Reinheitsgebot
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Wesen
Eine nur äußerliche Sittenreinheit oder körperliche Reinheit (entsprechend dem sich für gerecht haltende Pharisäer im Tempel Luk 18.10 ) gilt vor Gott nichts; jedoch eine freie, wahre, innere Sittenreinheit mit der wahren, alles opfernden Nächstenliebe gilt vor Gott alles (entsprechend dem sich für einen Sünder haltenden Zöllner). Am besten ist es, wenn der Mensch stets sagt: "O Herr, sei mir, dem Sünder, gnädig!" (Herzensgebet), und über niemanden arg urteilt, für seine Feinde betet und jenen zu aller Zeit Gutes tut, die Übles von ihm reden und womöglich auch Übles zufügen. Mt 5.44 So jemand ist wahrhaft rein vor Gott, auch wenn er noch so manche Sünde auf sich hat, die ihm sein Fleisch hin und wieder aufnötigt. Denn wird das Fleisch eines Menschen oft auch von argen Dämonen gereizt, so wandelt aber dennoch seine Seele gleichfort im Geist Gottes und bleibt rein, wenn den Sünder die Sünde sehr demütig und reuig macht. Bleibt der Sünder jedoch hochmütig, dann ist er ein Teufel, auch wenn er äußerlich noch so rein vor den Menschen aussieht.[1]
Für den, der im Herzen rein ist, ist auch alles andere rein und er wird alles in der Wahrheit ersehen; dem Unreinen aber ist auch alles unrein.[2]
Durch und seit Jesus bedeutet Unreinheit nichts als arge und unlautere Gedanken, Begierden und Wünsche, böser Leumund, Lüge und Ehrabschneidung, Verkleinerung und Verleumdung. Alles andere verunreinigt den Menschen entweder gar nicht oder höchstens nur äußerlich, wofür im allgemeinen das normale Waschen ausreicht.[3]
Was der Vater aus den Himmeln gibt, das ist höchst rein und gut und fördert das Leben der Seele und des Geistes für ewig. (nach Engeln)[4]
Mosaische Reinheitsgebote
Auf der Erde gibt es manche Früchte, Gräser und Tiere, an deren Gestaltung unreine Geister arbeiten, denn nach der Ordnung des Herrn müssen auch die Teufel dem Herrn dienen, auch wenn sie es frei nicht wollen oder mögen. Daher gibt es allelei Taten, Werke und Früchte schlechter und unreiner Art und Gattung, deren sich die Menschen, so sie von all den möglichen Übeln dieser Erde verschont bleiben wollen, nicht bedienen sollen. Daher hat der Herr durch Seinen Knecht Moses all die Dinge bestimmen lassen, die rein und gut sind, und den Gebrauch der unreinen Dinge, an denen auch böse Geister arbeiten, den Menschen abgeraten. (nach Engeln)[5]
Die Reinheitsgebote wurden von Moses den Juden hauptsächlich wegen ihres großen Hanges zur Unreinheit in allen ihren äußeren Dingen gegeben; denn Menschen, die äußerlich wie Schweine werden, werden es um so leichter im Herzen.[6]
Wer dem Leib nach entsprechend der Weisung Moses lebt, bleibt vor der Besitzergreifung durch unreine Geister sicher, vor allem wenn Er an Christus und Seine väterliche Fürsorge glaubt und alles in Seinem Namen macht. Wer dies versäumt, ist durch seine eigene Trägheit und Unwissenheit in jedem Augenblick tausend Gefahren aller Art ausgesetzt. Gott läßt die besseren Menschen durch Seine Engel beschützen, dennoch soll man sich nicht zu sehr darauf verlassen, weil die Engel dem Willen des Menschen keine Zügel anlegen.[7]
Jesus empfiehlt, daß der Mensch seinen Leib nach der Lehre Moses rein halte. Durch Unreinheit kommen allerlei böse Krankheiten in das Fleisch und Blut und erzeugen Unlust und Traurigkeit in der noch schwachen Seele; aber was das Fleisch vom Schmutz reinigt, das reinigt die Seele nicht von ihren Sünden. Kein äußeres Reinigungsmittel hat für den inneren Menschen irgendeine Heiligung, sondern allein der lebendige Wahrheitsglaube, seine Liebe und seine guten Werke.[8]
Reinigung
Die eigentliche Reinigung der Menschen geschieht erst durch eine wahre Buße, durch die Reue über eine begangene Sünde an seinem Nächsten, durch den ernsten Vorsatz, nicht mehr zu sündigen, und durch die vollkommene Besserung des Lebens. Mit dem Wasser reinigt man den Körper und mit einem festen, guten und Gott in allem ergebenen Willen Herz und Seele.[9]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.209.1-6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.248.13; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.222.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.41.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.51.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.51.4-5
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.41.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.54.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.40.20-21
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.41.4-5