Weisheit Gottes
Die Weisheit Gottes ist das aus der Liebe Gottes hervorgehende Licht. Sie kann in jedem Wesen in seiner Form ersehen werden, denn für je mehr Licht ein Wesen empfänglich ist, desto entfalteter, entschiedener und schöner wird auch seine Form sein.[1] Die urewige Weisheit aus Gott wird jedem zu eigen, der durch seine Liebe Gott ein gerechtes Kind ward.[2]
Alles, was nicht aus der Liebe Gottes hervorgegangen ist, sondern gezeugt wurde aus Seiner Weisheit, welche in den unendlichen Lichtkreisen der Göttlichkeit besteht, also die Welt und das Fleisch, wurde zu einer die Liebe zu Gott prüfenden Unterlage gestaltet. Daher soll man nicht der Welt und dem Fleisch anhangen, denn wer dies tut, den wird dies von der Liebe Gottes zunehmend abziehen und er wird dadurch ein Knecht der Welt werden und somit auch des Todes. Es wird dann schwer sein und lange dauern und äußerst mühsam sein, sich wieder von der Welt loszureißen und es wird viel Feuer über so jemand kommen müssen, um ihn von den ehernen Banden des Todes loszuschmelzen.[3]
Die göttliche Weisheit ist gleich der unantastbaren Heiligkeit Gottes, die vor Jesus Christus noch nicht einmal ein allervollkommenster Engelsgeist in ihrem Grundlicht ansehen durfte.[4][5]
Jesus Christus ist als die Tür die göttliche Weisheit Selbst. In der Urkirche konnten die Menschen nur durch die Liebe Gottes zur sonst unerreichbaren göttlichen Weisheit gelangen. Mit Christus aber ist Er als die göttliche Weisheit Selbst, der Weg und das Leben die Tür zur Liebe oder zum Vater. Da sich Christus als die Weisheit völlig demütigen ließ und als die unantastbare Heiligkeit Gottes unter alle Sünder tief herabstieg und sich von heidnischen Schergen ans Kreuz schlagen ließ, gelangt man nicht durch die Weisheit - das Studium vieler Schriften und Bücher - zum Himmelsreich, sondern allein durch die wahre Demut und die wahre werktätige lebendige Liebe zum Vater. In Christus ging alle urgöttliche Weisheit in die Liebe zum Vater über; dadurch wurden Sohn und Vater eins. Dasselbe muß beim Menschen der Fall sein. Bevor er nicht in seinem hochmütigen Verstand und in allen Begehrungen desselben, welche auf allerlei Ehrungen (Titel, Hochwürdengetue usw.) hinauslaufen, bis auf den letzten Tropfen gedemütigt wird, bevor er nicht alles der Liebe zu Füßen legen wird und darum eine kurze Verfinsterung aller seiner weltlichen Weisheit erleiden wird, wird er nicht in die Herrlichkeit des Vaters eingehen.[6]