Rede
Es ist nicht gut, (eitel) von sich zu reden.[1]
In der Zunge wohnt der Geist nicht, sondern allein im Herzen. Wer eine geweckte Zunge hat, der hat darum nicht auch einen geweckten Geist im Herzen, denn die Zunge ist ein Teil des Kopfes (Verstandes) und ist dessen Fuß und Arm. Wenn der Geist erweckt ist, dann hat die Zunge lieber Ruhe als eine zwecklose Bewegung, denn dann erst schaut der Verstand nach Innen und sieht den endlosen Unterschied zwischen der Zunge des Geistes und der des Fleisches. (nach Henoch)[2]
Das mündliche Wort ist besonders tauglich für die Lüge.[3]
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Redelust
Die wahre Liebe ist stumm und die Weisheit führt nur dann das Wort, wenn sie zum Nutzen anderer zu reden aufgefordert wird. Wer Liebe hat, der schweige mit dem Mund und rede allein im Herz; wer Weisheit hat, soll sich von jemandem begehren lassen, und dann wenige Worte zum Nutzen des Begehrenden aus dem Herzen reden und nicht aus dem Verstand. Es ist viel besser, zu schweigen, nicht hinzuhören und nicht hinzusehen, als ständig zu schwatzen und alles hören und sehen wollen.[4] Keiner dränge dem anderen ein Wort auf, sondern wer etwas erfahren möchte, der wende sich an einen mit verständigem Herzen; verständig ist ein Herz, das stets in sich die Stimme der ewigen Liebe vernimmt und das Wort des Lebens aus Gott versteht. Wenn ein solches Wort gesprochen wird, dann ist es an der Zeit, Ohr und Auge vom Herzen aus zu öffnen.[5]
Schönes Reden
Jede feine Rede ist ein duftender Opferrauch fürs eigene Herz; wenn aber das Herz derart umnebelt ist, dann ist man selbst schuld daran, wenn selbst die hellsten Strahlen nur matt schimmernd zum Herzen gelangen und kaum dessen Äußeres ein wenig beschimmern, das Innere aber völlig unerleuchtet lassen. (Anm.: Ein Schönredner ist selbstverliebt und nur äußerlich von der Weisheit beleuchtet, innerlich aber völlig finster.) Daher soll man die Feinrederei lassen, dann wird das Herz auch bald das Licht in gerechter Menge haben.[6]
Gott und das Reden
Jegliches auf Gott gerichtete Wort ist wie ein geschaffenes Werk, das nie mehr zerstört werden mag.[7]
Geistiges Reden
Der Gedanke eines Geistes ist schon sein Wort, jeder im Himmel redet aus dem Denken, denn dort ist das Reden Angelegenheit des Denkens. Daher ist ein Geist in seinem reinen Zustand der Lüge unfähig. Nur ein unreiner Geist kann lügen, indem er sich mit einer Materie umhüllt. Ohne diese grobe Maske kann aber auch ein unreiner Geist keine Unwahrheit aussprechen.[8]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.10.25
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.57.13-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.48.12
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.98.3-4
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.98.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.134.18-19
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.111.14
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.85.2-3, Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 2