit gebracht hat, daß er zu wissen anfängt, daß er nichts weiß, und in diesem Nichtswissen doch alles zu wissen wähnt. Das ist dann sein größter Triumph - den aber selbst ein Kind als wertlos betrachtet und vor dem es sogar dem geringsten Engel ekelt.[10]

Verhalten

Man soll die Welt zwar schauen und weltkundig werden, aber an ihr kein Wohlgefallen finden. Verspürt man, daß einen die Welt anreizt, so soll man sich sogleich von ihr abwenden, weil dem Geist da schon Gefahr droht. Wen das Licht der Welt zu sehr verlockt, der soll sich gewaltsam von solchem Licht abwenden, weil es einen in den Tod der Materie zieht. Stattdessen soll man seine Sehe den rein himmlischen Dingen zuwenden. Denn es ist besser, ohne alle Weltkunde in das Reich des ewigen Lebens einzugehen, als wie zu weltkundig einerseits und zu wenig geistkundig anderseits von dem Tod der Materie verschlungen zu werden. (nach Nathanael)[11]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 352
  2. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 347
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.76.11
  4. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.165.25; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.174.10-11; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.42.8
  5. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.176.3-5
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 183
  7. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.76.15-22
  8. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 82
  9. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 86
  10. Jakob Lorber, Naturzeugnisse 401016.3
  11. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.42.8-10
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