Kado
Kado (Cado) war auf der Erde ein unmenschlicher Räuber in der armenischen Wüste, ein vollendeter Teufel in Menschengestalt. (nach Petrus, Paulus und Kado)[1]
Im Buch Robert Blum ist der "Kado" in Buch 2 von Kapitel 191 bis Kapitel 198 in Wirklichkeit der Herr.
Geschichte
Diesseitiges Leben
Bevor Kado durch Heirat mit einer Beduinenhäuptlingstochter selbst zum Häuptling wurde, war er ein Schafhirte und Helfershelfer seiner Vorgänger. Als ein ungebildeter, roher Mensch ohne den leisesten Begriff von Religion, beging er verschiedene Gräueltaten, zu denen ihn sein Häuptling nötigte. Er wurde selbst ein Beduinenhäuptling und verfügte auf der Erde über großen Reichtum. Ein Heer großer reißender Hunde umlagerte sein Schloss, fiel Reisende an und hielt sie fest, bis sein lumpiges Räubergesindel kam und sie um ein bedeutendes Lösegeld von den Bestien befreite. Kado wurde zwar öfter verklagt, aber die Kläger richteten nichts aus, weil die Richter in seinem Sold standen. Erst als Kado selbst Herrscher wurde, lernte er Griechisch lesen und schreiben, wobei er zu einer geraubten griechischen Bibel kam. Da wurde er zum ersten Mal in seinem Leben über das Dasein einer allmächtigen Gottheit belehrt und erfuhr von Jesus und Seiner Lehre. Er lies einen sogenannten Geistlichen an seinen Hof bringen, damit ihm dieser die alte Schrift erläuterte. Aber anstatt eine Erklärung zu geben, verlangte der Pfaffe bloß Opfer und Sühne und verbot Kado das weitere Forschen in geistigen Schriften. Als Kado sah, dass der Geistliche ein ärgerer Lump als er selbst war, lies er ihn gehen und legte die Schrift zur Seite. (nach Petrus, Paulus und Kado)[2]
In seinem Herzen wünschte sich Kado das allerhöchste Gottwesen als schlicht und einfach, musste es sich aber stets als endlos glänzend und unzugänglich denken, weil ihm seine halb türkischen (islamischen) und halb jüdisch-christlichen Begriffe keine andere Vorstellung von der Gottheit ermöglichten. Erst im Jenseits fand er seinen Gott und allmächtigen Schöpfer so, wie er es sich ganz heimlich gewünscht hatte. (nach Kado)[3]
Jenseitiges Leben
Jenseits befand sich Kado auf dem Sprung in die Hölle, in der er sich seinem Innern nach schon lange befand. Er wurde von Petrus und Paulus auf Anweisung des Herrn auf die Probe gestellt, ob er seine unmenschlichen Gräueltaten bereute und verabscheute, um so vor der untersten Hölle gerettet zu werden, denn er selbst konnte sich ewig nicht mehr helfen und vor dem ewigen Tod retten, da sein Herz zu verdorben war.[4] Alles wurde aufgeboten, was nur immer als ein der Liebe Gottes entsprechendes sanftes Mittel gedacht werden kann, zeigte aber bei Kado nicht den geringsten Erfolg. Obwohl es ihm nicht an Erkenntnis fehlte, denn er kannte Jesus und Seine Göttlichkeit, verspottete er Ihn doch; für ihn war jeder Herrscherstuhl ein Fluch, so er ihn nicht sein nennen konnte, und jedes Gesetz ein Gräuel, das er nicht gegeben. Er kannte nur seinen Willen, und der Wille eines andern war für ihn ein Verbrechen, das er nie zur Genüge rächen könnte. Daher gab der Herr Petrus und Paulus den Wink, Kado sich selbst zu überlassen.[5]
Kado machte einen Ausflug in die Hölle und verkostete das Höllendasein und die höllischen Schmerzen, ohne aber in den Höllenabgrund geworfen zu werden. Kado war schon wie verloren, aber ein Fünklein war noch in ihm, das in der Qual lebendig wurde, die ihm sein irdisches Oberhaupt bereitete, welches sich darüber empörte, dass er seine Tochter geheiratet hatte. Dies rettete sein Herz und verlieh ihm eine große Kraft. Kado bereute schließlich seinen früheren Spott gegen Gott und Jesus und dass er nicht auf Petrus und Paulus hatte hören wollen.[6] Die gesamte Hölle empörte sich gegen den Herrn und Seine Himmel, und Kado befand sich mitten drin in dem ganzen wahnsinnigen Aufruhr. Als Kado es mit der Satana in Form der Minerva zu tun bekam und von ihr in die größte Angst versetzt wurde, verteidigte er sich erfolgreich gegen sie und ihre Teufel mit Steinen, auf die er den Namen Jesu schrieb, wodurch er Jesus als Gott erkannte.[7] Satan bzw. Satana schmückte sich gewaltig und wurde schön wie die Himmel des Herrn, um durch solche Schönheit alle Himmel an sich zu ziehen. Kado erwies sich als ein starker Geist, in sich schlecht und recht - böse und gut - ein Wesen seltener Art. Er kämpfte frei aus seinem eigenen Willen heraus mit der glänzenden Fürstin der Hölle wie David gegen Goliath. Ihr Äußeres bezwang er wie ein Meister, aber ihr Inneres blieb dasselbe. Bei seinem Abenteuer mit der Satana wurde er unbewusst von Robert-Uraniel und Sahariel beschützt und geleitet. Kado fand Gnade vor Gott, weil er sein Böses in Gutes und Wahres gekehrt hatte. Er zog mit Robert-Uraniel und Sahariel zum Herrn, der ihn annahm und ihm eine große Macht gab, über die Hölle zu wachen. Die "Minerva" blieb Kado untertan, weil er sie mit der Waffe der göttlichen Gerechtigkeit besiegt hatte.[8]
Die erste Bestimmung Kados nach der Aufnahme Robert Blums und dessen geistigen Vereins in den Himmel bestand darin, für ein Jahr den Reinerkogel zu bewachen.[9] Kado begann auf der Erde zu dienen und zu regieren. Er machte seine Sache gut und verstand die verschiedenen Geister in vollem Respekt zu erhalten, weswegen er auch einen stets größeren Wirkungskreis erhielt. Zuerst wurden ihm zwei ganz kleine Länder zur Leitung und Überwachung anvertraut, dann mehr als halb Europa.[10]
Quellenverweise
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.163.3-5; Jakob Lorber, Robert Blum 2.163.10; Jakob Lorber, Robert Blum 2.164.1
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.163.5; Jakob Lorber, Robert Blum 2.164.1; Jakob Lorber, Robert Blum 2.172.2-3
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.187.12
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.163.3-5; Jakob Lorber, Robert Blum 2.163.10-11; Jakob Lorber, Robert Blum 2.163.14
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.164.5; Jakob Lorber, Robert Blum 2.164.13
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.165; Jakob Lorber, Robert Blum 2.166; Jakob Lorber, Robert Blum 2.167; Jakob Lorber, Robert Blum 2.168; Jakob Lorber, Robert Blum 2.169; Jakob Lorber, Robert Blum 2.170; Jakob Lorber, Robert Blum 2.171; Jakob Lorber, Robert Blum 2.187.11
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.172; Jakob Lorber, Robert Blum 2.173; Jakob Lorber, Robert Blum 2.187.9
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.183.5-10; Jakob Lorber, Robert Blum 2.185.6; Jakob Lorber, Robert Blum 2.187.9-12
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.283.7-8
- ↑ Jakob Lorber, Robert Blum 2.295.13-14