Tier
Das gegenwärtig größte und intelligenteste (landlebende) Tier auf der Erde ist der Elefant.[3]
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Wesen
Tiere haben wie die Menschen fünf Sinne, Gedächtnis, Begierde und Unterscheidungkraft (Intelligenz), indem sie z.B. Erde und Wasser, Feuer und Luft, naß und trocken, Tag und Nacht, hoch und nieder, steil und eben, warm und kalt unterscheiden. Sie haben auch eine sehr scharfe Sehe, vor der sich sogar ein verdorbener Geist nicht zu verbergen vermag.[4]
Auch Tiere freuen sich des Lebens.[5] Sie haben eine kleine Willensfreiheit, weswegen sie ein Verständnis und ein Gedächtnis haben und Hunger, Durst und Schmerz fühlen. Sie können daher, wenn auch noch so stumpf, etwas denken und urteilen und ihren Willen durch Gebärden, Stimme und Mine kundgeben.[6] Das Tier liebt (im allgemeinen) nur sich; ein Wolf frißt den anderen auf, so er Hunger hat.[7]
Tiere sind zum Zweiten Gesicht fähig.[8]
Die Tiere sind in ihre Lebensordnung eingebettet und werden in Instinkte hineingeboren. Weil ihnen der Bereich der Vernunft fehlt, können sie nicht zerstören, was in ihnen von der geistigen Welt her angelegt ist. Sie werden durch den allgemeinen Einfluß aus der geistigen Welt regiert.[9]
Seele
Tiere haben eine für sich abgeschlossene Seele, die mit einiger Erkenntnis und Willesfreiheit begabt ist.[10] Den Tierseelen ist ein ihnen ganz zu eigen gegebener Trieb (Instinkt) wie eingepflanzt, nach dem sie handeln, jegliches in seiner Art. Sie sind aber als nur scheinbar sprach- und vernunftlose Kreaturen nicht pur von ihrem Instinkt gesteuert, sondern haben auch eine gewisse Freiheit oder Liebe in ihren Seelen, weswegen sie entsprechend der Größe ihrer Liebe gezähmt und abgerichtet werden können. Ein wie eine Maschine bloß von außen her belebtes Wesen hätte weder ein Gedächtnis, noch irgendeine Art von einer Beurteilung und würde dem Ruf des Menschen sicher keine Folge leisten. [11]
Tierseelen sind von dem allgemeinen Gottraumesleben nicht streng geschieden und daher durch Innewerden ohne allen Unterricht dazu fähig, wozu sie ihrer Beschaffenheit und Einrichtung nach bestimmt sind. Jedes Tier kennt seine ihm zusagende Nahrung und weiß sie zu finden; es hat seine Waffen und weiß sie ohne alle Übung zu gebrauchen.[12]
Geist
Das Geistige der Tiere ist nicht von gleicher Art wie das des Menschen. Der Mensch besitzt, anders als die Tiere, ein Innerstes, in welches das Göttlichen einfließt (der Geist aus Gott im Menschen), es zu sich erhebt und so mit sich verbindet. Daher hat der Mensch den Tieren voraus, daß er sich über Gott und die göttlichen Dinge, das heißt Belange des Himmels und der Kirche, Gedanken machen und Gott aus und in diesen Dingen lieben und so mit Ihm verbunden werden kann.[13]
Entsprechung
Die Tiere entsprechen im allgemeinen den Neigungen - die zahmen und nützlichen den guten, die wilden und unnützen den bösen. Rinder und Stiere entsprechen insbesondere den Neigungen des natürlichen Gemüts, Schafe und Lämmer den Neigungen des natürlichen Willens, geflügelte Tiere, je nach ihrer Art, den Verstandesbereichen beider Gemüter. So kommt es, daß die verschiedenen Tiere in der israelitischen Kirche zu heiligem Brauch dienten. Seinem natürlichen Menschen nach ist der Mensch den Tieren ähnlich, und deshalb wird er auch im allgemeinen Sprachgebrauch häufig mit ihnen verglichen.[14]
Vieh entspricht auch der unterste Stufe tierischer Sinnlichkeit und zugleich auch der dadurch erzeugten große Dummheit und Blindheit der menschlichen Seele.[15]
Fortpflanzung
Wer meint, die Wärme der irdischen Sonne allein bewirke in der Tier- und Pflanzenwelt den Trieb der Fortpflanzung, der täuscht sich sehr. Sie bereitet nur die Körper vor, die auch bei Tieren und Pflanzen aus der geistigen Welt einfließende Wärme in sich aufzunehmen. In der natürlichen Welt entsteht und besteht alles nur aus dem Geistigen.[16]
Mensch und Tier
Der Außenlebenskreis eines Menschen beeinflußt seine Umgebung. Dies läßt sich praktisch an seinen Tieren erfahren. Bei einem recht guten Menschen haben auch alle Tiere einen viel sanfteren Charakter. Am ehesten merkt man das bei den Hunden, die in kurzer Zeit ganz den Charakter ihres Herrn annehmen. Der Hund eines Geizigen wird sicher auch eine geizige Bestie sein, und wenn er frißt, wird es nicht ratsam sein, ihm in die Nähe zu treten. Der Hund eines freigebigen, sanften Menschen wird eher vom Freßnapf abstehen, als sich mit einem ungeladenen Gast in einen bissigen Kampf einzulassen. Auch alle anderen Haustiere einer sanften und gutherzigen Herrschaft werden um ein bedeutendes sanfter sein.[17]
Auch die Tiere können mit der Zeit und mit mancher Mühe der wahren Menschen eine Art höhere Bildung annehmen. Das läßt sich an den Haustieren erfahren. Die Menschen würden mit den Tieren noch mehr ausrichten, wenn sie gleich den einfachen Urvätern der Erde mit ihrem Geist aus Gott in einer wahren und vollen Verbindung stünden.[18]
Der Mensch hat nicht von Tieren zu lernen, was er tun soll, sondern vom Herrn der Natur (Gott). (nach Joseph)[19]
Tierquälerei
Wer Tiere quält, den blickt Gott mit zornigen Augen an (d.h. er verfällt dem Zorn Gottes). Tiere sind auch Geschöpfe Gottes und haben Leben und Empfindung und der vernünftige Mensch sollte mit ihnen keinen Mutwillen treiben.[20] Es gilt, derlei Mißbräuche abzuschaffen, und wo es den ernsten Willen dazu gibt, da mangelt es auch nicht an der Hilfe Gottes; eine gute Sache ist allzeit eines ernsten Kampfes wert.[21]
Siehe auch
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.190.9
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.151.16
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 10.204.10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.35.17
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.36.19
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.214.9
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.16.7
- ↑ Jakob Lorber, Der Mittelpunkt der Erde 10.23
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 108; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 296; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 352
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.98.5
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.98.2-5; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.200.5; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.190.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.29.8
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 435
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 110
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.16.5
- ↑ Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 135; Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 567
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 4.145.3
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.221.7
- ↑ Jakob Lorber, Die Jugend Jesu 131.24
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.94.20
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 7.94.21