Satan

Aus Prophetia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Satan säht (Felicien Rops)
Satan (dem Geist nach) ist der Name des seit vielen Myriaden von Jahren hoffärtigen, widerspenstigen von Gott abgefallenen, verworfenen Geistes, der nie wieder zu Gott, der ihn werden hieß, umkehren will. Er ist der abgesagteste Feind Gottes, der vom Anbeginn mehr sein wollte als Gott. Da ihn Gottes Macht gestürzt hat, ist er voller Grimm und denkt nun nur daran, wie er Gott schaden könnte. Lüge, Selbstsucht, List, Trug und Bosheit sind seine Merkmale; er ist der Großmeister aller Politik. Er lügt sich an, er sei ein allermächtigster Geist aller Geister, obwohl er keine Kraft hat außer in der Lüge, in der er ein großer Meister ist.[1]

Unter dem Teufel und Satan ist die Hölle zu verstehen, wobei der Teufel die Hölle bezeichnet, die weiter hinten liegt, wo sich die Schlimmsten befinden, böse Engel (genii) genannt. Der Satan dagegen bezeichnet die weiter vorn liegende Hölle, wo sich die weniger Bösartigen aufhalten, böse Geister genannt. Ein besonderer Teufel, dem die Höllen unterworfen wären, existiert nicht (siehe "Person" weiter unten).[2]

Im allgemeinen soll man unter dem Satan (der Seele nach) die ganze materielle Schöpfung verstehen und unter den Teufeln (ebenfalls der Seele nach) des getrennte Spezielle derselben.[3]

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Der eigentliche Hauptbestandteil des Satans bildet Zorn, der Gegensatz der Liebe.[4] Der Satan ist die Quintessenz des Zorn Gottes, der Gegensatz zur Liebe Gottes.[5]

Der Seele nach

Alle Weltkörper des Universums sind aus der Seele Satans gestaltet; diese eine Seele ist in diesen Weltkörpern in zahllose Kompendien geteilt. Der unteilbare Geist Luzifers wohnt nur im Mittelpunkt (Schwerpunkt) der Erde, wo er schwer gefangen gehalten wird, damit er nicht die Erde und die ganze Schöpfung zerstört, denn in ihm liegt eine ungeheuere Kraft, mit der nur Gott fertig werden kann. Obwohl er machtvoll gefesselt ist, haucht er dennoch sein Erzböses in die aufsteigenden Seelenspezifika und pflanzt ihnen den Tod ein, der daher überall auf der Erde beobachtet werden kann.[6]

Satan wohnt im Fleisch eines jeden Menschen und in aller Materie und wird symbolisiert durch die Schlange. (laut Adam)[7]

Dem Geist nach

Die Bosheit des Satans, des Erzfeindes von Christus, ist derart unbeschreiblich schrecklich, daß selbst der kleinste Begriff davon dem Menschen tödlich wäre; Gott bewahrt die Menschen durch Seine Gnade, indem Er sie nur entfernteste Schattenbilder davon ahnen läßt. Gegen des Satans Kraft, die er noch hat, könnte ohne Gott die ganze Schöpfung nicht bestehen.[8] Trotz seiner Macht und Stärke ist Satan aber ein endlich erschaffener Geist, und wo all seine Macht für ewig aufhört, fängt Gottes unendliche Macht erst an. Wer sich daher in Gottes Händen befindet, dessen leisester Hauch ist schon mächtiger als alle Stärke des Satans.[9]

Die Bosheit des Satans ist sehr groß und er ist so schlau und listig, wie er böse ist, weswegen man sich vor ihm in acht nehmen muß.[10] Er will Alleinherrscher sein und den alleinigen Gott aller Heiligkeit, Macht und Kraft nicht anerkennen, weswegen er stets im Sinn hat, Gott zu schwächen und zu vernichten, um dann alle Gewalt über Himmel und alle Welten an sich zu reißen. Dann würde er alles Bestehende aus übergroßen Haß gegen Gott vernichten und eine neue Schöpfung nach seinem Wohlgefallen bewerkstelligen. Darin solle aber nichts für ewig Bestehendes vorkommen, sondern alles solle nur ein von seiner höchst freien Willkür abhängendes Dasein haben und nur solange bestehen, wie es ihm ein sinnliches Vergnügen gewähren würde. Nachdem er sich daran völlig gesättigt hätte, solle sogleich wieder eine ganze Schöpfung ins Nichts zurücksinken und wieder eine andere bloß zu seinem Vergnügen entstehen. Er würde auch keine ihm völlig ähnliche Wesen erschaffen - wie zum Beispiel den Mann -, wohl aber die Frau zu seinem sinnlichen Bedürfnis. Diese solle dann überaus empfindlich sein, damit er sie desto mehr martern könnte. Seine Ideen sind von einer solchen Scheußlichkeit, daß sie selbst ein oberster Engel nicht in ihrer Fülle zu erfassen vermag.[11]

Gemäß dem Werk Bischof Martin wurde der Satan von Johannes auf die Sonne umquartiert; demnach befindet er sich seit dem Jahr 1848 auf der Sonne.[12] Satan hat jedoch noch viele Legionen, die in seinem Namen Arges wirken, was die Erde noch auf eine kurze Zeit empfinden wird. Dann aber wird die arge Quelle zunehmend versiegen und und alles Böse erlahmen, wenn auch nicht ganz ein Ende nehmen, obwohl das Ende alles Argen nicht mehr fern sein wird.[13]

Namen und Gestalten

"Satana", "Leviathan", "Beelzebub", "Gog", "Magog", die "Schlange", der "Drache", das "Tier des Abgrundes", "Luzifer" usw. sind weitere Namen des erzbösen Geistes. "Luzifer" oder "Lichtträger" ist der ursprüngliche, eigenschaftliche Name des Satans. "Satana" bezeichnet den Gegenpol der Gottheit.[14]

Satan ist schon in endlos vielen Gestalten erschienen, siehe dazu Satana

Person

Satan entspricht der zu starren Ruhe und Trägheit; denn diese geschaffene erste große Persönlichkeit wollte alle anderen Kräfte in ihre Wesenheit vereinen und ist aber darum tot und tatunfähig geworden in sich selbst. Aber die in ihr besiegten anderen Kräfte ruhen dennoch nicht völlig, sondern stehen in einer fortwährenden Tätigkeit und personifizieren sich dadurch wie selbständig. Durch solche Tätigkeit beleben sie aber das Grundwesen wie mit einem Scheinleben, und dies Leben ist dann offenbar nur ein Trugleben einem wahren freien Leben gegenüber. Solche besiegten und doch den Sieg nicht annehmen wollenden Kräfte sind das, was man dem Satan gegenüber "Teufel" oder "böse Geister" nennt.[15]

Der Satan ist die Zusammenfassung des gesamten Materiegerichtes, und was seine Persönlichkeit betrifft, so ist diese an und für sich nirgends da, wohl aber ist sie als ein Verein aller Art und Gattung von Teufeln nicht nur dieser Erde, sondern aller Welten im endlosen Schöpfungsraum anzusehen. Die zahllos vielen Hülsengloben stellen außerdem in ihrer gemeinsamen Zusammenfassung einen übergroßen Schöpfungsmenschen dar.[16]

Im kleineren ist auch ein Verein aller Teufel eines Weltkörpers ein Satan, und im kleinsten Maße ein jeder einzelne Teufel für sich. Solange es aber keinen Menschen auf einem Weltkörper gibt, gibt es auf demselben auch keinen persönlichen Teufel, sondern nur gerichtete und unreine Geister in aller Materie eines Weltkörpers.[17]

Gegenpol zu Gott

siehe Satana

Wirkungen

Der Fürst aller Teufel und der Satan aller Satane kann den Menschen gegen die Ordnung der Gerechtigkeit Gottes kein Haar krümmen.[18] Der Satan kann und darf sich niemandem nähern, außer wenn ein Mensch sich von seinem eigenen Herzen berücken läßt und hochmütig, fleischsinnig, weltsüchtig und eigenliebig wird. Dann nähert sich der Mensch selbst eigenwillig dem Feind des Lebens und wird selbst ein Feind alles Lebens und nicht selten ärger noch als der eigentliche in Person. Wenn der Satan einen solchen Menschen gewahrt, dann spart er keine Mühe, jenen an sich zu fesseln, der ihn überwiegend freiwillig aufgesucht hatte und bemüht sich, ihn auf ewig für sich zu gewinnen.[19]

Der Fürst der Finsternis macht unablässig Jagd auf alle Menschen und betrachtet sie als das Wild seines großen Reviers. Früher war er nur ein Raubjäger, gegenwärtig (1841) hat er sich auf eine kurze Zeit zum Jagdinhaber aufgeworfen und schont sein Wild, bis er dann wieder eine große Treibjagd gibt, um mit reicher Beute beladen heimzukehren. Solche Jagdzeiten sind vorzugsweise öffentliche Belustigungen, Krieg, Streit, Hurerei usw. Die Tänzer, Krieger, Neider, Unzüchtige usw. sind das gehetzte Wild.[20]

Des Satans Lust ist es, die blinden Menschen durch den in sie eingepflanzten Hochmut von der Ordnung Gottes soweit als möglich abzubringen. Wenn diese dann als Jünger seiner Schule drüben ankommen, dann verwirft er sie und stellt sie zu seinen allerniedrigsten und scheußlichsten Diensten an, in denen sie nach seinem bösesten Willen ewig zu verbleiben hätten. Der Satan als der Fürst der Finsternis läßt die Menschen hier zu Göttern erhöhen, um sie dann zu den niedrigsten Scheusalen hinab zu demütigen. Gott hingegen verlangt hier ein weises und demütiges Herz, um dereinst den Menschen desto höher zu heben und seliger zu machen. Dem Satan wird zwar solche Macht genommen, und die Menschen werden völlig frei nach ihrem Sinn schalten und walten können; dadurch werden die Guten desto mehr leuchten, und die aus sich Bösen desto finsterer sein, denn die Bosheit geht dann auf ihre eigene Rechnung, weswegen sie vom Satan und seinen Knechten desto übler hergenommen werden.[21]

Wen Satan fangen will, den fängt er durch einen gewissen Weisheitshochmut (Anm.: Erkennbar an Titeln und Ehren, Hochwürdengetue usw.) und darauf durch Unzucht.[22]

Vor dem Satan soll man keine Furcht haben, denn auch das ist eine Art Hingebung unter seine Kraft und eine Art Triumph für ihn. Die Gefahr besteht dann darin, daß man von seiner bösen Polarität derart angezogen wird, daß es dann viel Mühe kostet, sich wieder zu befreien (nach Johannes).[23]

siehe Versuchung, Spektakel, Unzucht, Krieg und Irrlehren des Satans

Geschichte

Der Satan ist als ein ursprünglicher Geist geschaffen worden. Als er durch ein Gesetz seine volle Freiheit hätte erkennen und annehmen sollen, wurde er unwillig und fiel durch die Verachtung des Gesetzes und somit auch durch die Verachtung Gottes. Und die Folge davon war die materielle Schöpfung aller Welten, welche ein notwendiges Gericht ist.[24]

Der Satan trotzt Gott schon seit unvorstellbar langen Zeiten, gewinnt dadurch aber nichts und bleibt stets der geschlagene Sklave seines eigenen Starrsinns, der eine Frucht seiner Torheit ist. (nach Noah)[25]

Schutz vor dem Satan

Es gibt nicht einmal einen Engel, der es ohne die Hilfe Gottes mit dem Satan aufnehmen könnte, da dieser über eine Unzahl von feinsten Trugmitteln verfügt, durch die er selbst alle Himmel berücken könnte. Selbst Michael ist von ihm überwunden worden, als er mit ihm um den Leib von Moses gerungen hat. Er konnte nichts tun, als das Gericht Gottes über dieses allerböseste Wesen rufen, das allein imstande war, diesem Drachen die Beute zu nehmen (nach Borem)[26]

Wer der List des Feindes entgehen will, der sei ein getreuer Hirte seines eigenen Herzens, und kehre es sorgfältig zu Gott. Wer solches stets beachtet, dem kann sich Satan unmöglich mit seiner List nahen. Man soll nicht ängstlich sein, denn ohne die Zulassung Gottes kann nichts geschehen. Wenn Gott etwas zuläßt, dann hat Er stets den besten Grund dazu. Vor allem soll man sich vor sich selbst in Acht nehmen, denn außer Gott gibt es nirgends etwas Freieres als das Herz des Menschen, weswegen man für dieses nach dem Willen Gottes sorgen soll.[27]

Gott und Satan

Gott und Satan, ca. 1750 (Corrado Giaquinto)
Für Gott gibt es keinen Satan und keine Hölle, – wohl aber im Anbetracht seiner selbst und der Menschen dieser Erde, weil es sich hier um die Bildung der Kinder Gottes handelt.[28] Gott und allen rein himmlischen Geistern gegenüber kann der Satan als widerordentlich gewordener Geist unmöglich böse sein, da er ihnen ewig nie schaden kann. Böse und schlecht ist er nur gegen sich selbst, weil er ganz allein nur sich schadet, solange er in der Widerordnung verharrt.[29]

Der Schöpfer Satans

Wenn Gott und Seine Werke alle gut und vollkommen von Ihm ausgehen, und außer Gott in der Unendlichkeit nichts ist, wessen Ursprung ist demnach der Satan und dessen unbegrenzte Bosheit? Der Satan ist frei und so vollkommen wie der Mensch; er kann als freier Geist ohne Berücksichtigung der Ordnung Gottes tun, was er will. Die Vollendung der Wesen besteht darin, daß sie ganz frei wollen und tun können, ob für oder gegen die Ordnung Gottes, und nicht, daß sie Mangel haben an der vollkommenen Willensfreiheit, gerichtet sind in der Allmacht Gottes.[30]

Weswegen Gott Satan nicht vernichtet

Die Liebe und Erbarmung Gottes ersteckt sich sogar bis zum endlos finstersten Geist. Deswegen aber kommt niemand zu kurz.[31] Gott weiß am besten, wie arg der Satan die Erde zurichtet, und Er hätte Macht genug, ihn völlig zu vernichten, aber Seine große Liebe läßt das niemals zu. Wer seinen Feind durch dessen Vernichtung zu besiegen wähnt, der ist ein Feigling, der sich durch die Tötung des gefürchteten Feindes diesen vom Hals schafft. Ein rechter Held verdirbt den Feind nicht, sondern nimmt sich alle Mühe, ihn mit aller Klugheit, Geduld, Liebe und Weisheit im Herzen zu gewinnen. Dann erst kann er sich rühmen, einen wahren Sieg über seinen Feind erkämpft zu haben, und der erkämpfte Feind wird selbst sein größter Lohn sein.[32]

Selbst ein gewöhnlicher Mensch zögert, einen noch so großen Bösewicht einfach zu töten, umso weniger mag das Gott tun, dessen Liebe viel größer ist als die eines Menschen, zudem Gott auch der Schöpfer, Herr, Gott und väterlicher Richter des Satans ist, so wie der Menschen. Dem Satan wurde ohnehin soviel Macht und Willen als möglich genommen, weswegen man ihn nicht zu fürchten braucht, sondern sich nur vor seiner List in acht zu nehmen hat. Diese hat keine Gewalt, und ist für sich völlig ohnmächtig und man kann sie stets so leicht wie eine Fliege verwehen, wenn man es nur will.[33]

Gott kann das, was der Satan zerstört, doch wieder völlig ganz machen, und zwar derart, daß keine Spuren oder Schäden bleiben.[34] Der Satan ist im höchsten Maß krank und daher müssen die Gesunden und Mächtigen eine rechte Geduld haben. Und dies desto mehr, weil ihnen der Satan sogar durch seine böseste Krankheit dienen muß. Der gerichtete Satan kann nur tun, was ihm zugelassen wird. Sein Wille ist wohl böse, aber er kann ihn nicht ausführen ohne die Zulassung Gottes. Warum Gott manchmal etwas von seinem bösen Willen zuläßt, kann man erst fassen, wenn man aus der Liebtätigkeit aller Himmel ausreichend Erfahrung gesammelt hat.[35]

Gott hat die Macht, die Hölle samt ihrem Fürsten und allen seinen Teufeln zu vernichten. Damit würde jedoch die gesamte materielle Schöpfung vernichtet; diese jedoch muß sein und bestehen, damit die Seelen der Menschen sich die Freiheit und die volle Selbständigkeit des ewigen Lebens erkämpfen können. Ebenso würde auch der Leib jedes Menschen vernichtet; der aber ist ein notwendiges Werkzeug der Seele, weil sie sich nach Gottes höchster Weisheit und tiefster Erkenntnis nur einzig und allein mit diesem Werkzeug das ewige Leben erkämpfen kann.[36]

Bemühungen zur Umkehr

All die zahllosen Sonnen und Welten aller Art hat der Herr des Satans wegen erschaffen, damit dieser auf einer oder der anderen zurückkehren sollte, wobei ihm Gottes endlose Erbarmung auf jeder Sonne und Welt Mittel gegeben hat, mit deren Hilfe er leicht hätte zurückkehren können. Nie hat ihn Gott auch nur im geringsten Teil in seiner ersten äußeren Freiheit seines Willens beirrt und keinerlei Schranken gesetzt. All diese unaussprechlichen Gnaden wurden aber vom Satan verschwendet, der Gott stets belog und verhöhnte. Als der Satan auch auf der Erde den völligen Untergang der Menschen und sogar die Kreuzigung des Herrn beabsichtigte[37], schwor ihm Gott Seinerseits den völligen Untergang und setzte ihm eine Frist von ca. 6000 Jahren, wonach der Satan mitsamt seinen Helfern und Helfershelfern den gebührenden Lohn im ewigen Feuer des Zorn Gottes finden würde. Damit der Satan dieses ihm von Gott gesetzte Ziel verkosten soll, wurde (im Jahr 930 nach Adam) von Gott ein Fünklein in die Mitte der Erde versenkt, wohin der Satan zeitweise genötigt wird zur Probung des Fünkleins, sooft er an Gott gefrevelt hat. (nach Henoch)[38]

Sieg über Satan

Durch die Kreuzigung von Christus wurde der Satan - Lüge, Trug, Stolz, Habsucht, Eigenliebe, Haß, Herrschgier, Mordlust und Hurerei - der die Menschenwelt beherrscht hat, machtlos und konnte die Menschen nicht mehr so sehr wie davor verführen und sie ins Verderben stürzen. Der höchste Hochmut kann nur durch die tiefste Demut zugrunde gerichtet werden, weswegen die Kreuzigung notwendig war.[39]

Dem Satan ist nur auf dem Weg des langen, fortdauernden Gerichtes beizukommen. Dieses besteht in der äußern materiellen Schöpfung. Dadurch wird er stets schwächer und ohnmächtiger und muß sich, solcher Schwäche und Ohnmacht bewußt, in vieles fügen, in das er sich in seiner freien, ungerichteten Vollkraft ewig nie fügen würde. (nach Johannes)[40]

Verehrung im Heidentum

Der von all seiner Seele entbundene und lediglich in seinem geistigen reineren Wesen gebundene Geist wollte sich zuweilen bessern, wenn ihm dies oder jenes gestattet würde. Eine Besserung wäre ihm möglich, da er von all seinen bösen Seelenspezifiken entbunden wurde. Er verlangte, es würde ihm gestattet, auf eine Zeitlang göttlich verehrt zu werden, um so einsehen zu können, daß ihm diese Verehrung nicht mehr gefalle, worauf er völlig umkehren und ein reinster Geist werden würde. Dies wurde ihm auch gestattet; das ganze Heidentum gibt dafür Zeugnis. Gott behielt Sich nur ein einziges kleines Völklein auf der Erde (die Israeliten) vor; alles andere konnte unbeschadet seiner Freiheit dem Wunsch dieses Geistes gleich den Tieren ungestraft nachkommen. Daraus sind dann die verschiedensten Namen dieses als Gott verehrten Wesens entstanden.[41]

Allerdings begnügte sich dieser Geist nicht damit, sondern statt sich zu bessern, machte er stets größere Eingriffe in die göttliche Ordnung, weswegen er in sehr enge Haft getrieben wurde. Da sich aber schon eine Menge gleichgesinnter Geister aus dem menschlichen Geschlecht herangebildet hatte, wirkt er durch seine "Engel", d.h. die Teufel.[42]

Umkehr

Der Seele nach

Gott läßt niemanden verschmachten und zugrunde gehen, selbst den Satan und die ärgsten Teufel nicht; allerdings in ihrem Zustand wider alle Seine Ordnung lassen kann Er sie nicht. Da Satan gleich dem Adam ein Urvater der ferneren Menschen für die Ewigkeit hätte werden sollen, trug er auch gleich einem Samenkorn zahllose Äonen von künftigen Menschen in sich. Auch wenn er für sich ganz allein noch lange bleiben kann was er ist - die zahllosen Keime der Menschen werden ihm genommen auf dem harten Wege durch die Materie. Diese Keime gehen aus seinem gesamten Wesen hervor - aus Haaren, Kopf, Hals, Zunge, Zähnen, Brust, Eingeweiden, Haut, Händen und Füßen. Je nachdem, aus welchem Teil die jeweilige Menschheit hervorgeht, muß sie auch entsprechend behandelt und geführt werden, um die Vollendung zu erreichen.[43]

Der heilige Vater ist durch Seine endlose Liebe genötigt, die totale Lebenskraft des Satans in ein zahlloses spezielles Leben der Menschen auf dieser Erde und zahllos anderen Weltkörpern zu zerteilen und den Satan auf diese Weise von seinem Eigensinn zu befreien und ihn in den Menschen geteilt wieder zurückzuführen, weil er sich ungeteilt wohl ewig nicht dazu entschließen würde. (nach Henoch)[44]

Von jedem verstorbenen menschlichen Leib bleibt das rein Höllische für alle Zeiten unverweslich als das Grundangehör des Satans, damit ihm ein fortwährender Körper bleibe (siehe Hülsenstoff), aber was immer daran an seelischer Substanz klebt, wird davon genommen und der Seele des Menschen einverleibt werden. So wird allmählich die ganze Seele des Satans auferstehen in vielen Menschen, davon ein jeder vollkommener sein wird als der ganze frühere große Geist. Und damit jede Seele ein vollkommenes göttliches Ebenmaß bekommt, wird jeder ein neuer Geist aus Gott eingepflanzt. Dies ist die neue Schöpfung, die durch das Feuer der göttlichen Liebe völlig umgestaltet wird (siehe: Erlösung); die alte Schöpfung wird zurücksinken in ihren Staub und in ihre stets größer werdende Ohnmacht und wird zu einer Unterlage verhärten und zu einem Schemel der neuen werden.[45]

Es werden noch einige Millionen von Erdjahren vergehen, bis die Erde alle Gefangenen ausliefern wird und sie ihre letzte Feuerprobe im Feuer der Sonne machen wird. Was da noch wird aufgelöst werden können, das wird zur Freiheit gelangen; was aber das Feuer der Sonne nicht wird auflösen können, was nicht flüssig wird in diesem Feuer, das wird Schlacke bleiben auf ewig, als ein Gefängnis des Allerärgsten; dies wird der letzte und der ewige Tod sein.[46]

Dem Geist nach

Solange noch die Erde besteht, ist es jedem Geist möglich, den Weg der Reue, Demut und der Besserung zu ergreifen, auch dem ärgsten Geist. Wenn aber die Zeit um ist, dann wird auch die Möglichkeit einer Rückkehr auf ewige Zeit verbaut sein.[47]

Gleichnis vom verlorenen Sohn

Der verlorene Sohn (Max Slevogt)
Unter dem verlorene Sohn Luk 15.11-32, der Luzifer heißt, wird jeder einzelne Mensch für sich verstanden. Wenn ein ganzes Volk mit Gott eins geworden ist, dann wird es nur ein Mensch in Gott; wenn alle Menschen, die je auf der Erde gelebt haben und noch leben werden, mit Gott eins geworden sind, so werden sie auch nur ein Mensch in Gott sein; d.h. sie alle wird ein und derselbe heilige Geist aller Liebe, aller Wahrheit und aller Macht beseelen und beleben.[48] Der verlorene Sohn wird daher in den vielen gottergebenen Menschen, die eines Sinnes wie ein Mensch vor Gott stehen werden, auch dann zurückkehren, wenn der Satan (als Geist) nicht umkehrt und ewig verworfen wird. (nach Johannes)[49]

Der verlorene Sohn war schon zu Jesus' Wirken (der Seele nach) auf der Umkehr, aber es wird noch beinahe endlos lange Zeit dauern, bis er vollständig ins Vaterhaus zurückgelangen wird.[50]

Im kleinen Maßstab gleicht jeder Sünder einem verlorenen Sohn, über dessen wahre Rückkehr größere Freude sein wird als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.[51]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.101.7; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.158.5; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.208.8-9; Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.87.2; Jakob Lorber, H 3.199.12
  2. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 544
  3. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.34.9
  4. Jakob Lorber, Die Erde 61.3
  5. Lorber, Himmelsgaben 1.249.4
  6. Jakob Lorber, Die Erde 53.9-10; Jakob Lorber, Die Erde 55.10-11
  7. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.105.8
  8. Jakob Lorber, Die Erde 55.11, Jakob Lorber, Bischof Martin 116.12
  9. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.25.10-11
  10. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.158.3-4
  11. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.158.5-11, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.17.6, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.17.9
  12. Jakob Lorber, Bischof Martin 200.14-15
  13. Jakob Lorber, Bischof Martin 201.7
  14. Jakob Lorber, Die Erde 56.1-2
  15. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.229.12-13
  16. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.35.14
  17. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.35.15-16
  18. Jakob Lorber, Naturzeugnisse 401014.37, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.19.11-12
  19. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.158.21-23
  20. Lorber, Himmelsgaben 1.276.5-6
  21. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.207.7-10
  22. Jakob Lorber, Bischof Martin 154.8
  23. Jakob Lorber, Bischof Martin 197.4
  24. Jakob Lorber, Robert Blum 2.153.5
  25. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.349.5
  26. Jakob Lorber, Bischof Martin 118.2
  27. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.158.25-28
  28. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.67.16; Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 11.49-51
  29. Jakob Lorber, Bischof Martin 198.11, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.16.7
  30. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.339.13-15
  31. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.25.6-9
  32. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.201.14-16
  33. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.158.14-17
  34. Jakob Lorber, Bischof Martin 189.8-11
  35. Jakob Lorber, Bischof Martin 189.12-14
  36. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.12.4-5, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.16.5
  37. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.86.7-10
  38. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.87.3-13
  39. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.220.1-3
  40. Jakob Lorber, Bischof Martin 190.15
  41. Jakob Lorber, Die Erde 56.7-8
  42. Jakob Lorber, Die Erde 56.9
  43. Jakob Lorber, Robert Blum 2.153.5-6
  44. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.274.5
  45. Jakob Lorber, Die Erde 54.9
  46. Jakob Lorber, Die Erde 55.9
  47. Jakob Lorber, Die Erde 55.8; Jakob Lorber, Bischof Martin 119.21
  48. Jakob Lorber, Der Mittelpunkt der Erde 12.36
  49. Jakob Lorber, Bischof Martin 196.17
  50. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.188.21
  51. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.188.22
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge