Weltmensch

Aus Prophetia
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Dieser Artikel behandelt Weltmenschen oder natürliche Menschen im allgemeinen und geistigen Sinn.

Geld: Der Gott der Weltmenschen
Ein Weltmensch ist ein geistig Toter, ein Verstorbener, auch wenn er noch nicht von der Welt abgeschieden ist. Er ist in seinem Herzen gestorben und hat keinen (wahren oder lebendigen) Glauben und keine (gute) Liebe und ist daher wahrhaft tot.[1] Er ist ein Mensch der Welt, von dem Gott Sein Angesicht abgewendet hat und der dem Satan überlassen ist, der ihn zu einem Teufel gestaltet.[2]

Gegenwärtig (1840) sind die Weltkinder derart schlecht, daß sogar der Fürst der Finsternis bekennt, gegen ihre Feinheiten ein Pfuscher in der Bosheit zu sein. Es geht ihm wie schwachen Eltern, die von ihren Kindern übertroffen werden in Einsichten aller Art.[3]

Anmerkung: Geistig betrachtet ist der Satan unbeschreiblich böse und nur Gott kann den Menschen vor dieser Bosheit beschützen. Im Vergleich mit dem natürlichen Aspekt des Satans ist jedoch der Mensch viel schlimmer. Vom menschlich moralischen Standpunkt aus betrachtet ist die Natur zwar ein Ort voller schrecklicher Greuel und Untaten, aber der Mensch, bzw. vielmehr der Unmensch oder Weltmensch, übertrifft bei weitem alles, was die Natur an Mord und Greuel zu bieten hat. Daher flüchten sogar die Raubtiere vor den Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Wesen

Weltmenschen sind geistig tot und haben außer dem tierischen Naturleben kein Leben in sich. Ihre Seelen sind pur Fleisch, und ihr Geist ist so gut wie tot (bewußtlos) und gleicht den Geistern, die in den Steinen rasten und durch ihre gerichtete Beharrlichkeit die sonst lockere Materie in Steine aller Art und Form gestalten, nach der Beschaffenheit des innehaftenden Geistes.[4]

Weltmenschen wissen vor lauter großen Sorgen um die Welt und ihr Fleisch nichts mehr von der Seele. Sie sagen wohl 'bei meiner Seele' oder 'in meiner Seele' usw., aber wenn man sie danach fragt, was denn diese Seele sei, da wissen sie nichts.[5]

Der äußeren Form nach lebt der bloß natürliche Mensch nach denselben Geboten wie der geistige, denn in gleicher Weise verehrt er das Göttliche, geht in die Kirche, hört die Predigt, zeigt eine andachtsvolle Miene. Er tötet nicht, begeht keinen Ehebruch, stiehlt nicht, legt kein falsches Zeugnis ab, bringt den Partner nicht um seine Güter. Aber alles tut er nur um seiner selbst, um der Welt und um des Scheines willen. Seiner inneren Gestalt nach ist er das genaue Gegenteil von dem, was er in der äußeren zu sein vorgibt, denn im Herzen leugnet er das Göttliche, im Gottesdienst spielt er den Heuchler, und wenn er sich seinen eigenen Gedanken überläßt, lacht er nur über die heiligen Dinge der Kirche und glaubt, sie dienten bloß als Zügel für die einfältige Masse. Ein solcher Mensch ist ganz und gar vom Himmel abgeschnitten und kann als einer, der nicht geistig ist, nicht als sittlich und bürgerlich guter Mensch gelten. Denn wenn er auch nicht tötet, so haßt er doch jeden, der ihm im Wege steht, und er würde töten, wenn ihn nicht die bürgerlichen Gesetze und äußeren Fesseln, das heißt seine Befürchtungen, davon abhielten. Weil er aber im Verlangen danach steht, tötet er im Grunde fortwährend. Dasselbe gilt auch für Ehebruch usw. Die wahre Beschaffenheit solcher Menschen zeigt sich deutlich im anderen Leben. Obgleich das äußere Leben des natürlichen und geistigen Menschen gleich erscheint, sind beider Arten von Menschen grundverschieden.[6]

Reine Welt- und Fleischmenschen werden der Außenform nach oft sehr schön und üppig, besonders das weibliche Geschlecht. Der Grund dafür ist die stets größere Einigung der Seele mit ihrem Fleisch. Aber sie werden dadurch auch leicht krank und gesundheitlich wenig widerstandsfähig und für alle argen physischen Eindrücke sehr empfänglich.[7]

Materialisten oder Weltmenschen haben für außerordentliche Dinge (Wunder) wohl auch einen Sinn, wenn sie direkt vor ihren Augen ausgeführt werden. Aber sie ziehen daraus für ihren Geist keinen Gewinn, da für sie jedes noch so große Wunder eine pure Vergnügungssache ist. Solche Menschen haben eine große Ähnlichkeit mit Schweinen, die auch allerlei fressen, aber dennoch stets die alten Schweine bleiben, denen alles gleich schmeckt, ob Kot oder feinstes Weizenbrot.[8]

Denken

siehe Empirisches Denken

Schicksal

Der Mensch in seinem Fleisch ist der Erde nicht wert, wenn er den Geist flieht, um nur sein Fleisch zu trösten. (nach Henoch)[9]

Ewiger Tod

Wer ein Sklave der Welt sein will, der sei es; Gott hat für ihn kein Gebot. Aber er soll wissen, daß Gott seinetwegen nicht Seine ewige Ordnung umstoßen wird. Das Leben ist allein nur in der freien Liebe zu Gott; sonst aber ist überall der ewige Tod.[10]

Wer immer das Leben dieser Welt sucht und es auch leicht findet, der wird das ewige Leben verlieren, d.h. er wird nicht am jüngsten Tag zum ewigen Leben erweckt werden, sondern in die Hölle zum ewigen Tod geworfen. Mt 10.39 Mk 8.35 Lk 9.24 Lk 17.33 Mt 16.25 Joh 12.25 [11]

Verlust der Gotteskindschaft

Die später (im Jenseits oder auf anderen Weltkörpern) geläuterten Weltkinder (der Erde) werden geistige Bewohner jener Weltkörper und jener ihnen entsprechenden (geistigen) Vereine bleiben, wo sie geläutert wurden. In des ewigen Vaters Haus in der Mitte des allerhöchsten Himmels werden sie nimmer aus und ein gehen gleich den wahren Kindern Gottes.[12]

Gott und die Weltmenschen

Gott ist nicht mit denen, die mit Ihm nicht sind.[13] Wer nicht nach Seinem Wort handelt, der handelt wider Ihn und wider Sein Gesetz, das ebenfalls Er ist. Er kann nicht mit dem sein, der wider Ihn ist im Bekenntnis, im Wort und in der Tat.[14]

Gott liegt nichts an toten Menschen, deren Seele vom göttlichen Geist in ihr keine Ahnung hat und am Ende sogar ihr eigenes Dasein leugnet (sich für den Leib hält), da sie nur mehr wie instinktartig vernünftige Tiere sind, auch wenn sie anscheinend Gutes tun und für ihre Kinder sorgen (nur für deren materielles Wohl). Sie sind weder böse noch gut, sondern tot wie die Materie selbst und für jede weitere Bildung der Seele und des Geistes total unfähig. Daher werden sie von Gott nicht angenommen Off 3.16. Da sie wie ein toter Stein sind, der nicht belebt werden kann, heißt es, eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein geisttoter Reicher ins ewige Leben. Mt 19.24, Mark 10.25, Luk 18.25. Sie hören nach dem Naturleben (dem Leib nach) für ewig auf zu sein.[15]

Gott bleibt nichts anderes übrig, als Weltmenschen vom Erdboden zu tilgen (da sie in diesem Zustand nicht erlöst werden können), entweder im großen (z.B. Sündflut oder Sodom und Gomorrha) oder im kleinen, jenachdem sie von ihrem Geist und ihrer Seele noch etwas wissen (und daher vielleicht doch noch zu retten sind).[16]

Zu den harten Weltmenschen, die entweder keinen Glauben haben oder, ob sie schon Glauben haben, dennoch nicht danach handeln, wie sie der Glaube lehrt, kommt weder der Herr, noch Seine Jünger, und nimmt ihnen völlig der Zweifel Nacht aus ihren Herzen. Wenn aber über ihr Fleisch das Ende kommen wird, dann sollen sie das Übel ihres Unglaubens und die Folgen der Nichtbeachtung der Lehre des Herrn in der Tat fühlen.[17]

Verhalten gegenüber Weltmenschen

Man soll sich vor den Weltmenschen nicht fürchten, da sie zwar den Leib töten, aber der Seele sonst nichts mehr anhaben können.[18]

Erlösung

Für Weltmenschen taugt keine sanfte und friedliche Behandlung (die Lehre Gottes), sondern es müssen ein mächtiges Feuer, mächtiger Druck, harte Schläge (Schicksalsschlage) über sie kommen, damit ihre Geister in einen großen Kampf geraten und so die Bande ihrer Materie zerreißen und frei werden.[19]

Die Lehre des Herrn wird für Seine wahren Kinder und nicht für die Weltmenschen gegeben, die nicht daran glauben und das, was sie irgend hören, des weltlichen Gewinnes wegen noch verfälschen. Sie sind wie das Unkraut der Erde, das nur da ist, um verbrannt zu werden und dem Erdboden als Dünger zu dienen. Den Teufeln das Evangelium predigen, ist wie Öl ins Feuer gießen. Wer zum Leben da ist auf der Erde, der soll durch das Wort Gottes zum Leben erweckt werden, wer aber durch seinen eigenen Willen und Starrsinn für den Tod da ist, der soll auch in den Tod übergehen. Für die Ausbildung der Seelen von Weltmenschen gibt es in der ganzen Unendlichkeit viele und große Schulhäuser. Dennoch ist den Weltmenschen die Gelegenheit gegeben, auch in die Reihen der Kinder Gottes zu treten. Wollen sie das ernstlich, so sollen sie daran nicht gehindert werden. Wollen sie es nicht, so sollen sie tun, was sie wollen, und man braucht sich nicht weiter um sie zu kümmern.[20]

Ein Kind der Welt und der Sünde überwiegt neunundneunzig von der Geburt aus Gerechte, wenn es Gott in reiner Liebe ergreift.[21] Einen Verlorenen zu finden, ist mehr wert denn neunundneunzig Gerechte, die nach ihrem Gewissen der Buße nicht bedürfen.[22]

siehe Erlösung und Miterlöserschaft

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Lorber, Himmelsgaben 1.164.12; Lorber, Himmelsgaben 2.98.6
  2. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.104.20
  3. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.33.44
  4. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.139.3
  5. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.11.5
  6. Emanuel Swedenborg, Himmel und Hölle 531
  7. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.11.6
  8. Jakob Lorber, Die drei Tage im Tempel 19.7-8
  9. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 3.94.16
  10. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 1.144.16
  11. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.139.9
  12. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 5.111.2
  13. Lorber, Himmelsgaben 3.494.5
  14. Lorber, Himmelsgaben 3.494.6
  15. Lorber, Himmelsgaben 2.98.6-8; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.11.2-3
  16. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 3.11.5
  17. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.48.8
  18. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.148.10
  19. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.139.4-5
  20. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 6.151.2-4; Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 9.148.12-14
  21. Jakob Lorber, Die Haushaltung Gottes 2.122.23
  22. Jakob Lorber, Das Großes Evangelium Johannes 1.29.4
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