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Päpstliche

Aus Prophetia
Die zwei Gesichter der Päpstlichen (16. Jahrhundert)

Die Päpstlichen sind jene, die unter Babylonien verstanden werden, worum es in der Offenbarung an vielen Stellen geht.[1]

Wesen

Das Babylonien, von dem in der Offenbarung gehandelt wird, ist jenes Babylonien, das mit der Ankunft des Herrn anfing. Dieses ist bei den Päpstlichen. Es ist verderblicher und schädlicher als das vor der Ankunft des Herrn, weil es das innere Gute und Wahre der Kirche entweiht, das der Herr zugleich mit sich in der Welt offenbarte. Dies lässt sich aus Folgendem sehen:

  • Machtübertragung vom Herrn auf sich selbst: Sie verehren den Herrn und anerkennen Ihn, ohne Ihm irgend eine Macht zum Seligmachen zu lassen. Sie trennen Sein Göttliches gänzlich von Seinem Menschlichen, und tragen Seine göttliche Macht, die Sein Menschliches hatte, auf sich über. Denn sie vergeben die Sünden, lassen in den Himmel ein, werfen in die Hölle, machen selig (und heilig), wen sie wollen, treiben Handel mit dem Heil, und reißen also an sich, was allein der göttlichen Gewalt zukommt. Daraus folgt, dass sie sich, jeden an seinem Ort, zu Göttern machen. Sie sehen sich als den Herrn an, und verehren Ihn nicht um seinet- sondern um ihretwillen.
  • Beschädigung und Vernichtung der Bibel: Das Wort schänden und verfälschen sie nicht nur, sondern entziehen es auch dem Volk, damit es nicht zu einigem Licht des Wahren komme. Hiermit noch nicht zufrieden, vernichten sie es auch, indem sie in den von Rom ausgehenden Verordnungen ein Göttliches anerkennen, das höher steht, als das Göttliche im Wort. So verschließen sie allen den Weg zum Himmel, denn das Wort ist der Wegweiser, weswegen ohne den Herrn mittelst des Wortes kein Heil ist.
  • Förderung der Unwissenheit: Sie streben mit allem Eifer danach, das Licht des Himmels, das aus dem Göttlich-Wahren ist, auszulöschen, und Unwissenheit an dessen Stelle zu setzen; und je dichter diese ist, desto angenehmer ist es ihnen. Das Licht des Himmels löschen sie aus, indem sie das Lesen des Wortes und das Lesen derjenigen Bücher verbieten, in welchen die Lehren aus dem Wort enthalten sind. Dabei stellen sie einen Gottesdienst durch Messen an, welche in einer, den Einfältigen unverständlichen, Sprache (Latein) geschrieben sind, und in denen nichts Göttlich-Wahres ist.
  • Förderung von Falschheiten: Sie erfüllen ihre Welt mit Falschem, das die Finsternis selbst ist, die das Licht entfernt und zerstreut. Sie überreden auch das Volk, dass es in ihrem Glauben, mithin in einem fremden, und nicht in dem seinigen, das Leben habe. Dabei setzen sie allen Gottesdienst in äußere Herrlichkeit ohne innere. Das Innere machen sie leer, weil sie es von den Kenntnissen des Guten und Wahren entblößen, dabei ist im Äußeren nur in so weit ein Gottesdienst, als er auch im Inneren ist, denn aus diesem geht jener hervor.
  • Förderung von Götzendienst: Sie führen allerlei Art von Götzendienst ein. Sie machen immer mehr Heilige, sehen und dulden, dass man dieselben anbetet, fast wie wenn sie Götter wären. Die Bilder derselben stellen sie überall aus, und bieten eine große Menge an Wundern feil, welche jene verrichtet haben sollen. Sie setzen dieselben den Städten, Tempeln und Klöstern vor, und machen ihre von den Gräbern herausgenommenen Gebeine, welche doch etwas ganz Gemeines sind, zu Heiligtümern. So wenden sie die Seelen aller vom Dienste Gottes ab zum Dienst des Menschen.
  • Terrorherrschaft: Mit vieler Kunst sorgen sie dafür, dass niemand aus dieser Finsternis zum Licht, und aus dem Götzendienst zum Dienste Gottes herankomme. Sie vervielfältigen die Klöster und stellen aus denselben überall Kundschafter und Wächter aus. Sie erpressen Bekenntnisse des Herzens, welche sich auch auf die Gedanken und Absichten erstrecken; und wenn diese nicht abgelegt werden, so schrecken sie die Seelen mit dem höllischen Feuer, und mit den Qualen im Fegefeuer. Die es wagen, gegen den päpstlichen Stuhl und gegen ihre Herrschaft zu sprechen, verschließen sie in einem schauderhaften Kerker, welchen man die Inquisition nennt. Dies alles geschieht, damit sie die Welt und ihre Schätze besitzen, und nach Gefallen leben könnten, dass sie selbst die Höchsten, die Übrigen aber Sklaven seien. Eine solche Herrschaft ist die der Hölle über den Himmel, denn in so weit, als bei dem Menschen, insbesondere bei dem Menschen der Kirche, die Liebe zum Herrschen wächst, in so weit herrscht bei ihm die Hölle. Daher ist dort nicht die Kirche, sondern Babylonien; denn wo die Kirche ist, da wird der Herr selbst verehrt, und das Wort gelesen.[2]

Die (päpstlichen) Babylonier befinden sich nicht im Guten aus dem Wahren und noch weniger im Wahren aus dem Guten. Ihr Wahres ist, außer wenigem, das sie aber durch die Anwendung zum Herrschen verfälscht haben, nicht aus dem Wort, daher sie auch nichts Gutes haben, das nicht unecht wäre; denn wie das Wahre beschaffen ist, so wird auch das Gute.[3]

Alle Beratschlagungen des päpstlichen babylonischen Volkes sowohl im Diesseits als auch im Jenseits gehen darauf aus, nicht nur über den Himmel, sondern auch über die ganze Erde zu herrschen, um beides zu besitzen. Alle Gewalt soll ihnen werden, dem Herrn aber keine übrig bleiben. Um dies zu erreichen, brüten sie beständig neue Verordnungen und neue Lehren aus, wobei ihre Lehren aus der untersten Hölle sind.[4]

Sie sind wie die Schriftgelehrten und Pharisäer, wie sie vom Herrn beschrieben werden bei Matth 23.1-34. [5]

Des Menschen Sohn ist es, Christus, der da allein nur guten Samen säet. Matth 13.37 Dies beweist überdeutlich, wessen Geistes Kinder diejenigen sind, die da sagen: Was nicht von einer gewissen Stadt (Rom) und nicht von einem gewissen menschlichen Oberhaupt (Papst) herrührt oder wenigstens approbiert wird, ist ein Werk des Satans! So erklären sie des Menschen Sohn, der nicht tut nach dem Willen dieser Stadt, da Er es doch unmöglich tun kann, zum Satan. (Anm.: Genau so wie es die Pharisäer einst taten.)[6]

Sie kümmern sich nicht um das Leben nach dem Tod, weil sie es im Herzen leugnen, sondern nur um das Leben in der Welt. Daher machen sie sich nichts aus ihrem Los nach dem Tod, das jedoch in Ewigkeit fortdauern wird, sondern lachen darüber wie über etwas Unbedeutendes.[7]

Geschichte

Das Papsttum ist ein falscher Stuhl, der sich zwar weit über tausend Jahre, aber nicht zweitausend Jahre lang halten wird. Seitdem dieser Stuhl morsch geworden ist und keinen Halt mehr hat, findet die Wiederkunft des Herrn statt und Sein Reich kommt mit Ihm.[8]

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Anmerkung: Die christliche Kirche, und mit ihr auch das Papsttum, wurde nach Emanuel Swedenborg im Jahr 1757 gerichtet und seither findet die Wiederkunft Jesu statt, siehe dazu Jüngstes Gericht (1757).


"Der Kampf zwischen Päpsten und Königen" (1911)

Seit dem 19. Jahrhundert (Anm.: eigentlich schon seit Luther) werden die Diener des Papsttums von den Menschen zunehmend ausgelacht, worauf sich diese immer mehr ärgern und deswegen desto mehr ausgelacht werden, bis sie am Ende ihr eigener Grimm verzehren wird. Sie werden allerlei Wundermagie und Trugkünste aufbieten (Anm.: Blutende Kruzifixe usw.) und laut schreien, aber sich mit dieser schlechten Komödie vor dem Publikum nur völlig zu Narren machen. Diese Demütigung ist für sie das beste Heilmittel.[9]

Das Papsttum wird vorerst moralisch und endlich auch physisch gleich Sodom und Gomorrha vertilgt werden, wenn es sein Spiel - das Verderben der Welt - aufs Äußerste treibt und in seinem bösen Starrsinn beharrt trotz der vielen Ermahnungen.[10]

So sich das Papsttum nicht von Grund aus bessert und rein zum Herrn ganz allein zurückkehrt und auch nur von Ihm ganz allein Hilfe erwartet, dann wird es ihm ergehen, wie es schon der Prophet Jesajas vor zweitausend Jahren vorhergesagt hat, siehe dazu Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.490113 Damals galten seine Worte dem wirklichen alte Babel dem naturmäßigen Sinn nach, nun beziehen sie sich im geistigen Sinn aber auch auf das neue geistige Babel (Rom). Wird sich Rom bessern, dann soll es ihm ergehen wie dem verlorenen Sohn. Lk 15.11-32 Wird es sich nicht bessern, dann soll ihm das Los des reichen Prassers Lk 16.19-31 zuteil werden, wie auch all seinen blinden Anhängern und seinen Helfern.[11]

Die besseren Erdmenschen haben sich schon oft gewünscht, dass der Herr dem Papsttum endlich einmal ein Ende machen möchte. Aber der Herr lässt Sich Zeit, und Er weiß es wohl, warum Er Sich Zeit lässt. Lange wird Er nicht mehr säumen. Rom meint wohl einem Phönix gleich zu sein, der sich selbst verbrennt und dann aus seiner Asche wieder herrlicher als früher ersteht. Aber diesmal wird es am Ende bei der Asche verbleiben. (nach Petrus)[12]

Jenseits

Die Päpstlichen erscheinen in der geistigen Welt um die Protestanten herum, und sind durch einen Zwischenraum von ihnen getrennt, den sie nicht überschreiten dürfen. Allerdings wissen jene, die aus dem Jesuitenorden sind, sich durch geheime Künste Verbindungen zu verschaffen, und senden auch auf unbekannten Pfaden Missionare aus, um sie zu verführen. Man kommt ihnen aber auf die Spur, und sie werden dann, nachdem sie abgestraft sind, entweder zu ihren Genossen zurückgeschickt, oder in die Hölle geworfen.[13]

Vor dem Jüngsten Gericht

Das Leben der (päpstlichen) Babylonier im Jenseits ist ganz so, wie es in der Welt war, nur mit dem Unterschied, dass nun das Verborgene ihres Herzens aufgedeckt wird, denn sie sind nun im Geiste, in welchem das Innere ihrer Gedanken und Absichten sitzt, das sie in der Welt verborgen und mit einem heiligen Äußeren bedeckt hatten. Die Hälfte von denen, die sich der Macht, den Himmel zu öffnen und zu schließen, bedient hatten, erkannte man als Gottesleugner. Weil aber in ihrer Seele das Herrschen sitzt, wie in der Welt, und dasselbe auf dem Grundsatz ruht, dass der Herr alle vom Vater im gegebenen Macht gehabt habe, und diese auf Petrus, und nach der Amtsfolgeordnung auf die Häupter der Kirche übertragen worden sei, so bleibt mit ihrer Gottesleugnung noch das mündliche Bekenntnis des Herrn verbunden; doch auch dies nicht länger, als bis sie dadurch in einigem Herrschen sind. Die Übrigen, die nicht Gottesleugner sind, sind so leer, dass sie vom geistigen Leben des Menschen, von den Heilmitteln, vom Göttlich-Wahre, das zum Himmel führt, und auch vom himmlischen Glauben und der himmlischen Liebe nichts wissen; sie meinen, der Himmel könne jedem, wie er auch beschaffen sei, durch die Gnade des Papstes geschenkt werden. Da in der geistigen Welt jeder dasselbe Leben lebt, das er in der Welt lebte, solange er noch nicht entweder im Himmel oder in der Hölle ist, so haben sie auch dasselbe sittliche und dasselbe bürgerliche Leben, besonders denselben Gottesdienst, wie in der natürlichen Welt, von dem sie nur schwer abgebracht werden können, weil sie nicht im Guten aus dem Wahren, und noch weniger im Wahren aus dem Guten sind.[14]

Wie in der Welt auch, vervielfältigen sie Kirchen und Klöster. Sie scharren ebenso Schätze zusammen, und häufen Kostbarkeiten auf, und verbergen sie in Kellern. Sie senden Mönche aus, um die Heiden zu ihrem Glauben zu bringen, und sie so ihrer Herrschaft zu unterwerfen. In der Regel haben sie auch Warttürme, welche in der Mitte ihres Versammlungsortes aufgebaut sind, und durch die sie ihr Gesicht über alle benachbarten Länder erweitern können. Sie setzen sich auch auf verschiedene Weise und allerlei Künste in Gemeinschaft mit Nahen und Entfernten, schließen Bündnisse mit ihnen, und ziehen sie in ihr Interesse. Dies ist ihr Zustand im Allgemeinen. Insbesondere aber entziehen die meisten Häupter dieser Religion dem Herrn alle Macht, und eignen sie sich zu; und weil sie dies tun, so erkennen sie auch nichts Göttliches an. Gleichwohl lügen sie im Äußeren Heiligkeit, die aber an sich unheilig ist, weil in ihrem Inneren keine Anerkennung des Göttlichen ist. Durch das heilige Äußere haben sie mit einigen Gesellschaften des Unteren Himmels Gemeinschaft, durch das unheilige Innere mit den Höllen. Daher sind sie überall und locken nicht nur die einfältig guten Geister an sich, und geben ihnen Wohnungen neben sich, sondern versammeln auch die bösartigen um ihre Kongregation. Daher kommt es, dass sie abscheuliche Dinge unternehmen können, welche sie von der Hölle aus zustande bringen; denn die einfältigen guten Geister, welche im Untersten des Himmels sind, sehen nicht weiter, als bis zu äußerer Heiligkeit, und ihrer im Äußeren höchstheiligen Anbetung des Herrn. Weil sie diese Schandtaten nicht sehen, so sind sie ihnen günstig; darauf gründet sich ihr hauptsächlicher Schutz. Allein diese alle gehen gleichwohl mit dem Fortgang der Zeit von der äußeren Heiligkeit ab, und werden dann vom Himmel getrennt, und in die Hölle geworfen.[15]

Gottesdienst und Heilige

Ihr Gottesdienst besteht, beinahe wie in der Welt, aus Messen, welche in einer Sprache gehalten werden, welche den Geistern nicht gemeinsam, sondern aus hochtönenden Worten zusammengesetzt ist, welche äußere Heiligkeit und Schaudern erregen, und gar nicht verstanden werden. (Anm.: Schon in der Welt üben angehende katholische Priester den Singsang ihrer Messen.) Sie beten eben so die Heiligen an, stellen ihre Bilder aus, allein ihre Heiligen erscheinen nirgends; denn alle jene von ihnen, welche darauf ausgingen, als Gottheiten verehrt zu werden, sind in der Hölle; die Übrigen, welche nicht auf Verehrung ausgingen, befinden sich unter den gemeinen Geistern. Ihre Geistlichen wissen dies, denn sie suchen und finden dieselben, und schätzen sie darum gering; allein sie verbergen es dem Volk, damit dieselben immer noch als Schutzgötter, und sie, die Primaten selbst, welche über das Volk herrschen, als Herr des Himmels verehrt werden möchten.[16]

Ratsversammlung und Himmel

Sie haben jenseits eine eigene Ratsversammlung, welche die Stelle des Konsistoriums zu Rom vertritt. In diesem kommen ihre Häupter zusammen, und beraten sich über Verschiedenes, was ihre Religion betrifft, besonders wie der Pöbel in blindem Gehorsam gehalten, und ihre Herrschaft erweitert werden könne. Allerdings wagt keiner, der in der Welt Papst oder Kardinal gewesen ist, dort hineinzugehen, weil sie sich in der Welt die Macht des Herrn beigelegt hatten, und daher in ihren Seelen eine Art göttliches Ansehen sitzt, weswegen sie weggenommen, und zu Ähnlichen in eine Wüste verstoßen werden, sobald sie sich daselbst zeigen. Es gibt verschiedene Versammlungen innerhalb dieser Ratsversammlung und eine davon beschäftigt sich damit, die leichtgläubige Menge in den sogenannten Himmel einzulassen. Sie versammeln hier mehrere Gesellschaften um sich, welche in verschiedenen äußerlichen Vergnügungen sind; in einigen wird gespielt, in anderen getanzt, in anderen macht man allerlei heitere und fröhliche Gesichter, in anderen unterhält man sich freundschaftlich, hier mit bürgerlichen, dort mit religiösen Gegenständen, dort mit Schäkereien, und so weiter. In irgendeine von diesen Gesellschaften, welche mit seiner Neigung übereinstimmt, lassen sie nun jeden ihrer Schützlinge ein, und nennen dies den Himmel. Weil aber diese Freuden äußerlich und nicht innerlich sind, werden die solcherart Beglückten alle derselben nach wenigen Stunden überdrüssig und gehen weg. So werden dann auch viele von dem Glauben an ihre Lehre von der Einlassung in den Himmel abgebracht.[17]

Das Jüngste Gericht

Die Päpstlichen wurden von der Zeit der Gründung der christlichen Kirche bis zum Tag des Jüngsten Gerichts im Scheinhimmel geduldet, weil nach der göttlichen Ordnung alle, so viel ihrer irgend erhalten werden können, auch erhalten werden sollen, und dies so lange, bis sie nicht mehr unter den Guten sein können. Daher werden all jene aufbehalten, welche im Äußeren ein geistiges Leben nachahmen, und, wie sie sie auch in Ansehung des Glaubens und der Liebe im Inneren beschaffen seien, es als sittliches Leben so darstellen können, als ob sie wirklich in ihm stünden. Dann werden auch diejenigen aufbehalten, welche äußere, aber nicht innere Heiligkeit haben. Von solcher Beschaffenheit waren vielen der Päpstlichen. Sie konnten fromm mit der Menge reden, heilig den Herrn anbeten, den Seelen Religiosität einflößen, sie zum Nachdenken über den Himmel und die Hölle bringen, und durch die Predigt der Werke sie im Tun vom Guten erhalten. Sie konnten daher Viele zum Leben des Guten, also auf den Weg zum Himmel führen; weswegen auch Viele von dieser Religion selig wurden, jedoch wenige von den Gelehrteren, denn diese sind falsche Propheten, Wölfe im Schafspelz.[18]

Sie wurden auch deswegen geduldet, weil jeder nach dem Tod seine Religion beibehält, die er in der Welt angenommen hat, und daher auch in dieselbe eingelassen wird, sobald er in das andere Leben kommt; diesem Volk aber die Religion von solchen eingeflößt worden ist, welche mit Mund und Gebärden sich heilig gestellt, und ihm auch den Glauben eingeprägt haben, dass man durch sie selig werden könne. Daher wurden sie nicht von ihm weggenommen, sondern unter den Ihrigen erhalten. Von einem Gericht zum anderen werden alle aufbehalten, welche ein dem geistigen ähnliches Leben im Äußeren führen, und sich stellen, als ob sie innere Frömmigkeit und Heiligkeit hätten. So können die Einfältigen unter ihnen unterrichtet und geführt werden, denn die dem Glauben und dem Herzen nach Einfältigen sehen nicht weiter, als bis zu dem Äußeren und vor den Augen Erscheinenden.[19]

Das babylonische Volk hatte sich in mehrere Gegenden der geistigen Welt ausgedehnt und in jeder Gegend mehrere Gesellschaften gebildet. In jeder dieser Gegend wurden sie zu Grunde gerichtet.[20]

Zuerst wurden die Guten von den Bösen getrennt. Die Guten wurden weggenommen, und die Bösen zurück gelassen.[21] Diejenigen vom päpstlichen Volk, welche fromm gelebt hatten, und sich im Guten befanden, und, obschon sie nicht im Wahren waren, doch aus Neigung das Wahre zu wissen verlangt hatten, wurden weggenommen in ein gewisses Land, wo ihnen Wohnungen gegeben und Gesellschaften eingerichtet wurde. Danach wurden Geistliche aus den Protestanten zu ihnen gesandt, welche sie im Wort unterrichten mussten; und so wie sie unterrichtet sind, werden sie in den Himmel aufgenommen.[22]

Auf die Untersuchung folgte die Zerstörung. Es geschahen große Erdbeben Mt 24.7, Luk 21.11, Offb 6.12, Offb 8.5, Offb 11.13, Offb 16.18, an denen man erkannte, dass das Jüngste Gericht bevorstehe. Die Bewohner (des Scheinhimmels) versuchten sich zu verbergen, aber durch einen heftigen Wind von Osten wurde alles von Grund aus zerstört. Alle wurden aus jedem Ort und Schlumpfwinkel herausgeführt und ins Meer geworfen, dessen Wasser schwarz war. Das waren viele Myriaden. In Staub verwandelt waren alle ihre Schätze, und alles, was sie, weil sie es besaßen, heilig hießen. Dieser Staub wurde über das Meer hingestreut, weil ein solcher Staub das Verdammte bedeutet. Zuletzt sah man etwas Schwarzes über jene ganze Gegend fliegen, das wie ein Drache schien, zum Zeichen, dass aus der ganzen Gegend eine Wüste geworden sei. Der Drache bezeichnet das Falsche einer solchen Religion. Einige hatten etwas um den linken Arm, das einem Mühlstein glich. Dies war ein Bild dessen, dass sie ihre schändlichen Lehrsätze aus dem Wort bestätigt hatten. Darauf weist Offb 18.21 hin. Jene aus der Ratsversammlung (siehe oben) wurden nicht in das schwarze Meer, sondern in einen Abgrund geworfen, der sich unter ihnen und um sie herum in die Länge und Tiefe auftat. Einige aus den dunklen Jahrhunderten (frühere Zeit der Christenheit) wurden teils in einen anderen Abgrund, und teils in die Hölle der Heiden geworfen, denn sie waren zum Teil Götzendiener wie die Heiden. Es gab noch weitere Abgründe. Die Abgründe und das Meer sind die Höllen, wobei die Höllen des babylonischen Volkes nach den verschiedenen Arten der Entweihung des Geistigen abgeteilt sind. Dies geschah und wurde vollbracht zu Anfang 1757. Dies ist nur eine kurze Zusammenfassung, Details darüber erfährt man im Buch Die enthüllte Offenbarung.[23]

Nach dem Gericht war die geistige Welt vom babylonischen Volk befreit, worüber sich die Engel freuten, weil die Babylonier alle, so viel sie konnten, anfeindeten und verführten, und zwar im Jenseits mehr als in der Welt, denn als Geister war ihre Arglist bösartiger. Viele von ihnen wurden geprüft, und man fand, dass sie gar nichts geglaubt hatten, und in ihren Seelen die schändliche Begierde saß, die Reichen um des Reichtums, die Armen um der Herrschaft willen zu verführen; weswegen sie auch alle in der dichtesten Dunkelheit gelassen, und so den Weg zum Licht, und mithin zum Himmel verrammelt hatten.[24]

Nach dem Jüngsten Gericht

Nach dem Jüngsten Gericht, wobei alle, welche innerlich gut waren, in den Himmel erhoben, und welche innerlich böse waren, in die Hölle geworfen worden sind, ist der Zustand der Päpstlichen so verändert worden, dass es ihnen nicht mehr wie früher erlaubt ist, sich in Kongregationen zu vereinen. Sie können sich nicht mehr unter dem Himmel und über der Hölle zusammengesellen, und mit anderen Gemeinschaft haben, sondern jede Liebe, sowohl der guten als der bösen, sind ihre Wege bereitet, welche die von der Welt her Ankommenden sogleich betreten, und zu der ihrer Liebe entsprechenden Gesellschaft fortwandern. Die Bösen werden zu einer Gesellschaft hingeführt, welche mit den Höllen in Verbindung steht. Die Guten zu einer Gesellschaft, welche mit dem Himmel in Verbindung steht. Sobald sie nach eines jeden Hingang ankommen, werden sie gänzlich getrennt, und, nachdem sie einige Zeit in der Geisterwelt zugebracht haben, an ihre Orte abgeführt. Auf diese Weise ist dafür gesorgt, dass sie nicht mehr wie früher sich künstlich Himmel bilden. In der Zwischenzeit, ehe sie entweder in den Himmel erhoben, oder in die Hölle geworfen werden, stehen sie in geistiger Verbindung mit den Menschen der Welt, weil diese sich auch (geistig) in der Mitte zwischen Himmel und Hölle befinden. Wer das Heilige entweiht - und von dieser Art sind alle, welche sich die Macht anmaßen, den Himmel zu öffnen und zu verschließen, und die Sünden zu vergeben, was doch allein Sache des Herrn ist, und päpstliche Bullen ausfertigen, welche dem Wort gleich sein sollen, und die Herrschaft zum Endzweck haben - der wird jetzt sogleich in das schwarze Meer, oder in die Abgründe geworfen, wo die Höllen der Entheiliger sind.[25]

Anfangs werden alle, welche von den Erdkörpern her in die geistige Welt kommen, in dem Glaubensbekenntnis und in der Religion ihres Vaterlandes gehalten. So auch die Päpstlichen, weshalb sie immer einen Vorgesetzten über sich haben, der den Oberbischof vorstellt, und den sie auch auf dieselbe Weise wie in der Welt verehren, nur selten ist dies allerdings ein Papst.[26]

Jene Päpstliche, welche nicht völlig Götzendiener waren, und aus ihrer Religion mit aufrichtigem Herzen Gutes getan, und auch zum Herrn aufgesehen hatten, werden in Gesellschaften, welche sich an der Grenze gegen die Protestanten hin befinden, hingeführt, und hier unterrichtet. Es wird ihnen das Wort vorgelesen, und der Herr gepredigt. Diejenigen, welche die Wahrheiten annehmen, und sie aufs Leben anwenden, werden in den Himmel erhoben, und werden Engel. Diese Gesellschaften, von denen es mehrere in jener Gegend gibt, werden geschützt gegen die betrügerischen und schlauen Umtriebe der Mönche, und gegen den babylonischen Sauerteig (die Kirchenlehre). Ihre Kinder sind alle im Himmel, und wissen, unter der Leitung des Herrn durch Engel erzogen, nicht von den Religionsirrtümern ihrer Eltern.[27]

Jene Päpstliche, welche aus dem Erbbösen, der Herrschsucht, geherrscht und das Wort verachtet, und ihm die Aussprüche des Papstes vorgezogen hatten, werden dem Äußerlichen nach gänzlich abgeödet, bis sie nichts mehr von der Kirche wissen. Dann werden sie in die Hölle geworfen und zu Teufeln. Eine abgesonderte Hölle gibt es für jene, welche wie Götter angerufen werden wollen, wo sie in solchen Phantastereien sind, dass sie nicht das sehen, was ist, sondern Dinge, die nicht sind, d.h. sie sind wahnsinnig. Darauf bezieht sich 1.Mose 3.15.[28]

Siehe auch

Quellenverweise

  1. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 53; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 55
  2. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 53; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 55
  3. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 56
  4. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 58
  5. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 59
  6. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.420816.3
  7. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 64
  8. Jakob Lorber, Das Große Evangelium Johannes 8.162.4-6
  9. Jakob Lorber, Robert Blum 2.223.4-5
  10. Jakob Lorber, Robert Blum 2.280.12
  11. Jakob Lorber, Himmelsgaben 3.490113.14-15
  12. Jakob Lorber, Robert Blum 2.290.5
  13. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 56
  14. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 56
  15. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 56
  16. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 56
  17. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 56
  18. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 59
  19. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 59
  20. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 60
  21. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 61
  22. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 63
  23. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 61
  24. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 62
  25. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht 64; Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 57
  26. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 59
  27. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 58
  28. Emanuel Swedenborg, Vom Jüngsten Gericht Fortsetzung 62