Jüngster Tag
Der Jüngste Tag, das Jüngste Gericht, oder der Weltuntergang bezeichnet die geistige Wiedergeburt eines Menschen, entweder schon im Leibesleben oder etwas mühevoller und langwieriger im Jenseits. Joh 6.39-40 Joh 11.24[1]
Der "jüngste Tag" ist und dauert für alle Menschen fortwährend. Er ist für die Liebegerechten ein Tag der Auferstehung zum ewigen Leben, die vollkommene Wiedergeburt des Geistes. Er ist aber auch ein Tag des Gerichtes für alle jene, die Christus (bzw. Gott) nicht im Geiste und nicht in der Wahrheit und somit in aller Liebe in sich aufnehmen wollten.[2]
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Der Jüngste Tag für die Seele
Jeder Tag, den man erlebt, ist der "jüngste". Der jüngste Tag für die Seele ist jener, an dem sie aus dem Leib genommen wird.[3] Wer die Lehre Jesus hört und danach handelt und an Jesus glaubt, den wird Er Selbst auferwecken an seinem jüngsten Tag, der sogleich nach dem Austritt der Seele aus dem Leib erfolgen wird, und zwar so, daß die Kürze der Umwandlungszeit niemand merken wird; denn sie geschieht in einem kürzesten Augenblick.[4][5]
Am Jüngsten Tag (dem Leibestod) findet die Auferstehung des Fleisches statt, d.h. die guten Werke der wahren Nächstenliebe werden als gediegener ätherischer Leib zum ewigen Leben auferstehen und das Fleisch der Seele sein. Joh 5.28-29 1Kor 15.42-46[6]
Falsche Vorstellungen
Gnadenloser Gerichtstag nach Matthäus und Lukas
Das nicht korrekt überlieferte tyrannische Auftreten des Herrn im Evangelium nach Matthäus und noch mehr dem Evangelium nach Lukas, wonach ein schrecklich geschilderter jüngster Gerichtstag zu erwarten sei, wo kaum ein Dezillionstel der Menschen in den Himmel käme und alle anderen für ewig in die Hölle, ist vielseitig schuld daran, daß sich viele Menschen von der Lehre des Herrn ganz abgewendet haben, sich selbst Lehren aus der reinen Vernunft nach ihrer Verstandeskraft gebildet und nach denselben ihre Mitmenschen gelehrt und selbst danach gelebt haben. Denn sie sagten nicht mit Unrecht, daß ein weiser ewiger Gott, aus dessen großen und kleinen Geschöpfen sicht- und fühlbar nur die Liebe atmet, doch nicht die größte Anzahl der Menschen nur deswegen ins Dasein gerufen haben kann, um sie nach einem kurzen Leben auf einer materiellen Welt, die ohnehin aus lauter Tod und Elend zusammengesetzt ist, nach dem Übertritt ins Jenseits ewig zu quälen für die Vergehen, die sie in ihrem Leibesleben begangen haben. Selbst einem bösartigsten Tyrann der Welt wäre solches nicht möglich, ohne sich vor sich selbst zu Tode zu fürchten, d.h. ein Gott der selbst solche Tyrannen für ewig in die Hölle verdammen würde, wäre tausendmal der größere Tyrann als diese. Und wie könnte Jesus am Kreuz den Vater um Vergebung für die ihn gekreuzigt haben bitten, wenn sie alle auf ewig verdammt wären? Wie dem rechten Schächer am Kreuz das Paradies versprechen, wie die Schuld der Ehebrecherin in den Sand schreiben und wie zu allen Sündern rufen, zu ihm zu kommen, um sie erquicken zu können? [7]
Die Lehre des schrecklichen einstigen jüngsten Gerichtstages geht auf mehrere Ursachen zurück:
- Beifügungen oder falsche Auffassungen des l'Rabbas (Autor des biblischen Matthäus Evangeliums) und des Theophilus (Autor des Lukas Evangeliums)[8]
- Beifügungen nach der großen Kirchenversammlung zu Nicäa von seiten der römischen Oberbischöfe, welche dem jüngsten Gericht, dem Fegefeuer und der Hölle die lebhaftesten Farben aus dem heidnischen Tartarus und teilweise dem alten Scheol verliehen haben, und aus Jesus einen Äakus, Minos und Rhadamantus machten, welche das jenseitige Richteramt führten über die Seelen der Verstorbenen, damit von "Jesus" alles verdammt werde, was sich nicht den Anordungen und Befehlen des sogenannten Heiligen Vaters in Rom fügt.[9]
Richtig ist:
Der Herr ist nicht heute die höchste Liebe und Erbarmung und morgen die höchste Rachgier, Unbarmherzigkeit, Straf- und Martersucht gegen Seine Kinder ob ihrer Vergehen, an denen sie grundursächlich oft nicht den hundertsten Teil der eigentlichen Schuld tragen.[10] Er ist als Arzt der Kranken in die Welt gekommen, und nicht um diese noch kränker zu machen.[11]
Siehe auch
Quellenverweis
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 8.24.13
- ↑ Jakob Lorber, Die geistige Sonne 1.64.15
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.237.11-12
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.54.11
- ↑ Jakob Lorber, Bischof Martin 53.19
- ↑ Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.238.1
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.333.19; Lorber, Himmelsgaben 3.333.1-3; Lorber, Himmelsgaben 3.334.5; Lorber, Himmelsgaben 3.335.10-11
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.336.15
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.336.16
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.336.17
- ↑ Lorber, Himmelsgaben 3.337.18