Holland
Jenseits
Die Holländer befinden sich in der geistigen Welt in östlichen und südlichen Gegenden der christlichen Mitte. Im Osten wegen ihrer Empfänglichkeit für geistige Wärme, welche ihre Nächstenliebe ist, im Süden wegen ihrer Empfänglichkeit für geistiges Licht, das ihnen Glaube ist. Sie sind auch deswegen in jenen Gegenden der christlichen Mitte, weil sie den Handel als Endzweck lieben, und das Geld als dienendes Mitte, jene Liebe aber geistig ist. In dieser Liebe, welche an sich betrachtet das gemeine Beste ist, in dem das Beste des Vaterlandes besteht und entspringt, sind die Holländer mehr als Andere.[1]
Die Holländer hängen den Prinzipien ihrer Religion fester an als andere, und trennen sich auch nicht von ihnen. Wenn sie überführt werden, dass dies oder jenes nicht zusammenstimme, so bejahen sie es dennoch nicht, sondern wenden sich ab, und bleiben unbeweglich dabei. So entfernen sie sich dann auch von der inneren Anschauung des Wahren, denn sie halten ihre Vernunft in geistigen Dingen unter dem Gehorsam gefangen. Weil sie so beschaffen sind, werden sie nach dem Tod, wenn sie in die geistige Welt kommen, ganz anders als die Übrigen zur Aufnahme des Geistigen des Himmels, welches das Göttlich-Wahre ist, zubereitet. Sie werden nicht unterrichtet, weil sie nichts annehmen, sondern es wird ihnen der Himmel beschrieben, und hernach wird ihnen erlaubt, sich in denselben zu erheben, und ihn zu sehen, und dann wird ihnen, was mit ihrer Sinnesart zusammenstimmt, eingeflößt, worauf sie entlassen werden, und voll Sehnsucht nach dem Himmel zu den Ihrigen zurückkehren. Nehmen sie dann nicht die Wahrheit an, dass Gott dem Wesen und der Person nach Einer ist, dass dieser Gott der Herr ist, und in Ihm die Dreieinigkeit ist, dass der Glaube und die Nächstenliebe im Erkennen und Reden gar nichts gelten und sind ohne ein Leben derselben, und dass beide vom Herrn gegeben werden, wenn sie das Böse als Sünde fliehen, so werden sie in jämmerliche Lagen versetzt, und der Handel wird ihnen entzogen, bis sie sich auf das Äußerste gebracht sehen. Dann führt man sie zu denen, welche an allem Überfluss haben, und bei welchen der Handel blüht, und hier wird ihnen aus dem Himmel eingeflößt, sich zu fragen, woher es wohl komme, dass diese es so haben. Dies geschieht wiederholt, bis sie endlich von selbst darauf kommen, dass sie, um aus ihrem Elend herauszukommen, ebenso glauben und tun müssen, und sie dann jenen Glauben annehmen, und jenes Leben der Nächstenliebe leben, worauf ihnen Vermögen und Lebensgenuss gegeben wird. Sie werden so in der Folge beständiger als andere, weswegen man sie die Beständigkeit selbst nennen kann, denn sie lassen sich durch keine Vernünfteleien, keine Täuschung, keine Dunkelheit der Sophistik und durch keine verkehrte, in bloßer Bestärkung begründete Vision wieder abbringen. Sie erscheinen in ähnlichen Kleidern in er geistigen Welt, weil sie in den Prinzipien ihrer Religion beständig beharren.[2]
Die Städte der Holländer sind auf besondere Weise verwahrt. Alle Gassen in ihnen sind bedeckt, und mit Toren versehen, damit sie nicht von den Felsen und Hügeln rings umher gesehen werden. Dies ist der Fall wegen der ihnen eingepflanzten Klugheit, ihre Entschlüsse zu verbergen, und ihre Absichten nicht unter die Leute kommen zu lassen, denn diese werden in der geistigen Welt durch das Hineinsehen an das Licht gebracht. Kommt jemand in der Absicht, ihren Zustand auszuforschen, in ihre Stadt, so wird er, wenn er wieder hinausgehen will, zu den verschlossenen Toren der Gassen geführt, und wieder zurück, und so zu mehreren, und so lange, bis es ihm höchst lästig wird, dann wird er hinausgelassen, und dies zu dem Ende, dass er nicht zurückkehre.[3]
Die Frauen, welche nach der Herrschaft über ihre Männer trachten, wohnen auf einer Seite der Stadt, und kommen nicht öfter mit diesen zusammen, als sie eingeladen werden, was auf freundliche Weise geschieht; dann führen ihre Männer sie in Häuser, in welchen Ehegatten ohne Herrschaft des einen über den anderen leben, und zeigen ihnen, wie schön und reinlich ihre Häuser seien, und welches angenehme Leben sie führen, und dass dies von ihrer gegenseitigen ehelichen Liebe herkomme. Die daraufhin vom Herrschen abstehen, leben mit ihnen zusammen und erhalten nun eine Wohnung näher gegen die Mitte, und heißen Engel. Die Ursache hiervon ist, dass die eheliche Liebe eine himmlische Liebe ist, bei der kein Herrschen stattfindet.[4]
Während des Jüngsten Gerichtes wurden aus den Städten und Ländereien dort viele Tausende jener Nation ausgeworfen, welche in der Welt nichts Gutes aus Religion oder Gewissenhaftigkeit, sondern bloß ihres guten Rufes wegen und um des Gewinnes willen getan hatten. Wenn solchen die Aussicht auf guten Ruf oder auf Gewinn genommen wird, was in der geistigen Welt geschieht, so rennen sie in jede Schandtat, und berauben alle, welchen ihnen aufstoßen, wenn sie auf dem Feld und unterhalb der Stadt sind. Sie wurden in einen Feuerschlund in eine finstere Höhle geworfen. Zurück blieben diejenigen, welche Religion, und durch die Religion auch Gewissen hatten.[5]
Quellenverweise
- ↑ Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 48
- ↑ Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 49; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 50
- ↑ Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 51
- ↑ Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 51
- ↑ Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 53