Teufel
Böse Geister oder Teufel sind nach dem Tod fortlebende Seelen, die während dem Leibesleben auf leichtsinnige und oft böswilligste Weise ihren Geist in sich so sehr geschwächt und niedergedrückt haben, daß er ihnen in einem solchen Zustand kaum eine (höhere als nur tierhafte) Lebenserregung zu verschaffen imstande ist. Sie sind Kretins, die entweder ganz oder überwiegend ein nur seelisches Leben haben, d.h. ihr Leben ist wie eine stumme polarische Kraft, welche den stumpfen Sinn nach Sättigung in sich trägt, selbst aber keine Urteilskraft besitzt, aus der ihr klar würde, womit sie sich sättigt und wozu ihr die Sättigung dient.[1] Da sie nicht dem Guten und Wahren ergeben sind, folglich im Gegensatz zu Weisheit und Einsicht stehen, heißt ihr Leben nicht Leben, sondern geistiger Tod.[2]
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Wesen
Es gibt keine urgeschaffenen Erzteufel, aber dennoch ist alles der Materiewelt in seinem Urelement ebensoviel wie ein urgeschaffener Erzteufel. Alle Höllenbewohner entstammen dem menschlichen Geschlecht. Von Anfang der Schöpfung bis auf die heutige Zeit haben sich dort Myriaden mal Myriaden eingefunden, und jeder einzelne von ihnen ist der besondere Teufel, zu dem ihn in der Welt sein Gegensatz zum Göttlichen gemacht hat. Wer sich von der Welt und seinem Fleisch zu sehr gefangennehmen läßt - wer also schon auf der Welt unverbesserlich schlecht und lasterhaft gelebt hat und schon da als eigentlicher Teufel die Menschen zu Lastern und Übeltaten verlockte und nötigte - dessen Seele ist dann ein persönlicher Teufel und lebt nach dem Leibestod im Verein mit den unreinen Materiegeistern weiter. Das Streben einer solchen Seele ist auch nach dem Tod gleich wie ihre Liebe ein böses. Je ärger sie ist, desto größere Verdammnis bereitet sie sich, aus der sie sich kaum je völlig herauswinden wird.[3]
Geister von verstorbenen Menschen werden in den naturmäßigen polarischen Zustand zurückgeführt, wenn sie während ihres Lebens sehr rachsüchtig (böse) waren. Dies geschieht auf himmlischen Planeten wie dem Saturn selten, kommt jedoch auf der Erde öfter vor.[4] Der Unterschied dieser bösen Geistern zu den eigentlichen Urgrundgeistern besteht nur darin, daß die als Naturgeister gehaltenen Geister verstorbener Menschen nie mehr wieder in ein naturmäßiges Leibesleben zurückkehren, während Urgrundgeister inkarniert werden müssen, damit sie in ein freies Leben übergehen können.[5]
Ein Teufel ist nichts anderes als ein in der Schule des Satans herangewachsener und ausgebildeter Geist. Er ist natürlich nicht wirklich in einer Schule des Satans ausgebildet worden, sondern hat sich selbst gemäß dem was er aus den Banden des Satans in sich aufgenommen hat gebildet.[6]
Die höllischen Geister sind samt und sonders in ihrem Eigenen; jedes Eigene ist aber nichts als Böses, folglich eine Hölle.[7] Alle Bewohner der Hölle sind dem Bösen und dem daraus hervorgehenden Falschen verfallen. Es gibt dort niemanden, der, dem Bösen verfallen, zugleich wahr wäre, wie in der Welt, wo die meisten Bösen die geistigen Wahrheiten kennen, da sie diese von Kindheit an aus Predigt und Lektüre des Wortes kennen gelernt haben, um in ihrem Sinne zu reden, wobei es einigen von ihnen gelingt, anderen vorzutäuschen, sie seien aufrichtige Christen, auch handeln sie redlich, als ob es aus einem vergeistigten Glauben geschähe, tun aber nur aus Besorgnis um ihren guten Ruf, ihre Stellung und ihre Vorteile das Böse nicht, das sie in Gedanken hegen, sind also nur dem Körper, nicht dem Geiste nach dem Wahren und Guten zugetan. Bei den bösen Geistern liegt offen zutage, daß das Wahre und Gute nur als ein Wissen in ihrem Gedächtnis lag, das sie beim Reden hervorholten, um den Eindruck zu erwecken, als ob bei ihnen alles Gute geistiger Liebe, geistigem Glauben entspringe, weil sie in ihr Inneres versetzt sind, daher nur noch Falsches aus dem Bösen reden. Jeder böse Geist wird, ehe er in die Hölle geworfen wird, in diesen Zustand versetzt. (siehe Leben nach dem Tod)[8]
So groß bei den Engeln das Maß von Weisheit und Einsicht ist, so groß ist auch die Bosheit und Schlauheit bei den höllischen Geistern. So wie der Engelsgeist aus seinem Guten heraus denkt, will, redet und handelt, so geschieht es beim höllischen Geist aus seinem Bösen heraus.[9] Auf keinem Weltkörper gibt es ärgere und bösere Teufel als auf dieser Erde, und wenn es ihnen zugelassen wäre, würden sie die Erde und ihre Bewohner arg zurichten. Damit sie das nicht tun können, sind sie mit aller Blindheit und Dummheit geschlagen (Anm.: aus himmlischem Licht gesehen, nach weltlichem Maß sind sie überaus gerissen, vergleichbar den Raubtieren) und ihre Vereine gleichen Sicherheitsanstalten für gemeingefährliche Irre.[10]
Aussehen
Wenn die Höllengeister im Licht des Himmels, dem göttlich Wahren, betrachtet werden, erscheinen sie in der Gestalt ihres Bösen. Sie sind in Gesicht, Körper, Rede und Gebärden alle Abbilder ihrer Höllen, also dem Bösen und Falschen und nicht dem Guten und Wahren ergeben. Da dies im Himmelslicht offenbar wird, fürchten sie sich sehr, in diesem Licht gesehen zu werden, und flüchten davor in ihr eigenes Licht hinab, das dem Schein glühender Kohlen und gelegentlich auch brennenden Schwefel gleicht. Sie erscheinen sich infolge der Barmherzigkeit des Herrn untereinander als Menschen, im Licht des Himmels, den Engeln, aber als Ungeheuer mit grauenhaftem Gesicht und Körper. Dieses Menschsein beruht jedoch auf Täuschung; ihr wirkliches Aussehen zeigt sich im Himmelslicht, weil sich dort alles so zeigt, wie es an und für sich ist.[11]
Die Höllengeister stellen - allgemein gesprochen - Formen der Selbst- und Weltliebe dar, und das Böse, dessen besondere Ausprägung sie sind, hat seinen Ursprung in diesen beiden Abarten der Liebe. Allgemein gesprochen drückt sich in ihrer Gestalt die Verachtung anderer und die Drohung gegenüber allen aus, die ihnen nicht huldigen. Sie sind Gestalten des Hasses verschiedenster Art und vielfätiger Rachgier; Wut und Grausamkeit entsteigen ihren tieferen Schichten. Doch sobald andere sie loben, verehren und anbeten, zieht sich ihr Gesicht zu einem Ausdruck des Behagens befriedigter Lust zusammen. Keine der Gestalten gleicht der anderen, es gibt nur eine gewisse Ähnlichkeit zwischen denen, die einem ähnlichen Bösen verfallen sind und daher zur gleichen höllischen Gemeinschaft gehören. Im allgemeinen sind ihre Gesichter grausig und leblos wie die von Leichen. Bei einigen glühend rot wie ein Feuerbrand, manche durch Blattern, Beulen und Geschwüre entstellt, bei vielen ist überhaupt kein Gesicht zu erkennen, stattdessen nur etwas Struppiges oder Knöchernes; bei anderen fallen nur die Zähne auf. Auch ihre Leiber sehen scheußlich aus, und ihre Sprache erweckt den Eindruck, als werde sie aus Zorn, Haß oder Rachgier hervorgestoßen, redet doch jeder aus seinem Falschen und in einem Tonfall, der seinem Bösen entspringt.[12]
Schwerfällig, dunkel, schwarz und mißgestaltet erscheinen jene, die fleischlicher Liebe (Selbstsucht) sind. Die inneren Bereiche der von fleischlicher Liebe Beherrschten stellt sich wie etwas Schwarzes dar, weil sie verschlossen sind, und bei denen, die innerlich von bösartiger Hinterlist erfüllt waren, sehen sie wie dunkle Glut aus. Ihr Äußeres ist von schmutziger Färbung und bietet einen traurigen Anblick.[13]
Kleidung
In der jenseitigen Welt trägt jeder Kleider, die seiner Einsicht entsprechen und somit den Wahrheiten, die ihr zugrunde liegen. Auch die Bewohner der Hölle, denen die Wahrheiten fehlen, tragen trotzdem Kleider, aber zerrissene, häßliche, je nach der Art ihrer Torheit. Im Gegensatz zu den Engeln können sie keine anderen Kleider tragen. Der Herr erlaubt ihnen, sich zu bekleiden, damit sie nicht nackt erscheinen.[14]
Charakter
Der höllische Mob liebt nichts mehr, als Böses zu tun, vor allem Strafen zu verhängen und zu quälen, und es gelingt ihm auch bei jedem, der nicht nicht vom Herrn beschützt wird. Sobald irgendetwas Böses aus bösem Herzen getan wird, wodurch aller Schutz des Herrn aufgehoben wird, stürzen sich die bösen Geister auf den Missetäter und strafen ihn. Bis zu einem gewissen Grad läßt sich das durch das Böse in der Welt veranschaulichen, das auch mit den entsprechenden Strafen verbunden ist.[15]
Wer sich nicht im Guten der Unschuld befindet, wird nicht durch sie berührt, weshalb in der Hölle alle ganz und gar gegen die Unschuld sind. Sie wissen nicht einmal, was Unschuld ist, und brennen desto stärker vor Begierde, jemandem Schaden zuzufügen, je unschuldiger dieser ist. Deswegen können sie den Anblick von Kindern gar nicht ertragen, sondern fühlen das Bedürfnis grausamer Begierde, ihnen zu schaden, sobald sie sie erblicken.[16]
Geister, die aus bösem Hang im Falschen sind, können durchaus Einsicht und Vernunft besitzen, wollen es aber nicht, weil sie das Falsche mehr als das Wahre lieben, da es zusammenstimmt mit dem Bösen, in dem sie sich befinden.[17]
Zuweilen erscheinen die bösen Geister so, als ob sie den Hauptrichtungen des Himmels zugekehrt (d.h. als seien sie gute Geister) wären, und dann haben sie auch Einsicht und Verständnis für das Wahre, jedoch keine Neigung zum Guten. Sobald sie zu ihrer eigenen Ausrichtung zurückfinden, sind sie wieder ohne Einsicht und Verständnis für das Wahre und erklären die Wahrheiten, die sie zuvor gehört und verstanden hatten, für falsch, und wünschen sich dann auch, daß das Falsche wahr sei. Bei den Bösen kann das Verstehen in dieser Weise verwandelt werden, nicht aber das Wollen. Dies ist vom Herrn so vorgesehen worden, damit jeder die Wahrheiten sehen und anerkennen kann, sie aber niemand aufnehme, der nicht im Guten ist; denn es ist das Gute, das die Wahrheiten aufnimmt, und durchaus nicht das Böse.[18]
Macht
Das Falsche aus dem Bösen besitzt keine Macht. Da alle Höllenbewohner in irgendeinem Falschen aus dem Bösen sind, haben sie keine Macht gegen das Wahre und Gute.[19]
Sinne
So groß die Vollkommenheit und Vortrefflichkeit der äußeren und inneren Sinne bei den Engeln ist, so groß ist auch deren Unvollkommenheit bei den Bewohnern der Hölle.[20] Ihre Augen sind zur Aufnahme des höllischen Lichtes (das Falsche) ausgebildet, weil sie während ihres irdischen Lebens hinsichtlich des Falschen, das sie es begründeten, in einem Schein von Helligkeit (Wahrheit) lebten, hinsichtlich der göttlichen Wahrheiten aber in dichter Finsternis, weil sie diese leugneten. Als Folge davon ist für sie das Licht des Himmels dichte Finsternis, so daß sie nichts sehen, wenn sie ihre Höhlen verlassen.[21]
Sprache
Die Sprache der bösen und höllischen Geister geht aus bösen Neigungen und folglich aus unreinen Vorstellungen hervor. Sie ertragen die Rede der Engel nicht, und umgekehrt die Engel nicht die Sprache der Höllischen. Die Rede der Heuchler, die sich in Engel des Lichts verstellen können, ähnelt zwar im Wortlaut der der Engel, was aber die Gefühle und somit die Denkbilder betrifft, ist sie ihr völlig entgegengesetzt, weswegen sie, wenn sie ihrem inneren Wesen nach aufgefaßt wird, wie das bei den weisen Engeln geschieht, wie ein Zähneknirschen gehört und erregt Schauder.[22]
Bosheiten
Die Bosheiten der höllischen Geister sind vielfältig. Ihre Ränke sind in der Welt fast samt und sonders unbekannt. Es werden mehrere Arten unterschieden:
- Der Mißbrauch der Entsprechungen.
- Der Mißbrauch des Letzten der Göttlichen Ordnung.
- Die Mitteilung und das Einschmuggeln von Gedanken und Neigungen durch Übertragung, Nachforschungen, andere Geister außer ihnen und solche Geister, die sie abordnen.
- Wirkung mittels Phantasien.
- Aus-sich-heraustreten und infolgedessen an anderen Orten gegenwärtig sein als dort, wo der Leib weilt.
- Verstellungskünste, Überredungen und Lügen.
Diese Künste erlangt der Geist des bösen Menschen, sobald er von seinem Körper abgetrennt ist, von selbst. Sie liegen in der Natur seines Bösen, in der er sich nun befindet. Mithilfe dieser Künste quälen sie einander in der Hölle.[23]
Wirkung
Die Teufel der Hölle schalten und walten in Menschengestalt auf dieser Erde unter den Menschen durch Lüge und Trug (siehe Satansknecht).[24] Satane und Teufel in Person gibt es schon im Fleisch auf Erden und noch viele mehr im großen Jenseits, die auch stets bemüht sind, einen argen Einfluß auf das Diesseits auszuüben, entweder mittels der Naturgeister, oder auch unmittelbar durch gewisse geheime Einflüsterungen, Anreizungen und Verlockungen. Sie merken bei den Menschen die verschiedenen Schwächen und Anlagen zu denselben, bemächtigen sich derselben und fachen sie zu glühenden Leidenschaften an.[25] Da die bösen Geister mit der Hölle verbunden sind, wünschen sie sich nichts sehnlicher, als den Menschen zu verderben, und zwar nicht nur seine Seele, das heißt seinen Glauben und seine Liebe, sondern sogar seinen Körper.[26]
Unterschied zu Menschen
siehe Unterschied zwischen Mensch und Teufel
Unterscheidung Satan und Teufel
Der Verein von Teufeln aller Art und Gattung des gesamten endlosen Schöpfungsraumes stellt die Persönlichkeit des Satans, obwohl eine solche an und für sich nirgends da ist. Im kleineren ist auch ein Verein aller Teufel eines Weltkörpers ein Satan (der Seele nach), und im kleinsten Maße ein jeder einzelne Teufel für sich. Solange es aber keinen Menschen auf einem Weltkörper gibt, gibt es auf demselben auch keinen persönlichen Teufel, sondern nur gerichtete und unreine Geister in aller Materie eines Weltkörpers.[27]
Teufel unterscheiden sich (dem Geist nach) stark vom Satan. Bei ihnen ist nur das Seelische gleichartig dem bösen Geist, nicht aber ihr Geist, der dennoch rein ist, wenn auch hart gefangen. Der Geist des Satans ist das eigentliche Böse. Daher wird und kann es geschehen, daß alle Teufel noch gerettet werden, bevor der Satan in sich selbst die große Reise zu seinem ewigen Sturz zu unternehmen genötigt wird.[28]
Unter dem Satan soll im allgemeinen (der Seele nach) die ganze materielle Schöpfung verstanden werden; unter Teufel das getrennte Spezielle derselben.[29]
Satan entspricht der zu starren Ruhe und Trägheit; denn diese geschaffene erste große Persönlichkeit wollte alle anderen Kräfte in ihre Wesenheit vereinen und ist aber darum tot und tatunfähig geworden in sich selbst. Aber die in ihr besiegten anderen Kräfte ruhen dennoch nicht völlig, sondern stehen in einer fortwährenden Tätigkeit und personifizieren sich dadurch wie selbständig. Durch solche Tätigkeit beleben sie aber das Grundwesen wie mit einem Scheinleben, und dies Leben ist dann offenbar nur ein Trugleben einem wahren freien Leben gegenüber. Solche besiegten und doch den Sieg nicht annehmen wollenden Kräfte sind das, was man dem Satan gegenüber "Teufel" oder "böse Geister" nennt.[30]
Aufenthaltsorte
Die Aufenthaltsorte von Teufeln sind:
- öffentliche Gebäude, wo viel betrügerischer Handel getrieben wird, wie z.B. in Tempeln und anderen Handelshäusern
- Häuser in denen Unzucht, Hurerei und Ehebruch getrieben wird
- Berge und Höhlen, in denen die Menschen mit großer Hast und Gier den Erdschätzen nachgraben
- Verstecke von Dieben, Räubern und Mördern
- Kriegslager und -felder
- Handelswege auf denen ein starker Gewinnhandel betrieben wird
- Ländereien von reichen, geizigen und hartherzigen Heiden und Juden; diese Orte sind besonders beliebt und es finden sich die Teufel auch in der Luft über solchen Ländereien, dem Feuer, den Wolken und dem Regen
- Götzentempel und falsche Orakel
- überall dort, wo große irdische Pracht und damit verbundener starker Hochmut sichtbar ist[31]
An Orten, die von Menschen nicht bewohnt werden und auch von ihren Sünden nicht verunreinigt worden sind, halten sich die Teufel nicht auf; außer diese Orte werden von weltgewinnsüchtigen Handelskarawanen bereist.[32]
Gott und die Teufel
Die Bewohner der Hölle wenden sich vom Herrn ab und der entgegengesetzten Finsternis (Höllensonne) und Verfinsterung (Höllenmond) zu, da sich alle Bewohner in der Selbst- und Weltliebe befinden, folglich dem Herrn entgegengesetzt sind. Die sich dem Stockfinsteren zuwenden, das dort die Stelle der irdischen Sonne einnimmt, leben im hinteren Teil der Hölle und heißen böse Engel (genii), die anderen, die sich jener Verfinsterung zuwenden, die dort die Stelle des irdischen Mond einnimmt, finden sich im vorderen Teil der Hölle und heißen Geister (spiritus).[33]
Die unseligen Geister fliehen Christus und wollen ewig nicht, daß Er zu ihnen kommt, sie erlöst und selig macht.[34]
Der Herr läßt die Quälereien in den Höllen zu, weil das Böse nicht anders in Schranken gehalten und gebändigt werden kann. Das einzige Mittel, den höllischen Mob zu zügeln und zu bändigen, ist die Furcht vor Strafe. Es gibt kein anderes Mittel. Ohne die Furcht vor Strafe und Folter würde sich das Böse in einen Aufruhr nach dem anderen stürzen, bis das Ganze auseinanderfiele wie ein irdisches Reich, in dem es kein Gesetz und keine Strafe gibt.[35]
Schutz
Der Mensch kann ohne den Schutz des Herrn nie und nimmer der Hölle entgehen. Der Herr kann aber den Menschen nur schützen, wenn dieser das Göttliche anerkennt und ein Leben des Glaubens und der Nächstenliebe führt. Ist das nicht der Fall, so wendet er sich vom Herrn ab und den höllischen Geistern zu und füllt seinen Geist mit der gleichen Bosheit. Der Herr lenkt den gottlosen und schlechten Menschen zwar dennoch fortwährend vom Bösen ab, wie mittels der Furcht vor dem Gesetz und seinen Strafen, vor dem Verlust des Einkommens, der Ehre und des guten Rufes, dieser Mensch kann aber nicht in das Geistig-Gute eingeführt werden, und sinnt bei sich auf List und Trug, indem er Güte und Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit simuliert, um andere zu täuschen. Diese Verschlagenheit kommt zum Bösen seines Geistes noch hinzu, formt es und bewirkt, daß es erst recht zu dem Bösen wird, das es seiner Natur nach ist.[36]
Alle Höllengeister leben und bestehen in der größten Furcht vor Gott. Ihn auch nur von ferne zu erschauen oder Seinen Namen zu vernehmen, ist für sie das Schrecklichste.[37]
Wer dem Leib nach entsprechend der Weisung Moses (Reinheitsgebote) lebt, bleibt vor der Besitzergreifung durch unreine Geister sicher, vor allem wenn Er an Christus und Seine väterliche Fürsorge glaubt und alles in Seinem Namen macht. Wer dies versäumt, ist durch seine eigene Trägheit und Unwissenheit in jedem Augenblick tausend Gefahren aller Art ausgesetzt. Gott läßt die besseren Menschen durch Seine Engel beschützen, ansonsten es kaum unbesessene Menschen auf der Erde gäbe, dennoch soll man sich nicht zu sehr darauf verlassen, weil die Engel dem Willen des Menschen keine Zügel anlegen.[38]
Falsche Vorstellungen
Gott straft die bösen Geister
Die bösen Geister werden in der Geisterwelt streng bestraft, um dadurch vom Tun des Bösen abgeschreckt zu werden und dies scheint vom Herrn zu kommen. In Wirklichkeit liegt der Ursprung der Strafe nie im Herrn, sondern im Bösen selbst, denn es ist mit seiner Strafe so eng verbunden, daß sie nicht getrennt werden können. Der Herr fügt diesseits und jenseits niemandem etwas Böses zu. Auch auf der Welt liegt die Ursache nicht beim König, Richter oder dem Gesetz, wenn der Schuldige bestraft wird, denn sie bilden nicht die Ursache des Bösen bei dem Übeltäter.[39]
Siehe auch
Quellenverzeichnis
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.79.13-14
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 80
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.134.7; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.97.5; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 544
- ↑ Jakob Lorber, Der Saturn 48.9
- ↑ Jakob Lorber, Der Saturn 48.10
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 56.10
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 591
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 551
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 577
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.35.17
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 80; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 131; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 553
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 553-554
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 481
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 182
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 550
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 283
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 455
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 153
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 233
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 462
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 584
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 245
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 580
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.144.13
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.35.12
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 292
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.35.14-16
- ↑ Jakob Lorber, Die Erde 56.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.34.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 2.229.12-13
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.36.7-9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.36.10
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 123
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 34.5
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 581
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 577
- ↑ Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen 27.21
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.54.7-8
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 550