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Gottesdank

Aus Prophetia
David dankt Gott nach dem Tod des Goliath

Der Gott dargebrachte Dank ist ein heilig großes Privileg für freie Wesen. Sie anerkennen dadurch Gott gegenüber das, was sie haben und empfangen, als freie und nicht als gerichtete Gabe. Aber die Bitte steht dennoch viel höher als der Dank, denn sie erfordert mehr freie Selbsterkenntnis als nur die Wahrnehmung, dass alles von Gott kommt. Denn auch Tiere danken durch ihren frohen Genuss instinktmäßig dem Geber, wenn sie Ihn auch nicht zu erkennen imstande sind. (nach Petrus)[1]

Gott ist der alleinige Geber, dem allein aller Dank gebührt, daher soll man Ihm sein Leben lang danken. Aber selbst wenn man seine Zunge bis an die Wurzel verbrauchen möchte, wird Gott deswegen nicht reicher oder herrlicher als Er ohnehin schon von Ewigkeit her ist und daher ist solches eitel und der Herr bedarf dessen nicht. Ein sogenannter Gottesdank unter weithin schallendem Geläut aller Glocken, gewaltigsten Tönen der Orgeln, Pauken, Trompeten und Posaunen und dem sinnlosen Geplärr lateinischer Hymnen ist vor Ihm ein Gräuel.[2] Wer Gott, der all die zahllosen herrlichsten Dinge erschaffen hat, aus der allerliebewärmsten Tiefe seinen Herzens preist, und Ihm danken will für seinen heilig-hohen Lebensgenuss, der hat mit solchen Empfindungen schon den besten und angenehmsten Dank dargebracht. Der Verstand hat dabei nur die Funktion eines Handlangers.[3]

Gott ist die reine, mit nichts Weltlichem getrübte Liebe der allerangenehmste Dank.[4] Wer im Herzen voll Liebe und Demut ist, so ist das der Dankbarkeit gegenüber Gott mehr als genug, denn die Liebe ist Sein Wesen und Sein unendliches Bedürfnis. So hat man Ihm alles gegeben und geopfert, was Er einem gegeben hat, denn mehr als Sein eigenes Leben konnte Er uns nicht geben; die Liebe aber ist unser Leben und das Leben Gottes in uns.[5]

Wer Gott allein gültig und wohlgefällig danken will, der danke Ihm durch die Liebe wortlos in der tiefsten Demut seines Herzens, und Gott wird seinen Dank ansehen und ihn so annehmen, als wäre er etwas vor Ihm.[6] Gott sieht nicht auf die Worte, sondern allein nur auf das Herz und dort soll die Dankbarkeit auch bleiben, weil dieser Herzensdank dem heiligen Vater am wohlgefälligsten ist. Wenn man sich der Dankbarkeit durch den Mund entledigt, dann wird einem zwar um vieles leichter und ruhiger im Herzen, aber das Herz wird dadurch kühler und somit für die Zukunft weniger dankbar. Der bleibende Dank im Herzen ist daher sicher endlos mehr als ein ausgesprochener und vergänglicher. (nach Kisehel)[7]

Der Gott wohlgefälligste Dank besteht darin, dass wenn jemand die Größe von Gottes Gnade an sich und in sich lebendig erkennt, er in seinem Herzen zu Gott für immer derart erbrennt, dass er sich des Dankes ohnmächtig fühlt wegen der Größe der Wohltat an ihm und keine Worte findet, um seinen Dank auszudrücken. Wer Gott noch mit Worten danken und loben kann, der hat die Größe Seiner Wohltat noch nicht in ihrer endlosen Größe zu betrachten angefangen, und hat auch den großen, heiligen Geber noch nicht erkannt, weswegen er dann auch nicht die innerste Tiefe der wahren Demut in sich noch nicht ergriffen hat und seine Zunge auf weltliche Weise in Bewegung zu setzen vermag. An einem solchen Zungendank hat Gott kein Gefallen, selbst wenn er aus den Worten der höchsten Engel bestünde.[8]

Wie mit dem Wort, verhält es sich auch mit der Tat. Wer denkt, er könne sich durch seine Handlungen Gott dankbar zeigen, der irrt sich gewaltig, selbst wenn die Handlungen ganz dem Willen Gottes entsprechen. Gott braucht niemanden, um etwas zuwege zu bringen. Zudem ist es die Kraft Gottes, durch die der Handelnde wirkt, wofür er dann wieder nur höchsten Dank schuldig ist.[9]

Siehe auch

Quellenverweise