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Taufe Jesu

Aus Prophetia
Johannes tauft Christus (17. Jhdt)

Wesen

Bis zur Zeit der Taufe war Jesus ein Mensch, welchen der Vater ganz vollkommen für Sich erzog. Dieser Mensch Jesus war der Sohn Gottes darum, weil Ihn Gott unmittelbar für Seine allerhöchste Aufnahme durch eine Jungfrau geboren werden ließ und Ihm auch von Seiner allerhöchsten Seite Selbst die gehörige Erziehung gab. So war dieser Jesus bis auf diesen ersten Auftrittszeitpunkt weiter nichts als ein noch unbekanntes fleischgewordenes Wort Gottes und musste Sich als Mensch freitätig gleich jedem anderen Menschen durch die alleräußersten Selbstverleugnungen auf das allertüchtigste vorbereiten zum bevorstehenden Vollempfang des Geistes Gottes. So musste auch Er Sich, als wäre Er einer unter den vielen Sündern, zu Johannes dem Täufer hinbegeben, der die allerstrengsten Werke der Buße predigte. So hat Sich Jesus als der ewig reinste Gottmensch gewisserart Selbst gedemütigt. Bei dieser Seiner ersten größten Demütigung kam der Geist Gottes sichtbar über Ihn, das heißt, die Liebe Gottes des ewigen Vaters nimmt nun volle Wohnung im Menschen Jesus und spricht Sich auch eben bei dieser Handlung jedermann vernehmlich aus, indem Sie von Oben die Worte zu jedermanns Ohren sendet: "Dieser Mensch Jesus ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich ein Wohlgefallen habe". – das heißt: mit welchem Ich Mich jetzt auf ewig unzertrennlich in Eins verbinde. Diesem Menschen Jesus sollt ihr von nun an folgen und hören Sein Wort! Hier ist Jesus Eins mit dem Vater, dass es zwischen Ihm und dem Vater keinen Unterschied mehr gibt. Dieses vollkommene Eins ist unmöglich etwas anderes als die Liebe. Die Liebe ist eine Vereinigung, welche hier für jedermann sichtbar geschieht.[1]

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Anmerkung: Die Worte des Vaters waren, wie aus der Geschichte (siehe unten) hervorgeht, damals nur Johannes hörbar, oder nur jenen, deren geistigen Sinne geöffnet waren. Erst durch dessen Vermittlung war sie jedermanns Ohren vernehmbar. Dasselbe gilt für die Sichtbarkeit der Vereinigung.


Geschichte

Als die Juden von Jerusalem Priester und Leviten sandten, um Johannes den Täufer zu befragen, da legte er Zeugnis ab über sich selbst, er sei "die Stimme eines Rufers in der Wüste und bereite dem Herrn den Weg, wie es der Prophet Jesajas geweissagt hat". Joh 1.19-28 Tags darauf, als sich die Priester und Leviten noch in Bethabara aufhielten und sich über Johannes erkundigten, da zeugte Johannes von Christus, und zwar gerade als Dieser zu ihm kam, um Sich taufen zu lassen. Johannes sagte vor dem Anführer der Forscher: "Sieh', Der dorther Kommende ist das Gottes-Lamm, Das alle Schwäche der Menschen auf Seine Schultern gelegt hat, auf dass die Menschen, die Ihn aufnehmen werden, ein neues Leben aus Ihm nehmen und in sich die Macht haben werden, aus solchem neuen Leben Gottes Kinder zu heißen; denn weder im Sturme noch im Feuer kommt Jehova, sondern im sanftesten Wehen nur kommt Er." Joh 1.29[2]

Johannes sah Jesus zum ersten Mal leibhaftig vor sich, als Dieser von ihm getauft werden wollte. Anfangs weigerte sich Johannes, Jesus zu taufen, und zwar mit der wichtigen Bemerkung, Jesus solle wohl eher ihn taufen, denn er Ihn. Nachdem Jesus aber ausdrücklich begehrte, es müsse so geschehen, gab er nach und taufte Ihn. Dabei sah er in seinem Geist, wie Sich der ewig ureigenste Geist des Herrn in der Erscheinlichkeit eines lichten Wölkchens, und zwar in der Art, wie eine Taube sich herablässt, aus den lichtvollen Himmeln über den Herrn herabfuhr und über Seinem Haupt blieb. Joh 1.32 Und dazu vernahm er zugleich die bekannten Worte: "Dies ist Mein geliebter Sohn, oder dies ist Mein Licht, Mein eigenes Urgrundsein, an Dem Ich als die urewige wesenhafte Liebe Mein Wohlgefallen habe, Diesen sollet ihr hören!"[3] Diese Erscheinung geschah nur dem Johannes selbst als Zeugnis, da auch er den Herrn sonst nicht eher erkannt hätte. Sie bedeutet nicht, dass Jesus dadurch erst solchen Geist empfing.[4]

Nach dieser Taufhandlung erzählte Johannes den Forschern, die als nur Weltweise außer der Wassertaufe nicht gesehen und gehört hatten, was er gesehen und gehört hatte, und behauptete auf Tod und Leben, dass der Getaufte der von ganz Israel erwartete Messias sei: "Dieser ist wahrhaft Gottes Sohn, das heißt, das urewige eigentliche Grundsein Gottes in Gott!" Joh 1.34[5] Darüber ärgerten sich die Forscher und schmähten Johannes, dass er sie anlüge. Da traten mehrere anwesende Jünger des Johannes hinzu und bezeugten, dass er völlig die Wahrheit gesagt hatte. Aber die Forscher wollten auch dieses Zeugnis nicht annehmen, weil sie die Jünger als für ihren Meister voreingenommen hielten. Die Forscher glaubten sich für gelehrt und weise in allen Dingen der Schrift und meinten aus dem Reden und Handeln von Johannes und seinen Jüngern zu erkennen, es handle sich um einen Narrenverein, der viele Menschen verrückt mache. Außerdem missfalle die Sache den Ohren der Höchsten des Tempels schon seit einiger Zeit. Am Besten solle man Johannes und seinen Jüngern mit Gewalt das Handwerk legen.[6]

Daraufhin donnerte Johannes: "Ihr Otterngezüchte, ihr Natternbrut! Meinet ihr dadurch dem Gerichte zu entgehen!? – Sehet, die Axt, mit der ihr uns vernichten möchtet, ist bereits an eure Wurzel gelegt; sehet zu, wie ihr dem Verderben entrinnen werdet! So ihr nicht in Sack und Asche Buße tut und euch nicht werdet taufen lassen, so werdet ihr zugrunde gerichtet werden! Denn wahrlich! Dieser war es, von Dem ich zu euch geredet habe: Nach mir wird kommen, Der vor mir gewesen; denn Er war eher denn ich. – Von Seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade." Joh 1.15-16 Auf diese energischen Worte blieben einige und ließen sich von ihm taufen. Der größte Teil aber zog ganz ergrimmt davon.[7]

Siehe auch

Quellenverweise