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Mars

Aus Prophetia
Dieser Artikel behandelt den Planeten Mars. Für den gleichnamigen Götzen siehe Mars (Götze)

Der Mars in natürlichen Farben.

Die planetarische Wirkung des Mars ist Kampf- und Herrschlust (siehe Astrologie).[1]

Menschen

Das Angesicht der Marsbewohner ist wie das der Bewohner unserer Erde, nur mit einem schwarzen unteren Teil, nicht von einem Bart, sondern von einer dunkleren Färbung. Diese schwärzliche Farbe zieht sich auf beiden Seiten bis unter die Ohren hin. Der obere Teil des Gesichtes ist gelblich, wie bei jenen Bewohnern der Erde, die nicht ganz weiß sind. Die Marsbewohner leben von Baumfrüchten und Gemüsearten und kleiden sich mit Gewänder aus Rindenfasern gewisser Bäume. Außerdem verstehen sie es, flüssiges Feuer zu machen, mit dem sie sich zur Abend- und Nachtzeit Beleuchtung verschaffen.[2]

Sprache

Die Sprache der Marsbewohner ist anders als die Sprache der Bewohner unserer Erde, weil sie nämlich nicht laut, sondern beinahe still auf einem kürzeren Weg in das Gehör und die innere Wahrnehmung eindringt. Sie ist deswegen vollkommener, reicher an Denkvorstellungen und näher mit der Geister- und Engelsprache verwandt. Selbst das in der Rede liegende Gefühl bildet sich bei ihnen im Angesicht aus und der darin enthaltene Gedanke in den Augen. Gedanke und Rede, Gefühl und Gesicht handeln bei ihnen in Übereinstimmung. Sie halten es für schändlich, anderes zu denken als zu sprechen und noch anders zu wollen und etwas anderes im Gesicht zu zeigen. Sie wissen nicht, was Heuchelei, betrügerische Verstellung und List ist.[3]

Marsbewohner, die das himmlische Leben allein in die Kenntnisse und nicht ins Leben der Liebe setzen, haben eine entseelte Sprache ausgebildet, wobei sie durch Minenspiel und Formung der Lippen kommunizieren.[4]

Gesellschaftsform

Die Marsbewohner sind nicht in große Reiche zerteilt, sondern in größere und kleinere Gesellschaften gegliedert. Es gesellen sich solche zusammen, die in ihren Gemütern harmonieren. Sie erkennen dies auf der Stelle aus dem Gesicht und aus der Sprache, und dies täuscht sie selten. Ihre geselligen Zusammenkünfte sind angenehm, und sie reden unter sich von den Dingen, die in den Gesellschaften vor sich gehen, besonders von dem, was im Himmel geschieht, denn einige von ihnen stehen im offenen Verkehr mit den Engeln. Wer anfängt, unrecht zu denken und daher unrecht zu wollen, wird ausgeschieden. Man überlässt solche sich selbst, weshalb sie außerhalb der Gesellschaft ein elendes Leben führen. Gewisse Gesellschaften versuchen sie zur Buße zu bewegen, aber wenn sie keinen Erfolg haben, trennen sie sich von ihnen. So verhüten sie, dass sich Herrschsucht und Gewinnsucht einschleichen. Jeder lebt dort zufrieden mit seiner Habe, zufrieden mit der Ehre, als gerecht und wohlwollend gegen den Nächsten angesehen zu werden. Dieses Wohlgefühl und diese Seelenruhe gingen verloren, würden die böse denkenden und böse wollenden Marsbewohner nicht ausgeschieden und wenn die übrigen nicht klug und streng die ersten Anfänge der Eigenliebe und Weltliebe wehrten.[5]

Religion

Die Marsbewohner anerkennen Gott und beten Ihn an als den alleinigen Gott, der den Himmel und das Weltall regiert und von dem alles Gute kommt. Sie sagen, Er Selbst führe sie und erscheine ihnen öfters. Sie glauben von sich selbst, dass bei ihnen selbst nichts als Unsauberes und Höllisches sei und alles Gute dem Herrn angehöre. Sie bezeichnen sich sogar als Teufel und der Herr ziehe sie aus den Höllen und halte sie beständig davon ab. Sie können sich so innig und tief vor dem Herrn demütigen, dass es nicht beschrieben werden kann. In ihrer Demütigung nämlich halten sie den Gedanken, aus sich selbst seien sie in der Hölle und somit ganz und gar unwürdig, auf den Herrn zu schauen, der das Heilige selbst ist. Während solcher Demütigung wenden sie das Angesicht nicht gegen den Herrn, denn das wagen sie dann nicht, sondern wenden es von Ihm ab.[6]

Geisterwelt

Die Geister des Mars sind unter den Geistern, die von den Planeten dieser Sonnenwelt stammen, die besten, denn sie sind der Mehrzahl nach wie die himmlischen Menschen, nicht unähnlich denen, die zu der ältesten Kirche auf dieser Erde gehörten. Sie sind von sich weg auf den Himmel und auf den Nächsten ausgerichtet. Wenn sie sich ihrem Wesen nach darstellen, zeigen sie sich mit dem Gesicht im Himmel und mit dem Leib in der Geisterwelt. Die Engel unter ihnen zeigen sich mit dem Gesicht gegen den Herrn und mit dem Leib im Himmel.[7]

Die Marsgeister jener Marsbewohner, die eine seelenlose Minensprache ausgebildet hatten, können miteinander sprechen, ohne dass dies von anderen Geister bemerkt und verstanden wird, wobei sie auf eine gewisse Weise durch ihre Lippen und ihr Gesicht Vorstellungen bilden, die anderen nicht verständlich sind. Dabei ziehen sie durch eine besondere Kunst ihre Gedanken heimlich zurück, wobei sie sich hauptsächlich hüten, dass sie nichts von ihren Neigungen offenbaren. Wenn nämlich etwas davon wahrgenommen würde, dann träten auch ihre Gedanken an das Tageslicht. Sie glauben zwar selbst, was sie unter sich reden, würde von anderen nicht verstanden, dennoch aber bemerken die Engelsgeiser alles und jedes, was sie sprechen, weil vor ihnen kein Gedanke verborgen werden kann. Solches Reden wird als böse bezeichnet, weil man das Innere versperrt und sich auf das Äußere beschränkt, das hierdurch auch seines Lebens beraubt wird, besonders aber, weil es nicht aufrichtig ist, so zu sprechen.[8]

Die Geister des Mars stellen im Größten Menschen das Mittelglied zwischen Verstandes- und Willenskräften dar, d.h. das Denken aus dem Gefühl, die mittlere Gegend zwischen dem großen und kleinen Gehirn. Die besten unter ihnen stellen das Gefühl oder die Neigung des Denkens dar. Daher kommt es, dass ihr Gesichtsausdruck mit ihrem Denken übereinstimmt und sie vor niemandem heucheln können.[9] Marsgeister stellen auch die längliche Falte (Sinus longitudinalem) dar, die im Gehirn zwischen seinen beiden Hemisphären liegt und dort in einem Zustand der Ruhe verharrt; die innere Schädelhaut wird von jenen dargestellt, die bloß Kenntnisse lieben, aber nicht ein Leben nach den Kenntnissen. Die sich gewöhnen, ohne Neigung oder Gefühl zu sprechen und den Gedanken in sich selbst hineinzuziehen und ihn anderen vorzuenthalten, stellen auch jene Haut dar, aber im Zustand der Verknöcherung, weil sich ihr geistiges Leben dadurch in ein Nichtleben verwandelt.[10]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Jakob Lorber, Die geistige Sonne 2.122.8
  2. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 94
  3. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 87
  4. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 95
  5. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 90
  6. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 91
  7. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 85; Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 87; Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 89
  8. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 95
  9. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 88
  10. Emanuel Swedenborg, Die Erdkörper im Weltall und ihre Bewohner 95