Schwäche
Die Schwäche ist ein von Gott absichtlich unvollendeter Teil des menschlichen Wesens, den die Menschen selbst vollenden sollen, um dadurch die göttliche Ähnlichkeit ihres Geistes in sich selbst zu bekräftigen und zu rechtfertigen und dadurch ein wahrhaft freies Leben für ewig in ihnen selbst zu gründen. Jeder Mensch muß gewisse Schwächen in sich tragen. Die Schwächen sind dem Menschen von Gott zur selbständigen Probung gegeben. Durch diese Schwächen ist die geistige Freiheit aller Menschen bedingt, und sie können euch die Erkenntnis und Überwindung derselben erst vollkommen frei im Geiste werden.[1]
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Wesen
Schwächen sind die gewöhnlichen Fesseln des Geistes, durch die er wie in einer festen Hülle eingeschlossen ist. Sie können erst zersprengt werden, wenn die mit dem Fleisch vermengte Seele sich durch die gerechte Selbstverleugnung gestärkt hat, damit sie fest genug ist, den freien Geist zu fassen und zu halten. Daher kann der Mensch auch nur durch allerlei Versuchungen seine Schwächen gewahren und erfahren, wie und worin sein Geist geknebelt ist. Je größer der Geist eines Menschen, mit desto mehr Schwächen ist seine Seele behaftet, um den Geist in Banden halten zu können. Daher mußte Jesus, der in Seiner Seele, dem Sohn, den Geist aller Geister barg, auch die größten Versuchungen bestehen.[2]
Überwindung
Im Ablösen einer Fessel (Schwäche) um die andere besteht das Zunehmen der Seele in der geistigen Kraft. Wenn der Mensch sich in den Schwächen in seiner Seele selbst verleugnet, dann löst er dem Geist die Fesseln und fesselt damit die Seele. Ist mit der gerechten Zeit die Seele mit all den ehemaligen Geistesbanden gefesselt (d.h. der Mensch wurde Meister seiner selbst und ist nicht mehr Sklave seiner Schwächen), dann geht der nun ganz befreite Geist in die ganze starke Seele über, und diese gelangt dadurch in alle himmlische Machtvollkommenheit des Geistes und wird dadurch für ewig vollkommen Eins mit ihm. (Wiedergeburt)[3]
Sich nichts vormachen
Solange man seine Schwächen verdeckt, als geoffenbart in einem tragen will, dann schadet man sich nur selbst und ist selbst daran schuld, wenn man am Ende durch sie zugrundegeht. (nach Lamech)[4]
- Anmerkung: Gemeint ist Aufrichtigkeit vor Gott, sich und anderen und nicht die Beichte, oder daß man seine Schwächen durch die Gegend posaunt. Ohne Notwendigkeit sollte man vermeiden, von seinen Schwächen zu reden, da dies erstens kontraproduktiv ist, um sie zu überwinden, und zweitens Schwächen durch Betrachtung, Beschreibung und Besprechung auf andere Menschen übertragen werden können, wie eine ansteckende Krankheit.
Hinwendung zu Gott
Die Schwachen sollen sich an Gott wenden; Er wird sie vollenden und stark machen.[5] Die Schwachen sollen die Stärke der Liebe schauen, die sie nie fallen läßt, wie die Monde sich stets nach dem Angesicht der Liebe richten und diese nach allen Seiten in kleinen Kreisen umkreisen, und durch die Kraft derselben ebenfalls in den großen Kreis mitgezogen werden.[6] Das Wesen des Mondes wird einem aufgeschlossen, wenn man die Schwachen betrachtet, wie sie sich gleichen.[7]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.110.7-8; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 299.8
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 299.8-10; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 299.16-19
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 299.12-14
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.110.9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.1.5
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.5.34
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.5.35