Speisegebot

Aus Prophetia
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Jesus gibt keine Speisegebote. Jeder soll aber darauf sehen, ob die Speisen rein und gut genießbar sind, ob warm oder kalt, frisch zubereitet oder gelagert. Vor allem mit dem Fleischessen soll man vorsichtig sein, wenn man körperlich lange und dauerhaft gesund bleiben will. Der Herr warnt insbesondere davor, das Fleisch von erstickten Tieren zu essen, weil es den Menschen krank macht. Für die (durch Moses) als unrein bezeichneten Tiere sind außerdem besondere Zubereitungsmethoden notwendig, ansonsten die Gesundheit leidet.[1]

Was mit Maß und Ziel als frisch und gut zubereitet zur nötigen Stärkung des Leibes gegessen oder getrunken wird, macht weder unrein, noch selig, noch unselig, sondern nur, was man glaubt und tut oder was vom Herzen durch den Mund zum Schaden des Mitmenschen herauskommt. Mt 15.11[2] Dies wurde im Fall der Speisegebote durch den Vorfall mit Petrus, dem in einer Vision das Schlachten und Essen von unreinen Tieren befohlen wurde, bekräftigt. Apg 10.9 [3] Wenn ein hungernder Mensch seinen Leib mit was immer für genießbarer Speise sättigt, dann sündigt er nicht wider irgendein Gesetz Moses. Wenn aber z.B. ein Jude aus Genußsucht zum Ärger seiner Mitmenschen das Fleisch von unreinen und erstickten Tieren ißt, und zur Genüge Fleisch von als rein bezeichneten Tieren hat, der sündigt, weil er seine schwachen Mitmenschen geärgert hat.[4] Ähnliches gilt für die Christen, die nicht um der Speise willen Gottes Werk zerstören sollen. Es ist zwar alles rein, aber nicht gut für den, der es mit schlechtem Gewissen ißt, d.h. es ist besser, man ißt kein Fleisch und trinkt keinen Wein und tut nichts, woran sich der Bruder stößt. Röm 14.20-21

Mosaische Speisegebote

Die Materie hat verschiedene Härtegrade. Je härter sie ist, desto wilder und in sich unreiner ist sie auch, weil ihr in sie verfestigte Geistiges im gleichen Verhältnis aus desto mehr Eigenliebe, Selbstsucht, Hochmut und Herrschsucht besteht. Die Tiere, die sich gleich anfangs der Bevölkerung dieser Erde zu den Menschen gesellt haben - das Rind, das Schaf, die Ziege, die Henne und die Taube -, sind von reinerer Natur und sanfteren Charakters, weswegen ihr Fleisch dem Menschen, der von oben her kam, wegen der reineren Erhaltung der Seele am zuträglichsten war. Allerdings mußten selbst diese Tiere ganz vollkommen gesund sein und durften auch nicht in der Brunstzeit geschlachtet werden, weil in solch einer Zeit das sonst reine Tier unreiner ist. Mit der Zeit gesellten sich noch andere Tiere - das Pferd, der Esel, das Kamel, das Schwein, der Hund, die Katze - zum Menschen, doch schon anfänglich nur mehr zu den Kindern dieser Welt, während mit Ausnahme des Esels allein, und nachderhand auch des Kamels, die vorbenannten Tiere mit den Juden in einer sehr geringen Freundschaft standen. Noch zu Zeiten Jesu hatte ein echter Jude eine eigene Furcht vor Pferd und Hund, war kein Freund einer Katze und traute dem Kamel auch nicht viel. Wasservögel und die Trut- und Hühner waren ihm zuwider.[5]

Die mosaischen Reinheitsgebote (bezüglich reiner und unreiner Tiere) sind kein Freibrief oder Ansporn zum Fleischessen, sondern wurden im Gegenteil entgegen der zu großen Fleischfreßgier und der (damit verbundenen) unbändigen Sinnlichkeit und Lüsternheit gegeben.[6]

Unter Moses in der Wüste hieß es; Der Hunger ist der beste Koch! - und das Volk hätte zu seinem Verderben oft rohes Fleisch gegessen aus Hunger. Daher mußte Moses eine gewisse Diät vorschreiben, und die Speisen mußten frisch und warm genossen werden.[7]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.240.1; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.85.14; Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 216.22
  2. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.222.13; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.131.8;Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.240.1
  3. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.111.7
  4. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.222.17
  5. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.111.2-6
  6. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.222.12
  7. Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 216.20-21
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