Vergebung
Inhaltsverzeichnis |
Vergebung erlangen
Wie wahre und volle Vergebung und Nachlassung seiner begangenen Sünden wird erlangt, indem man:
- seine Sünden als ein Unrecht gegen seine Nebenmenschen erkennt und sie bereut
- seine Sünden nach Möglichkeit wiedergutmacht
- die Sünden nicht mehr begeht
- Gott um Vergebung bittet mit dem ernsten Vorsatz, die Sünden nicht mehr zu begehen und dem gemachten guten Vorsatz auch treu zu bleiben
- den Armen aus Liebe zu Gott Spende gibt, denn die Spende bedeckt die größte Menge der Sünden
- all seinen Feinden von Herzen vergibt und für sie betet im Geist und in der Wahrheit, denn dem, der vergibt, wird auch vergeben werden, und seien es noch so viele Sünden.[1]
Wer Gott wahrhaft über alles und den armen Nächsten wie sich selbst liebt, dem werden viele und große Sünden vergeben. Selbst wenn man soviele Sünden begangen hat, wie es Sand im Meer gibt, bewirkt eine große Liebe zum göttlichen Vater deren Vergebung.[2][3]
Eine förmliche Beichte ist nicht notwendig.[4]
Wiedergutmachung
Wenn ein Unrecht nicht mehr gut gemacht werden kann, dann soll man es reuig und wahr im Herzen vor Gott bekennen, Ihn um Vergebung bitten und daß Er, dem alle Dinge möglich sind, an dem Geschädigten den ihm zugefügten Schaden gutmachen möge. Gott wird eine solche aufrichtige Bitte sicher erhören und dem reuigen Bittsteller die Sünde vergeben, besonders wenn dieser durch Liebewerke an anderen wieder gutzumachen bemüht ist, was er an denen, die für ihn nicht mehr da sind, hätte gutmachen sollen. Solange jedoch die Gelegenheit noch da ist, das einem Nebenmenschen angetane Unrecht selbst gutzumachen, da nützt der pure gute Wille, Reue und Bitte wenig oder nichts, sondern allein die Tat. Erst nach dieser soll man auch Gott um Vergebung seiner Sünden bitten, und sie werden auch von Gott aus vergeben werden, so man den ernsten Vorsatz im Herzen gemacht hat, keine Sünde mehr zu begehen, und den gemachten Vorsatz auch aus allen seinen Lebenskräften, die unter der Herrschaft seines freien Willens stehen, hält. Wenn man erneut in die alten Sünden fällt, bleiben auch alle die begangenen auf er Rechnung und die Bestrafung wird desto härter.[5]
Vergebung durch Gott
Vor der ewigen und unendlichen Liebe Gottes ist niemand so weit von Gott gefallen, daß Gott ihn nicht annehmen würde, wenn er zu Ihm in der reuigen Erkenntnis seiner Sünde kommt. Wer jedoch nicht kommt, der hat sich sein Urteil selbst geschrieben, denn Gott hält niemanden wider seinen freien Willen und zieht niemanden wider solchen Willen. Als ein allein ewiger, wahrer Vater ruft Er lediglich Seine Kinder, zu Ihm zu kommen.[6]
Gott vergibt die Sünden dem der sie als solche erkannt, bereut und verabscheut. Denn wenn es einen reut, daß er gesündigt hat, da reut es auch Gott, daß Er ihn deswegen strafen wollte. Wer eine rechte Reue über seine Sünde aus Liebe zu Gott in seinem Herzen faßt, der darf nicht zagen; Gott ist nicht wie ein Mensch unversöhnlich, sondern höchst versöhnlich. So jemand wird Vergebung seiner Sünde erlangen. Zur vollen Vergebung der Sünden ist allerdings notwendig, soweit als möglich Wiedergutmachung zu leisten und in Zukunft nicht mehr zu sündigen.[7]
Gott vergibt die Sünden, wo wahre Buße durch Jesus gewirkt wird.[8]
Keine Sündenvergebung
Solange ein Mensch die Sünde nicht völlig verläßt, so kann sie ihm auch nicht erlassen werden.[9]
Wer anderen nicht von Herzen vergibt, dem wird auch Gott nicht vergeben. Mt 06.14 Mt 18.35 [10][11]
Wer nicht bis auf den letzten Heller alles bezahlt hat, was er seinen Brüdern und Schwestern schuldete, der wird ins Reich Gottes nicht eingehen.[12]
Siehe auch
Quellenverweis
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.66.11, Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470502.6, Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.206.10
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.10.13
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.271.20
- ↑ Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470502.7
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.66.8-10
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.355.3-5
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.206.10, Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.298.2-3, Jakob Lorber, Himmelsgaben 2.470502.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.4.2
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.10.13
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.249.6
- ↑ Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.174.12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.206.10