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Grundkraft

Aus Prophetia

Falsche Vorstellungen

Die eitlen Naturforscher haben wohl in aller Materie gewisse Grundkräfte entdeckt, wie z.B. die Schwerkraft und den Elektromagnetismus, halten diese aber ganz fälschlich für tote anstatt lebende Kräfte. Keine wirkende Kraft kann als tot angesehen werden. Das ist so, als würde man von jeglicher Wirkung keinen Grund annehmen, denn tot ist in gewisser Rücksicht noch weniger als nichts. Eine Sache kann man nur als tot betrachten, solange sie aus irgend einer Wirkungssphäre verbannt wurde. Seele und Geist des Menschen können tot sein, wenn sie sich durch die schlechte Anwendung ihrer Freiheitsprobe die ordnungsmäßige Notwendigkeit zugezogen haben, wieder in jene Gefangenschaft zu geraten, in der sie von jeder effektiven Wirkung abgeschnitten sind. Wenn aber in und an der Materie wirkende Kräfte entdeckt werden, so sind sie nicht tot, sondern lebendig und intelligent. Ohne Intelligenz in einer oder der andern bestimmten Art lässt sich ebenso wenig eine Wirkung denken, als ohne Kraft. Wie sich die Kraft aus der Wirkung erkennen lässt, so lässt sich auch die Intelligenz der Kraft aus der stets gleichmäßig geordneten planimetrischen Theorie erkennen. Dies betrifft den Pflanzenwuchs genauso wie die Verwesung und alle Erscheinungen, denen Kräfte unterbreitet sein müssen. Wo nichts als lauter Wirkungen erschaut werden, da muss es auch ebenso viele Kräfte als Wirkungen geben. Und weil all diese Wirkungen geordnete und planmäßige sind, so müssen auch ebenso viele Intelligenzen als Kräfte vorhanden sein. So wird dann auch begreiflich, dass die Materie aus lauter Seelen, also Intelligenzen besteht, welche von höheren Kräften und Intelligenzen nach Ordnung und Notdurft zeitweilig festgehalten werden können. Wenn die Zeit des Festhaltens aus ist, da erwachen die einzelnen Intelligenzen und einen sich als Ursubstanz wieder in jenem Wesen, in welchem sie uranfänglich aus Gott, dem Schöpfer, gestaltet worden sind; und diese Wiedereinigung ist dann zum Teil das Werk der Intelligenzen selbst und zum Teil aber der höheren Geister. Wo immer an einer Sache oder an einem Wesen eine bestimmte Form, Art und Eigenschaft zu entdecken ist, da kann niemand die Intelligenz der darin wirkenden Kraft leugnen.[1]

Quellenverweise